Bass_Player89
Mitglied
Hi ihr,
heute wurde ich mal wieder mit der Einstellung zu meinem Bruder konfrontiert. Folgendes ist passiert:
Im Januar 2013 hatte er einen schweren Autounfall, lag 4 Wochen im Koma und hat eine lange stationäre Reha durchlaufen. Schon im Krankenhaus damals brachte ich es nicht übers Herz, ihn zu besuchen...ich konnte das einfach nicht. Meine Eltern hatten Verständnis dafür.
In der stationären Reha war ich selbst auch nur einmal mit und das fiel mir sehr schwer, meinen Bruder in dieser Verfassung zu sehen. Nach einer Zwischenstation ist er nun in einer weiteren Reha, quasi einer Ergotherapie, wo er auch vor Ort wohnt. Sein Zustand ist wesentlich besser, man würde ihm kaum anmerken, dass er einen Unfall hatte, wenn da nicht sein noch immer in Mitleidenschaft gezogenes Kurzzeitgedächtnis wäre. Körperlich ist er soweit wieder fit und kann sich auch ganz normal bewegen.
Er vergisst halt immer noch häufig Dinge, die natürlich dann sein Umfeld stärker in die Pflicht nehmen, quasi auf ihn "aufzupassen". Er hätte am vergangenen WE hier z.B. die untere Etage (etwa 40qm²) putzen sollen, nachdem ich vorher gesaugt hatte und die Möbel beiseite geräumt hatte. So hatte ich ihm das gesagt, was er auch verstand... Ich habe mich dann in mein Zimmer zurückgezogen und weiter am PC gearbeitet, in der Hoffnung, das er zwischenzeitlich unten putzen würde.
Das hat er an beiden Tagen nicht getan. Gleichzeitig war hier im Dorf Pfarrfest (ca. 5 Gehminuten von unserem Haus entfernt), wo meine Eltern beim Aufbau mitgeholfen haben und dementsprechend Freiverzehr hatten. Wir waren eingeladen, vorbeizukommen, wenn wir Hunger gehabt hätten.
Meiner Bruder wollte wohl alleine hin, hat das aber natürlich auch wieder vergessen, sowohl Samstags als auch Sonntags. Und ich habe das wieder schleifen lassen, weil ich dachte "Wenn er Hunger hat, dann wird er sich schon was zu essen machen".
Meine Eltern waren natürlich wiederholt "not amused" darüber, was sie mir sehr deutlich zu verstehen gaben.
Das Verhältnis zu meinem Bruder vor dem Unfall war eher zweigeteilter Natur. Man hatte teils heftigen Streit, besonders in der Pubertät, was dann auch manchmal gewalttätig wurde, aber kamen unterm Strich ganz gut miteinander aus, wenn ich das mal auf die letzten 25 Jahre zurückrechne. Besonders nach der Pubertät besserte sich das Verhältnis spürbar.
Aber ich frage mich nach wie vor, wie es passieren kann, dass ich mich hier total zurückziehe und mir mein Bruder quasi "egal" ist. Ich versuche seine Angelegenheit immer irgendwie rational zu sehen und schotte mich ziemlich ab. Ich verstehe nicht, warum das so ist... er ist mir ja nicht egal, im Gegenteil...
Was soll ich nur tun?
Sry, wenn das nun alles etwas wirr klang, aber vllt. könnt ihr mir ja helfen.
Gruß und gute Nacht
heute wurde ich mal wieder mit der Einstellung zu meinem Bruder konfrontiert. Folgendes ist passiert:
Im Januar 2013 hatte er einen schweren Autounfall, lag 4 Wochen im Koma und hat eine lange stationäre Reha durchlaufen. Schon im Krankenhaus damals brachte ich es nicht übers Herz, ihn zu besuchen...ich konnte das einfach nicht. Meine Eltern hatten Verständnis dafür.
In der stationären Reha war ich selbst auch nur einmal mit und das fiel mir sehr schwer, meinen Bruder in dieser Verfassung zu sehen. Nach einer Zwischenstation ist er nun in einer weiteren Reha, quasi einer Ergotherapie, wo er auch vor Ort wohnt. Sein Zustand ist wesentlich besser, man würde ihm kaum anmerken, dass er einen Unfall hatte, wenn da nicht sein noch immer in Mitleidenschaft gezogenes Kurzzeitgedächtnis wäre. Körperlich ist er soweit wieder fit und kann sich auch ganz normal bewegen.
Er vergisst halt immer noch häufig Dinge, die natürlich dann sein Umfeld stärker in die Pflicht nehmen, quasi auf ihn "aufzupassen". Er hätte am vergangenen WE hier z.B. die untere Etage (etwa 40qm²) putzen sollen, nachdem ich vorher gesaugt hatte und die Möbel beiseite geräumt hatte. So hatte ich ihm das gesagt, was er auch verstand... Ich habe mich dann in mein Zimmer zurückgezogen und weiter am PC gearbeitet, in der Hoffnung, das er zwischenzeitlich unten putzen würde.
Das hat er an beiden Tagen nicht getan. Gleichzeitig war hier im Dorf Pfarrfest (ca. 5 Gehminuten von unserem Haus entfernt), wo meine Eltern beim Aufbau mitgeholfen haben und dementsprechend Freiverzehr hatten. Wir waren eingeladen, vorbeizukommen, wenn wir Hunger gehabt hätten.
Meiner Bruder wollte wohl alleine hin, hat das aber natürlich auch wieder vergessen, sowohl Samstags als auch Sonntags. Und ich habe das wieder schleifen lassen, weil ich dachte "Wenn er Hunger hat, dann wird er sich schon was zu essen machen".
Meine Eltern waren natürlich wiederholt "not amused" darüber, was sie mir sehr deutlich zu verstehen gaben.
Das Verhältnis zu meinem Bruder vor dem Unfall war eher zweigeteilter Natur. Man hatte teils heftigen Streit, besonders in der Pubertät, was dann auch manchmal gewalttätig wurde, aber kamen unterm Strich ganz gut miteinander aus, wenn ich das mal auf die letzten 25 Jahre zurückrechne. Besonders nach der Pubertät besserte sich das Verhältnis spürbar.
Aber ich frage mich nach wie vor, wie es passieren kann, dass ich mich hier total zurückziehe und mir mein Bruder quasi "egal" ist. Ich versuche seine Angelegenheit immer irgendwie rational zu sehen und schotte mich ziemlich ab. Ich verstehe nicht, warum das so ist... er ist mir ja nicht egal, im Gegenteil...
Was soll ich nur tun?
Sry, wenn das nun alles etwas wirr klang, aber vllt. könnt ihr mir ja helfen.
Gruß und gute Nacht