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Was haltet ihr vom Glauben, wie steht ihr dazu?

57-55

Sehr aktives Mitglied
Um den Faden „Was geschieht nach dem Tod?“ nicht weiter mit OT zu füllen, beginne ich diesen Faden.
Ich würde mir eine rege Diskussion wünschen, ohne Beleidigungen und Diffamierungen.

Dann beginne ich mal.
Ich bin im christlichen Glauben erzogen und getauft worden.
Viele Jahre hat er mir etwas bedeutet, es gab aber immer latente Zweifel, die mich sehr belastet haben.
Mein endgültiger Austritt aus der Kirche war rückblickend für mich eine Erlösung, eine Befreiung aus einer Klammer, die mich einengte und bedrohte.
Den Schritt zum Austritt habe ich unternommen, als mir klar wurde, dass ich bei jeder Soutane, die ich sah, überlegte, ob der Mensch darin wohl auch schon Missbrauch betrieben hat. Da war mir klar, dass es bei mir keine echte Verbindung mehr zu dieser Gemeinschaft gibt.
Christliche Werte bedeuten mir immer noch viel, aber auch Werte anderer Religionen.
Den ursprünglichen Islam empfinde ich in weiten Teilen als wesentlich offener und toleranter als das Christentum.
Der Buddhismus ist interessant, aber keine Religion im eigentlichen Sinn, er ist eine Lebensphilosophie.

Ich glaube an die Kraft der Natur, eine natürliche Ordnung, an physikalische und logische Grundsätze.

Meine Sicht der Dinge.
 
Ich halte von der Kirche gar nichts, ich war mal evangelisch, bin mit 20 ausgetreten. Ich kannte da jemanden, der hinter kleinen Jungens her war. Der durfte den CVJM dann verlassen. Der Mißbrauch findet auch in der Evangelischen Kirche statt, nur hört man davon absolut nichts.

Es gibt einen Sender im Radio da wird jeden Tag von einem anderen Pfarrer 5 Minuten lang was erzählt. Es passiert des öfteren wo ich denke, ob der den Mist glaubt, den er da von sich gibt, z. B. dass der Mensch von Gott erschaffen wurde.

Im Buddismus findet der Mißbrauch auch statt. Mit Kindern unter Männern und Frauen. Der Buddhismus hat viele üble Sachen angerichtet, davon redet nur keiner. Die Bauern mussten ihr Land an die Klöster abgeben und es für die Klöster bewirtschaften und den Ertrag an die Kläster abgeben. Der Dalai Lama hat auf das Problem mit dem Mißbrauch geantwortet, dass man ihn mit der Angelegnheit nicht auch noch betrauen sollte. Aus dem Buddhismus habe ich mitgenommen, dass man in seiner Mitte bleiben soll.
 
Einen Aspekt möchte ich noch anführen, die Kraft der Gebete.
Ich habe in manchen schweren Stunden Kraft in Gebeten gefunden.
Heute weiß ich, dass diese Kraft von keinem Gott gekommen ist, sie kam aus mir selbst.
Heute schöpfe ich diese Kraft aus einem Zwiegespräch mit mir, mit gleicher Inbrunst führe ich es, wie ich einst gebetet habe, mit gleichem Erfolg.
Es heißt, der Glaube versetzt Berge, ich weiß heute, dass es alleine der Glaube ist, der das bewegt, dazu bedarf es keines Gottes.
Glaubt man an sich und seine Kraft, reicht das vollkommen.

Es ist unerheblich, welchen Weg jemand wählt, hat er einen festen Glauben, wird der ihn durchs Leben tragen.
Aus diesem Grund möchte ich niemandem seinen Glauben nehmen, gerne tausche ich mich aber darüber aus.
 
Frage von Glitzerfee
Was meinst du mit "dort drüben"?

Mit dort drüben meine ich einfach das Jenseits.
Ich glaube dass es in der Ewigkeit mehrere Bereiche gibt.
Man spricht auch von Himmel und Hölle.
Ich würde es als Licht und Finsternis Bereiche bezeichnen.
 
Ich bin Muslim… und wie ihr bestimmt mitgekriegt habt, habe ich Ängste. So ist auch die Religion für mich mit Angst verbunden und das ist schade.

Ich persönlich denke, dass es wichtig ist, wie man seinen Glauben im Alltag lebt. Das trifft auf alle Religionen zu: Manche werden durch den Glauben hasserfüllt, manche werden liebend und manche haben keinen Glauben, aber ihr Leben zeugt trotzdem von Liebe.
 
Um den Faden „Was geschieht nach dem Tod?“ nicht weiter mit OT zu füllen, beginne ich diesen Faden.
Ich würde mir eine rege Diskussion wünschen, ohne Beleidigungen und Diffamierungen.

