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Wer hat Therapieerfahrung wegen Prokrastination oder ähnlichem?

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Gast

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weiß jemand eine gute Möglichkeit zur Therapierung beim Aufschieben von Aufgaben (Prokrastination) oder mangelndem Antrieb oder Interesse?

Ich mache eine Verhaltenstherapie, schon die zweite. Allerdings scheinen die Therapeuten nicht zu wissen, wo sie ansetzen können. So langsam weiß ich nicht, was ich machen soll, weil mir die Gründe dafür nicht klar sind. Ängste und schlechte Erziehung spielen eine Rolle, aber in der Verhaltenstherapie geht es mehr ums Üben als ums Aufarbeiten, richtig?

Die Probleme, die man dadurch bekommt, gehen ja leider nicht einfach so weg. Ich habe schon einige Probleme deswegen bekommen und sogar wegen AD(H)S-Verdacht Ärzte aufgesucht. Aber an sich ist alles in Ordnung und ich bin auch alt genug, allein einen Kalender usw. zu führen. Trotzdem immer noch das Aufschieben und diese Lustlosigkeit.

Hat jemand eine Therapie oder ein Training gemacht?
 
Hallo Leidensgenosse ;-)

ich prokrastiniere auch gerade hier auf der Seite, obwohl ich was wirklich Wichtiges ganz dringend machen müsste.

Eine Therapie gegen Prokrastination? Sowas soll helfen? - Mein Wissensstand ist, dass es kaum Psychologen gibt, die sich damit auskennen. Viele verleugnen gar die Existenz dieser "Krankheit". An AD(H)S denken wohl viele, die das Problem kennen. Die Wenigsten werden aber betroffen sein.

Ich hab mal eine Therapie gemacht (andere Gründe, aber war wohl genau das Problem) und ein wichtiger Punkt dabei war, den A**** hochzukriegen und endlich regelmäßig meine wichtigen Aufgaben zu erfüllen. Mir hat die nicht wirklich geholfen. Was soll man auch davon erwarten, wenn man einmal pro Woche kurz berichtet, was man alles gemacht hat und das Wenige dann auch noch vom inneren Schweinehund ausschmücken lässt.

Angeblich dauert es "nur" 6 Wochen, um Gewohnheiten zu ändern. Hab ich mal irgendwo gelesen. Ich schaffe es aber seit Jahren nicht, diese wenigen Wochen mal irgendwas durchzuhalten, was geändert werden müsste.

Der Antrieb muss aus einem selbst kommen, oder man braucht eine permanente Kontrolle und ständige "Tritte" von außen, bis es von selbst geht. Mein Problem bei der Therapie war auch, dass ich die Verantwortung an den Therapeuten abgeben konnte. "Soll er mal machen, ist schließlich sein Job... 🙂 " Während der Sitzung ging es mir gut, weil er mich aufgebaut hat. Danach hab ich mir immer viel vorgenommen, aber natürlich aufgeschoben. Im Verlauf der Woche wuchs dann immer das schlechte Gewissen und das Gefühl der Hoffnungslosigkeit - bis zum nächsten Termin. Ein richtiger Teufelskreis, aus dem ich nie ausgebrochen bin.

Meine bescheidene Meinung als Betroffener: sich mit dem Thema zu beschäftigen, führt zu nichts. Es ist auch nur eine Form der Aufschieberei, weil man sich dadurch nicht mit anderen wichtigen Dingen abgeben muss. Dadurch bildet sich in uns aber weder irgendein Motivationsschub noch Interesse an irgendwas.

Geht es bei dir um eine konkrete Aufgabe? Oder bist du im Allgemeinen antriebslos (wie ich)?
Woher kommst du denn?
Würdest du hier aus der Nähe kommen, könnten wir uns gegenseitig die "Tritte von außen" geben. Das wär vermutlich die beste Therapie... :-D
 
Je schneller Dir die Therapeuten helfen können, desto weniger verdienen sie an Dir.

Deswegen wohl pro*grübel*karstinierende Therapeuten...

Danke, aber die Krankenkasse bezahlt für mich. Abgesehen davon, verlieren sie den Ruf, wenn sie an einem Klienten länger als ein Jahr arbeiten. Es sei denn, es ist ein Tiefenpsychologe (= Vorurteil...?) ... 😉

@ Prokrastinierer:
Wenn du jemanden zum Treten brauchst, wäre eine Selbsthilfegruppe ganz hilfreich. Ich kenne da nur SEKIS o.ä. Guck mal da vorbei, das ist eine hilfreiche Datenbank. Zu Prokrastination wirst du vermutlich nix finden. Ich kenne eine Stelle in Berlin, aber das ist am A**** der Welt, sogar in der Stadt. 😀 Ansonsten kannst du übers Internet eine eigene SHG gründen. Ich kenne da für größere Städte die Plattformen groops.de und newintown.de. Sind ganz nett. Musst du gucken, ob du dem vertrauen kannst.

