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Wer kann mir das Thema "Zeit" schönreden?

HankHollywood

Aktives Mitglied
Hallo.

Wie ihr vielleicht hier oder da mal gelesen habt, HASSE ich die Zeit. Ich hasse sie wirklich von tiefstem Herzen.

Ich versuche nicht abzuschweifen und mich kurz zu halten.
Angefangen hat mein Hass gegen die Naturkonstante im eher jungen alter, nachdem mein Vater starb. Ich dachte mir, naiv wie ich war, dass ich mein Leben ganz einfach dem Bau einer Zeitmaschine wittmen kann. Wenn ich wirklich meine ganze Energie reinstecken würde, so dachte ich, kann ich meinen Vater vielleicht noch ein Mal wiedersehen.

So fing ich dann an und was am Anfang noch eher kindliche Neugier war, entwickelte sich zu einer Besessenheit. Ich las alle möglichen Artikel über das Thema Zeit, ob ich sie verstand oder nicht. Ich schrieb mit 15 meine ersten eigenen Artikel über die Zeit und ab da war es mehr, als nur ein Spaß.

Aktuell habe ich meinen Hund, aus meiner Kindheit, wiederbekommen. Ich sehe nur, was die beschissene Zeit (entschuldigt den Ausdruck) mit ihm angerichtet hat.

Auch meine geliebte Mutter wird von Tag zu Tag älter und wir alle steuern dank der Zeit dem unausweichlichem Ende hinzu.

Mir geht es in meiner Situation gut. Ich will nicht, dass die Zeit wiedermal alles zerstört und einfach weitertickt, bis meine Mutter gestorben ist.

Die Zeit ist, was mich von meinem Vater und meiner BISHER ersten richtig großen und ersnthaften Liebe trennt.

Ich hasse die Art, wie die Zeit funktioniert einfach wie die Pest und ich finde partou nichts bewundernswertes an der Zeit, auch wenn ich sie (zumindestens wissenschaftlich gesehen) endlich theoretisch verstehen kann.
 
hmm....versteh ich nicht. Meinetwegen soll die Zeit vergehen. Ich wünsche mir keinen Tag / Minute / Sekunde zurück. Selbst wenn dir jemand hier eine Zeitmaschine bauen könnte, was bringt das schon? Und wenn du 90000000000000000000000000000000000000000 Jahre und mehr mit deinem Vater oder jemand anderem oder irgendeinem schönen Moment verbringen könntest, irgendwann wird auch das enden. Eigentlich wirst du dich noch davor schon langweilen. Außerdem hast du zumindest irgendwas was dich beschäftigt -die Zeit. Ich finde alles totlangweilig. Kennst du den Film: Die Langoliers - gefangen im Zeitloch! ? -haha so schäbig aber iwie fasziniert es mich.
 
Hm... du magst die Zeit nicht, weil du in der dir beigebrachten Schablone denkst.

Wenn du die Zeit anhalten könntest, dann würdest du den Lauf der Dinge unterbrechen. Nichts und niemand könnte sich mehr entwickeln und Stillstand würde einkehren. Schlimme Dinge und Zustände würden niemals enden und schöne bekämen niemals Raum, um in unsere Welt zu treten. Möchtest du solch einen Zustand wirklich herbeiführen?

Außerdem endet unsere Existenz nicht mit dem Tod unseres Körpers.
Wir nehmen nur eine andere, eine energetische Gestalt an und werden irgendwann erneut geboren.
 
Es fragt sich, ob wir überhaupt ohne Zeit und Raum leben könnten.

Vielleicht ist Zeit nur eine Illusion, aber sie gehört zu den grundlegenden Bedingungen von Wahrnehmung und Erleben.

Ansonsten habe ich das Gefühl, dass alles, was ich erlebe, irgendwie zu einem größeren Ganzen gehört. Insofern fühle ich mich auch nicht absolut von den Menschen getrennt, die mir einmal viel bedeutet haben aber schon verstorben sind.
 
Ich habe zuweilen den Eindruck, dass die intensive Beschäftigung mit der Zeit dazu führen kann, dass man irgendwann in einen Kreis gerät, bei dem man immer wieder an den selben Punkt kommt, wo man mal schon war.