Dann beginne ich mal.
Ich bin im christlichen Glauben erzogen und getauft worden.
Viele Jahre hat er mir etwas bedeutet, es gab aber immer latente Zweifel, die mich sehr belastet haben.
Mein endgültiger Austritt aus der Kirche war rückblickend für mich eine Erlösung, eine Befreiung aus einer Klammer, die mich einengte und bedrohte.
Den Schritt zum Austritt habe ich unternommen, als mir klar wurde, dass ich bei jeder Soutane, die ich sah, überlegte, ob der Mensch darin wohl auch schon Missbrauch betrieben hat. Da war mir klar, dass es bei mir keine echte Verbindung mehr zu dieser Gemeinschaft gibt.
Christliche Werte bedeuten mir immer noch viel, aber auch Werte anderer Religionen.
Den ursprünglichen Islam empfinde ich in weiten Teilen als wesentlich offener und toleranter als das Christentum.
Der Buddhismus ist interessant, aber keine Religion im eigentlichen Sinn, er ist eine Lebensphilosophie.

Ich glaube an die Kraft der Natur, eine natürliche Ordnung, an physikalische und logische Grundsätze.

Meine Sicht der Dinge.
Bist du denn auch als Erwachsener noch in die katholische Kirche gegangen?
Und wurdest du von deinen Eltern streng katholisch erzogen?
Weil du schreibst, dass Du Dich dadurch bedroht gefühlt hast.
Das liegt ja wahrscheinlich auch schon ziemlich lange zurück.
Denn ich kann mir nicht vorstellen dass heutzutage noch bedrohliches in katholischen Kirchen gepredigt wird. Ich weiß es aber nicht.
Ich selber bin als ich zum Glauben gekommen bin in eine Freikirche gegangen.
Auch da gibt es viele Unterschiede. Ich bin in den ersten ungefähr 12 Jahren in eine ziemlich konservative Freikirche gegangen. Da war es selbstverständlich, dass Frauen zB. nur Röcke getragen haben und langes Haar hatten. Nicht weltlich gekleidet waren.
Ich drücke es mal so ganz plump aus.
Dadurch bin ich auch in unterschwellige Ängste gekommen. Wenn es mir auch gut gefallen hat dort, aber dass ich in eine gewisse Gesetzlichkeit gekommen bin habe ich erst später immer mehr erkannt.
 
Das Wissen der Menschheit ist endlich, immer gibt es Horizonte, über die man nicht gucken kann. Und wer das nicht akzeptieren kann füllt die Lücke mit dem Glauben. Beispiel: Kann ich mir nicht erklären, wo eine Art herkommt wird ein Schöpfer erfunden, und zack passt es. Aus meiner Sicht beschränkt es aber, denn man sucht und fragt nicht mehr weiter, ist ja alles vermeintlich geklärt.

Ich teile christliche Werte, aber nicht den Glauben. Lügen, stehlen, belästigen, usw. haben hier keinen Platz.
 
Mein Mann und ich haben uns früher mit diversen Religionen beschäftigt, aber keine davon war wirklich unsere. Wir haben schließlich nach und nach unseren eigenen "Glauben", bzw. unsere eigene Lebensphilosophie gefunden.

Wir glauben an Karma, das Leben nach dem Tod, die Wiedergeburt und Mutter Natur. Wir glauben, wer Böses sät, wird Böses ernten und wer Gutes sät, wird Gutes ernten. Wir glauben, wenn man ein gutes Lebens gelebt hat, gelangt man in ein Leben nach dem Tod, das man so gestalten kann, wie man möchte, bis man bereit ist, wiedergeboren zu werden. Hat man ein schlechtes Leben gelebt, wird man direkt wiedergeboren. Das geht solange, bis man schließlich geläutert und bereit ist, im großen Ganzen aufgehen. Und Mutter Natur ist für uns die treibende Kraft hinter allem. Sie schafft Leben, sie nimmt Leben. Sie formt und verändert. Sie ist die Grundlage allen Lebens und deshalb müssen wir achtsam und vorsichtig mit ihr umgehen.

Einer Glaubensgemeinschaft gehören wir zwar nicht an, haben jedoch einiges aus dem Zen-Buddhismus übernommen, wie z.B. Achtsamkeit und Meditation (Zazen und Samu). Außerdem machen wir täglich eine feste Abfolge von Yoga-Asanas, die für uns gleichsam dem Üben der Achtsamkeit als auch der Stärkung der körperlichen Kraft und Beweglichkeit dient.
 
Wer keinen Glauben hat, wird ausgegrenzt. Beim hiesigen Krankenhaus früher mal beworben. Telefonat mit Personalchef: "Wer Gott leugnet, hat bei uns nichts verloren!"

Bei anderen Firmen die Kirchenträger sind, das gleiche Lied.

Daher ist für mich die Kirche gestorben.
 
Ich hatte lange Zeit keine Zweifel, dass ein höheres Wesen exsitiert. Ich bin evangelisch getauft und konfirmiert und für mich war die evangelische Kirche auch immer viel sympathischer als die katholische , v.a. wegen der Seuxualfeindlichkeit außerhalb des ehelichen Vaginalverkehrs, der Ungleichbehandlung von Mann und Frau und des Zölibats.

Mittlerweile habe ich tiefe Zweifel, ob es wirklich einen Gott gibt. Kann er wirklich so zynisch, dass seine "Krone" der Schöpfung alles andere und sich selbst zerstört? Oder welcher Plan steckt dahinter?

Das einzige, was mir im Moment Kraft gibt, ist dass sich die Erde auch ohne uns drehen wird und Leben noch etwa eine Milliarde Jahre möglich ist.
 

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