Hallo tanja,
klar darfst du fragen, wie alt ich bin. Bin 25 und komme aus niedersachsen.
in irgendeiner form glaube ich schon daran, dass mensch eine seele hat, jeder eine andere. Du hast deine seele mit vielen bunten farben und fröhlichkeit, die dir hilft, schwere zeiten zu überstehen.
Diese übung, von der du geschrieben hast, sich hinsetzen, augen schließen und die seele spüren, sehen und genießen. Davon habe ich vor langer zeit mal in einem buch gelesen, wollte selbst ausprobieren, obs hilft nur diese ruhigen momente machen mich noch fertiger irgendwie. Dann dachte ich, na ja, vielleicht bedarf es nur etwas übung, bis sich irgendwann herausstellte, dass ich nicht in der lage war, mich zu entspannen. Na ja, also gab ich’s auf.
Danke für diesen tipp, danke für deine geschichte, die ein schönes ende irgendwie hat, einfach, weil ich es jedem wünsche, die tiefe, innere freude zu spüren, die mit sicherheit in jedem menschen ist, selbst in mir.
Ich werde weiterhin versuchen, deinen ratschlag zu befolgen, vielleicht seh ich irgendwann ja meine seele ebenso wie du. Angst habe ich nur davor, dass selbst meine seele nur irgendwie dunkel ist. Es ist irgendwie wie eine schwarze wolke. Eine wolke aus tod und traurigkeit.
Hallo Luiserl,
ja, von dem burn-out syndrom habe ich schon gehört, letztendlich weiß keiner so genau, was mit mir ist, also wird es auf eine schwere depression geschoben, ich bekomme medikamente, ein antidepressivum, damit ich nachts schlafen kann (also antriebshemmende mittel). Damit ich den tag dann überstehe bekomme ich ein antriebsfördernes mittel, was meine konzentration verbessern soll etc. pp . Ja, und so stehe ich direkt neben meinem leben, zugepumpt mit chemischen substanzen, die mir helfen, meinen tag zu überstehen, dass ich überhaupt arbeiten kann und das ich weiterhin versuche, weiterzumachen, damit ich nicht aufgebe. manchmal wünschte ich mir nur, ich könnte mal wieder ein paar tage hintereinander spüren, wie das leben wirklich ist, nicht unter beeinflussung von irgendwelchen stimmungsaufhellenden mitteln, die einem vorlügen, das es einem gut geht (zumal sie mir nicht immer und kontinuierlich helfen sondern die megaabstürze nur verhindern). manchmal wünscht ich mir, einmal wieder ich zu sein um zu sehen, wer ich bin und wie ich bin.
Und ich habe diesen weg allein gewählt, meine familie und mein freund (gut, er weiss mehr als mir lieb ist) wissen davon nicht wirklich was, geschweige denn, meine freunde. Sollen sie auch nicht, es würde mir alles nur noch erschweren. Es ist nur so schlimm zu sehen, wie ich alles langsam verliere. Original wortlaut meiner freundin: „gut, dann siehst wohl nur du das so, dass du dich ganz normal verhälst. Alle haben mich angsprochen, was mit dir los ist….. tut mir leid, dass ich dich so angreife, aber ich verstehe nicht, warum du so anders geworden bist. Kannst du auch mal lachen und freuen? Einfach mal wieder feiern? Oder sind dir die leute alle zu doof geworden? Bist du jetzt was besseres und gibst dich nicht mehr mit uns ab?“ ja, und so verliert man seine freunde, einfach, weil man nie gelernt hat, die wahrheit über sich selbst zu sagen. und ja, jetzt wird irgendjemand sagen: mensch, deine freunde sind doch für dich da, also sag etwas, mach etwas. und es kann keiner begreifen, wie gern ich das tun würde aber wie sehr ich mir selbst im weg stehe. ich kann es einfach nicht. kann es irgendjemand ansatzweise nachvollziehen, irgendjemand meine innere blockade verstehen?
