Vernunft96
Mitglied
Guten Tag liebe Community,
ich versuche mich kurz zu fassen: Schon als Kind wollte ich unbedingt vor Schüler stehen, Wissen weitergeben und an der Tafel viel schreiben. Deswegen wollte ich seit dem zwölften Lebensjahr Lehrer werden und verfolgte dieses Ziel bis 2020.
Leider haben viele Lehrer an mich nicht geglaubt. Mein Lebensweg begann in der Förderschule. Langsam habe ich mich bis zum Abitur hochgearbeitet. Doch dann fingen die Probleme richtig an.
Nach dem Abitur konnte ich mich endlich meinem Traumstudium, das Lehramt, widmen. Die ersten vier Semester liefen nicht sonderlich gut. Depressionen und Angstzustände haben mein Leben beherrscht, sodass ich mit dem Leistungsdruck nicht zurechtkam. Mein Traum fing zu bröckeln an und nach vier Semestern entschied ich mich das Studium, auch auf Rat meiner Psychotherapeutin abzubrechen.
Daraufhin fing ich eine Ausbildung beim Rechtsanwalt an. Da ging es mir zwar psychisch auch nicht gut, aber doch durchaus etwas besser verglichen zur Studienzeit. Dank der Struktur und der besser erreichbaren Ziele habe ich mehr Lebensfreude gespürt. Ich habe mich selbst wieder gespürt. Ich konnte mehr Freizeit für mich freischaufeln. So hatte ich auch mehr Zeit zum Kochen und für meine Partnerschaft. So war meine Idee, du machst diese Ausbildung zu Ende und schaust dann weiter. Ich wusste aber schon nach einem Ausbildungsjahr, dass es mich überhaupt nicht erfüllt und wie ich mit den kommenden steigenden Mieten überhaupt mit diesem Beruf zurechtkommen soll, ist auch fraglich.
Dann habe ich meinen Partner im November 2020 kennengelernt und zog im August 2021 zu ihm. Der Umzug passierte erst dann, als ich einen Betrieb gefunden habe, wo ich meine Ausbildung zum Rechtsanwaltsgehilfen fortsetzen kann.
Leider wurde ich nach drei Monaten im neuem Betrieb gekündigt und suche seit Oktober nach einem Teilzeitjob und nach einer neuen Ausbildung.
Ich suche auch nach Praktikumsstellen, um durch Praktika in den Ausbildungsberuf reinzukommen, weil es in meinem Alter nicht so einfach ist. Ich habe leider im Moment trotz vieler Bewerbungen einen Haufen an Absagen angehäuft.
Ich habe lange überlegt und mir wirklich viele Gedanken gemacht, was für Stärken und Schwächen ich habe und welche Berufe optional in Frage kämen:
Seit Dezember 2020 mache ich mich deswegen schon verrückt.
So habe ich mir seit Dezember 2020 viele Gedanken gemacht, was ich noch im meinem Leben rausholen kann und was mir Spaß macht. Und da setzt schon das Problem an:
Alle meine Alternativen sind leider brotlos und das zermürbt mich einfach:
Deutsch und Englisch auf Lehramt - brotlos, es studieren zu viele
Lektor in Bezug auf historische Themen
Weg: Geschichtswissenschaftsstudium
Problem: Brotlos, die Berufsaussichten sind sehr mau.
Fernsehmoderator, Journalist
Weg:Geschichtswissenschaften und Kommunikationswissenschaften
Problem: Brotlos, die Berufsaussichten sind hier auch sehr mau, trotz vieler Praktika nebenbei.
Mediengestalter für Bild und Ton
Weg: Ausbildung
Problem: Brotlos, die Berufsaussichten sind sehr mau, diesen Beruf wollen zu viele ergreifen.
Geschichtsprofessor
Weg: Geschichtswissenschaften
Problem: Brotlos, es gibt zu wenige Planstellen für diesen Beruf, Risiko ist zu hoch.
Fachinformatiker für Systemintegration
Weg: Ausbildung
Bewertung: Gute Aussichten, durch Erfahrung kann man sich beweisen und es hat Zukunft.
Jetzt habe ich das Glück, Anfang März eine Praktikumsstelle in einer Computerfirma gefunden zu haben. Der Chef ist sehr zufrieden mit mir und mir macht es schon Spaß, aber ich wünsche mir schon mehr Textarbeit. Aber aus anderen Gründen kann ich in meinem Leben im Moment mir leider den Wunsch nicht erfüllen, einen textlastigen Beruf auszuüben. Die Gründe stehen oben bei den Berufsbezeichnungen. Das frustriert mich vehement.
Ich bin mittlerweile bald 26 und bin sehr verzweifelt.
