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Was kann ich gg. Alkoholiker (Vater) tun?

  • Starter*in Starter*in Matt82
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    vater
M

Matt82

Gast
Hallo,

ich weiss ehrlich gesagt nicht wo und wie ich genau anfangen soll, aber ich lege mal los.
Ich bin männlich, 23 Jahre alt und lebe mit meiner Mutter und meinem Vater in einem Einfamilienhaus zusammen.
Mein älteter Bruder ist schon vor einem Jahr ausgezogen weil er nun mit dem Studium fertig ist und arbeitren geht.
Wir sind vor knapp 17 Jahren nach Deutschland gekommen und lebten in mehreren Städten bis wird vor 8 Jahren ins Haus gezogen sind. Mein Vater trinkt schon solange wie ich zurückdenken kann und ist mittlerweile 54 Jahre alt.
Er war auch schon oft gewalttätig aber hat irgendwann mal damit aufgehört, vor allem weil ich/mein Bruder ihn sonst verprügelt hätten!

In meinem Kopf spielen sich manchmal die Szenen ab, wie mein Vater mich, mein Bruder oder meine Mutter (das tut am meisten weh) schlug.
Wir weinten immer (ich Bruder Mutter) und hofften das alles bald vorbei sei.
Damals war es so, dass mein Vater sich am nächsten Tag entschuldigte und alles unter den Teppich gekehrt wurde.
Bei uns wird vieles unter den Teppich gekehrt oder sagen wir mal mehr als es sonst ist.
Ich glaube auch dass meine Mutter irgendwann mal meinen Vater betrogen hatte. Aber bei so einem Ars... ist das ja kein Wunder.

Mein Vater ist an sich eigentlich ein guter Mensch wenn er nicht gerade wieder besoffen herumirrt und meine Mutter schrecklich beleidigt (gg. mich und vor allem meinen Bruder [welcher ihn schon mal schlug] sagt er fast nix mehr!)
Jedoch sind im Laufe der Zeit nicht alle Wunden, die er hinterlassen hat, verheilt.
Ich erinnere mich an bestimmte Szenen die ich nie vergessen werde ABER an die er sich aufgrund seines hohen ALC-Konsums wahrscheinlich nicht mehr erinnert!
meine Mutter und mein Vater arbeiten in der gleichen Firma. In letzter Zeit wird sein Geist und Körper aber schwach und er ist oft krank.
Er ist nur selten und raucht und trinkt täglich bis zu einer Kiste Bier. TÄGLICH!
Gestern hat er eine Szene gemacht weil meine Mutter ihm kein Bier von der Tanke holte (sie ist krank) und ich nicht zuhause war. Er rief mich bei meioner Freundin (20 km entfernt) und wolte das ich Bier nach Hause bringe. Habe ich nicht gemacht. Heute erfuhr ich, dass er sie gestern als H*** beschimpfte und ich sei eine männliche H*** die "dem armen Vater" kein Bier bringen kann.
Er spuckte in ihre Richtung und schrie sie an.

Sie leidet sehr stark darunter, so dass es nicht mehr so lange gehen kann.
Wir müssen was unternehmen.

Es trank gestern eine alte Flasche Schnaps aus weil er ja kein Bier mehr hatte, so dass es - wie ich nachts nach Hause kam - nach Fäkalien und Kotze aus seinem Klo roch weil er kein Schnaps mehr verträgt.

Das schlimme ist, dass meine Mutter ihm immer Bier mitbringt wenn sie einkaufen geht und ihm kocht was essen will und er behnadel tsie wie Dreck.

Ich möchte gern was tun aber wir haben Angst das er uns dann (so bescheuert wie er ist) was antut wenn wir z.B. schlafen.

Ich will mit meiner mutter wegziehen, aber sie will das Haus (wir sind hochverschuldet, weil wir es erst vor 8 Jahren kauften) nicht aufgeben wenn wir weg müssten und wir haben Angst dass er alles hier eingehen lässt oder an seine Verwandte verschenkt. Ich habe auch noch 3 Jahre zu studieren und bin finanziell abhängig.

Ich glaube nicht, dass es was bringt (ausser dass er ausrastet wenn ich ihm sage er solle eine Kur machen). Er will auch schon sterebn auf jeden Fall sagt er das immer. Meine Mutter sagte letztens auch das sie mit ihrer Kraft am Ende sei und langsam nicht mehr leben wolle. Das hat mich sehr geschockt!

