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Was macht euch aus? Worüber definiert ihr euch?

  • Starter*in Starter*in muddle
  • Datum Start Datum Start
M

muddle

Gast
Hallo,

mich würde mal sehr interessieren, wie ihr euch selbst beschreiben würdet? Was macht eure Persönlichkeit aus? Was steht für euch? Was ist typisch für euch und wird von anderen gesehen?

Es geht mir um folgendes: Ich bin wegen diverser Dinge in Therapie und es ist u.a. so, dass ich meine Störungen teilweise gar nicht so recht loswerden will. Warum? Weil ich finde, dass ich in allem einfach normal bin. Ich habe ständig das Gefühl, dass andere besonders gut aussehen, einen tollen Kleidungsstil haben, tolle Auslandserfahrungen oder Jobs haben, besondere Hobbies haben, in einem Sport recht erfolgreich sind, bestimmte sehr hervorstechende Eigenschaften haben oder was es nicht noch alles gibt.

Bei mir finde ich nichts dergleichen. In allem bin ich normal. Aber ich will nicht normal sein. Daher will ich meine Störungen auch irgendwie nicht loswerden. Wer bin ich denn dann? Was definiert mich dann? Dass dieses Denken schwachsinnig ist, das weiß ich natürlich selbst. Oft merke ich, dass ich mich durch Meinungen etc. besonders von anderen abheben will...bei meiner Mutter ist das recht extrem, da ich ihr nicht ähnlich sein will. Aber das ist ein anderes Thema 🙂

Was ich hiermit erreichen will? Nun, eigentlich finde ich, ist das ein sehr interessantes Thema. Zum anderen bin ich auf Ideensuche. Vielleicht ist es sinnvoll für mich, mir ein bestimmtes Hobby, eine Tätigkeit etc. zu suchen. Irgendwas, das mich ausfüllen könnte und vielleicht nicht alltäglich ist. Ich bin nur absolut einfallslos und möchte auch mal ein wenig über den Tellerrand hinausschauen.

Also: Erzählt mir, was für euch steht, was euch ausfüllt, was euch definiert, wie andere euch sehen! 🙂
 
Hallo,

Vielleicht ist es sinnvoll für mich, mir ein bestimmtes Hobby, eine Tätigkeit etc. zu suchen. Irgendwas, das mich ausfüllen könnte und vielleicht nicht alltäglich ist. Ich bin nur absolut einfallslos und möchte auch mal ein wenig über den Tellerrand hinausschauen.

🙂

Antrieb etw zu tun ist: Spaß - Ruhm - Geld

also, was würde dich erfüllen zu tun(sportlich oder kreativ etc. etc.), wenn du dafür von niemendem beachtet werden würdest und auch kein geld bekommen würdest?
 
Antrieb etw zu tun ist: Spaß - Ruhm - Geld

also, was würde dich erfüllen zu tun(sportlich oder kreativ etc. etc.), wenn du dafür von niemendem beachtet werden würdest und auch kein geld bekommen würdest?


Naja, beim Ruhm wären wir ja wieder bei der Anerkennung. Das kann man also getrost weglassen 😉 Spaß, klar. Aber was macht mir Spaß? Mir fällt es nicht leicht, das herauszufinden. Daher suche ich nach Ideen, Dingen an denen ich anknüpfen kann...Dinge, die mich vielleicht auf eine Idee bringen. Ich möchte keine "Tipps" in dem Sinne, sondern würde gerne einfach von euch hören, was euch erfüllt, was euch zu dem macht, was ihr seid! Das können Hobbies, Interessen, Persönlichkeitseigenschaften, Ansichten etc. sein. Alles, was ihr euch so denkt.
 
