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Wie erschlagen - was in der Welt passiert

Felicitas

Aktives Mitglied
Hallo liebes Forum,

geht es euch auch manchmal so?

Manche Beiträge erschlagen euch? Ihre Grausamkeit bewirkt, dass auch die Spucke wegbleibt und ihr nur noch mit dem Kopf schütteln könnt und erst einmal schlucken müsst?

Mir geht es so. Mit weit aufgerissenen Augen verfolge ich mit Entsetzen, was in der Welt "da draußen" passiert und fühle mich klein und nichtig, weil ich nichts dagegen tun kann.

Ein anderer Punkt. Viele der erzählten Geschichten sind so grausam, dass ich mir lächerlich vorkomme, aufgrund meiner kleinen Probleme und dem, was mir in meinem Leben widerfahren ist.

Ich fühle mich dann beschämt und auch auf eine gewisse Art "verrückt" weil ich dann denke, dass andere viel schlimmeres erlebt haben, ich aber dennoch traumatisiert bin/Probleme habe und auch teils immer noch damit zu kämpfen habe. Mir kommt es dann vor, als wäre ich undankbar, weil es mir schlecht geht, weil anderen viel schlimmeres passiert ist. Als wäre ich wirklich lächerlich, als dass ich mich an meiner Vergangenheit und meinen Problemen aufhalte. Dass es mir immer noch schlecht geht/teilsweise schlecht geht, wo anderen doch so viel schlimmeres passiert ist.

ja ich fühle mich schlecht und undankbar und auch unnormal.

Wie geht es euch damit so?

LG feli
 
hallo felicitas,
was du da beschreibst, ist mir wohl bekannt.
man schlägt morgens die zeitun auf und denkt: mein gott, in was für einer welt lebst du da?
und wenn man dann liest, von den entführten kindern, von den hungerkatastrophen in der dritten welt, von menschen, denen nichts und niemand auf der welt geblieben ist, dann denkt mann: was zähle ich da schon?
meine psychologin beschrieb es so: solange man sein eigenes schicksal mit dem schicksal anderer vergleicht, kann man es tausendfach vervielfältigen und am ende in einer schachtel mit nach hause nehmen. man kann den deckel zumachen und es als belanglos abtun, denn andere haben deise probleme auch und die not in der welt ist eine viel größere.
allerdings denke ich, dass das ein irrtum ist.
es ist wohl charakterabhängig und abhängig davon wie wichtig man sich nimmt, wenn man seine sorgen und nöte betrachtet.
für den einen ist es ein kleiner weltuntergang, wenn die lieblingsserie im vorabendprgramm entfällt, ein anderer denkt nicht mal ans fernseh gucken.
ich bin sicher, dass jeder mit dem, was er zu tragen hat, umzugehen lernen muss und auch wenn es mal keine lebensbedrohliche katastrophe ist, so ist es dennoch so wertvoll, dass man sich darum kümmern muss. jedes problem und jede belastung ist teil von uns. wir müssen alles annehmen, wenn wir uns annehmen wollen und da darf man keine unterschiede machen, ob es wichtig oder unwichtig ist im gegensatz zu anderen dingen. in dem moment, wo es einen selbst betrifft, ist es wichtig.
so sehe ich das

allie
 
Hi ihr lieben,

erst einmal danke für eure lieben antworten.

Was mich bedrückt ist vielfältig. Ich versuche gerade in meinem Tagebuch damit fertig zu werden bzw. auch in meinen Beiträgen hier.

Einerseits sind es Lapalien, andererseits auch heftige Dinge, über die ich nicht gerne rede, bei denen es mir auch an Kraft mangelt darüber zu schreiben, weil ich diese Dinge, so gut es geht verdrängt habe.

Was mich beschäftigt sind die Nachwirkungen meiner Vergangenheit auf mein jetzziges handeln, denken, fühlen und sein.

Ich bin ein sehr unsicherer mensch, habe kaum selbstwert, mag mich nicht sonderlich und mache die Tatsache "dass ich oki bin" sehr von der Meinung anderer abhängig.

ich trau mich oft nicht über meine "sorgen" zu schreiben, es ist jedes mal eine überwindung. Ich habe angst, dass ich unsinn plappere oder zu viel plappere.

