Darksoul, Du schreibst, Du bist schlagende Partnerin, andererseits aber auch, dass die Psychotherapie Dir geholfen hat?
Oder ist es wie beim Alkoholiker, ob trocken oder nass, er bleibt immer Alkoholiker?
Ein Phänomen kennt die Psychoanalyse nur zu gut, dass sind die Verhaltensmuster, die sich Dir als Kind einprägen, und die immer wieder die Oberhand gewinnen, soldange man sie nicht als Verhaltensmuster erkannt hat.
Darksoul, bei Dir würde mir folgendes zu Deinem Verhaltensmuster einfallen.
Als Kind konntest Du Dich nicht wehren, aber als Erwachsener schon. Also entwickeltst Du eine Affinität für die Partner, die sich schlagen lassen, ohne sich zu wehren. Das ist Dir aber nicht bewusst, für Dich ist Mann stark und bevor er diesmal zuschlagen kannst, schlägst Du zuerst, denn Du bist nicht mehr gewillt, die Ohnmächtige in diesem Spiel zu sein.
Zweites Verhaltensmuster:
Du hast als Kind erlebt, wie Deine Mutter geschlagen wurde, Du hast erlebt, wie Du geschlagen wurdest, aber Du hast nie erlebt, dass Deine Mutter sich gewehrt hätte oder Dir beigestanden wäre. Sie hat alles hingenommen, für sich und für Dich. Und Du hast angefangen, sie für diese Schwäche zu hassen, bewusst oder unbewusst, aber Du konntest nichts tun, damit sie endlich aktiv wird.
Nun gerätst du, wie oben beschrieben, an einen Mann, dessen Verhaltensmuster starkes Harmoniebedürfnis ist. Also geht er jedem Konflikt mit Dir aus dem Weg, Das ärgert Dich, denn Du suchst die Konfrontation, denn Du willst Deinen Wunsch ausleben, dich nicht mehr
ducken zu müssen, obwohl es hier gar nichts zu ducken gibt. Ganz im Gegenteil, je mehr Du auf Konfrontation gehst, desdo mehr weicht Dein Partner mit seinem Harmoniebedürfnis zurück.
Und in dem Moment, siehst Du in ihm den Schwächling, das Weichei, dass auch Deine Mutter war und die Du dafür gehasst hast. Da Du Deinen Partner aber liebst, willst Du ihn nicht in dieser Rolle sehen, es macht Dich so wahnsinnig wütend, dass er sich nicht wehrt, dass Du ihn verprügelst. Er ist Deine Mutter,
und Du willst mit den Schlägen nur eines erreichen, dass er sich Dir endlich entgegenstellt. Aber auf die Idee kommt er überhaupt nicht. Also wird er halt weiterverprügelt, denn jede Schwäche seinerseits lässt in Dir wieder den Hass aufkommen, den Du Deiner Mutter gegenüber empfunden hast, weil Sie sich und Dich nicht beschützte.
Und Deine Kinder?
Wenn sie das ganze erleben, geht es Ihnen, wie Dir als Kind. Sie sehen Dich mit großen, ängstlichen, flehenden, traurigen Augen an, die dich mahnen, die Dein eigener Spiegel sind, und das kannst Du einfach nicht ertragen, dieser unbarmherzige Spiegel, den du tausendmal zertrümmern kannst (muss nicht durch Schläge geschehen, es gibt viele, viele Möglichkeiten Kinder zu "schlagen"), der aber immer wieder, wie von Geisterhand aufs neue zusammengesetzt wird und Dich beim nächsten Gewaltakt wieder hineinsehen lässt.
Nur ein guter Psychotherapeut kann diesen Teufelskreis der Verhaltensmuster unterbrechen, aber dazu muss er es fertig bringen, dass Du selbst Dein Verhaltensmuster erkennst und dann anfangen kannst, daran zu arbeiten. Aber diese Arbeit wird ungeheuer erschwert dadurch, dass Dir jetzt auch in vollem Umfang bewusst wirst, was Du Deiner Familie antust. Und das macht dich so fertig, dass Du immer wieder in den alten Fehler zurückfällst, viel seltener, aber immer noch, und aus lauter Hilflosigkeit und Zorn gegen Dich und alle anderen wieder gewalttätig wirst.
Meiner Meinung nach, kann es nur dort eine relativ große Heilungschance geben, wo Du während der ersten Monate nicht mehr mit Deiner Familie zusammentriffst. Die besten Erfolge wurden hier erzielt mit Psychiatriekrankenhäusern und begleitender Gewalttherapie. Psychoanalyse ist wichtig, damit Dir die Ursache bewusst wird, Verhaltenstherapie ist notwendig um mit der Erkenntnis leben zu lernen.
Aber eines ist sicher, es gibt Heilung. Es ist nur schlimm, wenn die Kinderseelen schon soweit sind, dass das Verhaltensmuster in sie eingebrannt ist. Deshalb sollte im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt noch eine Familientherapie angeschlossen wird, denn Mann und Kinder müssen auch erst mal lernen, mit einer gesunden Mutter umzugehen.
