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Wie kann ich es vermeiden für immer alleine sein zu müssen?

Delacampagne

Mitglied
Hallo liebe Community,

natürlich weiß ich, dass ich noch sehr jung bin (w/17), aber meine Freundschaften waren nie langanhaltend, war nie in einer festen Beziehung und auf meine Familie kann ich mich auch nicht verlassen. Ich fühle mich einsam, auch wenn ich mich als eher introvertierte Person beschreiben würde, welche auch Zeit alleine verbringen muss.
Gerne hätte ich aber auch etwas Halt und einen Menschen der mich so akzeptiert wie ich bin.

Meine Situation sieht wie folgt aus: Seine Familie sucht man sich nicht aus. Auch wenn sich das Klima innerhalb unserer Familie verbessert hat, ist es noch sehr chaotisch. Ich bin nicht sauer auf die früheren Misshandlungen meiner Eltern, aber im Allgemeinen würde ich das Verhältnis zwischen meinen Eltern, meiner Geschwister und mir trotzdem als eher distanziert beschreiben.
Eine lange Zeit hatte ich gar keine Freunde, durch Mobbing in der Schule und meinem Fehler, mich für einige Zeit komplett zu isolieren. Das mit den Freundschaften knüpfen hat erst in der neunten Klasse angefangen. Da ging es aber nur um Äußerlichkeiten. Auch wenn ich mich selber als sehr unattraktive Person beschreiben müsste, sehen andere das wohl nicht so. Auch jetzt noch bin ich eher eine sehr zurückhaltende Person und knüpfe nur neue Kontakte, wenn Leute zu mir kommen und mit mir reden wollen. Das beginnt meistens mit einem "Du hast ein sehr hübsches Gesicht" oder "einen guten Modestil". Was nichts schlechtes ist. Im Gegenteil. Man freut sich nicht alleine sein zu müssen und Komplimente zu bekommen, auch wenn es anfangs einem unangenehm ist. Besonders da mich die meisten Schülerinnen und Schüler aus meiner Klasse nicht mögen (ich weiß nicht wieso) und eigentlich immer noch isoliert lebe (nicht mehr so schlimm wie früher. Da habe ich Panikattacken bekommen, wenn ich mal raus musste). Jedoch halten diese Freundschaften nie sehr lange. Sobald es irgendwie mal anfängt tiefer und persönlicher zu werden, gehen mir die Personen komplett aus dem Weg und kommen nach ein paar Monaten wieder und wollen mit mir wieder Zeit verbringen (was ich nicht nachvollziehen kann. Erst jeden Tag mit mir etwas machen, dann mich monatelang ignorieren und dann wieder zu mir kommen, als hätten diese Monate in denen man mich ignoriert hatte und ich mich ständig gefragt habe, ob ich etwas falsch gemacht habe, nie stattgefunden). Es ist also keine Freundschaften, sondern immer nur wieder Bekanntschaften. Da frage ich mich, ob etwas an meinem Charakter so abturnend ist, dass Leute nur oberflächlich mit mir etwas zu tun haben wollen.
Das Thema feste Beziehungen ist ganz kurz gesagt, wenn ein Junge etwas von mir will, dann ist es nur Sex und das macht mich sehr traurig.

Kann sein, dass ich verlernt habe, wie man mit Menschen umgeht durch mein isolieren oder ich habe einfach nur einen unliebenswürdigen Charakter. Irgendetwas ist falsch an mir und deswegen will mich niemand. Was kann ich ändern, damit ich nichtmehr so einsam bin?

LG
 
Du musst nicht für immer allein sein.
Übe ein Hobby gemeinsam mit anderen aus.
Gemeinsame Interessen verbinden und entkrampfen.
Was interessiert dich?
 
Du musst nicht für immer allein sein.
Übe ein Hobby gemeinsam mit anderen aus.
Gemeinsame Interessen verbinden und entkrampfen.
Was interessiert dich?

