Hallo,
wenn ich schreibe, ich befinde mich in den Wechseljahren, so ist das eine schamlose Untertreibung. Allerdings trifft das Wort den Kern meiner "Probleme".
Mich hats in eine grandiose Lebenskrise getrieben, die die Notwendigkeit Wechsel auf allen Ebenen erzeugt. Und das mir, die sich mit Veränderung schwer tut. Das nun scheint meine Lernaufgabe dieses Lebensabschnitts zu sein. UNd anstatt hier zu posten, das 95te Beratungsgespräch zu führen, Freunde und Therapeuten vollzujammern sollte ich handeln. Und genau daran scheitert es. Also nicht so sehr am Handeln, sondern am vorher entscheiden.
Diverse Ereignisse haben mich zum ängstlichen Menschen mutieren lassen, der ich sicher in dem Maße früher nicht war.
Ich bemühe mich um eine kurze Zusammenfassung: Die Wechseljahre sind sicher das geringste meiner Probleme, obwohl die Hormone meine Stimmungen pubertär schwanken lassen und die negativ-Ausschläge ziemlich heftig ausfallen. Auch die Tatsache, dass ich fast verblute (Ferritinwerte so, dass selbst Ärzte blass werden) und "eigentlich" die Gebärmutter raus müsste.
Das aber ist der Nebenschauplatz. Tatsache ist, dass ich unter reichlich Ungesundheiten leide, die zur Schwerbehinderung führten. Es geht zu weit, das detailliert zu beschreiben. Leider gibt es viele viele Einzeldiagnosen, aber keiner vermag die dahinterliegende Ursache zu finden. Die Ungewissheit raubt zusätzlich Kraft neben den Symptomen.
Ein EM-Rentenantrag wurde abgewiesen, aber nach Anraten meiner Doc und dem VdK(Sozialverband) bin ich in Klage gegangen, obwohl ich mir nicht so sicher bin, ob das richtig ist und ob ich es will. Ich fühle mich zu jung und die Rente fühlt sich zu wenig an, um darauf eine Lebensperspektive zu bauen.
Sei's drum. Die Ablehnung erfolgte im Oktober. Mein ALG I lief Ende Februar aus, Hartz IV is nicht. So habe ich in der Not wieder selbständig machen müssen, wohlwissend, dass ich auch davon nicht wirklich leben kann (Markt in dem Bereich sehr hart und ich zu leistungsschwach wg. Malässen). Ein bisschen die Hoffnung, irgendwo soft mit 15 Std. zu beginnen, ein bisschen die Hoffnung, dann auch mal mehr zu schaffen, wieder autonom werden.
Eine schwere Situation, aber ich dachte, ok, Du hast einen Partner, die hast Rücklagen, um diese Zeit zu überstehen, wo das Verfahren läuft und freiberuflich kannst Du noch ein paar Euro dazuverdienen. Dazu muss ich sagen, dass ich von meinem LeGe niemals auch nur einen müden Euro gesehen habe, aber ich erhoffte mir zumindest einen Halt durch körperliches und seelisches Vorhandensein.
Aber der entschied sich kurzerhand, dass er suizidal ist, unternahm einen entsprechenden und halbherzigen Versuch anfang des Jahres, um mich dann davon zu unterrichten, dass er dann JETZT auseinanderziehen wolle. Prinzipiell möchte ich ja niemandem im Wege stehen, der auf Reisen geht. Auch wenn das nach 11 Jahren streitarmer (ok, vielleicht etwas Aneinander-vorbeileben) Partnerschaft schon bitter ist. Allerdings gestaltet sich ein solches Unterfangen ohne Einkommen mit Schwerbehinderung in einer Region mit einem heiß umkämpften und teurem Wohnungsmarkt nicht wirklich leicht.
Ich habe nun selber schwere Depressionen. Rutsche sicher auch hormonell bedingt in Stimmungstiefs, die schon nicht mehr als solche zu bezeichnen sind, weil schon jenseits davon. Mich in einer Situation, wo mich der Partner mit einer zu großen und (viel) zu teuren Wohnung allein sitzen lässt (zieht nächste Woche aus) in eine entsprechende Klinik zu legen, wäre in der existentiell bedrohlichen Situation wohl eher kontraproduktiv und würde diese noch mehr eskalieren lassen, für meine seelische allerdings wäre sie mehr als notwendig, da ich hier Zustände habe, in denen mich meine Tiefs streckenweise handlungsunfähig machen und blockieren. Ich habe noch große "Lebenretter" inF orm von "Verwandten", die mir die Notlage etwas erleichtern. Aber ich muss jetzt schnell handeln, der Druck wächst.