Wenn ich hier dauernd "DU" schreibe, gilt das nicht nur für Dich, Darksoul, sondern auch für Georg, Brigitte und alle anderen Die sich angesprochen fühlen.
Bist Du geheilt, Darksoul, oder gerade auf dem Weg dorthin?
Wer hier im Forum dieses Thema anschneidet, hat die besten Voraussetzungen einer Heilung, denn er hat schon den ersten Schritt im Erkennen des Verhaltensmusters getan und die Einsicht hat begonnen.
Ich wünsche Euch allen von Herzen alles Gute und Euren Familien ein besseres Leben, für das Ihr sorgen könnt (ich spreche von eigenen Familien, nicht von Eltern, die fallen nicht in Euren Bereich, denen könnt ihr nicht mehr helfen, aber Euch und Euren Kindern).
Die Kunst der kleinen Schritte soll auch Euch in Eurem Tun begleiten.
Liebe Grüße
Luiserl
Ach noch was vergessen: Verhaltensmuster leben wir alle. Mein Verhaltensmuster ist, dass ich immer nur mit Löwen liiert war. Wenn mich ein Mann interessierte, war es garantiert ein Löwe. Mich haben für kurze Affäiren auch andere angesprochen, aber meine Affinität sind Löwen, das 100%ige Gegenstück zu mir. Mich regeen immer wieder die gleichen Dinge auf, mich faszinieren die gleichen Dinge, es ist das typische Gegensätze ziehen sich an, aber mit Ihnen zu leben ist der Wahnsinn, bei dem Du Dich fragst, warum Du Dir das eigentlich immer wieder antun musst.
Inzwischen ahbe ich herausgefunden, dadurch das der Löwe mein absolutes Pendent ist muss ich lernen seine Eigenschaften, die mich zur Weissglut treiben, anzunehmen, denn sie sind ja der entgegengesetzte Pol zu mir. Und meinem Partner geht es nicht anders, denn ich bin ja auch sein Gegenstück, und er muss lernen meine Eigenschaften anzunehmen und die Balance herzustellen.
Es ist wirklich zum lachen. Mit dem ersten Löwen war ich eine ganze Weile befreundet, aber dann kging mir seine besitzergreifende art, das Verteidigenseines Territoriums, wenn einer mich nur ansprach, so auf den Keks, dass ich reissaus nahm. Eine Wassermannfrau liebt nichts so sehr wie die Freiheit.
Mein zweiter Löwe war mein Exmann. 13 Jahre habe ich versucht, mit der Gegenseite von mir klarzukommen, dann hab ich die Flucht ergriffen.
Und was kam dann, Kurt meine Exfreund, wieder ein Löwe, aber diesmal ein 300%iger. Also wurden mir die Dinge die ich zur Ausbalancierung brauchte zum 3. Mal vor die Nase gesetzt. Diesmal blieb ich 19 Jahre, ich wollte nicht wieder kneiffen, denn ich war nicht scharf darauf, in deisem Leben so ein Prachtexemplar zum 4. Mal vorgesetzt zu bekommen.
In den 19 Jahren hat eine ziemliche Annäherung stattgefunden. Erwurde ein bißchen weniger ordentlich, ich ein wenig ordentlicher, er lernte Toleranz, ich lernte nicht jeden straßenköter ins Haus zu holen und zu pflegen, er lernte, die Aggressivität abzulegen, ich lernte nein zu sagen, er wear nicht mehr ganz so besitzergreifend und eifersüchtig, ich lernte etwas heimischer zu werden.
Aber hier kamen dann andere Dinge dazu, die ein zusmmenleben nicht mehr tragbar machten, aber wir konnten Gottseidank gute Kumpel bleiben. er hat bis heute nicht aufgehört mich zu lieben und leidet darunter. Ich habe für immer diese Liebe aus meinem Leben gestrichen, weill ich nie weider abhängig sein wollte davon und aus dieser Abhängigkeit heraus, fast mein und meiner Töchter eigenen Ich aufgegeben hätte. Und schon aus Selbstschutz heraus, haben Männer keinen intimen Platz mehr in meinem Leben, weil ich bestimmt noch ein 5. mal einen Löwen vorgesetzt bekäme. Also schone ich Kurts Gefühle, indem ich alleine bleibe, was ich, ihr mögt es glauben oder nicht, seit 10 Jahren nicht bereut habe. Räumlich getrennt sind wir jetzt seit 4 Jahren, dass jeder seine eigene Wohnung hat. Kein Alltagsstress macht mir das Leben mehr zu Hölle. Vielleicht ist auch deshalb so viel Freiden und Kraft in mir, weil ich sie nicht für Kleinigkeiten verbrauche.
Soviel zum Verhaltensmuster. Jeder einzelne von uns wird dadurch geprägt, es liegt an uns, es zu erkennen und zu ändern.
In diesem Sinne, nochmals viel, viel Erfolg
Euer Luiserl.