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Wenn Suizid als Fluchtmöglichkeit innerlich angepriesen wird

Kennt ihr das auch? Ihr seid seit Jahren in Therapie und habt längst den Entschluss gefasst euch nicht selbst zu töten?
Bei mir war das so. Ich wollte immer sterben. Schon seit ich 17 war aber ich hatte und habe gute Gründe es nicht zu tun.
Ich werde es auch nicht tun, nur um dies klar zu stellen.
Dennoch verfolgt es mich oft. Fast wie bei einem Automatismus denke ich daran mich bei Situationen, die unangenehm oder Ausweglos erscheinen, selbst zu töten.
Keine Sorgen mehr. Kein Selbsthass mehr. Keine Fehler mehr.
Die ultimative Flucht vor allen Problemen, in meinem Fall zumindest.
Heute habe ich versehentlich ein Paket eines Nachbarn angenommen, den ich nicht kenne und dabei etwas unterschrieben. Extrem dumm und naiv. Und ich habe mir vor 10 Minuten echt gedacht:
"Wenn der mich reingelegt hat und ich einen Vertrag unterschrieben habe, schlucke ich Schlaftabletten"
Das Prinzip der erlernten Hilflosigkeit habe ich ja schon einmal hier im Forum beschreiben.
Das spielt dabei eine enorme Rolle.
Ich wünschte mir so sehr, dass ich damit aufhören könnte. Das ich das Leben einfach genießen könnte.
Aber, egal wie viele Therapien ich auch mache und wie viel ich an meinem Alltag ändere, es bleibt immer dabei.
Der Ausweg ist automatisch Suizid. Dann nicht mehr, weil es absurd ist.
Teilweise sogar, wenn ich mich an unangenehme Gesprächssituationen zurückerinnere.
Mein Kopf ist voller Tretminen, ich die ich immer wieder reintrete.
Wie entfernt man Tretminen?​
 
Hallo Altpapierbündeli. Darf ich dich fragen, gab es in deiner Familie Suizide (auch vorangegangene Generationen)?

Ich frage deshalb, weil ich denke, dass so etwas manchmal ein Grund sein kann, wenn man selbst von diesen Gedanken nicht wegkommt.

Was ich sehr gut finde, du kannst dich klar und deutlich von der Absicht distanzieren.
 
Hallo Altpapierbündeli. Darf ich dich fragen, gab es in deiner Familie Suizide (auch vorangegangene Generationen)?

Ich frage deshalb, weil ich denke, dass so etwas manchmal ein Grund sein kann, wenn man selbst von diesen Gedanken nicht wegkommt.

Was ich sehr gut finde, du kannst dich klar und deutlich von der Absicht distanzieren.
Hey Postmann,
es gab keine erfolgreichen Suizide. Allerdings mehrere Suizidversuche meiner Mutter als ich ein kleiner Junge war und einen von meiner kleinen Schwester, der aber eher ein Hilferuf als ein wirklicher Suizid war.

Ja. Ich darf und will unter keinen Umständen jetzt sterben. Die enorme Menge an Schmerz, die ich verursachen würde wäre es nicht wert. Dafür bin ich, um es böse auszudrücken, einfach nicht egoistisch genug.
 
Die verzweifelten Suizidversuche von der Mutter werden dich sehr geprägt haben.

Hast du mal mit einem Therapeuten eine Genogrammarbeit (und Familienaufstellung) gemacht ?

Fühlst du dich grade von jemanden gequält...?

Manche Leute versuchen sich umzubringen, weil sie auf eine Person wütend sind und diese Wut aber gegen sich selber lenken.
 
Die verzweifelten Suizidversuche von der Mutter werden dich sehr geprägt haben.

Hast du mal mit einem Therapeuten eine Genogrammarbeit (und Familienaufstellung) gemacht ?

Fühlst du dich grade von jemanden gequält...?

