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wie soll ich nur helfen...

Hallo Lizzy23,

verzeih mir bitte, wenn meine Worte jetzt ein wenig hart klingen.
Es ist schön, dass du deinem Freund beistehen möchtest in dieser schwierigen Lebenslage.
Finde es jedoch sehr bedenklich, dass du so wenig über ihn weißt. (Familie, Bekannte...)
Du befindest dich selbst in tiefer Trauer und brauchst deine ganze Kraft, um für dein Kind dazusein.
Die Anmerkungen und die körperliche Nähe die er sucht halte ich für sehr bedenklich.
Handelt so ein Freund? Sieht er nicht deine Trauer? War er vor 4 Monaten auch so zu dir?
Bitte, verstehe mich nicht falsch. Ich mach mir wirklich Sorgen um dich!!!
Du brauchst Raum und Zeit um selbst zu trauern.
Bitte, spring nicht mehr sofort wenn er nach dir ruft (auch wenn es schwer fällt).
Denk an dich und dein Kind!!!!

lg hexe
 
Hi Lizzy! (das ist endlos lang geworden, bitte entschuldige...)

Also ich finde es kommt drauf an ob ihr beide was davon habt. Weil wenn er dich zu sehr belastet und du ganz zusammenbrichst hat er am Ende auch nichts davon...

Aber ich finde es trotzdem sehr schön, ich glaub es ist gut das ihr euch gefunden habt. Ich kenne das ähnlich, wenn auch längst nicht so heftig. Kommt drauf an wie er dazu steht. Dazu kann ich am besten von mir erzählen. (Weiter unten)

Ansonsten schließe ich mich den anderen vor mir an. Sei für ihn da, jemand der einfach nur zuhört und wirklich versteht, jemand der den Schmerz und die Trauer ehrlich mit ihm teilt - das ist unbezahlbar. Sicher kannst du ihm nur bedingt bis gar nicht 'aktiv' helfen. Aber du hilfst ihm damit auf eine Art wie es ein Therapeut z.B. nicht kann. Deine Hilfe ist eher 'passiv'. Bei dir kann er weinen, das kann er beim Therapeuten vielleicht nicht. Es ist beides wichtig. Zwei gleich wichtige Teile.

Ich denke er braucht dich sehr. Ein Problem ist es aber wenn es dir zuviel wird. Allerdings solltest du dir erstmal nicht zuviele Gedanken machen. Meine Frage dazu wäre wie dein Bauchgefühl in dieser Sache ist. Ist es wirklich unangenehm oder nur seltsam weil ungewohnt, wenn er so intensiv deine Nähe sucht? Ein Mensch sucht immer das was ihm am leichtesten fällt und am meisten gut tut. Versuche es einfach als Freundschaftlich anzunehmen, aber wahre auch deine Grenzen.

Dein Freund braucht nun über einen längeren Zeitraum einen Mensch wie dich, einen den er in die Arme nehmen kann und darf, muss einen Menschen fühlen, ganz real. Nähe und Trost, Wärme und Geborgenheit, Halt und Ablenkung, ... Auf diese Art findet er bei dir einen Bruchteil all dessen, was ihm durch den Tod der Mutter mit dieser verloren ging. Ich weiß nicht genau wie es war, aber es muss schlimm gewesen sein für ihn, und du bist so etwas wie sein letzter Strohhalm um sich fest zu halten.

Du bist für ihn das wichtigste überhaupt, aber nicht aus Liebe. Das denke ich nicht. Es kann zwar sein das er sehr viel Zuneigung für dich empfindet, eben wegen der Rolle die du für ihn hast. Das ist ja eine extreme Situation. Ich denk mal das das auch nachlässt wieder wenn es ihm besser geht. Außer er empfindet mehr für dich. Am besten erzähl ich wies bei mir war.


Letzten Herbst hab ich in einer Arbeitsamt-Maßnahme die bisher für mich wichtigsten Menschen in meinem Leben kennengelernt. Meine beste Freundin Nati, und meine erste echte große Liebe Tina...

