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Warum gibt es Verschwörungstheorien?

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Psychopathin

Mitglied
Ich sehe immer wieder im Internet Verschwörungstheorien die teilweise so absurd sind das ich mich Frage wie manche den Schwachsinn glauben können. Warum gibt es das überhaupt, haben die Menschen zu viel Langeweile? Wie soll man damit umgehen? Die Welle an Falschmeldungen, Verschwörungen und Hassreden, vor allen von religiösen Menschen (Stichwort Homophobie, Antisemitismus, Sexismus) wie mir aufgefallen ist, sind in den letzten Jahren so extrem gestiegen das man ja keinem Mehr trauen kann. Also warum denkt ihr glauben sowas Leute, denken wenig nach und fühlen sich danach toll wenn sie den Blödsinn veröffentlicht haben?
 
Es gibt auch Verschwörungstheorien, die stimmen. Und wenn man ehrlich ist, kann man als Normalsterblicher bei den meisten Fällen gar nicht sicher wissen oder beweisen, dass sie falsch sind. Meistens ist es doch bloß eine Einschätzung je nach Weltbild und Bauchgefühl, welcher Seite man glaubt. Die meisten Leute glauben halt den Medien, den Experten oder den Politikern, aber wenn man unzufrieden ist oder sich verarscht vorkommt oder einfache Antworten will und einen Sündenbock braucht, dann glaubt man eher an irgendwelche bösen Dinge im Hintergrund. Ist so ähnlich in manchen Kulturen, wo es in Krisenzeiten vermehrt "Hexenverfolgung" gibt.
 
Die Welle an Falschmeldungen, Verschwörungen und Hassreden, vor allen von religiösen Menschen (Stichwort Homophobie, Antisemitismus, Sexismus) wie mir aufgefallen ist, sind in den letzten Jahren so extrem gestiegen das man ja keinem Mehr trauen kann.

Zahlen? Daten? Fakten?
Oder verbreitest du gerade eine Falschmeldung? 😉



warum denkt ihr glauben sowas Leute, denken wenig nach und fühlen sich danach toll wenn sie den Blödsinn veröffentlicht haben?

Gute Frage - warum glaubst du deiner eigenen Behauptung der Zunahme?
Weshalb überprüfst du deinen Eindruck nicht, denkst erst nach, statt das hier zu veröffentlichen?



Durch die Vernetzung ist es sehr viel einfacher geworden, jeden Gehirnpups mit anderen zu teilen. Durch die breitere Streuung findet sich auch viel leichter jemand, bei dem das auf fruchtbaren Boden fällt.
Und der teilt es wieder...

Es sind wahrscheinlich im Schnitt nicht mehr Leichtgläubige, sie finden sich nur leichter aös früher.

Das Warum scheint von mehreren Faktoren abhängig zu sein.

Ein Beispiel:
Ein Bekannter von mir sieht sich als intelligent und gebildet. Er ist überzeugt, wir wären ein ausgesetztes Experiment.

Ich kann das weder wider- noch belegen, dies entzieht sich meinen Möglichkeiten. also kann ich nur sagen, die Möglichkeit könnte bestehen, auch wenn nach meinem Empfinden die Wahrscheinlichkeit nicht hoch ist.

Mein Bild des Bekannten ist ein anderes als sein Selbstbild. M. E. ist er im Durchschnitt angesiedelt, kombiniert mit sehr eingeschränktem Interesse und sehr eingeschränkter Sicht auf die Welt, das Leben, die Vielfalt. Man könnte auch sagen kleingeistig (ja, ich weiß, klingt überheblich, wie soll ich das aber sonst beschreiben?)
Irgendwo zwischen 1970 und 1980 blieb er hängen, Stillstand.
Was sich im Einrichtungsstil, Kleidungsstil widerspiegelt, ihn alt wirken lässt.
Sein Denken ist unflexibel.


Es ist nicht altersabhängig, ein höherer Bildungsabschluss schützt nicht.
Ich halte wenig gefestigte Persönlichkeiten, mit einer Neigung zu unflexiblem, kleingeistigen Denken, haltsuchend in einer für sie zu großen, unsicheren Welt, für anfällige Kandidaten.
 
Ich denke, wenn man lange an einer ziemlich leicht
zu entlarvenden Lügengeschichte festhält, muss
man dafür einen guten Grund haben. Man verdient
z. B. seinen Lebensunterhalt damit, bekommt An-
erkennung und Macht, einen Titel oder einfach ein
gutes Gefühl. Religion ist so ein Beispiel hier.

Warum bieten etwa Ärzt:innen Homöopathie an,
obwohl schon lange klar ist, dass hier mit unbewie-
senen Behauptungen gearbeitet wird? Sie können
diese Leistung sehr gut abrechnen, haben endlich
mal Zeit für ihre Patient:innen und weniger Stress
etc.

Oder wenn jemand übertrieben impfsketisch ist,
findet er Gleichdenkende in Foren oder auch auf
der Straße und ist sozial nicht mehr so isoliert wie
vorher, erlebt ein bisschen Drama und Aufregung
wegen Angriffen, findet Feindbilder, welche die
eigene Identität stärken.

Es geht also eher nicht um das Rechthaben, sondern
um die zusätzlichen, als positiv erlebten Auswirkun-
gen einer bestimmten Glaubenswelt.