Was mir durch meine Kündigung klar wurde ist, dass ich leider nicht in der Lage bin, zahlreiche Aufgaben gleichzeitig zu machen. Ich kann mir vieles nicht im Kurzzeitgedächtnis behalten. Wenn mein Chef mir sagte, ich soll diese Seite kopieren und danach noch zwei Sachen einscannen zum Beispiel, habe ich nach dem Kopieren, nochmals nach meiner Aufgabe gefragt. Das liegt daran, weil ich meine Arbeitsanweisung vergessen habe. Und das passierte sehr oft. Das ist ein nicht endeter Teufelskreis für mich.
Was hinzukommt, ist meine Unsicherheit beim Deuten der Intentionen der Menschen im Arbeitsleben. Mehrmals habe ich eigeninitiativ versucht mich einzusetzen, so habe ich zum Beispiel selbstständig vom Tisch meiner Chefin die Akte genommen, um Termine und Fristen einzutragen. Dann ist Sie ausgerastet und hat gesagt, was mir einfällt. Ich stand wie versteinert da und wusste nicht was ich sagen soll. Als Sie mich fragte, ob ich das auch bei meinem ehemaligen Chef so gemacht habe, habe ich dies bejaht. Da ist Sie richtig ausgetickt. Ich versuche alles irgendwie richtig zu machen und mache dann doch alles falsch. Das ist leider auch so im privaten Umfeld.
Dieses Akten selbstständig vom Arbeitstisch nehmen, habe ich bei meinem vorherigen Chef machen sollen. In meinem ersten Ausbildungsbetrieb hieß es, ich soll einfach eigenständig die Akte an seinem Tisch heraussuchen und abarbeiten.
Als ich vor kurzem einen Probetag beim Teilzeitjob fand, war ich heilfroh. Aber dank dieser Vergesslichkeit wurde ich im Probearbeitstag direkt nach zwei Stunden rausgeschmissen. Das tut so weh.
Hobby:
Ich gebe Nachhilfe hobbymäßig und erfrische meine Englischkenntnisse aktuell. Unterrichten macht mir sehr großen Spaß und die Schüler geben mir auch das Feedback, dass ich verständlich erkläre.
Ebenfalls lese ich sehr gerne.
Meine Partnerschaft:
Andererseits ist das Thema Partnerschaft sehr präsent. Ich weiß aber nicht, ob das in das große Thema Beruf reinpasst. Deswegen mache ich dazu einen separaten Thread.
Nun zurück zu meiner Überschrift, ,,was soll ich bloß tun?"
Ich bin auch auf einer Warteliste beim Psychotherapeuten.
Ich bin komplett verzweifelt.
Viele Grüße
Vernunft96
ich versuche mich kurz zu fassen: Schon als Kind wollte ich unbedingt vor Schüler stehen, Wissen weitergeben und an der Tafel viel schreiben. Deswegen wollte ich seit dem zwölften Lebensjahr Lehrer werden und verfolgte dieses Ziel bis 2020.
Leider haben viele Lehrer an mich nicht geglaubt. Mein Lebensweg begann in der Förderschule. Langsam habe ich mich bis zum Abitur hochgearbeitet. Doch dann fingen die Probleme richtig an.
Nach dem Abitur konnte ich mich endlich meinem Traumstudium, das Lehramt, widmen. Die ersten vier Semester liefen nicht sonderlich gut. Depressionen und Angstzustände haben mein Leben beherrscht, sodass ich mit dem Leistungsdruck nicht zurechtkam. Mein Traum fing zu bröckeln an und nach vier Semestern entschied ich mich das Studium, auch auf Rat meiner Psychotherapeutin abzubrechen.
Daraufhin fing ich eine Ausbildung beim Rechtsanwalt an. Da ging es mir zwar psychisch auch nicht gut, aber doch durchaus etwas besser verglichen zur Studienzeit. Dank der Struktur und der besser erreichbaren Ziele habe ich mehr Lebensfreude gespürt. Ich habe mich selbst wieder gespürt. Ich konnte mehr Freizeit für mich freischaufeln. So hatte ich auch mehr Zeit zum Kochen und für meine Partnerschaft. So war meine Idee, du machst diese Ausbildung zu Ende und schaust dann weiter. Ich wusste aber schon nach einem Ausbildungsjahr, dass es mich überhaupt nicht erfüllt und wie ich mit den kommenden steigenden Mieten überhaupt mit diesem Beruf zurechtkommen soll, ist auch fraglich.
Dann habe ich meinen Partner im November 2020 kennengelernt und zog im August 2021 zu ihm. Der Umzug passierte erst dann, als ich einen Betrieb gefunden habe, wo ich meine Ausbildung zum Rechtsanwaltsgehilfen fortsetzen kann.
Leider wurde ich nach drei Monaten im neuem Betrieb gekündigt und suche seit Oktober nach einem Teilzeitjob und nach einer neuen Ausbildung.
Ich suche auch nach Praktikumsstellen, um durch Praktika in den Ausbildungsberuf reinzukommen, weil es in meinem Alter nicht so einfach ist. Ich habe leider im Moment trotz vieler Bewerbungen einen Haufen an Absagen angehäuft.
