E
EtwasRatlos
Gast
Hallo,
ich (20) bin seit etwa einem halben Jahr mit meinem Partner (29) zusammen. Es läuft alles sehr gut und ich bin glücklich. Ich habe auch den Eindruck, dass er sehr glücklich mit mir ist. Es gibt da nur eine Sache, die mich etwas besorgt und ich komme auf keinen grünen Zweig, wie ich mit der Lage umgehen soll.
Und zwar scheint mein Freund früh seine Mutter verloren zu haben. Offiziell wüsste ich das garnicht, wenn ich es nicht bei seinen Großeltern aufgeschnappt hätte. Da ging es einmal um das Grab.
Jedenfalls ist es nicht so, dass ich nicht nachfragen würde. Ich habe ihn beim Kennenlernen gefragt, was denn seine Eltern beruflich machen. Und da antwortete er, dass seine Mutter Lehrerin IST. Ich weiss noch wie ich da damals einen Witz gemacht habe, dass er dann ja ein Lehrerkind war - tut mir im Nahhinein nur Leid.
Jedenfalls gings dann so weiter, dass er mir zwar immer viel erzählte, aber wenig von seiner Familie. Und garnicht von seiner Mutter. Als ob sie nicht existiert. Auch wenn ich ihn bei seiner Familie beobachtete, kam es nie auf das Thema.
Einmal habe ich mir Fotos auf seinem Handy angeguckt (in seinem Wissen; er lag neben mir). Und dann war da ein Foto von einem - wie ich dachte - Blumenbeet. Weil Gärtnern garnicht zu ihm passt fragte ich: "Was ist das fürn Grünzeug?" Darauf schnappte er nur das Handy, sagte es wäre ein Grab und drehte sich weg. Ich war wieder voll ins Fettnäpfchen gelatscht. Da hab ich mich so geschämt, dass ich nicht nachfragen wollte.
Die nächste komische Situation war, als ich durch die Uni gestresst war und sagte: "Wenn ich den Test verhaue nehm ich nen Strick." Nunja, man muss dazu sagen, dass er eher einen schwarzen Humor hat. Ich dachte er lacht drüber weils ja ganz offensichtlich ein Scherz war, aber er war richtig sauer, hat mich angeblafft, dass ich das ja nicht machen soll und war dann wieder sehr in sich gekehrt. Ich denke es war das nächste Fettnäpfchen. Besonders bewusst wurde mir das, als meine Mum die Vermutung äußerte, dann er irgendwie mit dem Thema Depression vertraut ist (meine Mutti ist teilweise depressiv, aber in Behandlung).
Mit meiner Mutter habe ich übrigens schon früh gesprochen und erzählt, dass ich nichts von seiner Mutter weiß. Daraufhin hat sie beim gemeinsamen Essen mal gefragt, wie alt seine Eltern sind. Naja... und was soll ich sagen, er hat das Alter seines Vaters genannt und sagte "Meine Mutter ist zwei Jahre jünger."... Total der Frage ausgewichen und wieder als ob sie noch da ist.
Soviel zu den Fakten. Ich weiss nun nicht wie ich damit umgehen soll. Auf jeden Fall mach ich ihm keine Vorwürfe oder bin jetzt verärgert, weil er sich nicht anvertraut.
Das Problem ist vielmehr, dass ich jetzt schon mehrmals Dinge geäußert habe, die vermutlich sehr unangebracht waren. Ich möchte nicht in die Situation gelangen, dass ich mal wirklich einen noch dümmeren Witz mache und ihn verletze. Bin da eigentlich sehr sensibel.
Ich denke es wäre besser zu wissen was passiert ist (warum sie verstorben ist und wann). Auch um mich innerhalb seiner Familie angepasst verhalten zu können, weil das bei wirklich allen ein rotes Tuch zu sein scheint.
Ich habe schon um Rat gefragt. Meine Mum meint ich sollte ihn fragen. Eine Freundin deren Vater früh verstorben ist meinte ich soll ihm Zeit lassen und mein Vater (der seine Mum als Kind verlor) sagte, dass es ihn wundert, dass er es mir nicht erzählt und es seine Aufgabe ist.
Also wie handelt man denn nun richtig? Ich habe noch nie einen Menschen verloren. Ich könnte auch nicht sagen, was ich hören wollen würde.
Soll ich einfach nachfragen? Wie fragt man nach ohne das es aus heiterem Himmel kommt. Oder fragt man garnicht und wartet ab? Ich will ihn nicht bedrängen, aber ich will auch nicht, dass er denkt sein Leben wäre mir gleichgültig. Irgendwie habe ich aber das Gefühl, dass was ganz Schlimmes vorgefallen ist. Ich denke, dass ich vielleicht auch ihn dann manchmal besser verstehen würde (er hatte viel mit Alkohol zu tun, schlechte Freunde, Glücksspiele, sicher auch früher Drogen).
Also was würdet ihr sagen? Manchmal ärgere ich mich so, dass ich in geeigneten Situtionen nicht schaffe nachzufragen. Aber ich kann so schlecht damit umgehen und will nicht, dass er traurig wird. Ich kann an sich schon schlecht über solche Themen reden.
Über alles außer das Familiethema können wir problemlos reden. Auch über peinliche, gesundheitliche Dinge oder unsere Schwäche bzw. die Fehler die wir gemacht haben.
