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Wie viel Privatsphäre bleibt nach dem Tod?

Mugen

Mitglied
Hi Leute, das ist jetzt vielleicht eine etwas seltsame Frage, aber ich frage mich schon seit längerer Zeit, was genau mit seinen Sachen passiert, wenn man plötzlich stirbt. Zum Beispiel mit seinem Smartphone: Wer kann es durchschauen? Wer darf die Sachen dadrin lesen? usw.
 
Nabend,
Also ich denke die Erben, Kinder.
Und wenn es keine gibt, wird alles vermutlich von einer Haushaltsräumungsfirma entsorgt bzw. verkauft, oder so.

Vermute ich mal.
 
Interessante Frage.
Auch frage ich mich, ob ich möchte, dass meine Kinder und andere Hinterbliebene quasi nachträglich in mein Leben schauen. Von manchen Dingen fände ich dies derzeit z. B. nicht so toll. Aber eben aus der aktuellen Sicht, dass ich eben derzeit (noch) lebe. Vielleicht würden meine Kinder, wenn sie alt sind, gern noch etwas aus dem Leben ihrer Mutter erfahren. Man ist ja ab einem gewissen Alter manchmal auf "Sinnsuche" - warum bin ich so und so, wie waren meine Vorfahren. Ich merke jetzt, dass ich gerne mehr über meinen schon lange gestorbenen Vater wüsste.
 
Ich hoffe inständig, dass jemand meinen Browserverlauf löscht, falls ich überraschend versterben sollte - ansonsten gibt's bei meiner Beerdigung ein Halleluja. 😀

Ich verstehe, was du meinst - meistens kommt der Tod aber so ungeplant, dass man gar nicht so vorsorgen kann.
Ich denke mir oft, falls ich plötzlich versterbe, sieht meine Familie erstmal meine chaotische Wohnung, meine peinlichen Tagebücher und einen Berg an ungespülten Geschirr.

Interessiert einen das als Angehöriger aber dann wirklich?
Ich glaube, solange man keine krassen Sachen wie ein Kilo Kokain oder Kinderpornographie findet, gibts Schlimmeres.
Am Ende ist man gar nicht so interessant, wie man selbst denkt 😉
 
Hallo!🙂

Eine wirklich Interessante Frage, die ich mir auch nie gestellt hatte - bis ich plötzlich solche Sachen wie z.B. das Handy von meinem verstorbenen Vater in der Hand hielt.

Zuerst einmal ... Es gibt rechtliche Regerlungen, wer als Erbe nach deinem Ableben in Frage kommt. Nachdem diese juristisch (falls kein Testament vorliegt) festgelegt ist, Erbschaftssteuer bezahlt ist und der erste Schock verarbeitet ist ... stehst du in dem Lebensraum des Menschen und deine Gedanken - das garantiere ich - werden erst einmal nicht sein, was er im Browserverlauf hatte - wir sind alles nur Menschen. 😉

Nein, wenn er dir was bedeutet hat, wirst du alle Sachen plötzlich in einem ganz anderem Licht sehen. Irgendwie ... mit mehr Wert. Mit mehr "Ich erfahre das intimste eines Menschen"-Wert. Das kann sich mitunter als ganz schön kompliziert herausstellen, denn im Zeitalter der Digitalisierung unseres Lebens geht fast nichts mehr ohne Passwörter. Und wenn derjenige kein Notfall-Büchlein hatte - bist du erst einmal fleißig am Laufen. 🙂

Ich habe alles mit großem Respekt behandelt, was meinem Vater gehörte, aber auch mit einer unstillbaren Neugier, denn irgendwie ist mir erst nach seinem Ableben aufgefallen, wie viel ich von ihm als Vater wusste - aber wie wenig ich von ihm als Mann wusste. Als Mensch. Klar seine Kleidung wurde gespendet und auch seine großen Anschaffungen sind z.T. entsorgt worden, aber manches wird auch noch heute von mir selbst benutzt.

Irgendwie schmeckt das Wort jetzt für mich makakber aber: Deine Sachen werden nach dem Tod weiter benutzt, wenn dein Erbe einen Nutzen davon hat. Das kann in dem Fall auch dein Handy sein. 🙂

Sei dir gewiss, er wird auch einiges peinliches von dir erfahren - aber nimm das nicht tragisch - so schlimm ist das meist gar nicht und hey ... du bist auch nur ein Mensch mit Neigungen, Interessen, Macken und Kanten. 😉 Im Endeffekt wollen Hinterbliebende eigentlich nur etwas, das von dir noch da ist, etwas was deine Existenz beweist.
Dich im lieben im Herzen tragen.

LG, Aponi
 
Als mein Vater gestorben ist, und ich somit an seine privatesten Sachen musste, war das ein Gefühl, wie wenn ich etwas Verbotenes tun würde. Das Eindringen in seine Privatsphäre ist mir sehr schwer gefallen. Wir haben von den Eltern gelernt, dass man die Privatsphäre auch innerhalb der Familie wahrt und nicht in den Sachen der anderen rumstöbert, oder sogar rumschnüffelt. Und es wurde auch von allen Seiten so gehandhabt.

Besonders seine heilige Nachttisch-Schublade war für mich sehr schwer zu öffnen und durchzuschauen. Einfach weil es sich so falsch anfühlte.

Zum Glück habe ich keine schlimmen Geheimnisse gefunden. Das einzige war ein Sexual-Ratgeber für junge Eheleute, datiert aus den 60er Jahren, was ich nicht peinlich fand. Und in einem anderen Schrank fand ich lustige Fotos von Parties von früher, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Die hatten ja auch ganz schön gefeiert...

Aber was ich gelernt habe daraus ist, es gibt keine Privatsphäre mehr, wenn man verstorben ist. Besser schaut man, dass man nichts hinterlässt, dass keiner sehen soll...
 

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