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Wie erlebt ein junger Jugendlicher den Verlust seiner Mama?

havonni

Aktives Mitglied
Hat jemand von Euch Erfahrung mit dieser Situation? Wie kann ich meinem Enkel helfen, diesen Schmerz zuzulassen und zu verarbeiten, zumal er gerade aus seiner gewohnten Umgebung in der Stieffamilie herausgerissen wird? Die Eltern sind getrennt, er lebte bei der Mama mit zwei Stiefbrüdern und Stiefvater, was gut funktionierte. Mein Enkel ist 12, sehr weit für sein Alter, gerade zum Klassensprecher gewählt worden. Mit 12 ist er aber doch noch Kind, seine Seele leidet.
 
Also ist seine Mama gestorben?
Das tut mir sehr leid.
Das ist ein schrecklicher Verlust.
Wenn er dann auch noch rausgerissen wird aus seiner vertrauten Umgebung, ist das eine zusätzliche Belastung.
Vielleicht magst du die Umstände ein bisschen näher zu beschreiben?

Erfahrung habe ich dementsprechend nicht.
Menschen trauern unterschiedlich und somit auch Kinder.
Frag deinen Enkel was er braucht und beobachte ihn auch.
Ist er jemand, der über seine Sorgen spricht?
Ist er verschlossen?
Öffnet er sich dir oder jemanden anderen?
Vielleicht würde ich mir auch selber Beratung holen.
Ich weiß nicht, wer da der richtige Ansprechpartner wäre.
Vielleicht ein Kinderpsychologe?
 
Es kommt auf die Beziehung zwischen Mutter und Sohn an und den Grund des Verlustes.
Eine wegziehende Mutter wird vermutlich nicht so viel Schmerzen anrichten im Herzen des Kindes wie eine verstorbene.
Bist du die Mutter der Mutter?
Und warum muss der Junge von RLP nach Bayern übersiedeln?
Das liest sich nicht nach Todesfall.
 
Hat jemand von Euch Erfahrung mit dieser Situation? Wie kann ich meinem Enkel helfen, diesen Schmerz zuzulassen und zu verarbeiten, ...
Hallo havonni,
ich habe deine Überschrift so gelesen, dass die Mutter verstorben ist – meine Mutter starb, als ich knapp 11 Jahre alt war, daher ja, ich habe Erfahrung mit dieser Situation.

Wenn es mein Enkel wäre (ich bin inzwischen im Opa-Alter), würde ich nichts erzwingen oder gar befördern. Eine Tante, die bei uns im Haus lebte, hat das damals versucht – überall Bilder der toten Mutter aufgestellt, damit wir sie nicht vergessen. Das erlebte ich als völlig unpassend.

Was mir damals gut getan hat, war, dass möglichst viel so blieb, wie es ist. Unangenehm war mir, dass permanent jemand von "uns armen Kindern" gesprochen hat. Dabei wussten wir ja um die Krankheit der Mutter und dass ihr Tod absehbar oder zumindest möglich war.

Im Rückblick würde ich sagen, dass ich als Kind trotz allem Schmerz und Trauern den Tod als Teil des Lebens verstand und akzeptieren konnte. Womöglich hat man als Kind noch einen natürlicheren Zugang zum Sterben. Ich weiß aber noch, wie ich damals immer wieder dachte: Bis ich mal sterbe, ist es aber noch sehr lange und kann noch viel erleben (hat sich bewahrheitet!). Denn ich wollte ja leben, wollte meine Jugend genießen und nicht irgendwie erstarren, nur weil die Mutter nicht mehr lebt.

Es wäre vielleicht gut, einfach abzuwarten und für deinen Enkel da zu sein, die vorhandene Beziehung zu pflegen und wenn er darüber sprechen möchte, dann ein offenes Ohr zu haben – ohne deine eigenen Vorstellungen vom Sterben (oder deine eigene Trauer, die natürlich absolut verständlich ist und angemessen) zu sehr in den Vordergrund zu stellen.

Hast du selbst die Möglichkeit, mit jemand über deinen (!) Verlust zu sprechen? Das ist ja auch wichtig.

Alles Gute!
 
Ich verstehe das so, dass die Mutter deines Enkels gestorben ist und er nun zu seinem Vater kommt und deswegen aus der gewohnten Umgebung der Stieffamilie gerissen wird? Bist du die Mutter der Mutter? Ich glaube, man sollte ihn so normal wie möglich behandeln.
 
Danke für alle Eure Antworten. Sie helfen mir sehr. Leider musste sich von jetzt auf gleich sein ganzes Leben ändern, er lebt jetzt beim Vater, anderes Bundesland. Zum Glück darf er jedes zweite Wochenende zu seiner "Stief"familie, dort hat er quasi einen gleichaltrigen Bruder, beim Papa "nur" eine sehr kleine Schwester. Trauern kann er nur beim Stiefpapa, sein Papa ist im Streit mit seiner Mama gewesen. Ging leider von ihm aus.
Ich habe das Gefühl, dass mein Enkel einfach funktioniert ohne emotionale Beteiligung, sehr ungern redet (beginnende Pubertät) und sich natürlich viel mit dem Handy beschäftigt. Er erinnert sich an vieles nicht, was man gemacht oder geredet hat. Es kommt mir vor, dass er sich so wie etwas betäubt fühlt. Der Schmerz kommt dann nicht so wirklich an ihn ran, denke ich. Das hat die Natur schon irgendwie sinnvoll "eingerichtet" Ich hab halt Angst, dass sich die Emotionen irgendwann Bahn brechen und irgendetwas "Schlimmes" passiert. (Er ist ein sehr "liebes" Kind, fast zu angepasst, und will es allen recht machen. Das war auch sein größtes Problem, zwischen den Eltern zu stehen, die beide an ihm gezerrt haben.)
Die Angst soll er nicht spüren. Ich mache mit ihm normales Programm, weil ich ihn als Hilfe beim PC echt brauche und von ihm lerne. Dabei geht er voll auf und ist in seinem Element. Wir basteln eine Webseite für mich über Pflanzen. da hilft er mir auch mit Fotografieren.
 
Das ist ja eine total schöne Beziehung, die sich da zwischen euch entwickelt hat.

Ich finds noch wichtig zu sagen, dass du die Situation nicht „lösen“ kannst und auch nicht Ansprechpartner sein kannst für alle Dinge.
Er kommt dann schon zu dir, wenn er es braucht - und wenn es wegen der Normalität ist!
Die Mutter nicht verschweigen, aber auch nicht ständig zum Thema machen.
Und vielleicht auch einfach mal fragen: was wünscht du dir von mir nach dem Tod der Mama? Wie ist es dir am liebsten, reden oder nicht…?
Es wird sich ein ganz normaler Umgang finden.

Gleichaltrige sind in diesem Alter sehr wichtig. Das unbedingt fördern und zulassen.
 

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