Meine Freundin war auch dort 3 Monate unglücklich verliebt, heute ist sie mit ihm zusammen. Bei mir wurde das nichts. Bei mir ging schief was schief gehen kann. Normal verliebt ist das nicht, ich sollte wohl zu einem Traumatherapeut. Ich hab Gefühle wie die die ich für meine Mutter hatte und andere auch zusätzlich zum Verliebtsein auf Tina übertragen. Dazu sind noch andere Dinge passiert. Auf jeden Fall fühl ich mehr als man für einen Mensch fühlen sollte, und sie wird somit mehr als ein Mensch... Aber ich hab sie am Ende verloren. Das kann ich jetzt hier nicht beschreiben, aber es fing langsam an und endete damit das ich schon 2 Suizidversuche hinter mir hab.

Die Freundschaft zu Nati entstand, als sie mich drauf ansprach ganz am Anfang, weil sie gleich gemerkt hat was ich für Tina fühle. Sie war ja auch unglücklich verliebt, und so haben wir angefangen uns auszutauschen. Bei ihr blieb es beim normalen unglücklich verliebt sein, bei mir nicht.

Am Ende bin ich nur noch da hin um Tina und Nati zu sehen. In der Zeit hatte ich zum Reden nur meine Mutter und Nati. Mutter ging nicht weil zwischen uns zuviel passiert ist. Auch in dieser Zeit. Das mein Leben mir so sinnlos vorkommt ohne Tina hat eine jahrelange Vorgeschichte.

Also blieb nur Nati. Für alles. Zum reden und trösten und kuscheln. Das war unheimlich gut. Sie konnte mich gut verstehen, gings ihr ja so wie mir. Am Ende bin ich nur noch hingegangen wegen Tina und wegen Nati. Um von ihr getröstet zu werden, umarmt zu werden. Am liebsten hätte ich sie irgendwann jedes mal nicht wieder losgelassen, nach Tina wollte ich sie nicht auch noch verlieren. Mein letzter Strohhalm.

Anders als zu andren Menschen hatte ich einen guten Draht zu ihr, im Prinzip grenzenloses Vertrauen nach wenigen Tagen, was sie auch niemals missbraucht hat. Ich konnte ihr alles erzählen. Als ich es versucht hab, hab ich mich am Vortag sogar von ihr verabschiedet... Ich konnte drauf vertrauen das sie mich tun lässt was ich am meisten tun will. Trug es ja schon Jahre mir mir rum, die Suizidgedanken und alles andere...

Bevor wir und angefreundet hatten, war ich ein paar Tage auf Abwegen und hatte auch für sie Gefühle, nicht nur für Tina. Das ging dann aber wieder weg. Geblieben sind riesiges Vertrauen und tiefe Zuneigung, was durch das was danach kam bestärkt wurde. Vllt war ich auf eine andere Art verliebt. Viel mehr als Freundschaft, aber viel weniger als Liebe empfinde ich für sie. Irgendwo dazwischen. Für mich ist sie wie eine Schwester die ich nie hatte.

Nati war auch der erste 'fremde' Mensch vor dem ich offen weinen konnte. Ich hab da so eine Hürde sonst, aber es war so schlimm und das Vertrauen so groß, deswegen ging das...
Sie war auch meine erste Freundin/Freund nach Jahren, und somit auch meine beste...

Ich hab bei ihr wahnsinnig viel Nähe gesucht, und sie auch bei mir bevor sie mit ihrem Freund dann doch zusammen war. Dann gings ihr ja sofort anders, und ab da ging es zu sehr auseinander. Sie war aber immer noch da, ihr Freund hat das sogar akzeptiert das ich viel Zeit allein mit ihr zum reden brauchte, auch das ich so viel Nähe bei ihr suche.

Allerdings hat sie mich nie so nah an sich ran gelassen wie du deinen Freund. Das hab ich mich auch gar nicht getraut aber sehr gewünscht. Ich hab sie mal gefragt, und sie meinte ihr ist das zu nah dann. Aber es war auch so schon gut das sie fast jeden Tag da war. Man fühlt auch ob das gegenüber die Umarmung auch aus echter Anteilnahme und Zuneigung erwidert.

Das hat mich am Ende vllt gerettet, trotz Suizidversuchen. Erst Monatelang raus gezogen, und dann weiß ich bis heute nicht ob ich es im entscheidenden Moment nicht gepackt hab weil mir ja doch bewusst war das es ihr weh tun würde. Sie hat mir eben sehr viel Bedeutet in dieser Zeit. Jetzt ist es besser geworden.

