mich beschäftigt warum Menschen nicht in Frieden Leben können?
Das finde ich eine sehr gute und berechtigte Frage.
Vor zwei Millionen Jahren entstand in Afrika der Kongo-Fluß und trennte die damaligen Affenpopulationen. Auf der einen Seite waren die Vorfahren der Bonobos. Da sie die einzige Primatenart auf ihrer Seite waren und keinen Konkurrenzdruck mit anderen Arten hatten, lernten sie ihre Konflikte gewaltfrei zu lösen. Auf der andere Seite des Flusses waren die übrigen Arten, die um den Lebensraum und die Nahrung miteinander konkurrierten. Deswegen neigen Schimpansen zu ziemlichen Gewaltausbrüchen (obwohl die mit den Bonobos sehr nah verwandt sind. Auch die Vorfahren der Menschen mussten konkurrieren und haben von daher ihre Neigung zur Gewalt geerbt. Von mehreren Menschenarten, Neandertaler, Homo Erectus usw. blieb am Ende nur der Homo Sapiens übrig. Die Natur im Wettbewerb zu stehen und Konflikten mit Gewalt zu begegnen, hat er aus seiner animalisch geprägten Urherkunft übernommen. So oder ähnlich hab ich das mal aufm TV gehört.
Leider reichen ca. 1,4kg Masse an Gehirn bei den meisten Menschen nicht für eine Reflexion aus, warum sie Gewalt ausüben. Frägt man z.B. einen Mobber, wieso er das macht, wird er keine hinreichende Antwort darauf geben können, weil er sich selber nicht versteht.
Ich denke aber, dass es nicht alleine auf eine gewalttätige Urvergangenheit der Menschheit zurückzuführen ist. Vielmehr spielen auch frühkindiche Erlebnisse eine Rolle. Wie die Beschaffenheit des Elternhauses war, die Erziehungsmethoden, wie das nahe soziale Umfeld. Inwiefern (früh)kindliche Bedürfnisse nach Annahme und Zuneigung beachtet oder unterdrückt wurde. Inwieweit man sich an Dogmen anpassen musste unter Missachtung des eigenen Selbst. Inwieweit man Gewalt erfahren musste, unfähig sich dagegen zu wehren, sich wegen dem Abhängigkeitsverhältis zu seinen Versorgern damit identifiziert hat. Aus einer Fehlprägung in der Kindheit, weil man es nicht anderes gesehen hat und nicht anders kennt, nun selber nicht anders leben kann. Deswegen zur Aggression neigt und sich zu Aggressoren hingezogen fühlt, weil man Lieblosigkeit als Fürsorge verkehrt hat.
Jeder der nun gutmütig und friedfertig ist, wird zum Feind. Da er so ist, wie man selbst in einem Umfeld voller idealisierter Lieblosigkeit und Gewalt nicht sein durfte. Das eigene Spiegelbild des frühen Selbst, das man nicht ertragen kann, weswegen man den Friedfertigen, Gutmütigen ablehnt, bekämpft und verletzt.
Außerdem glaube ich, dass Bürotätigkeiten Aggressionen erzeugen können. Nur sitzen, in den Bildschirm kucken und den ganzen Tag zu allen *cheißfreundlich sein müssen. Klar für mich, dass sich da Energien aufstauen, die wieder abgelassen werden müssen und sich bei manchen z.B. in Form von lästern, mobben, intrigieren, zicken mit zeigen können.
Männer, denke ich, leiden auch häufig unter Allmachtsphantasien. Vermutlich auch hervorgerufen durch irgendwelche frühkindlichen Trauma von einem gestrengen Vater und einer missachtenden Mutter oder sowas. Man möchte groß sein und stark und auf andere herabblicken soll dieses Empfindung unterstreichen. Macht ausüben, über andere verfügen zu können, diese erniedrigen zu können, ist etwas ganz wesentliches. Dadurch fühlen sie sich als wer.
Die Waffenvernarrtheit hat wohl auch irgendwie den Ursprung darin, weil darin etwas Mächtiges liegt. Die Kraft zur Auslöschung. Außerdem dienen sie als *chwanzverlängerungen. Langwaffen sind potent. Ein Panzer mit seiner Kanone ist potent. Eine Atomrakete, das erigierte Phallussymbl schlechthin. Ich vermute, es ist eine Mischung aus unreflektiertem Vernichtsungsdrang und starken Minderwertigkeitskomplexen.
Uniformen sind auch ein gutes Werkzeug. Sie verleihen Zugehörigkeit. Man geht in der Masse auf, welche einem Berechtigung (für was auch immer) und Stärke verleiht. Schon einfache Lederhosen auf dem Schützenfest können diesen Effekt erziehlen. Man gehört dann mit den anderen zusammen, fühlt sich stark, man verliert die Hemmungen, kann seinen Frust und seiner angestauten Aggression für die ganzen Zwänge, Verpflichtungen und gestelltem Getue, gegenüber andersartigen, auch rein zufällig daherkommenden, frei Luft machen. Pampt und pöbelt völlig ungezwungen.
Es fühlen sich viele Leute klein, unbedeutend, verloren, wenn ihnen in früher Kindheit kein gesundes Selbstwertgefühl mitgegeben worden ist. Sie suchen nach Zugehörigkeit und Anerkennung, etwas das ihnen Selbstwert geben kann. In ruhigen, friedlichen Zeiten langt dafür z.B. ein Fußballverein, mit dem man sich identifiziert. Man fühlt die eigene Größe und Stärke, wenn es heißt "wir haben gewonnen", (und Niedergeschlagenheit, wenn man verliert). In unruhigen Zeiten haben Agitatoren ihre Möglichkeit, dass sie die Gefühle von Angst und Bedrohung der Menschen für sich einsetzen können. Sie zeigen (vermeintliche) Stärke, an deren die Menschen teilhaben wollen. Die Komplexe der Menschen suchen sich so zu kompensieren. Gewalt wird verstärkt zum legitimen Mittel. Sie kucken auf, wie sie es bereits als Kind zum (allmächtigen) Vater (od. den Eltern) gemacht haben, und bekommen so erneut ihre Orientierung...
Soweit mal meine Gedanken (Meinung) dazu.
, mach anderes Fernsehen.
Den Tipp kann man sich aber auch einrahmen und übers Bett hängen.