Interessant kann manchmal sein, sich eine weitere Frage zu stellen: Was der Grund dafür ist, warum man sich damit beschäftigt.
Manchmal gibt es nämlich Fälle, wo der Grund eine Angst ist, das Leben zu bejahen, es anzunehmen.
Man möchte dann aufgrund der Angst dem Leben seine eigenen "Regeln" bzw. Wünsche, wie das Leben sein soll, "diktieren". Man realisiert dann nicht, dass man dabei ist, sich dem Leben zu verweigern.

Das Leben ist auch ohne uns da. Wir können mitmachen oder nicht. Dass wir mit vielem hadern, ist verständlich und gehört auch mit zum Leben.
Wenn man - aus Angst - vor dem Veranstaltungsort draußen bleibt und sich etwas vormacht, indem man dem, was man nicht ändern kann, nicht in die Augen schaut, dann beschneidet man seine Möglichkeiten, zu leben.

Es steht natürlich jedem frei, auf seine Weise mit den schweren Fragen des Lebens umzugehen: Sich stellen, akzeptieren, damit leben lernen oder verleugnen, ignorieren, nicht akzeptieren, abspalten, beschönigen, verharmlosen - mit allen Folgen.
 
Ein grundlegender Denkfehler:

Nicht die Zeit hat Deinen Vater sterben lassen, nicht die Zeit hat Deinen Hund so geschädigt.

Das Konstrukt "Zeit" ist auch keine Naturkonstante, sondern ein künstliches Hilfsmittel der Menschen, das Fortschreiten der Dinge in einen messbaren Rahmen zu stecken.

Wenn Du "Zeit" ablehnst, lehnst Du Entwicklung ab. Wenn man die anhalten könnte, wären die negativen Dinge nicht geschehen, richtig. Aber es geschähe auch sonst nichts.
 
Wenn du die Zeit anhalten könntest würde alles stillstehen und Stillstand bedeuted Tod / Ende. Nur durch Bewegung entsteht Zeit. Bewegung: z.B. Erde umkreist Sonne -ein Jahr). Du müsstest alles anhalten Menschen, Planeten, die Ausweitung des Universums. Aber ohne dass sich das Universum ausweiten kann kann es vielleicht nicht existieren, so wie du nicht weiterleben kannst, wenn dein Herz stehenbleibt.

Zeit ist nur ein anderes Wort für Bewegung und Bewegung kannst du ja teilweise anhalten für einen bestmmten ZEITraum.
 
"fürchte nicht den Tod, sondern ein nicht gelebtes Leben"

schon mal überlegt, was dein Vater von dem halten würde, was du da tust?
glaubst du er würde wollen, dass du dein Leben damit verschwendest, unabänderlichen Tatsachen wie seinem Tod nachzutrauern? oder gar ändern zu wollen?

oder andersherum: angenommen du hättest einen Sohn, den du so liebst wie deinen Vater.
würdest du wollen, dass er den Rest seines Lebens damit verbringt dir hinterherzutrauern?
sich sein GANZES Leben darum dreht, etwas zu vollbringen, was aus heutiger Sicht faktisch unmöglich ist?

sry, dass ich da meine eigene Ansicht einbringe, aber: nur ein Rabenvater und absoluter Egoist könnte so egoistisch sein und sein eigenes (vergangenes) Wohl über das seiner Hinterbliebenen stellen.

und wenn dein Vater kein Rabenvater/Egoist war, würde er entweder weinen vor Trauer und/oder dir einen Klaps auf den Hinterkopf geben und dir sagen, dass er es zwar schön fand, dass er dir so wichtig war/ist, aber du ihm auch wichtig bist und will, dass du von nun an glücklich bist und dich den schönen Dingen auf dieser Welt widmest.
das würdest du doch auch deinem Sohn sagen, oder?


weißt du wie du das Andenken an deinen Vater am besten wahren kannst? indem du etwas aus dir machst und ein tolles Leben lebst.
was fühlst du bei dem Satz: " wow - du kommst ganz nach deinem Vater!" ?


davon abgesehen hast du deinen Vater in sehr jungem Alter verloren. das war offensichtlich ein traumatisches Erlebnis für dich.
du bist also nicht ganz du selbst. du merkst ja selbst, dass du eine extreme Tendenz entwickelt hast.
wenn auch oft verpönt (ganz besonders bei jüngeren Menschen) könnte dir ein Psychologe/Therapeut evtl helfen, deine Besessenheit zumindest soweit in den Griff zu kriegen, dass du es schaffst ein eigenes Leben zu leben.

ich wünsche dir alles Gute


Skynd
 

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