Manche Leute versuchen sich umzubringen, weil sie auf eine Person wütend sind und diese Wut aber gegen sich selber lenken.
Ich habe bisher viel über meine Familie gesprochen aber mit meiner aktuellen Therapeutin geht es im Moment hauptsächlich um Verhaltenstherapie.
Eine handfeste Genogrammarbeit habe ich noch nie gemacht. Ehrlich gesagt wusste ich bis gerade Eben auch nicht, was das ist.

Im Moment verspüre ich keinen Zorn gegenüber anderen Personen.
 
Ich vermute, dass du so denkst, weil es für dich als Möglichkeit noch infrage kommt. Also du dir zumindest unterbewusst denkst, dass du "Keine Sorgen mehr. Kein Selbsthass mehr. Keine Fehler mehr" hättest. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass du es dir nicht mehr sagst, wenn du felsenfest davon überzeugt bist, dass es dir keinen Vorteil bringen würde.

Natürlich denkt dein Gehirn sich: Ja, toll, ich könnte all diesen Schmerz entkommen, wenn ich mich umbringe. Und dann bekommst du eben die Gedanken, weil es der einfachste Weg ist. Wenn aber der Gedanke an Selbstmord für dich unerträglich wäre und völlig abwegig, dann würdest du nicht daran denken.

Also du assoziierst Selbstmord in gewisser Weise noch positiv. - auch wenn man deutlich merkt, dass du schon dagegen bist. Der letzte Rest fehlt noch. Jetzt wäre es also deine Aufgabe herauszufinden, wie du Selbstmord für dich komplett unattraktiv und sinnlos machen kannst.
 
Hi!

Ich glaube, so ganz selten ist das gar nicht, dass manche Menschen diese letzte Möglichkeit irgendwo im Kopf haben. Nach dem Motto, wenn X passiert, wenn es ganz schlimm kommt, wenn gar nichts mehr klappt, ja dann habe ich noch die Möglichkeit, zu gehen. Dies kann sogar manche Situationen vielleicht kurzfristig im Kopf entschärfen.

Wichtig ist aber, dass trotz der "Flucht"-Gedanken ein deutlicher Absicht zu akut suizidal besteht. Und man emotional nicht zu schnellen und ganz unbedachten Handlungen neigt. denn sonst kann so eine Einstellung schon gefährlich werden.

Alles Gute!
 
Das mit den Fake-Suizidgedanken kenne ich persönlich. Man will irgendwie sterben und alles is scheiße, aber irgendwie ist man sich auch zu schade dafür. Man verarscht sich permanent selbst und will sich sein Leben auch ein bisschen schlechterreden als es ist, damit die Suizidgedanken eine Grundlage haben. Man merkt dabei nicht, das man nur Zeit verschwendet, anstatt sich zu akzeptieren.

Wie kommst du aus den Tretminen raus? Versuch doch mal, die Tretminen zu akzeptieren und Freundschaften mit ihnen zu schließen? Sie sind da, sie können explodieren, oder auch nicht.
Du bist so wie du bist.
Wenn du mit dir selbst nicht im Reinen bist und dich selbst nicht annehmen kannst, dann wird das nie was werden.

Das hat mir zb geholfen. Ich habe mich und die Welt immer viel zu ernst genommen und dachte, alles was ich mache, hätte eine riesige Bedeutung für alle Beteiligten und was irgendwelche Leute über mich denken könnten.
Wenn du etwas nicht willst, dann tus nicht. Du musst keine Pakete annehmen, du musst nichts unterschreiben.
Wenn es tatsächlich ein Vertrag war, dann war das ein Haustürgeschäft, da hat man die Möglichkeit zu Widerrufen, weil du überrumpelt wurdest. Wenn es ein versteckter Vertrag war, war das ja Täuschung. So ganz hilflos bist du nicht.

Dieses "Ich bring mich um, wenn dies und jenes nicht so klappt wie ich das will" ist Blödsinn und bremst dich immer aus. Du wirst aus den meisten Situationen so oder so herauskommen.
 

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