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Warum findet Trauer in unserer Gesellschaft keinen Platz?

Ich kann deine Haltung zu dem Thema wirklich nachvollziehen, wenn man einen lieben Menschen verliert, ist das immer ein schwerer Schlag und man lernt erst mit der Zeit, mit dem Verlust zu leben. Ich kenne selber solche Situationen, in denen Menschen auf sowas einfach nicht angebracht reagieren. Ich selber habe vor einigen Jahren meinen Opa verloren, dem ich wirklich sehr sehr nahe stand. Damals ging ich noch zur Schule und war dann erstmal eine Woche krank geschrieben. Sein Tod kam sehr plötzlich und war ein ziemlicher Schock für uns alle. Wir haben zusammen in einem Haus gelebt, morgens habe ich noch mit ihm gesprochen und dann ist er plötzlich verstorben, Herzinfakt. Ich war so fertig, dass sich die Sanitäter, nachdem sie ihn nicht wiederbeleben konnten erstmal um mich kümmern mussten. Damals bin ich auch auf wenig Verständnis gestoßen, wie gesagt bin ich noch zur Schule gegangen und damals hätte ich eigentlich eine Klausur in Religion zum Thema Tod schreiben sollen (welche Ironie). Nachdem sich mein Lehrer erstmal vor der gesamten Klasse aufgregt hatte, dass ich ausgerechnet am Klausurtermin fehle und dann erstmal eine schöne Lästerattacke gestartet hatte, bevor eine meiner Mitschülerinnen ihn über die Umstände aufklärte, meinte er, ich könnte die klausur ja in einer Woche nachschreiben, wenn ich wieder da wäre. Als ich ihm dann eine Woche später erklärte, dass ich mich persönlich nicht in der Lage sehe, zu dem Thema auch noch eine Klausur zu schreiben, wurde er ausfallend und meinte ich könnte den Tod eines Verwandten nicht vorschieben nur weil ich keine Lust hätte zu lernen! Soviel zum Thema verständnis für Trauer.
Das nur mal als Beispiel von meiner Seite. Ich glaube jeder Mensch geht mit Trauer verschieden um, aber scheinbar ist in unserer heutigen Leistungsgesellschaft kein Platz mehr für Emotionen.
 
Warum ? Wiel man in dieser leistungsorientierten Gesellschaft einfach zu funktionieren hast- für Trauer ist da kein Platz; Wenn man trauert hat man seinen Kopf nicht frei für die Arbeit und kann keine 100 % mehr geben.....🙄

Und seien wir doch mal ehrlich, selbst im Freundeskreis wird man doch oft schief angeschaut wenn man mal um ein Familienmitglied länger trauert; Mein VAter ist vor 9 Jahren gestorben, ganz kurz vor Weihnachten. ZWischen Weihnachten und Neujahr hatte ich Gott sei Dank frei ( ich musste mich ja auch noch um meine Mutter kümmern die in ein extrem tiefes Loch fiel ), aber im Neuen JAhr musste ich wieder präsent sein... Denke mal ich hab das alles nur verdrängt, Zeit zum trauern war nie

Respekt daß du dir 1,5 Jahre Auszeit nehmen konntest, wie bist du denn ind er Zeit über die Runden gekommen wenn ich fragen darf ? Warst du krankgeschrieben ?
 
Warum ? Wiel man in dieser leistungsorientierten Gesellschaft einfach zu funktionieren hast- für Trauer ist da kein Platz; Wenn man trauert hat man seinen Kopf nicht frei für die Arbeit und kann keine 100 % mehr geben.....🙄(...)

Genau das ist es. Wir leben in einer Wirtschaftsform, in der sich die Reichen und Mächtigen auf Kosten der Kleinen bereichern, anstatt sich selbst in Verantwortung zu sehen. Dem sog. Raubtierkapitalismus. Wo Menschen keine denkenden und fühlenden Individuen mehr sind sonder Ressourcen, die man kauft, verbraucht und dann wegwirft. Und wenn eine Ressource nicht 100% in Ordnung ist wird sie entsorgt. Ist doch logisch.

