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Was tun wenn alles triggert?

Felicitas

Aktives Mitglied
Hallo,

ich leide aufgrund von Gewalterfahrung an Posttraumatischem Belastungssyndrom.

Mittlerweile gehts mir zwar ganz gut, aber immer noch werd ich von Kleinigkeiten sehr stark getriggert und bin auch etw. paranoid.

Das können Gerüche sein, aber auch schon einzelne Worte die in Zusammenhang mit den Geschehnissen stehen. Z.B. wenn solche Worte (können Redewendungen, Ortschaften etc. sein...) im Fernsehen kommen, würd ich am liebsten ausmachen und gehen.
Das mag sich total krass anhören, gibt es doch sehr viele Dinge, die mich erinnern und ich kann sie nicht allen aus dem Weg gehen. Diese Kleinigkeiten die mich erinnern sind zum Teil so lächerlich klein und nichtig, dass ich mich deren schäme und andere mich dann für merkwürdig halten, weil ich bestimmte Songs, Orte usw. meide oder nicht gern dort hin will oder sie bitte bestimmte wörter nicht zu sagen. Komme mir selbst dabei idiotisch vor.

Wie komme ich damit besser zurecht?

LG Feli
 
Felicitas, wenn ich etwas sehe, höre, lese oder rieche was mich triggert, dann sage ich mir als erstes "es ist vorbei"; ich wende meinen Blick von dem ab was mich runterzieht, ich wende mich ab, höre auf zu lesen oder benutze ein Parfüm was mich in positive Stimmung versetzt.
Du bist mit Sicherheit nicht verrückt, dass geht vielen anderen ähnlich wie Dir. Jeder findet andere Wege aus diesem negativen Sog wenn er für sich entscheidet was positiv und was negativ ist.
 
Hi Felicitas,

kenne deine Situation auch sehr gut, was mir hilft sind Stabilisierungstechniken:

http://forum.rotetraenen.de/thread.php?threadid=29310

einfach mal ausprobiern, sonst kannst du es auch mit einem bestimmten Geruch, der dich an etwas positives erinnert versuchen.
Oder wenn du dir ein besonderes Bild mitnimmst und dir aufjeden Fall klar machst, dass du in Sicherheit bist. "Ich bin hier in Sicherheit"

lg, fee

P.S. Im Kino läuft derzeit ein brutaler Trailer: "Oneway" mit Till Schweiger, es geht um V... also Kino vll besser meiden oder erst nach der Filmwerbung in den Film... tiggert auch sehr
 
Liebe Fee,
genauso funktioniert es. Jeder entwickelt für sich einen Schutz, bestimmte Rituale. Diese schrecklichen Gefühle kann man nur durch den Kopf ausschalten.
Lieben Gruß
Beate
 
Hallo Felicitas,

bist du wegen des postraumatischen Belastungssyndroms in psychologischer Behandlung? Wäre sinnvoll. In einer Traumatherapie kann man Techniken erlernen wie man mit dem Triggern umgehen kann.

Du musst dich absolut nicht schämen für das was dir derzeit passiert...es sind oft Kleinigkeiten, die Auslöser sind, dass ist an sich total normal für ein postraumatisches Belastungssyndrom. Am besten ist offener Umgang damit...mach dich verständlich, erklär warum du tust was du tust, dann werden dich umgebende Menschen auch besser verstehen können.
Sich schämen und Rückzug sind Quatsch..solltest du dir nicht antun...Flucht nach vorne ist oft besser!
Auslöser kann man eh auf Dauer nie meiden..ich denke ständiges Vermeiden hilft oft nicht, sondern verstärkt ggf. noch...ich persönlich bin nach erlebtem Gewalttrauma den WEg der Konfrontation mit meinen inneren Ängsten gegangen und sehr gut damit gefahren.
Wichtig dabei ist natürlich Menschen an seiner Seite zu haben, die Bescheid wissen und einen auffangen können...wozu auch Menschen gehören, die was von der Materie verstehen und einem in dieser schweren Zeit professionell helfen können.
Wichtig ist v.a. die klare Zielsetzung diese Phase der Belastung zu überwinden..erkundige dich wie du das kannst, wende dich an einen Therapeuten, nimm rechtzeitig genügend professionelle Hilfe an, denn ansonsten könnte das Ganze ggf. in eine ernsthafte Erkrankung (Angstpsychose z.b. )eskalieren. Vorsicht ist o.k. aber Furcht oder Paranoi sind zu viel...und dauerhaft schädlich für die Psyche. Das würde ich an sich eher nicht riskieren wollen. TRiggern bedeutet, dass die Erinnerungen einen Weg nach außen finden wollen...und das sollten sie auch, denn Seelenmüll muss raus!....auch wenn das nicht einfach ist..aber verdrängen oder immer nur Ablenkung ist hier an sich in meinen Augen eher schädlich. Ich denke wenn du tust, was notwendig ist, wirst du es gut schaffen diese Situation zu meistern!

Viel Erfolg dabei!
Gruß
Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi ihr lieben,

hi Tyra,

ja ich bin in Behandlung, allerdings hab ich nur alle 4 Wochen eine Sitzung, ich hab leider sehr, sehr wenig Zeit (beruflich), um jede Woche Therapie reinschieben zu können, das hört sich sicher und nach Ausrede an.

Viele Menschen wissen davon, einige akzeptieren es, andere können nicht nachvollziehen, warum ich so handele, aber die Mehrzahl der Menschen, denen ich so begegne wissen es nicht z.B. meine ganze Schulklasse. Ich hab etw. angst, dass sie denken könnten, dass ich mich wichtig machen will oder sich fragen, was ich dann in einem psychologisch/pädagogischen Beruf zu suchen habe, wenn ich selbst so geschädigt bin.

Im Prinzip meinte mein Therapeut ich wäre schon sehr weit. Mir geht es soweit auch ziemlich gut, Problem sind die Ferien oder wochenenden, wenn ich nichts zu tun habe, dann strömt viel auf mich ein, dann lösen wieder Dinge etwas aus, die eigentlich schon lange gegessen waren.

Ein paar "Angstfaktoren" habe ich schon weg, das freut mich auch sehr. Hatte eine zeitlang sogar angst in mein eigenes Auto zu steigen, aus angst vor Trigger.

Ich bin meister im Verdrängen, auch weil ich noch sehr große Schuldgefühle habe daran was mir passiert ist, auch wenn es bald ein Jahr her ist.

Ich hab auch keine akkuten Panikattacken oder so, einfach, wenn mich etw. triggert so ein komisches unwohlsein, dass ich nicht beschreiben kann, ein "sei doch still" bei bestimmten worten, ein kurzer STich, unwohlseind unruhe, die ich nicht beschreiben kann, dann ist es meist schnell wieder weg. Ich kanns nicht richtig erklären. OFt weiß ich auch gar nicht, warum, ich bringe schon dinge in zusammenenhang ohne überhaupt an die Erfahrung zu denken, lösen sie etwas aus ohne dass ich an die erfahrung denke oder mich grad erinnere...

Sorry richtig beschreiben kann ich es nicht
Danke für eure lieben Worte

Feli
 
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