Ich weiß es nicht. Früher habe ich mich für Kunst, Kultur, Politik, Mode, Popkultur, Literatur, etc. interessiert. Seit einiger Zeit kann ich mich aber für nichts interessieren. Früher habe ich auch getanzt um negative Gefühle loszuwerden. Nicht einmal das macht mir Spaß mehr. Bald bekomme ich Medikamente gegen Depressionen und Panikattacken. Dann wird es hoffentlich besser mit meiner Motivation. Aber ich möchte nicht zu viel Hoffnung darein stecken.
 
Den ersten Schritt hast Du ja schon gemacht, Du hast darüber gesprochen.

Vielleicht sind die anderen nur zu oberflächlichen Verbindungen fähig und wenn Du ihnen zu nahe kommst, weil Du unter Umständen hinterfragst, was Du tust und weißt was Du willst ( nämlich keine Oberfläche), dann nehmen die Reisaus und wenn die dann denken so der Anflug von Tiefgang hat sich nun erledigt, kommen die wieder oder weil Du lange genug gebettelt hast, aber wirkliche Freundschaft wirst Du mit derartigen Menschen keine haben, denke ich.

Da mußt Du Dir die Leute suchen, die auch dazu fähig sind.

Das sind meiner Erfahrung nach nur sehr wenige.
😉
 
Hallo Delacampagne
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,

zunächst einmal kann ich dir bestätigen, dass NICHTS an die falsch ist, und du vollkommen in Ordnung bist, so wie du bist. 🙂 Das mag sich für dich zunächst widersprüchlich anhören, ist aber fundamental. Damit ist nicht gemeint, dass du perfekt bist, oder dich nicht mehr verbessern kannst.😉

Dieser Prozess heißt Selbstannahme.

ich kann mir vorstellen, das dieser Prozess innerhalb der Pubertät und den wilden Zeiten in deinem Gehirn sehr schwierig und aufregend erscheint. Dennoch lohnt es sich, diesen bewusst anzugehen.

Der Prozess der Selbstannahme und Selbstfindung ist essentiell für deine geistige Gesundheit und deine Entwicklung. Und gleichzeitig ist er ein Schlüssel für deinen Erfolg, insbesondere mit der Kommunikation und Wirkung nach Außen und dem Schließen von Freundschaften, Knüpfen von Beziehungen.

In deiner Beschreibung schilderst du, dass du genau damit Probleme hast. ZB das du mit deinem Äußeren.

Doch lass dir gesagt sein: Jeder Mensch ist so wie er ist bereits vollständig. Was bedeutet das? Kein Mensch ist perfekt. Es bedeutet auch, das alle schönen Seiten und alle "hässlichen", alle Vorzüge, Talente und auch Fehler zu dir gehören und dich ausmachen. Sie dürfen angenommen werden. 🙂 Es gibt keinen Menschen auf der Welt, der per se, dh. aus sich heraus "schlecht" ist. Jeder Mensch hat einen intrinsischen Wert.

Du hast kraft deiner Lebendigkeit das natürliche Recht und auch die Verantwortung erhalten, für deine Interessen, dein Wohlergehen und dein Glück einzutreten. Das ist nicht egoistisch, sondern selbst-verantwortungsvoll.

Du hast das natürliche Recht erhalten, du selbst zu sein, und deine natürlichen Instinkte, Fähigkeiten und Talente auszuleben und dabei sogar Fehler zu machen. Du brauchst dich nicht verstecken.

Dieser Prozess der Selbstannahme ist eine Öffnung deines Bewusstseins gegenüber deinen "Fehlern" oder "Unzulänglichkeiten" und Annahme dieser in Liebe. Wenn dir das Unmöglich erscheint, gibt es eine weitere Möglichkeit voranzukommen.

Mache folgenden Test:

Stelle dich vor einen Spiegel.
Schaue dich selbst an.
Sage dreimal langsam zu dir selbst:

"Ich bin gut so wie ich bin."
Und: "Ich bin nicht perfekt, und das ist gut so."