Das ganze war nun etwas kurios und ich hoffe ich habe nicht nur zusammenhangsloses Zeugs geschrieben.

Was sollen wir tun? Am bnesten wär eine Lösung, bei der mein Vater das Haus verlassen muss!

Ich würde mich über alles freuen, was ihr schreibt!


Viele Grüße

Matt
 
Hallo Matt,
vielen Dank für das Vertrauen,das wir einen Einblick in Ihre Familie bekommen durften.
Zum einen wäre es für Sie und Ihre Mutter ratsam eine Beratungsstelle aufzusuchen um mit einen geschulten Therapeuten Ihre Familiengeschichte aufzuarbeiten.
Es gibt u.a. die anonymen Alkoholiker,die Drogenberatungsstellen (Alkohol die Droge) um nur mal zwei zu nennen.
Sie müssen ersteinmal etwas für sich tun.
Oftmals haben die Frauen (dessen Männer abhängig sind) Angst und Scharm eine Beratungsstelle aufzusuchen.Aus Angst,..... weil Sie nicht wissen, wie der Ehemann reagiert, wenn er davon erfährt.Aus Scharm,.....sich dem Therapeuten zu öffnen um ihm einen Familieneinblick zu gewähren. Es ist oftmals den Frauen peinlich sich jemandem mitzuteilen und um Hilfe zu bitten.Die Familie hofft und wartet oftmals, das der Kranke einsichtig wird und selbst mit dem Trinken aufhört, oder weniger Trinkt.In den meisten Fällen ist und bleibt das aber eine Wunschvorstellung.
Solange Ihr Vater nicht am Boden zerstört ist und seinen besten Freund immer noch Alkohol nennt,können Sie nur etwas für sich tun.Wenn Ihre Mutter bereit ist, auch in eine Beratungsstelle zu gehen,können Sie auch unabhängig voneinander jeweils einen seperaten Berater zur Hilfe ziehen.Das steht Ihnen frei.
Der Therapeut wird Ihnen auch einzelne Vorgehensweisen im Umgang mit einen kranken Menschen (Alkoholiker) vorschlagen.
Wenn man einen Therapeuten in Anspruch nimmt, ist es auch sehr wertvoll sich zeitgleich einer Alkoholiker-Familiengruppe anzuschließen. In der Familiengruppe sind Angehörige, die sich untereinander Austauschen und ihre eigenen Erfahrungen einbringen wie es jetzt mit Therapeutischer Hilfestellung ist,weiter mit einen/mehreren kranken Menschen ( Alkoholiker ) noch in einer Familie zu leben oder gelebt zu haben.
Sie werden sehen, Sie sitzen nicht allein in einem Boot.
Der Therapeut wird Ihnen u.a. auch Hilfsgruppen und Termine vorschlagen.

Liebe Grüße und viel Glück
Eso
 
Hallo Matt ! Erst mal tut mir das sehr leid mit deinem Vater , ich habe es zwars nicht ganz so schlimm erlebt , aber mein Vater ist auch Alkoholiker (gesteht es sich aber bis heute nicht ein ) , ich habe meinen Vater bis vor drei Jahren nicht einmal gekannt , bis ich mich dann mal auf die Suche gemacht hatte und ihn dann auch gefunden und kennen gelernt habe , ich habe jetzt seid gut 2 Jahren gar kein kontakt mehr und finde das auch gut so ! Es bringt einfach nichts , sich mit solch einem Menschen auch wenn es sein eigener Vater ist , abzugeben . Wann wird eh nur immer wieder Entteuscht! Für dich wünsche ich alles gute und gehe deinen eigenen Weg !
 
Hallo,
ich kann gut nachempfinden was in Dir vorgeht.
Mein Vater hat damals als ich zu Hause gewohnt habe auch getrunken,
und mein jetztiger Freund ist Alkoholiker, es hat ein Jahr gedauert bis er einer Therapie zugestimmt hat.
Nun steht die Therapie bevor, aber ich habe jetzt fast schon keine Energie mehr ihm zur Seite zu stehen.
Aber Einsicht ist ersmal sehr wichtig und dann kommt ein Alkoholiker nicht um eine Therapie herum.
Es gibt einige die es schaffen und viele die nie von Alkohol wegkommen.
Ich würde zunächst versuchen Deinem Vater zu Einsicht zu verhelfen, bleibt er sturr hilft nur Trennung.
Versuche auch Freunde und Familie einzuschalten, je mehr Menschen ihm das Gleiche sagen umso grösser die Chance dass er es einsieht.
 