Ich habe lange überlegt und mir wirklich viele Gedanken gemacht, was für Stärken und Schwächen ich habe und welche Berufe optional in Frage kämen:
Seit Dezember 2020 mache ich mich deswegen schon verrückt.
So habe ich mir seit Dezember 2020 viele Gedanken gemacht, was ich noch im meinem Leben rausholen kann und was mir Spaß macht. Und da setzt schon das Problem an:
Alle meine Alternativen sind leider brotlos und das zermürbt mich einfach:
Deutsch und Englisch auf Lehramt - brotlos, es studieren zu viele
Lektor in Bezug auf historische Themen
Weg: Geschichtswissenschaftsstudium
Problem: Brotlos, die Berufsaussichten sind sehr mau.
Fernsehmoderator, Journalist
Weg:Geschichtswissenschaften und Kommunikationswissenschaften
Problem: Brotlos, die Berufsaussichten sind hier auch sehr mau, trotz vieler Praktika nebenbei.
Mediengestalter für Bild und Ton
Weg: Ausbildung
Problem: Brotlos, die Berufsaussichten sind sehr mau, diesen Beruf wollen zu viele ergreifen.
Geschichtsprofessor
Weg: Geschichtswissenschaften
Problem: Brotlos, es gibt zu wenige Planstellen für diesen Beruf, Risiko ist zu hoch.
Fachinformatiker für Systemintegration
Weg: Ausbildung
Bewertung: Gute Aussichten, durch Erfahrung kann man sich beweisen und es hat Zukunft.
Jetzt habe ich das Glück, Anfang März eine Praktikumsstelle in einer Computerfirma gefunden zu haben. Der Chef ist sehr zufrieden mit mir und mir macht es schon Spaß, aber ich wünsche mir schon mehr Textarbeit. Aber aus anderen Gründen kann ich in meinem Leben im Moment mir leider den Wunsch nicht erfüllen, einen textlastigen Beruf auszuüben. Die Gründe stehen oben bei den Berufsbezeichnungen. Das frustriert mich vehement.
Ich bin mittlerweile bald 26 und bin sehr verzweifelt.
Was mir durch meine Kündigung klar wurde ist, dass ich leider nicht in der Lage bin, zahlreiche Aufgaben gleichzeitig zu machen. Ich kann mir vieles nicht im Kurzzeitgedächtnis behalten. Wenn mein Chef mir sagte, ich soll diese Seite kopieren und danach noch zwei Sachen einscannen zum Beispiel, habe ich nach dem Kopieren, nochmals nach meiner Aufgabe gefragt. Das liegt daran, weil ich meine Arbeitsanweisung vergessen habe. Und das passierte sehr oft. Das ist ein nicht endeter Teufelskreis für mich.
Was hinzukommt, ist meine Unsicherheit beim Deuten der Intentionen der Menschen im Arbeitsleben. Mehrmals habe ich eigeninitiativ versucht mich einzusetzen, so habe ich zum Beispiel selbstständig vom Tisch meiner Chefin die Akte genommen, um Termine und Fristen einzutragen. Dann ist Sie ausgerastet und hat gesagt, was mir einfällt. Ich stand wie versteinert da und wusste nicht was ich sagen soll. Als Sie mich fragte, ob ich das auch bei meinem ehemaligen Chef so gemacht habe, habe ich dies bejaht. Da ist Sie richtig ausgetickt. Ich versuche alles irgendwie richtig zu machen und mache dann doch alles falsch. Das ist leider auch so im privaten Umfeld.
Dieses Akten selbstständig vom Arbeitstisch nehmen, habe ich bei meinem vorherigen Chef machen sollen. In meinem ersten Ausbildungsbetrieb hieß es, ich soll einfach eigenständig die Akte an seinem Tisch heraussuchen und abarbeiten.
Als ich vor kurzem einen Probetag beim Teilzeitjob fand, war ich heilfroh. Aber dank dieser Vergesslichkeit wurde ich im Probearbeitstag direkt nach zwei Stunden rausgeschmissen. Das tut so weh.
Hobby:
Ich gebe Nachhilfe hobbymäßig und erfrische meine Englischkenntnisse aktuell. Unterrichten macht mir sehr großen Spaß und die Schüler geben mir auch das Feedback, dass ich verständlich erkläre.
Ebenfalls lese ich sehr gerne.
Meine Partnerschaft:
Andererseits ist das Thema Partnerschaft sehr präsent. Ich weiß aber nicht, ob das in das große Thema Beruf reinpasst. Deswegen mache ich dazu einen separaten Thread.
Nun zurück zu meiner Überschrift, ,,was soll ich bloß tun?"
Ich bin auch auf einer Warteliste beim Psychotherapeuten.
Ich bin komplett verzweifelt.
Viele Grüße
Vernunft96