Was fühlst du dabei?

Teile es gerne mit wenn du magst.
Viel Erfolg!
 
Hallo D.,

ich finde es sehr schön, wie du deine sozialen Erfahrungen beschreibst. Ich kann mir das ziemlich gut vorstellen glaube ich. Deshalb meine weisen Worte:

Ich denke du hast das Problem, dass du dich fragst, warum dein Leben so ist und nicht anders. Es ist aber eine sehr gute Frage! Warum verhalten sich deine Bekanntschaften so? Ich denke mal, dass du noch keine dir gut gefallende Antwort gefunden hast, weil du noch nicht erfahren, reif, wissend und so genug bist. Ich denke du tust dir einfacher, wenn du deine Wünsche, Bedürfnisse und andere Entscheidungskriterien nicht als gut hinstellst und das Verhalten anderer als unsinnig. Das ist zwar ganz natürlich, aber eben noch nicht so entwickelt. Weil aus ihrer Sicht ist es bestimmt ähnlich nur umgekehrt. Du bist nunmal kein oberflächlicher und meinungsfreier Mensch. Für dich haben die Dinge, die so passieren, einen bestimmten Wert Und andere bewerten die Geschehnisse anders. Es ist immer wichtig diese Dinge zu vergleichen und zu reflektieren. Aber vieles hat auch mit der Vergangenheit und der Familie zu tun und wie man Dinge verarbeitet. Deshalb kann man auch nicht immer so logisch sein, um diese Abgründe/Unterschiede sind es meist nur zu ergründen und zu verstehen. Aber ich selber würde dich gerne als die Gute sehen und deine Bekanntschaften als die Oberflächlichen. Weil ich sehe bei den Menschen gerne zwei extreme. Entweder alles ist total logisch durchdacht, was das soziale Verhalten ins absurdum führt oder die Menschen entscheiden sehr gefühlsmäßig ohne sich darüber Gedanken zu machen,wozu ich eher gehöre, oder es gar zu bemerken, dass sie sich gar nichts dabei denken. Vielleicht ist es ein schleichender Prozess mit uns Menschen und man gewöhnt sich einfach daran. Zu denen gehören wohl deine Freunde. Sie sind wohl eher oberflächlich und denken ist eher ein zu vermeidender Prozess. Nun sollte man meinen, dass es nicht gut gehen soll mit deinen Bekanntschaften. Und das ist ein bisschen die Kunst glaube ich an der ich noch feilen möchte. Sie haben Konflikte in ihrem inneren. Und da sie immer vor ihrem Kopf weglaufen haben sie ganz gewisse Defizite, die sie wiederum fühlen. Wenn du mit ihnen redest, dann tun sie etwas ziemlich Neues könnte man sagen. Aber sie merken eben, dass sie das nicht so gut können und auch so nicht so gern machen und deshalb wird die Erfahrung automatisch negativ. Aber da du bestimmte wahre Kerne wohl richtig ansprichst fühlen sie doch einen wichtigen inneren Impuls weswegen sie wieder zu dir hin wollen. So stell ich mir den Kampf vor, den sie mit dir führen müssen und den du führen mußt, da du so bist, wie du bist, sie so sind, wie sie sind und Menschsein so verdammt verzwickt ist.