Tja, Ratgeber lesen, ist für mich auch komisch. Abgesehen davon, dass ich das Lesen immer vertage... 😀 Mittlerweile werde ich im Alltag davon eingeschränkt. Gerade als Student ist das nicht witzig und da ich wenig Freunde habe und mit der Familie viel telefoniere, wird das immer belastender. Bei mir sind das spezielle Aufgaben auf der einen Seite, v.a. Bevorzugung leichterer und kleinerer Dinge, die schnell von Hand gehen. Auf der anderen Seite ist das eine angeborene/ antrainierte Schwäche, Frustration und Belohnungsaufschübe zu ertragen. Ich bin da wie ein kleines Kind, alles sofort und Warten unmöglich! 😀

So an sich ist das ja bei kleinen Sachen noch lustig, aber wenn du beim Amt die Fristen überschreitest oder ständig schlechte Arbeiten schreibst... Ich fange schon an, zu verzweifeln. Bisher beschäftigten sich die Therapeuten immer damit, warum ich so wenige Freunde und Leute um ich habe. Das spielt sicherlich eine Rolle, im Sinne einer leichten Angst vor Bewertungen, aber das allein kann nicht so viel Macht haben. Ich bin ja schließlich kein Sozialphobiler. Und AD(H)S würde auch nur fast passen. "Leider" bin ich sehr ruhig und kann mich gut konzentrieren, wenn es darauf ankommt. 😉 Tja...

Ich will nur nicht mit 30 oder 40 immer an Sachen (v.a. Jobs) hängen bleiben müssen, die andere in ein paar Minuten hinbekommen hätten.
 
Ich kämpfe auch mit / gegen die Prokrastination und habe erst vor 2 Monate erfahren, dass es für meine Verhaltensweise einen Überbegriff gibt. Im Internet bin ich dann auf ein Buch gekommen, das ich nur empfehlen kann: Hans-Werner Rückert, "Schluss mit dem ewigen Aufschieben", ISBN 3-593-36276-7.
Meine Erfahrung zeigt, dass ich mehr von einer Psychotherapie (Gruppentherapie) profitieren konnte als von einer Verhaltenstherapie.
 
Ich kämpfe auch mit / gegen die Prokrastination und habe erst vor 2 Monate erfahren, dass es für meine Verhaltensweise einen Überbegriff gibt. Im Internet bin ich dann auf ein Buch gekommen, das ich nur empfehlen kann: Hans-Werner Rückert, "Schluss mit dem ewigen Aufschieben", ISBN 3-593-36276-7.
Meine Erfahrung zeigt, dass ich mehr von einer Psychotherapie (Gruppentherapie) profitieren konnte als von einer Verhaltenstherapie.

Hallo Ihr lieben "Leidenden",

auch mir geht es so wie meine vorherigen Forenteilnehmer geschrieben haben. Das o.a. zitierte Buch gibt es auch als Hörbuch in Form von 2 CD's aus dem Campus Verlag. Also für diejenigen unter Euch, die lieber zuhören als selber lesen. Mir hat das zumindest ein wenig geholfen... nun ja.
Eine weitere Buchempfehlung zu diesem wichtigen Thema von mir ist das Buch mit dem Titel: "Schluss mit Prokrastinieren: Wie Sie heute beginnen, mit dem Aufschieben aufzuhören" von Monica R Basco und Irmela Erckenbrecht vom Verlag Hans Huber. Erschienen am 12.04.2012 also noch ziemlich frisch und aktuell. Mir hat es geholfen mich zumindest intensiver mit mir selbst und der Problematik zu beschäftigen.
Aktuell bin ich selbst in einer Hypnosetherapie um des Übels Wurzel zu bearbeiten und im Unterbewußtsein zu erreichen. Man kann damit schon so einiges bewegen und verändern. Ich halte Euch dann mal auf dem Laufenden...

Also bis dahin allen hier im Forum eine gute Zeit und einen guten weiteren Weg.
Glaubt vor allem an Euch und stellt Euch nicht immer in Frage. Das kann dann schon ganz schön helfen.... 🙂
 
Prokrastinieren ist nach Meinung aller Fachleute ein erlerntes Verhalten und es kann daher auch wieder verlernt werden. Das ist nicht die Lösung für heute, aber es lohnt sich, einmal darüber nachzudenken und wieder Hoffnung zu schöpfen, damit es ab übermorgen besser geht.
Ein Therapeut kann helfen, die Ursachen und Trigger zu finden, aber die "Arbeit" machst Du selbst.
Nach meiner Erfahrung hilft am besten am Anfang der Therapeut für den Einstieg und für die 2-jährige Umlernphase eine regelmäßige Selbsthilfegruppen sowie ein Co-Coaching mit einem Mitglied dieser Gruppe. Je länger Du mit dem Anfangen wartest, desto länger wird sich die 2-Jahres-Phase wohl verlängern, aber Zeit braucht sie auf jeden Fall.
Wer in seiner Stadt keine Selbsthilfegruppen findet, gründet selber eine! Viel Wissenswertes und viel zum Lesen findet man über die Prokrastinationsambulanz an der Uni Münster, die wirklich etwas von ihrem Fach verstehen, auch wenn die bisherigen Publikationen für Laien schwer verdaulich sind. Sie haben ein Trainingsmodell entwickelt, dass für den Anfang gut helfen kann.
Leider kann ich auch bestätigen, dass die Mehrzahl der Psychologen bisher über Prokrastionation nichts wissen. Also gleich am Anfang mutig abklären, ob der Psychologe praktische und erfolgreiche Therapien bereits hinter sich hat.
 

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