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Wie soll ich mich als Chefin verhalten?? Bin verzweifelt!!!

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Gast

Gast
Hallo Ihr Lieben,

ich bin am Boden zerstört und brauche einfach mal Eure Meinungen, denn ich weiß einfach gar nichts mehr!!

Bei meinem letzten Arbeitgeber bin ich von meinem Chef übel gemoppt worden und bin psychisch krank geworden. Ich habe mir geschworen, wenn ich mal Chefin werde, werde ich meine Mitarbeiter gut behandeln und für ein
tolles Arbeitsklima sorgen. Tatsächlich wurde ich dann Chefin. Ich behandele meine Mitarbeiter stets freundlich, für Fehler kritisiere ich sie nicht, weil ich dies für absolut menschlich halte usw..
Dazu muß ich sagen, daß der neue Job knüppelhart ist und ich total überfordert bin. Ich weiß kaum, wo oben und unten ist, dazu kommen zahlreiche Dienstreisen, nach denen sich die Arbeit auf meinem Schreibtisch stapelt. Teilweise bin ich nur noch fix und fertig. Dazu ist auch noch zu sagen, daß der Job miserabel bezahlt ist, aber egal.
Heute rief mich dann mein Vorgesetzter zu sich und ich mußte erfahren, daß sich meine Sekretärinnen wegen mir beklagt haben. Ernsthaft, weil ich einen Fehler gemacht habe und weil es mit der Organisationen dieser kaum zu bewältigenden Arbeitsmengen noch holprig läuft. Außerdem wäre ich als Chef zu nett, zu hektisch und und. Ich war wie vom Donner gerührt. Wir haben uns immer gut verstanden und nun das.. Ich bin am Boden zerstört und weiß nicht weiter. Der letzte Job sitzt mir noch in den Knochen und jetzt das. Ich wollte meine Mitarbeiter besonders gut behandeln. Stattdessen rennen sie zu meinem Vorgesetzten. Aufgrund der Beschwerde habe ich auch keine Gehaltserhöhung bekommen, weil erst alles perfekt laufen müsse. Dies ist aber aufgrund der Arbeitsmenge einfach noch nicht möglich. Mir fehlt die Routine usw. Ich bin mit meinen Sekretärinnen nach diesem Gespräch normal umgegangen, konnte mir aber nicht verkneifen, daß ich nicht weiß, ob ich mir diesen Job noch lange gebe. Daraufhin waren sie total erschrocken. Ich weiß nicht, wie ich jetzt weiter machen soll. Vor allem habe ich panische Angst, Fehler zu machen, die sich aufgrund meiner Unerfahrenheit gar nicht vermeiden lasse. Mein Vorgesetzter sagt, ein Chef muß zeigen, daß er Chef ist und alles beherrschen. Wie soll das aber gehen??

Vielen, vielen Dank für Eure Hilfe!!!
 
Sachlich und kühl bleiben. Die Zügel anziehen, keine Schwäche zeigen.
Alles,was dir zuviel wird, delegieren.
Die Aufgabenbereiche und Verantwortlichkeiten deiner Mitarbeiter klar strukturieren !
Mindestens einmal in der Woche zum " Rapport einladen".
Durchaus Kritik verteilen, immer cool bleiben, nie aus der Rolle fallen, GERECHT bleiben.
Den Führungsanspruch höflich, aber bestimmt durchsetzen.
Deine Aufgabe ist nicht, alles selber zu machen. Deine Aufgabe ist, den Überblick zu haben und dafür zu sorgen, daß alles läuft. Dazu müßen deine Mitarbeiter aber auch genau wissen, was SIE zu tun haben.
Offen sein für Verbesserungsvorschläge.
Viel Erfolg
PS: Es kommt nicht darauf an, ob ihr euch gut versteht. Es kommt darauf an, daß es gut läuft.
Dann kommt das gute Betriebsklima fast von selbst.
 