Aber eigentlich wollte ich noch auf deine Persönlichkeitsstruktur eingehen.
Ich denke du hast ein Ideal im Kopf, das du verfolgst. Ein Ideal von einem Leben, wie man das Leben leben könnte bzw. wie man den Menschen begegnen könnte bzw. alles in allem: Du könntest anders sein.
Bist du aber nicht.
Man kann sich entwickeln, man kann Erfahrungen machen, man kann sich lösen, man kann was ausprobieren. Aber anders sein, das geht leider nicht so einfach. Ich glaube, dass du, so wie du bist und so wie ich die Menschen kenne, nie viel toller Kontakt entstehen wird. Vielleicht bei der Kirche? Aber das Problem ist nur, dass du vom Leben etwas anderes möchtest, wie es hergeben kann. Es funktioniert nun mal so mit der Seele, den Gefühlen, den Gedanken und was sonst noch so dazu gehört. Und du merkst es ja selber. So wie du bist brauchst du Zeit für dich. Und deshalb ist es auch gut so, dass die meisten Menschen eher oberflächlich sind. Sonst würdest du ja gar keine Zeit für dich bekommen! Es ist einfach so. Der eine ist mer Ex- und der andere mehr Introvertiert. Der eine redet gerne dummes Zeug und der andere lieber Tolles. Der eine ist selbstbewußter und der andere eher schüchtern. Es gibt solche Menschen und du bist so ein Mensch. Mit allen Möglichkeiten sich an das Leben anpassen zu können, die man als Mensch hat und alle Freiheiten, wie man sich verändern kann. Und du erscheinst mir von deiner Meinung oft sehr überzeugt. Das bedeutet du hast Selbstvertrauen. Vielleicht nicht vor anderen, aber vor dir selber schon. Und das bedeutet, dass du gewisse Informationen aus deinem Inneren bekommst. Und deshalb kannst du nicht einfach sein, wie du willst. Weil du fühlst dich ja zu dir hingezogen! Da bin ich mir sicher!!!
Dass du dir doch so unsicher bist liegt denke ich mehr an den richtigen Fragen und an mangelnder Reflektionsmöglichkeiten, wie man die Fragen des Lebens beantworten kann.
Kann sein, dass ich verlernt habe, wie man mit Menschen umgeht durch mein isolieren oder ich habe einfach nur einen unliebenswürdigen Charakter. Irgendetwas ist falsch an mir und deswegen will mich niemand. Was kann ich ändern, damit ich nichtmehr so einsam bin?
Irgendetwas könnte falsch an dir sein. Diese Frage stell ich mir öfters im Leben. Was glaubst du? Du kennst dich schließlich am Besten. Ist etwas falsch an dir?
Es ist ganz bestimmt etwas falsch an dir! Glaubst du, dass an anderen Menschen weniger falsch ist und sie das erkennen können und sich deshalb überlegen mit dir weniger Kontakt haben zu wollen? Müsste doch eigentlich so sein. Müssten die Menschen dann nicht voll tiefsinnig sein, um dies erkennen zu können? Müsste dann eigentlich auch sein?!
Was kannst du tun, um dich nicht so einsam zu fühlen? Den Menschen näher sein. Üb dich im Verständnis für sie. Dazu gehört meiner Meinung nach, aber nicht nur das Zuhören. Helf ihnen. Wer gerne hilft ist immer willkommen. Du hilfst nicht gerne? Dann hast du doch einen unliebenswürdigeren Charakter, wie man haben kann. Aber daran kannst du ja etwas arbeiten?!
lg
 
Irgendetwas könnte falsch an dir sein. Diese Frage stell ich mir öfters im Leben. Was glaubst du? Du kennst dich schließlich am Besten. Ist etwas falsch an dir?
Es ist ganz bestimmt etwas falsch an dir! Glaubst du, dass an anderen Menschen weniger falsch ist und sie das erkennen können und sich deshalb überlegen mit dir weniger Kontakt haben zu wollen? Müsste doch eigentlich so sein. Müssten die Menschen dann nicht voll tiefsinnig sein, um dies erkennen zu können? Müsste dann eigentlich auch sein?!
Was kannst du tun, um dich nicht so einsam zu fühlen? Den Menschen näher sein. Üb dich im Verständnis für sie. Dazu gehört meiner Meinung nach, aber nicht nur das Zuhören. Helf ihnen. Wer gerne hilft ist immer willkommen. Du hilfst nicht gerne? Dann hast du doch einen unliebenswürdigeren Charakter, wie man haben kann. Aber daran kannst du ja etwas arbeiten?!
lg

Beitrag lösche ich
 
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