Ich antworte mal knallhart auf deine Fragestellung, diese ''Symptomatik'' kenne ich nämlich nur zu gut von mir selbst... vielleicht in anderen Facetten, aber das Gesamtbild ist ein Ähnliches. Ich habe Jahre gebraucht um zu merken dass ich unterschwellig sehr viel Neid in mir trug, darauf dass andere besser aussehen, mehr leisten, beliebter, erfolgreicher, aktiver sind, und schließlich habe ich mich an meine Depressionen und die ganzen anderen psychischen Probleme geklammert... die haben mir gehört, das war ich in Reinform, das war wie ein Zuhause, und vor allem werden Menschen mit psychischen Störungen oftmals ja als ''interessanter'' wahrgenommen als diese ganzen scheinbar so glatten, glücklichen, perfekten Persönlichkeiten die tagein, tagaus vor uns herumstolzieren. Das sind sie nicht, glaub mir. 😉

Mittlerweile habe ich andere Qualitäten an mir entdeckt, bin vielleicht sogar etwas selbstverliebt geworden... aber wieso auch nicht? Ich schade niemandem, mir tut es gut, und es ist ein guter Schutz gegen Angriffe, Beispiele der Qualitäten, die man selbst nie haben wird... ich definiere mich über meine Fähigkeit zu schauspielern, zu imitieren, vorzutäuschen, im einen Moment einfühlsam und empathisch, im nächsten Moment distanziert und überlegen, ohne negative Konnotation, manchmal sogar zum Besseren meines Gegenübers, sondenr in ''lehrender'' Position, falls er es erlaubt und ich es mir zutraue. Ich definiere mich über meinen - ich nenne es mal so - Wahnsinn, die glatte Fassade, das seriöse Auftreten, die mir gegebene Möglichkeit Gespräche auf hohem geistigen Niveau zu führen, gerade und gesellschaftsfähig, um dann im nächsten Moment auszubrechen und meinem Gegenüber klarzumachen dass ich einen Grad an geistiger Flexibilität besitze, der keinesfalls einzigartig oder unerreicht, aber besonders und vorteilhaft ist. Das klingt böse und abgründig, aber es kommt eben darauf an wozu man seine Fähigkeiten nutzt, und wenn es zum Vorteil beider Parteien ist, wie es häufig der Fall ist, ist doch alles prima.

Was kannst du gut? Ich habe mein Talent zu ''spielen'' über Umwege entdeckt... ich besitze eine gute Auffassungsgabe, vor allem was Texte angeht, kann meine Gedanken meist gut in Worte fassen, neige dazu, Eigenarten meines Gegenübers zu imitieren, und tadaa - sieh da, ich bin in der Lage zwischenmenschlich zwischen verschiedenen Ebenen zu switchen wie es mir passt. Das macht mich nicht unfehlbar oder anderen überlegen, aber es ist die Insel meiner Talente auf die ich mich zurückziehen kann; und sollte es sich dabei um eine Illusion handeln, fein, wenigstens hält es mich davon ab, mich immer wieder mit meiner Schwäche bezüglich Technik oder Mathematik zu beschäftigen. Jeder kann etwas, er wird darin nie der Beste sein, aber darum geht es nicht. Nutze das, was du hast, mach etwas daraus, das du als nützlich ansiehst, etwas, das du genießen kannst. Lass dich nicht niedermachen, und vor allem: mach dich nicht selbst nieder. Und achte gleichzeitig darauf, nicht in einen schwärmerischen Rausch zu verfallen, der dich vom Boden der Tatsachen entfernt.

Sich selbst zu definieren ist die schwerste Aufgabe, die Frage ''wer bin ich?'' nicht zu beantworten. Aber du kannst einzelne Qualitäten herausarbeiten, sie so lange verbessern bis du zufrieden bist, Neues lernen, dich weiterbilden, nicht nur im Sinn von Wissen erwerben.

Was kannst du? Und sag nicht ''nichts'' oder ''nichts Besonderes''. Du musst nicht perfekt sein, nichtmal unbedingt besser als der Durchschnitt, aber du wirst es merken ob dir etwas liegt, das kann Zeichnen, Rechnen, Schreiben, Reden, Organisieren sein, ganz oder in Teilen, oder auch etwas ganz anderes.....