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Hallo Gast,
ich kenne dein Problem auch aus eigener Erfahrung.Auch ich dachte immer das man als Chef nicht immer hart durchgreifen muss.Ich habe eher ein freundschaftliches Verhältnis zu meinen Leuten gehabt,und das Ende vom Lied war,das ausgerechnet die Mitarbeiterin der ich am meisten vertraut habe dafür gesorgt hat das ich gehen musste.
Sicherlich muss man kein "*rschloch" sein als Chef,aber Du musst schon auf Fehler hinweisen und genaue Anweisungen geben.Sicherlich sind Fehler menschlich,aber wenn ich es richtig gelesen habe sind sie alle schon länger in der Firma und kennen die Arbeitsabläufe.Du musst sie ja nicht runter machen aber doch drauf ansprechen wie es dazu gekommen ist.
Denn wie Du jetzt gerade festgestellt hast,fällt es auf Dich zurück und Du trägst dafür die Konsequenzen.
Also arbeite Dich ein,frage auch ruhig wenn Dir noch was fremd ist,aber denkr daran,DU bist derjenige der die Anweisungen gibt.
Das Du das Gefühl hast überfordert zu sein,liegt wol auch daran das Du Dich noch nicht richtig eingearbeitet hast.
Verteile die Arbeit besser,denn als Chef muss man schon als gutes Beispiel vorran gehen aber nicht die ganze Arbeit alleine machen.Wenn Du Dich besser eingearbeitet hast,fühlst Du Dich auch nicht mehr so überfordert.
Also Kopf hoch,Du schaffst es schon.Aller Anfang ist schwer.
Lg Ringo:daumen:
 
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Hallo Gast - böse Falle!

Als wir vor 7 Jahren unseren kleinen Betrieb übernommen haben, waren eine fest Angestellte und zwei 400-Euro-Kräfte da. Ich war in meinem gesamten Berufsleben als Angestellte immer eher Pro-Arbeitnehmer, sprich: sozial eingestellt, eher auf Gewerkschafts- denn auf Arbeitgeberseite. Mein Anspruch war, im eigenen Betrieb offen, freundlich, sozial gerecht usw. usf. zu sein. Fehler - damit bin ich so grandios auf die Schnauze geflogen, daß ich fast 4 1/2 Jahre echtes Mobbing erlebt habe (originelle Konstellation, ich weiß - die Festangestellte hat nichts unversucht zu lassen, mich rauszuekeln - weder Kooperationsbereitschaft noch Absprachen einhalten noch Informationen weitergeben, dafür ausgiebig Hintenrumgerede bei ALLEN - das volle Programm). Im ersten Jahr in der Firma ist fast kein Tag vergangen, an dem ich nicht abends geheult habe. Vor etwa 2 1/2 Jahren bin ich am Burnout vorbeigeschrammt. Notmaßnahme: Coach, Entlassung aller Angestellten, Schultern straffen und erstmal mich selbst wieder aufbauen, nebenbei neuen Personalstamm aufbauen (sind heute 5 Angestellte).

Anders als noch vor 3 Jahren kann ich heute ins Büro und mir begegnen selbständige, auch selbstbewußte Angestellte, muß mir keine Schnuten bis zum Knie runter mehr anschauen und das Arbeitsklima ist ausgesprochen angenehm (und ich bin in der feinen Lage, mich kaum noch in irgendwas einmischen zu müssen - Chefin-Sein macht mir persönlich keinen Spaß).

Was mir geholfen hat: ein Coach (das würde ich dir wirklich auch empfehlen, wenn es finanziell irgendwie für dich zu stemmen ist. Google bei Interesse nach "Coaching lösungsorientiert" - möglicherweise kannst du das als Fortbildungskosten deklarieren, also sprich mit deinem Chef über Kostenübernahme).

Es ist nicht deine Aufgabe, "nett" zu sein, sondern eindeutig und klar in deinen Anweisungen - so wie Wapiti und Ringo schon geschrieben haben. Es ist auch nicht deine Aufgabe, jederzeit "beliebt" zu sein - lerne dir klar zu machen, daß auch mal Ärger bei den Angestellten da sein darf.

Ich habe mir abgewöhnt, meine Mittagspausen mit den Angestellten zu verbringen. Sprich: sie haben ihren Platz und können sich dort, wenn sie frustriert sind oder mal Ärger haben, auch über mich 'auskotzen' - ist gesund und entlastet. Wenn Konflikte spürbar werden, ist es nicht deine Aufgabe, sofort für "gutes Wetter" zu sorgen - sprich: wenn eine unserer Mitarbeiterinnen irgendwie "eingeschnappt" wirkt, dann neutral bleiben, wenn's anhält, zum Gespräch bitten und deutlich machen, daß Befindlichkeiten, die das Arbeitsklima belasten, dort nichts verloren haben. Damit meine ich nicht, daß immer Eitel-Sonnenschein herrschen muß, sondern einfach Grenzen setzen - freundlich, aber bestimmt.