Und da liegt der Knackpunkt. Ich bin zu keiner Entscheidung fähig. Wie mietet man eine Wohnung ohne Einkommen? Was ist der Bemessungsmaßstab? Ich zittere innerlich, einen Vertrag mit materiellen Folgen einzugehen, wenn ich nicht mal weiß, was ich mir leusten kann oder sollte. Ist schon klar, so preiswert wie möglich. Bemühe mich auch darum. Aber ich möchte wenigstens nicht auch noch mein altes Umfeld verlieren. Es ist der letzte innere Halt, den ich habe.
Mich beuteln immense Ängste und Sorgen. Ich habe bereits auf kleinsten Ebenen Entscheidungsschwierigkeiten, wie soll in dem Zustand große treffen? Ich bemühe mich darum, diese etwas zu deligieren, indem ich meine "Lebensretter" zu rate ziehen und mich ein wenig an deren Urteil und Rat hänge, sofern es nicht diametral meinen eigenen Bedürfnissen entgegensteht. Es scheint mir besser, als gar nichts zu tun.
Ich bräuchte GANZ dringend praktische Hilfe. Ich bin z.B. durch die Erkrankung Mobilitäts-eingeschränkt, auch wenn man es mir nicht auf den ersten Blick ansieht. So kann ich nicht einfach mal 30 km weit fahren, um mir eine Wohnung in preiswerterer Lage anzuschauen. DAS scheint kaum jemand zu verstehen. Ich leide unter anderem am Morbus Meniere, einer Erkrankung mit heftigem Schwindel, wo ich auch stürze.
Sämtliche Beratungsstellen versagen, selbst die Behindertenberatung des hiesigen Bürgeramtes.
Hinzu kommt eine komplettes Ausgebranntsein von all dem und auch von den Erkrankungen.
An wen könnte ich mich noch wenden? Wer liefert wirklich PRAKTISCHE Hilfe vor allem für das Thema Wohnraum? Wie könte ich das deligieren und an wen (ein Makler ist bereits gescheitert)? Es ist das Thema, was am meisten pressiert, gleich danach das Thema Einkommen, ob nun mit Rente oder ohne. Ich schaffe es derzeit nicht, beide Themen gleichzeitig "abzuarbeiten".
Mir ist nach aufgeben, weglaufen und über die noch schlimmeren Gedanken lasse ich mich hier mal nicht aus.
Vielen Dank fürs Lesen!
Kalli
wenn ich schreibe, ich befinde mich in den Wechseljahren, so ist das eine schamlose Untertreibung. Allerdings trifft das Wort den Kern meiner "Probleme".
Mich hats in eine grandiose Lebenskrise getrieben, die die Notwendigkeit Wechsel auf allen Ebenen erzeugt. Und das mir, die sich mit Veränderung schwer tut. Das nun scheint meine Lernaufgabe dieses Lebensabschnitts zu sein. UNd anstatt hier zu posten, das 95te Beratungsgespräch zu führen, Freunde und Therapeuten vollzujammern sollte ich handeln. Und genau daran scheitert es. Also nicht so sehr am Handeln, sondern am vorher entscheiden.
Diverse Ereignisse haben mich zum ängstlichen Menschen mutieren lassen, der ich sicher in dem Maße früher nicht war.
Ich bemühe mich um eine kurze Zusammenfassung: Die Wechseljahre sind sicher das geringste meiner Probleme, obwohl die Hormone meine Stimmungen pubertär schwanken lassen und die negativ-Ausschläge ziemlich heftig ausfallen. Auch die Tatsache, dass ich fast verblute (Ferritinwerte so, dass selbst Ärzte blass werden) und "eigentlich" die Gebärmutter raus müsste.
Das aber ist der Nebenschauplatz. Tatsache ist, dass ich unter reichlich Ungesundheiten leide, die zur Schwerbehinderung führten. Es geht zu weit, das detailliert zu beschreiben. Leider gibt es viele viele Einzeldiagnosen, aber keiner vermag die dahinterliegende Ursache zu finden. Die Ungewissheit raubt zusätzlich Kraft neben den Symptomen.
Ein EM-Rentenantrag wurde abgewiesen, aber nach Anraten meiner Doc und dem VdK(Sozialverband) bin ich in Klage gegangen, obwohl ich mir nicht so sicher bin, ob das richtig ist und ob ich es will. Ich fühle mich zu jung und die Rente fühlt sich zu wenig an, um darauf eine Lebensperspektive zu bauen.
Sei's drum. Die Ablehnung erfolgte im Oktober. Mein ALG I lief Ende Februar aus, Hartz IV is nicht. So habe ich in der Not wieder selbständig machen müssen, wohlwissend, dass ich auch davon nicht wirklich leben kann (Markt in dem Bereich sehr hart und ich zu leistungsschwach wg. Malässen). Ein bisschen die Hoffnung, irgendwo soft mit 15 Std. zu beginnen, ein bisschen die Hoffnung, dann auch mal mehr zu schaffen, wieder autonom werden.