Dazu noch, wie hier schon angesprochen: Manchmal
ist lange unklar, wer genau recht hat in einer Sache:
dann macht es vielleicht einfach Spaß, den Rebell zu
geben und sich vertieft mit einer Thematik zu be-
fassen, dabei Dinge zu lernen, die man bisher nicht
wusste. Die Frage nach dem Ursprung des Corona-
Virus scheint mir so ein Beispiel: da ist ja immer noch
unklar, ob es in einem Labor genutzt wurde und aus
diesem entkam oder ob es schon in der Natur vorkam
und sich jemand angesteckt hat. Ein Freund von mir
beschäftigt sich mit dieser Frage seit zwei Jahren und
ist inzwischen Experte für alles Mögliche geworden.
Er ist sicher, dass ein Laborursprung vorliegt, der von
den Verantwortlich mehr oder weniger gut getarnt
wird, weil sie sonst enorme Haftungssummen tragen
müssten. Andere halten das für völlig unmöglich. Das
wird sich wohl erst sicher klären, wenn jemand "aus-
packt", der einen handfesten Beweis liefern kann oder
wenn man die Wildtiere findet, die den Coronavirus
in sich tragen (bisher ja nicht entdeckt, trotz langer
Suche).
 
Einmal wird der Begriff Verschwörungstheorie inflationär gebraucht. Nicht jede mehr oder weniger absurde Überlegung ist eine Verschwörungstheorie. Zu glauben das Pharmafirmen die Wahrheit beugen oder lügen um Profit zu machen, ist einfach nur Misstrauen. Zu glauben das Pharmafirmen, Regierung, Geheimdienste und Polizei unter der Kontrolle eines Geheimbundes stecken der die Bevölkerung mit Chemtrails gefügig machen will, ist eine Verschwörungstheorie.

Die Verschwörungstheorie braucht ein mehr oder weniger geschlossenes Weltbild mit einer bösartigen, kryptischen Macht und dem Gläubigen als einem der wenigen die die Wahrheit erkannt haben. So gesehen unterscheidet sich das absolut nicht vom Teufelsglauben des Mittelalters.

Menschen scheinen einfach das Bedürfnis zu haben, eine komplexe Welt zu ordnen, damit ihre Psyche mit ihr klar kommt. Da Religion diese Ordnungsfunktion nahezu komplett verloren hat, sind da einfach andere Dinge an diesen Platz getreten. Terry Pratchett hatte in seinem Buch Schweinsgalopp mal etwas ähnliches geschrieben: die Menschen haben den Glauben an den Schneevater verloren, das führte zu einem ungenutzten Glaubensüberschuss und der sorgte dafür, dass sich der Warzengnom manifestiert hat. Früher war der Teufel für negative Ereignisse verantwortlich, heute ein Geheimbund. Das Prinzip ist aber das gleiche.

Hier noch ein Video von Ultralativ, weswegen wir lieber an Verschwörungen als an Zufälle glauben:
 
Ich würde zunächst mal definieren: Was ist eine Verschwörung:
Eine Verschwörung ist also demzufolge eine geheime Zusammenarbeit mehrerer Personen zum Nachteil Dritter.

Das ist eigentlich in der Wirtschaft bei jedem Kartellverstoß so.

Eine Verschwörungstheorie ist der Erklärungsversuch , eine Verschwörungstheorie kann stimmen und auch nicht stimmen.
Das ist im Prinzip bei jeder Theorie so sonst wäre es ein bewiesenes Faktum.
Im Prinzip ist es ähnlich wie bei einem Gerücht.

Das Wort "Verschwörungstheorie" wird derzeit häufig als Kampfbegriff oder zur Stimmungsmache genutzt .
(In Wiki wird da auch von "negativ besetzt" geschrieben)
Wie auch immer: Berichte in denen das Wort "Verschwörungstheorie" häufig vorkommt, halte ich für journalistisch nicht für besonders objektiv.
 
Sie hat es immer gegeben und sie wird es leider immer geben. S. Geschichte: Adolf Hitler.
Wichtig ist, dass jeder, der diesen Theorien nicht folgt, klar Stellung bezieht - und daran mangelt es zunehmend in der heutigen Zeit.
Der Satz, der mir in all diesen Problemen am meisten begegnet, ist leider: "Ich halt mich da raus".
Und so hat immer alles angefangen, was dann zum Fiasko führte......
 
Ich würde zunächst mal definieren: Was ist eine Verschwörung:


Hier geht's ja nicht nur um Verschwörungstheorien, das sollten wir im Blick behalten.

Psychopathin schrieb von:

》Falschmeldungen, Verschwörungen und Hassreden《


Ein viel breiteres Feld also.
 
Hier geht's ja nicht nur um Verschwörungstheorien, das sollten wir im Blick behalten.

Psychopathin schrieb von:

》Falschmeldungen, Verschwörungen und Hassreden《


Ein viel breiteres Feld also.
Falschmeldungen bzw. was Falschmeldung genannt wird, liegt doch auch am Darsteller und letztendlich im Auge des Betrachters.
Eine Meldung kann schon durch weglassen von einigen Aspekten zu einer Schieflage in der Objektivität führen.

Der Betrachter filtert außerdem oft ebenfalls selektiv, je nach Weltbild, das erleben wir doch jetzt tagtäglich.

Mit Hassreden kann ich nicht viel anfangen,
Hass ist letztendlich immer destruktiv.
 
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