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Was bringt Therapie bei dieser Weltlage?

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 129407
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G

Gelöscht 129407

Gast
Liebes Forum,

mal eine vl. etwas provokative Frage/ These. Ich habe mehrere Verhaltenstherapien wegen Depressionen gemacht, die vor allem auf negativen Gedankengängen, Zukunftsgrübeln, Worst Case Szenarien und Hoffnungslosigkeit beruhen. Die häufigsten Tipps waren unter anderem:

- denke deine worst case szenarien mal bis zum Ende durch und du siehst, dass du auch diese Situation bewältigen könntest
- nehme deine negativen Gedanken wahr und lasse sie dann ziehen
- mache deine Familienplanung, finde Freunde etc., als würdest du positiv in die Zukunft schauen
- "fake it, till you make it" - betreibe Hobbys und schöne Zeitvertreibe, auch wenn du momentan keine positiven Gefühle dabei verspürst. Denns die besseren Gefühle und besseren Zeiten werden bald wiederkommen
- versuche, den Mitmenschen zu vertrauen und ihnen Positives zu unterstellen
-...

Bis vor ein paar Jahren war das ja noch ganz nachvollziehbar und daher auch wirksam. Aber nun: Ein Klimawandel, der noch zu unseren Lebenszeiten für unabsehbare Verwerfungen auf der Welt führen wird. Krieg in Europa und ein Kriegsherr, der sich nicht aufhalten lassen wird. Möglicherweise wieder ein wahnsinniger US-Präsident; und wenn nicht bei der kommenden Wahl, dann dennoch irgendwann, da sich die US-Gesellschaft und die Republikaner nicht beruhigen werden. Zweistellige Prozentzahlen von Menschen in Deutschland, die populistische bis extremistische Parteien wählen und deren Gewaltphantasien gutheißen oder die Folgen ihrer entsprechenden Wahl einfach irgnorieren. Ein demokratisches System, das konstant Stabilität verliert.

Wie soll man da noch dem Leben vertrauen und "auf das Positive hoffen"? Den Mitmenschen das Beste unterstellen? Hobbys verfolgen, weil bald wieder bessere Zeiten kommen? Habt ihr sowas mit euren Therapeut/innen besprochen und was sagen die dazu?

Viele Grüße

AndreWW
 
Na so, wie es eben immer war. Schon immer gab es Krieg und Zerstörung, Grausamkeit, schwere Unfälle, Krankheiten und Naturkatastrophen.

Und direkt nebendran Liebe, Freundschaft, Nächstenliebe, Vertrauen, der Wille zum (Über-)Leben, Menschlichkeit, Freude.

Man muss "nur" lernen, das auch zu sehen und zuzulassen. Dafür ist Therapie in diesen Zeiten (wie in allen) gut, wenn es krankheitsbedingt nicht möglich ist.
 
Die Weltlage ist nicht die Lage Deines direkten Umfeldes.
„Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“
Frei nach Martin Luther, wobei der Ursprung umstritten ist.

Auch in den Kriegsregionen der Welt leben Menschen ihr Leben, so gut es ihnen möglich ist.
 
Ein Klimawandel, der noch zu unseren Lebenszeiten für unabsehbare Verwerfungen auf der Welt führen wird.

Bist du Gott oder Besitzer der einzig wahren Glaskugel?
Niemand kann vorhersagen, wie sich die Dinge letztlich entwickeln werden.

Krieg in Europa und ein Kriegsherr, der sich nicht aufhalten lassen wird.

Wo in deinem Alltag wird dein Leben durch den derzeitigen Krieg spürbar beeinflusst?
Woher weißt du, wie es weitergeht?

Möglicherweise wieder ein wahnsinniger US-Präsident; und wenn nicht bei der kommenden Wahl, dann dennoch irgendwann, da sich die US-Gesellschaft und die Republikaner nicht beruhigen werden.

Wie und wie weit beeinflusst Amerika dein alltägliches Leben?

