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Was bedeutet verniedlichende Sprache bei Männern?

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Y

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Gast
Hallo,

ich bin neu hier. Auf dem Weg eine Antwort auf meine Situation zu finden, bin ich hier gelandet.
Mein Lebensgefährte ist 44 Jahre alt, ich bin 40 Jahre. Mir ist anfangs schon aufgefallen, dass er sich kindlich/naiv ausdrückt in vielen Dinge. Zuerst habe ich mir nicht viel dabei gedacht, hatte allerdings schon immer Bauchschmerzen dabei, wenn ich es hörte. Habe nach einer Antwort in mir gesucht, bislang bin ich da noch nicht recht weit gekommen. Wenn es auch einige Erklärungen gibt. Trotz allem kann ich jetzt nicht gut damit umgehen. Ich will es mal deutlich machen: geht er zur Toilette, dann meldet er sich ab mit den Worten: ich gehe aufs Töpfchen; sprechen wir über Frühstück, sagt er: ich esse ein Bütterchen und: soll ich "Ei"chen kochen?; kommt er nachhause und zieht sich um: ich zieh mir mal ein anderes Höschen an; sprechen wir z.B. übers Fernsehen: heute kommt ein schönes Filmchen, da guck mal!

Ich bekomme dabei megaheftige Bauchschmerzen. Habe selbst drei Kinder, er hat keine eigenen Kinder. Mit meinen Kindern habe ich mehr als sieben Jahre alleine gelebt und bin dabei durch alle Höhen und Tiefen gegangen. Ich möchte kein Mann-Kind haben. Warum habe ich mir das in mein Leben eingeladen? Was soll ich daraus lernen?
Durch meine Zeit des alleinerziehens bin ich, neben der Erfahrung mit 26 Jahren eine Zwillingsfrühgeburt zu haben mit einem schwerstmehrfach behinderten Kind, ziemlich schnell und ohne andere Chance "erwachsen" geworden. Und jetzt das?!?!

Wenn ich das Thema anspreche, werde ich gefragt, warum ich mich darüber aufrege. Es ist wirklich so, ich rege mich furchtbar auf, bekomme Magenschmerzen, bin traurig und den Tränen nah. Ich wünsche mir eine Lösung wie ich besser, ohne diese schlechten Gefühle, damit umgehen kann. Den Wunsch an ihn habe ich schon geäußert, er reagiert mit blöden Antworten wie: Du sagst doch auch Brötchen!

Vielleicht hat ja jemand von Euch eine Idee für mich?
 
Hallo You,

ich kann Dich echt gut verstehen, mein Mann ist auch so und da gehts mir teilweise auch ganz schön an die Hutschnur. Aber eines muss ich Deinem Partner lassen: Das mit den Brötchen find ich zum Brüllen. Sorry.
Also, ich habe mir auch oft Gedanken gemacht, wie ich nun damit umgehe. Es ihm gesagt, ja, die Reaktion war vergleichbar wie bei Dir. Meine Tochter (9) findet es übrigens auch fürchterlich. (Ein Zigarettchen rauchen...)
Da mein Mann ansonsten aber nicht kindlich ist oder ich das Gefühl habe, ich hätte mir ein weiteres Kind ans Bein genagelt, habe ich versucht damit klar zu kommen. Es funktioniert nicht immer, dann rolle ich mit den Augen oder äff ihn nach ("Ein Tässchen Kaffee?" "Ja, mein Schätzchen, lecker Käffchen mit Milchen und ein bißchen Zückerchen... trinken wir auf dem Balkonchen?"), meistens lachen wir am Ende alle. Manchmal werde ich aber auch richtig wütend darüber.
Zumindest bei meinem Mann glaube ich nicht, dass diese Verniedlichungen einen tiefer sitzenden Grund haben, ich denke er war als Kind / Jugendlicher einfach viel von sowas umgeben und danach hat es nie jemand bemängelt.
Deinen Partner solltest Du natürlich mal darauf untersuchen, ob er sich auch sonst sehr kindlich verhält oder ob Du wirklich nur so empfindlich auf diese Verniedlichungen reagierst. Bei Letzterem sollte es, hoffe ich, möglich sein ein wirklich ernsthaftes Gespräch darüber zu führen. Dass Du darauf so empflindlich reagierst, hat dann bestimmt auch einen Grund und wenn ihr den gemeinsam finden könntet, könnt ihr das Problem bestimmt lösen. Entweder indem, dass er Dich besser verstehen kann und sich mit den "chens" zurückhält oder indem, dass Du erkennst, dass Du andere Dinge, die in Dir sitzen, auf seine Worte projizierst und es selbst so schlimm machst.