Hallo Matt,

kann mich nur den Vorschreibern anschließen. Der Kampf gegen diese Sucht ist für die Angehörigen eines Alkoholikers sehr aufreibend, kräftezehrend und in den meisten Fällen ziemlich hoffnungslos, wenn diese nicht von selbst den Kampf aufnehmen.
Hilfe kann man in der Gruppe für Angehörige (Al-Anon) bei den Anonymen Alkoholikern oder beim Kreuzbund finden. Dort wird man sehr gut beraten. Es werden evtl. Wege aufgezeigt, wie man seitens der Familie etwas unternehmen könnte. Zudem finden dort wöchentliche Treffen statt, bei denen man sich austauscht und Kräfte sammeln kann.

Ich setze dir mal die Links rein, damit du schauen kannst, welche Gruppe sich in deiner näheren Umgebung befindet:

http://www.al-anon.de/

http://www.kreuzbund.de/

Alles Gute.
 
Hallo Matt,

wenn ich Deine Geschichte so lese, könnte ich meinen ich sehe mich selbst darin wieder.
Bei uns zu Hause ist es ganz genauso wie bei Dir. Ich (bin übrigens 25, genau wie mein Bruder) weiß langsam auch nicht mehr was ich noch tun soll. Mein Vater sieht es absolut nicht ein das er ein ernsthaftes Problem und meint das alle anderen nur spinnen. Als Krönung hat er jetzt vor kurzem seinen Job und Führerschein verloren weil er mit 2,8 Promille mittags um 12 einen Unfall gebaut hat.
Wir versuchen ihn schon seit einiger ihn jetzt endlich aus unserem Haus zu ziehen doch er geht einfach nicht. Wenn man ihn darauf anspricht das er mal wieder besoffen ist, meint er immer nur er sei nüchtern und wir sollten doch alle die Klappe halten. Er versteckt ja sogar die Schnappsflaschen im Garten und denkt wir würden das nicht mitkriegen.
Mich würde mal interessieren wie ihr dieses Problem bei euch gelöst bekommen habt (wenn ihr es überhaupt gelöst habt).
Ich weiß nur, wenn das bei uns so weiter geht, raste ich aus und hau ihn um. Allerdings hoffe ich, das es soweit gar nicht erst kommt.

Gruß, René
 
Hallo Matt,

wie Du geschrieben hast, seit ihr vor ca. 17 Jahren nach Deutschland gekommen.

Die Frage, die sich jetzt für mich stellt, hat Dein Vater diese ganze Situation verarbeitet?

Spricht er die Sprache hier und versteht er sie? Wo kommt ihr her?

Hat er als Person mit Migrationshintergrund sich in die Gegebenheiten hier integriert?

Das sind alles Fragen, die jetzt auf dich herunterprasseln. Nur um gezielte Hilfe anbieten zu können, wäre es besser, wenn Du diese beantworten könntest.

Weiter will ich jetzt nicht gehen, da dies nicht viel bringt. Versuche erst mal diese Fragen zu beantworten.
 
Slaudo meinte:
Hallo Matt,

Ich weiß nur, wenn das bei uns so weiter geht, raste ich aus und hau ihn um. Allerdings hoffe ich, das es soweit gar nicht erst kommt.

Gruß, René

Meinst Du ernsthaft, das ist eine Lösung?

Hast Du mal darüber nachgedacht, dass sich Dein Vater hier nicht heimisch fühlt? Dass er dies zu verdrängen sucht!?
 
Hi Matt,

ich habe noch 5 Geschwister und wir alle haben unter den Alkoholproplemen von umserem Vater gelitten. Ich bin jetzt 26 Jahre alt und seit ich denken kann trinkt mein Vater. Ich kann dich also gut verstehen. Früher hat mein Vater meine Mutter blau und grün geschlagen, er wollte das meine Mutti abtreibt und schlug in seinem Suff,auch nur wegen Kleinigkeiten, er wollte sie vor unseren Augen aus dem Fenster schmeißen und sonstige schlimme Sachen ihr antuen. Ebenfalls beschimpfte er sie und sprach andauernd davon das er bald sterben wird... was bis heute (leider) noch nicht eingetreten ist. Früher hatten wir alle Angst vor ihm. Als ich ca. 15 Jahre alt wurde, wurde das Schlagen weniger- aber die Beschimpfungen blieben. Wir leben auch in einem EFH. Mein Vater hat zum Glück eine neue gefunden und ist ausgezogen. Meine Mutti hat ihm die hälfte vom Haus ausgezahlt. Natürlich sind bei uns allen ein psychischer Knacks geblieben.
Ich möchte dir nur damit sagen, das du nicht alleine mit dem Problem auf der Welt bist. Sucht euch auf jeden Fall Hilfe von außen.

