Du hast keine "geistige Störung".
Du reinszenierst die sexuellen Missbräuche deiner Kindheit.
Wie ist denn deine Beziehung zu deiner Mutter?
Bei einer Therapie könnte dir eine Familienaufstellung und Genogrammarbeit helfen.
Du hattest, wie du schreibst, "früh in der Kindheit sexuelle Kontakte zu älteren Jungs...". Klartext: Du wurdest sexuell missbraucht. Auch wenn deine Seele sich weigert, dass so klar zu sehen.
Indem du das Erlittene nun reinszenierst, meint dein Unterbewusstsein, wieder die Macht über etwas zu erlangen, wo du nur machtlos warst. "Ich will das ja selbst, also war das damals auch kein Missbrauch."
Das ist keine so untypische Schamreaktion. Selbstverletzende Tendenzen können auch bedeuten "Gleichgültigkeit gegenüber der eigenen Gesundheit", und das ist bei HIV-Infektionen und hartem Alkohol im Übermaß sicherlich gegeben.
Du wirkst auf mich so sympathisch. Ich wünsche dir, dass du einen Weg findest, oder dir einen zeigen lässt.
Lieben Dank euch allen für die Ratschläge, auch für die ermutigenden Worte!
Ich werde versuchen auf alles einzugehen.
Zuerst zu meiner Mutter:
Die Beziehung zu Ihr ist gut, ich weiss dass sie mich liebt und ich liebe sie auch. Sie hat immer alles gegeben für uns und das habe ich immer sehr geschätzt. Dadurch habe ich auch verstanden, dass sie uns wirklich liebt. (Mit uns meine ich meine 3 Brüder und mich)
Ihr war es auch wichtig dass aus uns allen etwas wird und sie hat es fertiggebracht, dass wir alle studieren konnten bzw. können.
Die Zeiten waren aber auch nicht immer einfach für sie und das haben wir natürlich auch gespürt. Teilweise hatte ich auch Schuldgefühle wenn es ihr nicht gut ging, weil ich dachte, dass es ist, weil ich nicht genug arbeite für die Schule oder im Haushalt. Vielleicht habe ich das ja auch wirklich nicht, vielleicht war das der Grund wieso ich mir erst "den Finger aus dem Hintern gezogen habe" und begonnen habe zu arbeiten.
Nun zu den beiden Kommentaren wegen dem sexuellen Missbrauch:
Ich weiss dass es viele Leute gibt, die sexuellen Missbrauch erlebt haben und es nicht wahrhaben wollen.
Das was ich erlebt habe war sicherlich kein sexueller Missbrauch im eigentlichen Sinne (was ja eine Straftat wäre) sondern ich war um die 4 und der andere Junge halt so 8 oderso, also ebenfalls ein Kind. Aber es bestand natürlich schon ein Machtgefälle und ich weiss, dass ich eigentlich nicht mitmachen wollte, aber der Junge mich dann dazu überedet hat.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass dieser andere Junge selbst missbraucht worden ist und dann halt das, wie Kinder das nun machen, nachgemacht hat.
Meine Brüder haben das dann auch rausgefunden und mich verpetzt bei meiner Mutter.
Ich sollte villeicht noch erwähnen dass ich in einer seeeeehr katholischen Familie aufgewachsen bin (ja es gibt auch Scheidungen in katholischen Familien) und meine Mutter hat mich dann dafür bestraft, weil sie wahrscheinlich selbst komplett überfordert war mit der Situation und nicht wusste was sie tun soll.
Das ging dann noch ein paarmal so, immer das gleiche Muster: Junge trifft und überedet mich, dann werde ich bestraft.
Einmal hat mich meine Mutter aber nichtmehr bestraft sondern gesagt, dass ich einfach zu Ihr gehen soll, wenn dieser Junge wieder etwas machen will. Das habe ich dann auch getan. Dann ist meine Mutter mit seiner Mutter einen Kaffee trinken gegangen und dann war es vorbei und es wurde niewieder darüber gesprochen.
Die anderen kindlichen sexuellen Erfahrungen die ich hatte, würde ich als unproblematisch einordnen (auf gleicher Augenhöhe ohne dass jemand irgendwie gedrängt wurde)
Tatsächlich gibt es, wenn ich so darüber nachdenke Parallelen zu meinem jetztigen Verhalten. Wenn ich mich mit so einem Mann treffe, dann bin nie ich derjenige, der die Initiative zu was sexuellem ergreift denn es ist mir zu abstossend, aber wenn sie damit beginnen, mache ich mit.
Ich werde das sicherlich mal in der nächsten Therapiesitzung einbringen.
Weiterhin allen alles Gute