Aber Nati war lange Zeit mein letzter Halm... Und ein kleines Stück dessen was ich durch und mit Tina verloren hab. Das wichtigste überhaupt war das ich sie ganz real fühlen konnte, warm und weich, mit dem wissen das zu dürfen, auch minutenlang. Sich einfach festhalten können an ihr, wortwörtlich. Geborgenheit und Verständnis zu finden. Trost in reinform. Ohne Worte, einfach nicht allein sein... Wie das ist weiß man nur wenn man das durchgemacht hat...

Der Fehler dabei: Unsere Freundschaft hat extrem gelitten, weil ich sie total überlastet habe.
Weil sie die einzige war mit der ich reden konnte und wollte. Hab ungebremst alles auf ihr abgeladen, nur Teile, aber selbst diese waren zu groß...
Als sie dann mit ihrem Freund zusammen war, hab ich ihr erlaubt das sie ihm erzählen darf was ihr allein zuviel ist. Er ist sehr korrekt und hat es auch alles für sich behalten. Vllt weil er in seinem Leben auch schon mehr gesehen hat als gut ist. Er konnte besser damit umgehen.

Später hab ich ihr mal erzählt das ich in gewisser Weise zumindest am Anfang in sie verliebt war und auch das ich ihr gerne Näher wäre... Damit konnte sie dann noch weniger umgehen, kann es nicht einordnen, was ich ihr nicht verübeln kann. Zuviel ist zuviel.

Sie ist dann sehr auf Distanz gegangen und wir sehen uns ca. alle 4 Wochen mit etwas Glück. Irgendwie stimmt es nicht mehr... Vielleicht bilde ich mir das ein und sie hat echt keine Zeit. Aber es kommt mir so extrem vor, und ich bräuchte sie nach wie vor viel öfter um mich anzulehnen...


Aber ich versteh dein Freund. Wie er wirklich fühlt und denkt weiß ich nicht, aber es wird vermutlich sehr ähnlich sein. Euer Problem ist allerdings das ihr beide frei seid, sozusagen. Bei Nati und mir wars ja so das jeder frisch verliebt war und der/die Liebste auch noch da war...

Zudem ist das auch nicht ohne was dir passiert ist. Vielleicht ist das gut und ihn trösten lenkt dich ab. Aber auf Dauer überfordert dich das. Wenn er es nicht schafft sich weiter Hilfe zu holen (kann ich gut verstehen) dann tu du es. Kannst du das? Ihr könnt für einander da sein.
Ich war trotz allem immer auch für Nati da wenns ihr nicht gut ging. Es war nicht einseitig. Aber trotzdem zu unausgeglichen.

Ihr müsst da ein Weg finden, es muss euch beiden etwas helfen, nicht viel muss es sein aber keiner sollte auf Dauer Verlust machen. Da gewinnt am Ende nur einer wenn überhaupt.
Bedenke auch das allein das du da bist ihm schon unwahrscheinlich gut tut. Das er in deinen Armen weinen und dir erzählen darf. Denk nicht das du zu wenig tust. Du machst das gut so!
Denk auch an dich. Werf dir nichts vor, egal was passiert. Versuch das.
Pass auf dich auf, und dann auf ihn. Wahre Grenzen aber sehe es auch nicht zu kritisch.
Ihr beide habt ja schon ab und an drüber geredet, er weiß ja auch woran er ist.

Gefühlt würde ich sagen er sucht wie ein kleines Kind die Geborgenheit seiner Mutter...
So würde ich es bei mir oft beschreiben...

Ich hoffe das hilft dir nun weiter, ich kanns net besser beschreiben. Ich denk aber das du verstehst was ich dir vermitteln wollte. Wenn nicht frag nochmal. Du kannst mir auch direkt schreiben wenn du magst. Also PN's. Kannst jeder Zeit fragen.

Ich wünsch euch beiden alles was ihr braucht um wieder heile zu werden, von ganzem Herzen... Und auch viel Geduld, das wird lang brauchen. Nicht verzagen... :blume:

Ganz liebe Grüße, Shubunkin
 

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