Ihr merkt schon, ich bin ziemlcih unsicher und konfus. Liegt vielleicht auch am Wetter.

Ich fühl mich einfach manchmal nur so schwach, wenn ich lese, hilflos, weil ich nichts tun kann, würde aber gerne.

Uff jetzt ist es aus mir herausgebrochen

LG

Feli
 
Hallo Feli,

irgendwie fühlen wir uns mit deinen Anfangsposting angesprochen. 😱


Nun, wir haben da einen Gedankengang den wir treffend finden den ich gern erzähle wenn es um das Thema geht was du da ansprichst.

Klar, es gibt immer welche denen es schlechter geht als einen selbst. So ist das Leben.
Doch es ist aus unserer Sicht heraus eine Sache aus welcher Höhe man fällt. Ein Mensch der jahrzehntelang in Arbeit und Brot stand und es auch nicht anders kennt verliert unter Umständen sein Lebenssinn wenn er gekündigt wird, auch wenn es in unseren Augen eher eine Bagatelle ist.

Wir haben das auch gesehen als mein Mann arbeitslos wurde. Er kommt aus einer Familie die so ist wie man sich eine Familie vorstellt/wünscht. Er kannte es nicht das er sich mit dem Geld auch mal einschränken und rechnen muss. Für ihn war es ein halber Weltuntergang, für mich nur eine Situation an die ich mich schnell angepasst hatte.

Es gibt nicht wirklich einen Maßstab ab wann eine Situation ein Weltuntergang ist.

Es ist auch nicht so das man alles an den Dingen die man erlebt wirklich als schlecht empfinden muss. Als belastend, ja oder als nervend, ja, aber nicht unbedingt als schlecht. Nur weil es einen mal schlecht geht, auch wenn es über Jahre geht, muss man nicht ständig mit Tränen in den Augen rumlaufen. Und kann man seine Begebenheiten wenigstens etwas akzeptieren sind manche auch nicht so schlimm wie sie andere sehen die auf sie schauen und nicht darin stecken.

So bleibt es bei dem Gedankengang. Aus welcher Höhe bist du gefallen? Wenn du von einer Lebensqualität von 99% auf 85% gefallen bist ist es nun einmal ein weiter Fall, auch wenn es Personen gibt die von 45% zu dir aufsehen und sich deine Situation wünschen würden.

Kanja_Ewe
 
Hallo Feli,

was draußen in der welt passiert, da kannst du doch gar nichts für !!!

Gut es ist schlimm, aber hier mache ich den Medien den Vorwurf, daß sie zwar die Aufgabe haben eine Nachricht zu transportieren, aber keinen "Hype" daraus zu machen.
-> Denn nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird 😉

Für mich mache ich es in den letzten Jahren so, daß ich es einfach auf mich zukommen lasse.
Nein, nicht das draußen in der Welt...
Sondern nur das in meinem direkten Umfeld.

Wenn eine Situation da ist, setzte ich mich damit auseinander.
Was bringt es mir, mich auf etwas Unbekanntes/Bevorstehendes vorbereiten zu wollen in irgendeiner Form und wenn es dann soweit ist, ist es eh ganz anders.

Gruß Hajooo
 
Hi ihr 3,

danke, danke für eure lieben antworten.

Ich möchte einfach nicht wirken, als wolle ich mich in den Mittelpunkt drängen oder arrogant wirken.

Wenn ich so überlege... hat sich viel verändert, auch ich.

Wirklich perfekt glücklich sein, dass alles zu 100 Prozent glatt läuft kann doch keiner, oder?

Ich habe auch das problem, mich muss jeder mögen, wenn mich von hundert einer nicht mag, ist das wie eine persönliche niederlage. Wenn ich 99 dinge gut kann und eine nicht, wenn ich wegen einer kritisiert werde, fühle ich mich als ganzes schlecht und nicht gut genug.

Meine Unsicherheit ist ein NÄhrboden immer wieder angegriffen zu werden, immer wieder von irgendwem fertig gemacht zu werden, so geht es schon sehr lange in meinem leben und desto weiter es geht, desto unsicherer werde ich, desto verletzbarer und deshalb wieder umso angreifbarer. Ein Teufelskreis.

