Wer Glück hat, erwischt einen Vater, der herzlich ist, annehmend, gern Vater ist. Das war meiner nicht gerade, er fluchte immer über diese vielen Kinder, die er nie wollte und die man ihm angehängt hat.
Auch wenn ich noch so angestrengt nachdenke, ich sah nie wohlwollende Blicke, oder gar Interesse.
Er war aber trotzdem gut, denn er schuftete Tag und Nacht, um diese vielen Mäuler satt zu kriegen, uns ein Haus zu bauen, uns überall hinzuchauffieren und zuletzt lasen wir in seinem Testament: an alle sieben Kinder soll alles zu gleichen Teilen aufgeteilt werden.
Als er verstorben ist, habe ich monatelang geweint, so viel Trauer brach da auf, alles Ach und Weh, das ich wegen ihm hatte sprudelte heraus. Dann habe ich abgehakt und aus meinem Leben verbannt.
Ein Fremder, über den ich nicht mal reden mag, meine Geschwister sehen ihn anders.
Was ich aber weiß, im Nachhinein betrachtet, viel gäbs nicht ohne ihn, mich zb... 🙂
Das sind doch auch nur Menschen, wenn man ihre Biographie anschaut, dann müssen sie einem leid tun, diese glücklosen Leut.
Mein Ältester hat vier Kinder, wenn man zuschaut, dann wünscht man sich so einen Papa im nächsten Leben. Der scherzt, lacht, spielt daheim, die Ehefrau und er lieben sich total, die Kinder samt Eltern fühlen sich offensichtlich Pudelwohl. Diese Generation ist anders, früher waren wesentlich mehr Sorgen da und wahrscheinlich auch wenig Bewusstsein in dieser Hinsicht.