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Wechseljahre und Kindheitstrauma

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Gast

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Ich leide unter meiner Einsamkeit, die nur in mir existiert. Ich bin sozial sehr gut eingebunden, enge Freunde, Familie, Job, und doch kann ich keine wirklich enge Beziehung zu einem Menschen eingehen, weil sie mich erdrückt, weil ich den anderen erdrücke. Ich wünsche mir so sehr eine innige Verbindung und bin völlig unfähig dazu. Ich bin mit suizidgefährdeten Eltern aufgewachsen und es gab keinen Erwachsenen, der sich um mich gekümmert hätte. Ich war ganz alleine mit dieser Last und Verantwortung. Und jetzt, 30 Jahre später, schlägt alles über mir zusammen. Ich bin bereits in Therapie. Aber manchmal erdrückt mich diese Einsamkeit und ich kann nur noch diesen Druck in meinem Bauch fühlen und der ist gerade unerträglich. Die Tränen fließen und ich habe das Gefühl, nie mehr aufhören zu können mit dem Weinen. Kennt jemand dieses Gefühl? Gibt es jemanden, der das nachvollziehen kann, weil er/sie auch mit suizidgefährdeten Eltern aufgewachsen ist?
 
Liebe Gästin,
ich stelle mir vor, dass du als Kind und Jugendliche stets die Nähe des Todes, der Bedrohung von ihm gespürt haben musstest .., dass dein Leben daurend davon dunkel gefärbt wurde und die konkrete Angst um deine Eltern kam noch dazu. Dieses Grungefühl begleitet dich wahrscheinlich (zum Teil) immer noch und ist vielleicht für deine innere Einsamkeit verantwortlich. Denn wie kannst du dich dem Leben, den Beziehungen ganz, bis in die Tiefe öffnen, wenn der Tod immer noch im Verborgenen, doch spürbar lauert ..?

Natürlich beendet er irgendwann unser Leben, aber diese Tatsache, diese damit verbundene Angst und Trauer, soll uns nich am Leben hindern! Bevor er eintritt ist unsere Aufagabe, zu leben, und mit der gegebnen Realität aktiv und auf unsere Weise zu verbinden, sie gestalten, uns weiter entwickeln. Und wenn der Gedanke an den Tod kommt und uns lehmt, sollen wir ihn bewusst loslassen - nicht verdrängen, sondern uns entscheiden, ihm die Macht über unser noch andauerdes Leben noch nicht zu geben, und - sich wieder entspannen. Ich glaube, wir sollen unser Leben davor schützen. Auf diese Weise versuche ich selbst damit umzugehen, weil auch mir, durch früher erlebte Lebensgefahren, kommt das beängstigende Bewusstsein des Todes oft viel zu nah.

Ich wünsche dir mehr dieser Nähe zum Leben und der Menschen darin! 🙂
Lenja
 
Hallo,
ich denke, suizidgefährdete Eltern sind nicht millionenfach verbreitet. Zumindest lassen es nicht Millionen von Eltern ihre Kinder spüren. Es ist traurig, dass deine Gegenwart so sehr durch die Vergangenheit geprägt wird und du dich einsam fühlst. Vielleicht findest du eine Selbsthilfegruppe, in der es um die Überwindung von Kindheitsängsten geht. hast du einen Menschen außerhalb der Therapie, mit dem du wirklich reden kannst?
 
Vielen Dank für diese ersten Antworten.
Ja, ich habe Menschen, mit denen ich reden kann. Ich habe Familie und enge Freunde, trotzdem fühle ich mich so oft einsam. Immer wenn ich mich auf einen einzelnen Menschen wirklich nah einlasse, stoße ich an meine Grenzen, überkommen mich eine große Angst und Verletzlichkeit.
Ich hatte gehofft, dass ich hier Menschen treffen kann, die Ähnliches erlebt haben, die nicht nur zuhören, sondern ihre Erfahrungen mit mir teilen können. Ich glaube, dass es ein Teil meiner Einsamkeit ist, dass mich niemand wirklich verstehen kann, der nicht selber eine solche Erfahrung gemacht hat. Es ist für "gesunde" Menschen so schwer nachzuvollziehen, was ich empfinde und durch welche innere Hölle ich manchmal gehe, obwohl mein Leben von außen betrachtet fast schon ideal aussieht.
 