Zweistellige Prozentzahlen von Menschen in Deutschland, die populistische bis extremistische Parteien wählen und deren Gewaltphantasien gutheißen oder die Folgen ihrer entsprechenden Wahl einfach irgnorieren. Ein demokratisches System, das konstant Stabilität verliert.

Was ändert das konkret an deinem Tagesablauf, deiner Woche, deinem Monat?
Lebe dein Leben, bau es dir, wie es zu dir passt. Lass den Kram, der sich deinem Einfluss entzieht, draußen, und kümmere dich stattdessen um dich selbst und deine Lieben.

Wie soll man da noch dem Leben vertrauen und "auf das Positive hoffen"?

Indem man sein kleines Leben lebt, es so gestaltet, dass man sich darin wohlfühlt.
Einfach sein Ding macht.

Bewirken deine negativen Gedanken irgendetwas sinnvolles?
Nein.
Wozu sind sie dann gut?
Weshalb brauchst du sie?

Was ist nltig, was kannst du tun, um sie nach und nach loslassen zu können?
 
Die Welt wird in nächster Zeit nur noch schlechter, das ist sicher richtig. Jedoch liegt das außerhalb deiner Kontrolle.
Dein eigenes Wohlbefinden hast du jedoch, zum Teil, selbst im Griff und daran lohnt es sich zu arbeiten.
 
hmh. Vielleicht verwundert es dich, aber ich sehe es so, dass es solche Weltuntergangsszenarien
immer gegeben hat. Der Unterschied zu früheren Zeiten. Es wurde noch nie so viel darüber
berichtet, es wurde noch nie so viel Angst erzeugt.
Wobei, okay, die Vernichtungsmaschinen sind heute effizienter.

Und die Möglichkeit, dass es einen globalen Kaboom macht ist nicht klein.
Im Mittelalter hättest du dafür Angst vor der Pest und einer extrem kurzen Lebenszeit haben „dürfen“.
Und dass wir überhaupt noch da sind, ist doch schon „fast“ ein Wunder. Erstaunlich,
dass die Menschen im 20ten Jahrhundert das Leben irgendwo so rumbekommen haben.
Mit Kubakrise, kalten Krieg….die ersten 50 Jahre erwähne ich noch nicht mal.

Wenn du darüber nachdenkst, könntest du zu dem Schluss kommen, dass dich morgen ein
Auto überfährt, du einen Unfall im Haushalt oder der Arbeit erleidest oder sonst was passiert.
Ein Insektenstich, ein verdorbenes Nahrungsmittel, eine unbekannte Krankheit.

Wir sind eben sterblich.

Was bleibt dir übrig?

Richte dein Fokus auf dein eigenes Leben und versuche dort das Bestmögliche.
Einige wenige gute Tage können dir mehr geben, als jahrelanges Grübeln über „Möglichkeiten“, die dann
vielleicht gar nicht eintreten. Oder in einer anderen Art und Weise.

Die Therapeut hat dich nicht in diese Richtung gelenkt? Wahrscheinlich schon, wobei ich
jetzt unbedingt nicht alle Punkte, die du anführst unterschreiben würde. 🙂
Du solltest dir klar machen, dass du nur „ein“ Leben hast. Und dass Depressionen nicht
gerade positiv für die allgemeine Lebenserwartungs sind.

Es ist dann eben deine eigene Aufgabe, es mit soetwas wie Sinn zu erfüllen.
Dazu müsstest du deinen Fokus ändern. Vielleicht auch eine gewohnte Lebensweise?
Was macht deinen Fokus aus?
Was könnte „dir“ selber Freude machen?

Das weißt nur du. Und wenn du es nicht weißt, wäre wohl ein erster Schritt, dich
selber zu fragen. Man kann natürlich versuchen alles sich irgendwie rauszupicken.
Ob das dann authentisch ist?

Das ist nur eine allgemeine Antwort.
Es spielt ja auch die Art und Ausprägung der Depression eine Rolle.

Viel Glück!
 

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