“Psychotherapie ist zum jetzigen Zeitpunkt keineswegs hilfreich, weil man bei einer Therapie aktiv mitarbeiten muss, wozu ein tief in Depression steckender Mensch gar nicht in der Lage ist.“ Ja, zu dem entschluss muß ich auch langsam kommen. Ich mache derzeit eine verhaltenstherapie, die mir helfen soll, meine derzeitig angelernten strukturen umzulernen, nur irgendwie krieg ich das überhaupt nicht auf den schirm, zumal der sinn hinter den ganzen dingen fehlt. Aber das ist ein thema, darüber könnt ich mittlerweile seiten schreiben, was aber nur destruktive kritik an den ganzen psychologischen kram wäre. Ich bin gerade gedanklich dabei, zu schaun, ob mir das in irgendeiner form etwas gebracht hat, dann werde ich die wieder einstampfen.
ein lächeln ringst du mir doch gerade ab, als du den schriftsteller thorwald dethlefsen erwähnst. Ein bekannter von mir hat mir ein anderes buch von ihm vorgeschlagen, welches ich gerade lese: schicksal als chance. Ich soll meine festgefahrene meinung über sinn und unsinn und über schicksal und zufall einmal beiseite schieben und dieses buch lesen, schaun, ob ich etwas davon annehmen kann um somit vielleicht eine andere einstellung zum leben bekommen. Ich werd mal schaun, ob das etwas bringt.
Meine angehörigen sollten diesen thread lesen? Niemals. Ich werde jetzt schon schief angeschaut, weil ich nicht mehr so fit bin, wenn sie jetzt noch mitbekommen, was sache ist, nene, das muss nicht sein. Weißt du, die nachbarin von meiner familie war selbst in der klinik, weil sie an schweren depressionen litt. Und meine ganze familie macht sich lustig drüber, so nach dem motto, depression ist eine krankheit der überflussgesellschaft, etc. hat nix anderes in ihrem leben, also werde ich mal psychisch krank, etc. ich möchte mich nicht in die gespräche einreihen, wo die einzelnen unfähigkeiten von mir bis ins kleinste detail zerflückt werden und ich dann als jemand gesehen werde, der sein eigenes leben nicht auf reihe bekommt. Das ist heute schon so, dass mein leben durchleuchtet wird, das brauch ich nicht noch mehr.
In eine klinik, ja, mein therapeut hat es mir nahegelegt. Aber das will ich nicht. Weißt du, dann kann ich auch gleich ans schwarze brett hängen, dass ich absolut unfähig bin, diesen job weiter auszuführen. Was meinst du, was passiert, wenn ich eine krankenbescheinigung, unterschrieben von einer „klapse“, vorlege. Dann habe ich meinen job längste zeit gemacht, ein job, der einmal mein leben war, an dem ich hänge, auch wenn ich es nicht mehr schaffe, ihn ordentlich auszuführen. Ich wäre schneller hier weg, als ich mit den wimpern schlagen kann. und in meiner personalakte würde stehen: VORSICHT!!!! IRRE!!!!
hm, wie mein leben verlief? Schwer zu sagen. Heute frag ich mich meistens, ob ich mich damals immer nur angelogen habe, dass ich der meinung war, alles wäre klasse. Aber ich war auf alle fälle zuverlässig. Ich habe meinen job zu 120% gemacht. Mein leben war meine arbeit. Meine beziehung lief ok und ich war in der lage, überall hinzugehen, ohne drüber nachzudenken. Chronische schmerzen hatte ich eigentlich nicht, nur diese permanente dauermüdigkeit, die ich mit viel kaffee in griff bekommen habe. Na ja, heute nicht mehr dran zu denken, dass es diese zeit einmal gab. Ja, bevor das anfing war alles irgendwie einfacher, ich habe nie drüber nachgedacht, ob ich will oder möchte, ob ich muss oder sonst was, ich habe einfach gemacht, ich habe funktioniert. Wenn auch im nachhinein betrachtet nicht mehr als eine funktion, aber heute habe ich noch nicht einmal die.
Ja, und der einzige mensch, von dem ich hilfe annehmen könnte, an den darf ich mich nicht wenden. Das ist noch viel schwerer irgendwie.
Danke für eure hilfestellung, danke, dass ihr mich nicht als vollkommen irre abstempelt.
Gruss
jessi