Eine schwere Situation, aber ich dachte, ok, Du hast einen Partner, die hast Rücklagen, um diese Zeit zu überstehen, wo das Verfahren läuft und freiberuflich kannst Du noch ein paar Euro dazuverdienen. Dazu muss ich sagen, dass ich von meinem LeGe niemals auch nur einen müden Euro gesehen habe, aber ich erhoffte mir zumindest einen Halt durch körperliches und seelisches Vorhandensein.
Aber der entschied sich kurzerhand, dass er suizidal ist, unternahm einen entsprechenden und halbherzigen Versuch anfang des Jahres, um mich dann davon zu unterrichten, dass er dann JETZT auseinanderziehen wolle. Prinzipiell möchte ich ja niemandem im Wege stehen, der auf Reisen geht. Auch wenn das nach 11 Jahren streitarmer (ok, vielleicht etwas Aneinander-vorbeileben) Partnerschaft schon bitter ist. Allerdings gestaltet sich ein solches Unterfangen ohne Einkommen mit Schwerbehinderung in einer Region mit einem heiß umkämpften und teurem Wohnungsmarkt nicht wirklich leicht.
Ich habe nun selber schwere Depressionen. Rutsche sicher auch hormonell bedingt in Stimmungstiefs, die schon nicht mehr als solche zu bezeichnen sind, weil schon jenseits davon. Mich in einer Situation, wo mich der Partner mit einer zu großen und (viel) zu teuren Wohnung allein sitzen lässt (zieht nächste Woche aus) in eine entsprechende Klinik zu legen, wäre in der existentiell bedrohlichen Situation wohl eher kontraproduktiv und würde diese noch mehr eskalieren lassen, für meine seelische allerdings wäre sie mehr als notwendig, da ich hier Zustände habe, in denen mich meine Tiefs streckenweise handlungsunfähig machen und blockieren. Ich habe noch große "Lebenretter" inF orm von "Verwandten", die mir die Notlage etwas erleichtern. Aber ich muss jetzt schnell handeln, der Druck wächst.
Und da liegt der Knackpunkt. Ich bin zu keiner Entscheidung fähig. Wie mietet man eine Wohnung ohne Einkommen? Was ist der Bemessungsmaßstab? Ich zittere innerlich, einen Vertrag mit materiellen Folgen einzugehen, wenn ich nicht mal weiß, was ich mir leusten kann oder sollte. Ist schon klar, so preiswert wie möglich. Bemühe mich auch darum. Aber ich möchte wenigstens nicht auch noch mein altes Umfeld verlieren. Es ist der letzte innere Halt, den ich habe.
Mich beuteln immense Ängste und Sorgen. Ich habe bereits auf kleinsten Ebenen Entscheidungsschwierigkeiten, wie soll in dem Zustand große treffen? Ich bemühe mich darum, diese etwas zu deligieren, indem ich meine "Lebensretter" zu rate ziehen und mich ein wenig an deren Urteil und Rat hänge, sofern es nicht diametral meinen eigenen Bedürfnissen entgegensteht. Es scheint mir besser, als gar nichts zu tun.
Ich bräuchte GANZ dringend praktische Hilfe. Ich bin z.B. durch die Erkrankung Mobilitäts-eingeschränkt, auch wenn man es mir nicht auf den ersten Blick ansieht. So kann ich nicht einfach mal 30 km weit fahren, um mir eine Wohnung in preiswerterer Lage anzuschauen. DAS scheint kaum jemand zu verstehen. Ich leide unter anderem am Morbus Meniere, einer Erkrankung mit heftigem Schwindel, wo ich auch stürze.
Sämtliche Beratungsstellen versagen, selbst die Behindertenberatung des hiesigen Bürgeramtes.
Hinzu kommt eine komplettes Ausgebranntsein von all dem und auch von den Erkrankungen.
An wen könnte ich mich noch wenden? Wer liefert wirklich PRAKTISCHE Hilfe vor allem für das Thema Wohnraum? Wie könte ich das deligieren und an wen (ein Makler ist bereits gescheitert)? Es ist das Thema, was am meisten pressiert, gleich danach das Thema Einkommen, ob nun mit Rente oder ohne. Ich schaffe es derzeit nicht, beide Themen gleichzeitig "abzuarbeiten".
Mir ist nach aufgeben, weglaufen und über die noch schlimmeren Gedanken lasse ich mich hier mal nicht aus.
Vielen Dank fürs Lesen!
Kalli