Das wirklich traurige ist, dass sich daran vermutlich bis zum dritten Weltkrieg auch nichts mehr ändern wird.
 
erstmal mein Beileid, das auch dein Vater so früh gestorben ist.

ja, es ist wirklich beschämend, das die menschen so ausgebeutet werden, wobei ich wahrscheinlich bevor mein Vater gestorben ist, auch nicht wirklich anders war. ich habe zwar niemanden unter druck gesetzt oder jemanden versucht zu maßregeln, weil jemand schon so lang trauert, aber verstanden habe ich es bis dahin nicht und konnte mich in die person auch nie hinein versetzten, wie es ist jemand lieben zu verlieren. erst als ich selbst die Erfahrung gemacht habe, wusste ich was es bedeutet. das leben dreht sich einmal um 180 grad, es ist einfach nichts mehr so wie vorher und es braucht eine lange zeit, sich daran zu gewöhnen und den verlust zu akzeptieren. man kann da nichts mit Logik versuchen zu erklären oder lösen. es ist einfach so wie es ist.

meinem früheren Arbeitskollegen geht es nicht gut. ab und zu rufe ich ihn an, aber er lässt nur wenig Hilfe zu. da muss man erstmal abwarten.


gelebt habe ich in den 1,5 Jahren von meinem ersparten. ich konnte mir ein kleines apartment leisten und die wichtigen dinge davon finanzieren. in meiner Stadt gibt es eine selbsthilfegruppe für trauernde, die ab und an kleine Ausflüge oder reisen unternommen haben, die manchmal von einem verein gesponsert wurden. somit kam man dann auch mal raus 🙂 es war nicht luxuriöses, aber immerhin wurden Hinterbliebenen so die Möglichkeit gegeben mal nen Tapetenwechsel zu vollziehen und Gespräche über Trauer zu führen oder einfach gemeinsam spaß zu haben. da ich zuvor schon sparsam gelebt habe und seit meiner Kindheit eine art Sparkonto besitze , konnte ich einiges ansparen, was jetzt zwar komplett aufgebraucht ist, aber mir geht es gut. also bereue ich das nicht. ich wünschte andere hätten so eine Möglichkeit und der trauerbewältigung würde mehr platz Geschenk, denn ich bin der Meinung, die Trauer ist immer da, selbst wenn man sie nicht bewusst wahrnimmt und irgendwann kommt sie mit ihrer kompletten Tragweite zum Vorschein. das sehe ich an meiner Schwester, die jetzt zwei Jahre nach Papas Tod arg damit zu kämpfen hat. meine Schwester ist ein sehr rationaler mensch und glaubt da nicht dran. der eine denkt so, der andere so!

alles liebe
 
Ist schon o. k. so. Trauer ist was sehr Intimes und Privates und es geht die Gesellschaft nichts an, eigentlich niemanden. Wenn man manchmal die Schadenfreude mancher sieht, möchte man Blut sehen. 🙄
 
Ist schon o. k. so. Trauer ist was sehr Intimes und Privates und es geht die Gesellschaft nichts an, eigentlich niemanden. Wenn man manchmal die Schadenfreude mancher sieht, möchte man Blut sehen. 🙄

Schadenfreude weil bei jemanden eine liebgewonne Person verstorben ist ?? 😕
Boah, hätte ich sowas nach dem Tod meines VAters miterleben müssen, wär ich glaub ich ausgetickt
 
Dem muss ich zustimmen, was der TE meint. 🙁 Allerdings kann man das nicht nur auf Trauer beziehen, sondern das ist auch bei Krankheit, Behinderung usw. so, dass vielen das Verständnis abgeht. Mangelnde Fähigkeit zur Perspektivübernahme nennt man das.

Das mit dem Kollegen finde ich wirklich zum Kotzen. Es tut mir leid, in was für einer Firma du arbeitest, TE. Genauso tun mir die Verluste deines Vaters und bei deinem Kollegen der Verlust seiner Verlobten sehr leid. 🙁

Muss man eigentlich alles immer selbst erlebt haben, um irgendwie Anteilnahme o.ä. zu empfinden??? :mad:
 
Schadenfreude weil bei jemanden eine liebgewonne Person verstorben ist ?? 😕
Boah, hätte ich sowas nach dem Tod meines VAters miterleben müssen, wär ich glaub ich ausgetickt
Wäre es nicht online gewesen, hätte sie in der Landschaft gefehlt, die S...u.🙄

Besonders schlimm, wenn der Verstorbene am A**** besser war als das schadenfrohe Schw...n im Gesicht ist.😉
 

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