Wenn du nicht weißt was dir Spaß macht, frag dich was du kannst, meistens liege die Antworten zu diesen Fragen nicht weit voneinander entfernt... ich wünsche dir viel Erfolg. 🙂

Liebe Grüße
monroe
 
Hey Du 🙂

Ich kann dich absolut verstehen und meine in deinem Eingangspost mich an der einen oder anderen Stelle wiederzuerkennen 😉 Die Idee, andere mal danach zu fragen, wie sie die Dinge sehen, finde ich gut. Manchmal kann etwas Input einen enorm weiterbringen im Sinne einer Initialzündung 🙂 Dann werd ich wohl auch mal ein bisschen erzählen:

Früher habe ich mich ebenfalls über meine Symptomatik, das SVV und die düsteren Gedanken definiert. Das war ein Platz, an den ich "gehörte" und wo man mich "verstand". Das Internet und Kliniken sind da Orte, wo man diese "Subkultur" wunderbar kultivieren kann. Da wirst du mir bestimmt zustimmen. Aus diesem Denken rauszukommen und die Krankheit tatsächlich "abzugeben" war ein langer Reifungsprozess, der Jahre gedauert hat und mich oft an die äußerste Grenze bringen musste, damit ich loslassen konnte. Ich bin nicht nur einmal fast körperlich und seelisch gestorben.

In diesem Prozess habe ich viel gelernt und vor allem viele tolle Menschen getroffen und viel gelesen. Mich haben die Worte, die andere Menschen für bestimmte Dinge gefunden haben, oft ganz gut erreicht und weitergebracht. Ich habe für mich einige Dinge mitnehmen können und habe nun eine völlig andere Einstellung zum Leben.

Ich denke, dass alles einen Sinn hat. Dass es so etwas wie Bestimmung und Schicksal gibt und dass nichts ohne Grund passiert. Ich glaube auch an Liebe und Freiheit und dass man beides zusammen finden kann. Und dass das die absolute Erfüllung wäre. Ich nehme andere an, wie sie sind - so gut ich kann. Ich versuche, nichts mehr zu erzwingen und nicht mehr zu verändern - sondern zu akzeptieren und Konsequenzen zu ziehen. Ich glaube an Frieden und Gewaltfreiheit und vielleicht bin ich deshalb auch ein kleiner Hippie. Ich glaube, dass es keine guten Gründe für Böswilligkeit und Gewalt gibt. Und ich denke, dass jeder zuerst an sich selbst und dann an andere denken sollte. Denn dann wäre an jeden gedacht. Natürlich nicht im Sinne von "den eigenen Vorteil suchen" sonder im Sinne von "sich selbst heil machen". Selbstliebe ist eine große Aufgabe, die nicht viele bewältigen. Ich glaube, es sind gerade die Menschen, die sich selbst lieben, die so interessant wirken.

Ich definiere mich also zum einen über dieses "hippiemäßige" Gedankengut. Dann identifiziere ich mich total mit der Tattoo- und Piercing-Subkultur, weil ich dort neben einer mich ansprechenden Ästhetik viele interessante und alternative Menschen kennen lernen durfte. Ein kreatives Leben neben der gängigen Konvention ist einfach mein Ding. 🙂

Außerdem liebe ich es zu reisen und habe auch schon einen längeren Auslandsaufenthalt allein bestritten. Wenn meine Ängste endlich besser sind, will ich auch unbedingt wieder mehr allein reisen.. Auch etwas, was zu mir gehört. So sehe ich mich zumindest. 🙂