Alles Gute
 
@galantis nivalis:

dies ist ein uralter thread....und für dich kann ich nur hoffen, dass du ggf mithilfe von Therapie deine z.T traumatische Vergangenheit ausreichend verarbeitest und dich lernst abzugrenzen..sonst ist die Gefahr groß ggf. in deines Vaters Fußstapfen zu treten...oder aber andere Variante: anzuhaften, mit psychischem Knax in der Entwicklung hängen zu bleiben. Oder aber so wie deine Mutter zu sein...Solange du es jedoch schaffst deinen eigenen Weg zu finden und zu bahnen, dir ein normales Leben aufzubauen, selbstständig (und auch unabhängig vom Elternhaus) zu werden ist alles in Ordnung.
Ich komme auch aus einem Elternhaus mit gewalttätigem Vater und devoter-hysterischer ab und an ebenfalls gewalttätiger Mutter...natürlich haben ich und meine Schwestern auch nen leichten Knax weg...allerdings hat es meine mittlere Schwester schwerer getroffen, da sie sich innerlich nie genug gelöst hat...sie wurde vor einigen Jahren psychisch krank aber nach einigen Jahren Therapie geht es ihr nun wesentlich besser. Meine jüngere Schwester und ich sind früh von zu Hause weg...v.a. innerlich auf Abstand gegangen..das war sehr gut, das hat uns unsere Gesundheit erhalten.
Ein gesundes Zeichen ist meiner Ansicht wenn -trotz ungünstiger Vorerfahrungen im Elternhaus - man in der Lage ist eine gesunde und weitgehend normale (natürlich gewalt- und suchtfreie) Beziehung zu führen. Hast du bereits Beziehungen geführt, also dich mal verliebt und warst mit einer Frau zusammen oder hast geheiratet oder planst sowas?

Ihr habt euch damals dem Problem ggü ziemlich passiv verhalten und nicht selber eine Lösung gesucht, sondern die Lösung kam nur zufällig durch Aktionen des Täters...es wäre an sich besser gewesen ihr hättet den gewalttätigen Straftäter rausgeworfen, notfalls mit der Polizei. Deine Mutter hat wenig Selbstwertgefühl gezeigt, eher Sklavinnenhaltung, hatte eine sehr devot-passive Haltung eingenommen...kein gutes Vorbild! Es wird schwierig seine eine Lösung zu finden auf keinen Fall wie einer deiner beiden Eltern zu werden...weder zu devot-passiv wie deine Mutter noch zu aktiv-aggressiv wie dein Vater. Ich hoffe du bist dir darüber im Klaren und arbeitest an dir, baust genug Selbstbewusstsein auf. Was deine Mutter auch nötig hätte.

Take care for yourself!

Tyra

Kurze Wertung zu Matts Fall: dem Anschein nach war dessen Vater psychisch krank, depressiv mit Selbstmordabsichten und dazu alkoholsüchtig...das eine bedingt ja das andere...es wäre von der Familie gut gewesen den Vater in Therapie zu kriegen, ggf in eine Klinik einzuweisen, notfalls zwangsweise.....an sich war es verantwortungslos die Dinge einfach so laufen zu lassen. Der Vater brauchte Hilfe...und die anderen (insbesondere die Mutter) auch in Sachen Training sich normal und erwachsen zu verhalten, sich zu schützen, aktiv zu werden etc....Eine andere Lösung wäre zumindest gewesen den Vater vor die Türe zu setzen...mit Anruf beim sozialpsychiatrischen Dienst, dass die ein Auge auf ihn haben und ggf in eine Klinik einweisen od.ä. Diese family war mal wieder ein trauriges Beispiel dafür dass hier Menschen nicht wirklich zusammengelebt haben und wenig Liebe und gegenseitige Fürsorge und Achtung da war und man die Dinge einfach immer laufen ließ...was halt oft schiefgeht. Es ist solchen Problemlagen immer gut fachkundige Hilfe von außen zu suchen und v.a. anzunehmen...Ich fand es gut, dass sich zumindest der Sohn dann interessiert und ein wenig gekümmert hat..bleibt zu hoffen, dass er sich Hilfe von außen geholt hat und es zu einer guten Lösung für alle kam.
 
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