Eine der wichtigsten "Regeln": nicht zu viel begründen. Das ist kontraproduktiv. Vielleicht gibt's jetzt gleich ein Aufjaulen, aber ich schreib's trotzdem. Mitarbeiter wie Kinder werden immer versuchen, ihre Grenzen auszuloten. Durch Infragestellen, durch "Ja aaaaaaaber" und was es da noch so an Austesten gibt. NICHT drauf einsteigen. Ein "Darüber diskutiere ich jetzt nicht, wenn es Fragen gibt, besprechen wir das in der nächsten Teamsitzung" zeigt, daß du zwar wahrnimmst, was an dich herangetragen wird, daß DU aber diejenige bist, die Prioritäten setzt.

Ok - das war erstmal viel aus dem Ärmel geschüttelt, vielleicht mehr als du auf die Schnelle umsetzen kannst. Laß dich nicht entmutigen - "Chefin-sein" kann man effektiv und relativ schnell üben, wenn man sich traut. Und wenn deine Mitarbeiterinnen kooperieren und das Team einigermaßen gut läuft, vergiß nicht, in einem halben Jahr bei deinem Chef auf der Matte zu stehen und eine Gehaltserhöhung zu verlangen. Alles Gute!
 
Hallo,

vielen, vielen herzlichen Dank für Eure Antworten!!
Ich sehe jetzt schon klarer und auch ein, daß ich mit meiner weichen Art leider nicht weiterkomme.
Meine Angst ist aber jetzt, daß meine beiden Sekretärinnen aber bei jeder kleinsten Unstimmigkeit zu meinem Vorgesetzten laufen und mich anschwärzen. Ich bin so bitter enttäuscht über die beiden und das macht es mir wirklich schwer. Ihr Argument ist, daß sie jetzt bei mir aufgrund meiner Unerfahrenheit mehr machen müßten als mein super-erfahrener Vorgänger. Und das geht Ihnen gegen den Strich. Also kann ich doch gar nicht mehr delegieren, weil sie es bei meinem vorgesetzen sofort als "die kriegt es nicht auf die Reihe" auslegen. Überhaupt hat mich der super-erfahrene Vorgänger eingearbeitet und mich für jeden kleinsten Fehler übelst zur Schnecke gemacht. Teilweise hat er mich auch übelst beleidigt, was mein Aussehen betrifft, was mich sehr verletzt hat. Es ist eben so, daß alle wie die Hyänen über mich herfallen. Und ich schwöre Euch, ich bin wirklich selbstkritisch, aber es würde mit jedem Ersatz für mich die gleichen Probleme auftreten. Das Arbeitspensum frißt jeden auf, zumal ich zusätzlich noch einen weiteren Verantwortungsbereich habe als mein Vorgänger. Alle fallen mir in den Rücken und ich weiß, daß meine angst vor Fehlern erst Recht Gift für meine Arbeit ist.
Ich komme im Leben einfach nicht zu Potte. Ich weiß nur, daß diese Stelle für mich keine Zukunftsperspektive ist.
 
Hallo gast - wenn diese Position für dich nicht gut ist, dann bist du nicht verpflichtet, sie beizubehalten. Von außen betrachtet würde ich sagen: du machst dich um Dinge verrückt, die nicht sein müßten. Du wirst nicht umsonst in diese Stelle eingearbeitet worden sein. Jeder Chef hat einen anderen Führungsstil - du könntest selbstbewußt sagen: "Ich bin nicht mein Vorgänger, wenn es Probleme mit der Arbeitsverteilung gibt, wird das im Team besprochen und Ende der Diskussion!" (würde vermutlich auch dein Chef begrüßen, wer will schon immer Kindermädchen für andere spielen? SEIN Job ist es, die Führungsposition innerhalb deines Teams zu delegieren - in diesem Fall an dich).