Tja. Was noch? Ich liebe Tiere und Natur! Auch Sachbücher und Dokus darüber. Spazieren gehen, reiten und auch einfach mal den Nachbarshund streicheln. Gehört alles dazu für mich. Ich würde mich gern als Aktivisten sehen, aber leider bin ich da noch nicht angekommen. Aber hier soll es ja darum gehen, wie man sich IM MOMENT sieht. 😉

Und zu guter letzt: Durch meine bewegte und auch schwierige Vergangenheit sehe ich mich nach wie vor als etwas "Besonderes". Das versuche ich auch mit meiner alternativen Lebensweise und meinem Aussehen (Kleidung, Tattoos, Piercings) nach außen zu tragen, um es so auf einer anderen Ebene als der "Krankheitsebene" leben zu können. Weißt du, wie ich das meine? Außerdem führe ich gern tiefgründige Gespräche, in denen ich anderen versuche, Mut zu machen. Mut, aus ihren eigenen Problemen wie Krieger hervorzugehen.

Hm, das war schon komisch 🙂 Hab glaube ich noch nie so oft das Wort "ich" in einem Beitrag benutzt 😀 Aber du hast es ja nicht anders gewollt! Vielleicht hat es dir ja sogar etwas gebracht 🙂

GLG
 
Worüber ?

Brauch ich nen Umweg, über irgendwas ?

Ich verdränge eine mehr oder weniger fest definierte Quantität Raum-Zeit-Kontinuum. Da sich in dieser Quantität Raum-Zeit grad' niemand anderes rumdrückt, hab ich halt wieder mal die Arschkarte und darf dieses Loch im Universum mit meiner Anwesenheit stopfen. Cogito, ergo dumm...

Und Störungen sind relativ. Hab' das anderswo schon erwähnt. Schlechte shrinks brauchen auch Einkünfte, also werden die Grenzen dessen, was als 'normal' gilt immer enger gesteckt, bis schließlich noch der allerletzte Mensch ein - zahlendes - Plätzchen auf der Couch findet. Nicht rumgiften jetze, weil ich hier vermeintlich die Zunft der Psyhotherapeuten in den Dreck ziehen will. Die Betonung liegt auf 'schlecht' im vorangegangen Satz. Gute gibts wahrscheinlich viel zu wenige... Sofern Deine 'Störungen' ( hättest Du mehr Kohle würde man sie als Marotten oder Exzentritäten bezeichnen 😉 ) also nicht innem bewaffneten Rambazambarun oder ähnlichen gesellschaftlich geringgeschätzten Verhaltenmustern endet - feel free to be what you wanna be

Aber zurück zum definieren - ich bin hier , du bist da. Du kannst - zumindest physisch nicht da sein, wo ich bin. Und ich kann - physisch - nicht da sein wo du bist. Ein gewisses Aufeinander und Ineiander ist möglich und wird ausgiebig und oft praktiziert - aber 100% Kongruenz in 3D ist nicht zu machen 😉 . Da Physik immer in den ersten Stunden gewesen ist, war ich meistens zu verpennt, ansonsten könnte ich Dir sogar sagen, wer diesen Bettel formuliert hat. Einstein kann ja nicht an allem Schuld sein...

Braucht also nicht zwingend Designerlabel, Vereinsmitgliedschaft, Sektenzugehörigkeit, oder sonst irgendwas um einfach zu - sein.

Vielleicht bist du ja Stöppel im Universum, der den ganzen Kram am Auslaufen hindert, vielleicht bin ich es, oder er, oder sie, oder jemand der den Dross hier grad liest ...

Zu einfach definiert? Zu kompliziert definiert?

Ein räuberisches Bergvolk im Süden der Republik hat sich eine promilleprollige Selbstdifinition zugelegt, die genauso gut oder genauso schlecht wie jede andere ist :

Mia san mia
mia san hia
bring ma no a bia ...

Passend untermalt von Haindling oder - wer die härtere Gangart vorzieht - Rammstein 😉


Viel Spaß mit dem Rest Deines Lebens 🙂
 

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