Da fällt mir aber gerade noch was auf:
Du schreibst, Du musstest sehr schnell erwachsen werden. Das war bei mir auch so, ich wurde mit 17 Mutter und hatte keinerlei familiäre oder finanzielle Unterstützung, ich war von Anfang an alleine damit. Vielleicht fühlen wir uns durch diese Verniedlichungen einfach nur verarscht. Es ist doch so, dass außer uns beiden (also jeder für sich) niemand weiß, nicht mal ahnt, was wir geleistet haben. Wieviel Kraft wir aufgewendet haben, wie oft wir am Abgrund standen, wie die Gesellschaft uns klar gemacht hat, das wir mit unseren Kindern, für die wir uns fast aufgeben, nicht ins gesellschaftliche Muster passen .... u.s.w.
Bei mir stößt heute fast jede Form von demonstrativer nicht-Anerkennung irgendwelcher Dinge, die ich tue auf Frust / Wut. Und da könnte ich mir vorstellen, dass dieses Reden mit uns wie mit einem Kind genau dieses Gefühl herauf beschwört.

Hm, darüber muss ich auch mal genauer nachdenken.

Ich wünsch Dir alles Gute!!!
Gel06
 
Niedlich! Ich mach jetzt ein Schreibchen.

Ich glaub, das könnt ich übersehn und als Spleen abtun. Schlimmer wirds, wenn einer anfängt, in der Babysprache mit einem zu reden. So einen kannte ich mal. Mit Schmollmündchen und verklärtem Blick hat er gesagt: Wat hat denn du da demacht?.......lach.....jo, das gibts auch.
Nein, der war nicht drei. Der war 36.

Dann doch lieber ein Zigarettchen auf dem Balkonchen...g
 
hallo You,

auch ich bin der Meinung, dass es nur ein Tick ist, es soll wohl lässig und cool klingen. Ich teile auch die Meinung, dass Menschen, die schon sehr früh viel leisten mussten, durch solche Oberflächlichkeiten angenervt werden. Bestimmt sieht er das nicht. Wenn er sonst reif ist,kann er sich die dummen Sprüche eventuell abgewöhnen, wenigstens zum Teil.
Du hast ein schwerstbehindertes Kind?- Meine Freundin auch, und sie spricht auch sehr ernsthaft und reif, weil sie Erfahrungen im Leben gemacht hat, die sie so tiefgründig und selbstständig gemacht haben. Manchmal denke ich, meine Freundin könnte zur Entspannung ab und zu lockerer sein und sowohl sich als auch anderen mal eine kleine Schwäche durchgehen lassen. Aber sie hat alles im Griff, dafür bewundere ich sie. Vielleicht hat sie Angst vor Schwächen, weil sie besser als viele andere weiß, wie schrecklich man sich fühlen kann, wenn man schwach ist und Hilfe braucht.

Alles Gute,
Annalina
 
Hm, also jetzt wo du es sagst . . . . .

Eine Bekannte aus Norddeutschland die hier in Bayern lebt und so ihre Probleme mit dem Dialekt hat, hat Mal unter anderem bemerkt, dass sie diese in Bayern üblichen Verniedlichungen sehr stören.
Sie versucht ihren Kindern vernünftiges Deutsch *g* beizubringen und dann kommen diese Bayern und hängen überall ein 'chen' 'lein' und 'erl' dran.#
(ihr führt nicht zufällig eine bayrisch-deutsche Beziehung)

Das ist mir vorher gar nicht so aufgefallen - bzw. ich finde es eigentlich ganz putzig.
Für mich ist also ganz normal, bzw. ein Zeichen von Nähe, Vertrautheit und ein gewisser Ausdruck von Zärtlichkeit, wenn mein Mann zu mir sagt: Hasi, hast du mal ein frisches Hoserl für mich? oder 'ich geh jetzt in mein Bettchen'

cool und lässig find ich das absolut nicht - aber auch nicht lächerlich . . . . . nö, für mich hat das was vertrautes - bzw. mit einem kindlichen Vertrauen zu tun - so sein zu dürfen, wie man möchte - ein wenig Kind sein dürfen und begluckt werden - auch wenn Mann schon über 40 ist . . . . .

jetzt mach ich mir noch ein Haferl Kaffee und ess ein Kekserl dazu *smile*

LG
Brigitte
 
Hallo You,

schließ mich schon mal Brigitte an, könnte natürlich was mit dem Herkunftsort zu tun haben. Hier so im niederrheinischen Raum oder auch rund um Köln haben die Verniedlichungen auch so einen Raum in der heimischen Sprache. Da jeht man och op et Klöchen oder op et Pöttchen, da isst man och e Leckerchen oder Mührche, trinkt sich e Bierchen oder so. Hat absolut keinen psychologischen Hintergrund.

Kannst ja mal kontern, vor allem abends im Bett"chen" unter dem Deckchen. Kann man auch alles verniedlichen. Vielleicht fällt es ihm dann auf und ist ihm unangenehm. Probieren geht über studieren. Evtl. habt ihr dann ein lustiges Nächtchen.
coeuranime.gif
 
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