LG
ich (20) bin seit etwa einem halben Jahr mit meinem Partner (29) zusammen. Es läuft alles sehr gut und ich bin glücklich. Ich habe auch den Eindruck, dass er sehr glücklich mit mir ist. Es gibt da nur eine Sache, die mich etwas besorgt und ich komme auf keinen grünen Zweig, wie ich mit der Lage umgehen soll.
Und zwar scheint mein Freund früh seine Mutter verloren zu haben. Offiziell wüsste ich das garnicht, wenn ich es nicht bei seinen Großeltern aufgeschnappt hätte. Da ging es einmal um das Grab.
Jedenfalls ist es nicht so, dass ich nicht nachfragen würde. Ich habe ihn beim Kennenlernen gefragt, was denn seine Eltern beruflich machen. Und da antwortete er, dass seine Mutter Lehrerin IST. Ich weiss noch wie ich da damals einen Witz gemacht habe, dass er dann ja ein Lehrerkind war - tut mir im Nahhinein nur Leid.
Jedenfalls gings dann so weiter, dass er mir zwar immer viel erzählte, aber wenig von seiner Familie. Und garnicht von seiner Mutter. Als ob sie nicht existiert. Auch wenn ich ihn bei seiner Familie beobachtete, kam es nie auf das Thema.
Einmal habe ich mir Fotos auf seinem Handy angeguckt (in seinem Wissen; er lag neben mir). Und dann war da ein Foto von einem - wie ich dachte - Blumenbeet. Weil Gärtnern garnicht zu ihm passt fragte ich: "Was ist das fürn Grünzeug?" Darauf schnappte er nur das Handy, sagte es wäre ein Grab und drehte sich weg. Ich war wieder voll ins Fettnäpfchen gelatscht. Da hab ich mich so geschämt, dass ich nicht nachfragen wollte.
Die nächste komische Situation war, als ich durch die Uni gestresst war und sagte: "Wenn ich den Test verhaue nehm ich nen Strick." Nunja, man muss dazu sagen, dass er eher einen schwarzen Humor hat. Ich dachte er lacht drüber weils ja ganz offensichtlich ein Scherz war, aber er war richtig sauer, hat mich angeblafft, dass ich das ja nicht machen soll und war dann wieder sehr in sich gekehrt. Ich denke es war das nächste Fettnäpfchen. Besonders bewusst wurde mir das, als meine Mum die Vermutung äußerte, dann er irgendwie mit dem Thema Depression vertraut ist (meine Mutti ist teilweise depressiv, aber in Behandlung).
Mit meiner Mutter habe ich übrigens schon früh gesprochen und erzählt, dass ich nichts von seiner Mutter weiß. Daraufhin hat sie beim gemeinsamen Essen mal gefragt, wie alt seine Eltern sind. Naja... und was soll ich sagen, er hat das Alter seines Vaters genannt und sagte "Meine Mutter ist zwei Jahre jünger."... Total der Frage ausgewichen und wieder als ob sie noch da ist.
Soviel zu den Fakten. Ich weiss nun nicht wie ich damit umgehen soll. Auf jeden Fall mach ich ihm keine Vorwürfe oder bin jetzt verärgert, weil er sich nicht anvertraut.
Das Problem ist vielmehr, dass ich jetzt schon mehrmals Dinge geäußert habe, die vermutlich sehr unangebracht waren. Ich möchte nicht in die Situation gelangen, dass ich mal wirklich einen noch dümmeren Witz mache und ihn verletze. Bin da eigentlich sehr sensibel.
Ich denke es wäre besser zu wissen was passiert ist (warum sie verstorben ist und wann). Auch um mich innerhalb seiner Familie angepasst verhalten zu können, weil das bei wirklich allen ein rotes Tuch zu sein scheint.
Ich habe schon um Rat gefragt. Meine Mum meint ich sollte ihn fragen. Eine Freundin deren Vater früh verstorben ist meinte ich soll ihm Zeit lassen und mein Vater (der seine Mum als Kind verlor) sagte, dass es ihn wundert, dass er es mir nicht erzählt und es seine Aufgabe ist.
Also wie handelt man denn nun richtig? Ich habe noch nie einen Menschen verloren. Ich könnte auch nicht sagen, was ich hören wollen würde.
Soll ich einfach nachfragen? Wie fragt man nach ohne das es aus heiterem Himmel kommt. Oder fragt man garnicht und wartet ab? Ich will ihn nicht bedrängen, aber ich will auch nicht, dass er denkt sein Leben wäre mir gleichgültig. Irgendwie habe ich aber das Gefühl, dass was ganz Schlimmes vorgefallen ist. Ich denke, dass ich vielleicht auch ihn dann manchmal besser verstehen würde (er hatte viel mit Alkohol zu tun, schlechte Freunde, Glücksspiele, sicher auch früher Drogen).
Also was würdet ihr sagen? Manchmal ärgere ich mich so, dass ich in geeigneten Situtionen nicht schaffe nachzufragen. Aber ich kann so schlecht damit umgehen und will nicht, dass er traurig wird. Ich kann an sich schon schlecht über solche Themen reden.
Über alles außer das Familiethema können wir problemlos reden. Auch über peinliche, gesundheitliche Dinge oder unsere Schwäche bzw. die Fehler die wir gemacht haben.
LG