Hallo Gast,
es ist nicht unbedingt nötig, dass es genau das gleich Schicksal ist, um zu verstehen. Hier gab es keine Eltern wo es immer wider um Suizid ging. Und doch gab es auch hier immer wieder die Angst diese zu verlieren. Doch das ist absurd. Absurd, vielleicht falsch- Doch hier gab es genug....
Nun aber zu dir, deiner Einsamkeit. Kannst du dir vorstellen woher sie rühren? Hier ist es auch oft. Inmitten von Menschen, sogar Menschen mit denen der Umgang gut ist, gut tut, kann diese Einsamkeit manchmal hervorbrechen. Es ist die letzten Jahre sehr viel besser geworden. Trotzdem taucht manchmal auf allein sein, ob gewollt, ungewollt, je nachdem, was von früher gerade besonders präsent ist.

Ein Kind kann nicht ohne seine Eltern. Doch es kann auch nicht immer mit der Angst um seine Eltern da sein. So kann es sein es trennt sich innerlich und ist dann allein. Es fühlt sich allein, einsam, weil es nirgends hin kann mit seinen Sorgen. Es ist einsam und allein mit all seiner Angst. Diese Angst, diese Einsamkeit steckt heute noch tief im Innern und manchmal ist sie einfach ganz doll da. Oft gerade dann, wenn es Menschen gibt, die wichtig sind, weil dann diese alte Angst auftaucht, diese evtl. verlieren zu können.

Was hier hilft, sie anzunehmen, doch gleichzeitig bewusst machen zum Leben ist es gut andere Menschen um sich zu haben und doch auch zu wissen und es sich bewusst zu machen, heute selbst für sich sorgen zu können und die Zeit mit anderen zu genießen.

Vielleicht ist etwas dabei, was dir bekannt vorkommt....

LG
Mittendurch
 
Hallo Mittendurch,

vielen Dank für Deine lieben Worte. Ja, genau daran arbeite ich, diese Angst vor Verlust und diese Einsamkeit anzunehmen, sie als etwas zu mir gehörendes zu akzeptieren und sie auszuhalten. Heute geht es mir auch schon viel besser. Aber gestern, als mich diese Schwere völlig in Besitz genommen hatte, da konnte ich nichts anderes mehr fühlen. Ich mag auch nicht andauernd meine Freunde und Familie damit "nerven". Es ist nicht so einfach, einen depressiven Menschen zu verstehen und auszuhalten.

Da war ich dankbar für dieses Forum. Ich werde es sicherlich wieder brauchen und ich werde auch öfter hereinschauen. Vielleicht kann ja auch ich mal jemandem ein paar tröstende Worte in der Not schreiben.

Vielen Dank an alle, die Anteil nehmen.
 
Hallo Gast,
es ist oft nicht so einfach sich selbst aus so alten Verlustängsten herauszuholen, doch nach und nach geht es immer besser. Ich wünsche dir sehr den deinigen Weg dafür zu finden und solange du es irgendwie brauchst, gern hier wieder schreiben, wenn ich es dann sehe, gern hab ich dann auch wieder ein paar Wort für dich, wenn auch ich hier bin. Denn ich weiß was es heißt, Angst zu haben die Eltern oder einen von ihnen evtl. zu verlieren, selbst wenn es dann nicht eingetreten ist. Doch woher kann ein Kind das wissen? Diese Verlustängste und die Einsamkeit, sind die, die damals nirgends hin konnten. Manchmal hilft es dies zu wissen.
LG
Mittendurch
 

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