Nur: es ist auch keine Schande, nach einer Weile zu sagen, daß eine solche Position dir nicht gefällt. Es wäre nur schade, wenn du mit dem Gefühl, gescheitert zu sein, aus dieser Situation herausgehst. Deshalb wäre es gut, wenn du dir irgendwie die Ruhe gönnen kannst, ganz gezielt in dich hineinzuhorchen und ehrlich zu überlegen: machst du einen Rückzieher oder weißt du jetzt definitiv, daß du dich in einer Führungsposition nicht wohl fühlst? Auf diese Weise kannst du eine Entscheidung treffen, die du erhobenen Hauptes auch für dich selbst vertreten kannst. :blume:
 
Lieber Gast... Ich verstehe Dich nur zu gut. Aber manchmal muss man einfach die guten Vorsätze über Bord werfen. Dass Du alle lieb und nett behandelst, ehrt Dich menschlich, aber letztlich sind wir alle nur eine Nummer, die ersetzt werden kann. Darum solltest Du Dich keineswegs verbiegen.

Zuckerbrot und Peitsche, so funktioniert's, ganz situativ. Wenn die Sekretärinnen zicken, vielleicht mal zurückzicken... Ich kannte auch mal eine Vorzimmerdame, die echt Haare auf den Zähnen hatte. Ich hab Ihr deutlich gemacht, dass sie als Schreibkraft ganz sicher tolle Kündigungen formulieren könne, zur Not auch ihre eigene, wenn sie etwas an mir störe. Mauloffen, kein Kommentar, Ruhe im Karton.
Ich bin wirklich ein ruhiger Mensch, auch nett und verständnisvoll. Nach Feierabend!!! Deine Abteilung hat ein Ziel, zu dem Du sie steuern musst. Da bleibt keine Zeit für Meuterei!
Denk nicht so altruistisch - das ist in der Arbeitswelt völlig out! Du würdest Dich kaputt machen und so wichtig KANN kein Job dieser Welt sein.
 
Hey,

ich kenne das Problem.
Ich denke Kritik muss man durchaus verteilen, es kommt allerdings immer darauf an, wie es rübergebracht wird. Wenn man sachlich kritisiert und vielleicht gleichzeitig noch ein Lob für den Rest der Arbeit erwähnt, kommt das vielleicht gar nicht so schlecht an.
Ehrlich gesagt bin ich ganz froh wenn meinChef mich mal kritisiert, dann weiß ich welche Sachen ich noch besser machen muss. Allerdings weiß ich dass er ansonsten sehr zufrieden mit mir ist. Dann kommt das eben ganz anders an, wenn er mal kritisiert.
Und ganz ehrlich: Das sich jemand mal beschwert kommt mal vor. Durch manche Sachen muss man einfach mal durch. Das klingt hart...aber mir ging es so ähnlich. Ich kann das nachvollziehen wie es dir jetzt geht...Ich würde nicht gleich alles hinschmeißen. Gib dir selbst die Zeit dich in den Job einzufinden und ignorier die Sekretärinnen. Wär echt schade, wenn du deswegen den JOb hinschmeißt. Vielleicht klappt es ja nach einiger Zeit ganz gut und dann hast du denen bewiesen, dass du es schaffen kannst ...ich drück dir die Daumen..egal wie du dich entscheidest....
 
Du bist Chefin und weißt nicht wie du dich verhalten sollst???? Du hast mehrere Sekretärinnen und kommst damit nicht klar???? Darf ich mal fragen in welcher Branche und wie viele Mitarbeiter die Firma hat??? Welche Ausbildung hast du???

Hier bei uns hat nicht mal ein Direktor zwei Sekretärinnen. Das hat nur der Vorstand. Wir sind 6000 Mitarbeiter. Und wenn man so einen Job hat, gehe ich einfach davon aus, dass man das kann.

Grenzen und Prioritäten setzen. Delegieren und Prüfen. Wöchentliche Meetings und natürlich ständiges Feedback sind unerlässlich.

Außerdem möchte ich mal mit den Thema "Sekretärin" aufräumen!

Stichworte wie Computerisierung und Globalisierung deuten an, welche umfassenden Veränderungen das Berufsbild Sekretärin/ Sekretär und damit die gesamte administrative Arbeitswelt in den vergangenen Jahren durchlaufen hat. Während früher die allgemeinen Schreibarbeiten im Zentrum der Arbeit eines Sekretariates standen, ist das Aufgabenfeld inzwischen wesentlich vielseitiger, komplexer und verantwortungsvoller geworden: Qualifizierte Sachbearbeitung, die aktive Mitarbeit bei Meetings sowie Research-Aufgaben zur Entscheidungsvorbereitung sind aus dem heutigen Sekretariatsalltag nicht mehr wegzudenken.
 

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