Ich bin immer sehr bedacht daran, keinen Makel an mir zu haben, damit bloß niemand etwas findet, was an mir kritisiert werden könnte, umso ein größerer SChlag ist es, wenn jemand was findet.

Zum Teil traue ich mich nicht einmal irgendwo anzurufen oder mir an einer Bude eine Wurst zu kaufen. Mal so, mal so, ist ganz unterschiedlich. Manchmal habe ich das problem auch nicht.

Ich habe ein Problem, dass immer wieder auf den dingen, die ich selbst eigentlich als meine Stärken bezeichnen würde, herumgetrampelt wird, warum auch immer. Dan fühle ich mich getäuscht.

Ich sage fast zu allem "ja" und "amen" und wenn ich es nicht machen will sage ich nicht "nein" sondern erfinde irgendeine geschichte, warum ich es nicht machen kann, nur weil ich nicht "nein" sagen kann.
Ich lasse mir fast alles gefallen und schlucke herunter. beleidigungen, angriffe, unterstellungen, rechtfertige mich dauern, muss dauernd klar stellen, dass ich doch "oki" bin.

Vor lauter unsicherheit labere ich meine Kollegen und kolleginnen mit nichtigkeiten zu, rede und rede über unwichtiges zeug, falle leuten ins wort, wofür ich mich sehr schäme, tue es aber nicht mit absicht. Ich bin einfach sehr unsicher und weiß immer nich so genau, was ich jetzt von mir preisgeben kann.Ich hab unheimlichen rede bedarf.

Mir ist es sehr unangenehm preiszugeben. habe ich es geht getan geht die mascinerie los: das hättest du nicht erzählen sollen, wofür halten die dich jetzt?
Ich glaube diese unsicherheit hängt stark mit meiner Vergangenheit zu sammen. TEils war ich schon immer so, teils aber nicht so extrem. Es gab zeiten in der SChule da hab ich mich nicht mal getraut was zu sagen, aus angst ausgelacht zu werden, selbst wenni ch aufgerufen wurde und was sagen sollte. Gemeldet habe ich nie. Das habe ich zwar beinahe überwunden, aber jedes mal wenn ich kritisiert werde, falle ich eine zeitlang wieder in dieses muster mir jeden satz zehn mal zu überlegen und dann kmmt nur unsinn heraus.

Auch bin ich etw. paranoid. Ich habe angst, dass die menschen, die mir einst böses taten hier sein könnten und mich an meiner geschichte identifizieren könnten... Deswegen traue ich mich nicht wirklich etw. preiszugeben, bzw. nur eingeschränkt.

Ich weiß nicht inweiweit meine Lebensqualität eingeschränkt ist, durch das was passierte und dadurch was jetzt ist. Mit selbsturteilen bin ich sehr vorsichtig. Ich kann nur sagen, dass ich in der Verganenheit sehr eingeschränkt war.. kaum lebensfähig, was nun nicht mehr so ist.

Die nachwirkungen kommen erst langsam, lange zeit danach treten sie zu tage und ich habe gerade erst angefangen diese zu entdecken. Immer wieder frage ich mich "binich schuld, dass es in meinem leben so läuft, hab ich etwas an mir, das bestimmte dinge immer wieder passieren"... Irgendwas muss dran sein.

ICh danke euch allen fürs zu lesen und freue mich sehr über eure sehr liben worte.

Vielen Dank

eure Feli

PS: ich kann manchmal nicht so gut auf beiträge/andere eingehen, ich hoffe das sieht mir keiner nach
 
Zuletzt bearbeitet:
Du Feli,

das gleiche Verhalten hatte ich in der Zeit wo Ewe weg war auch. Das müssten einige nachvollziehen können. 🙂

Nun, du bist eigentlich besser als du es von dir einschätzt. Ich kenne dich vom Chat her schon eine ganze Weile und habe dich zwar als eine Person erlebt die viel an sich zweifelt, aber auch sehr liebevoll gegenüber Andere ist und sie voll akzeptiert. Das ist, denke ich, oft das was die Menschen hier am Nötigsten haben, solche Menschen wie dich.

Kanja
 

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