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Wann wird es besser?

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K

kleines

Gast
Hallo,
schön, das ich dieses Forum gefunden habe. Irgendwann braucht man mal jemanden, der einem sagt wie man mit was umzugehen hat und wann alles besser wird (glaube ich jedenfalls, sofern das jemand kann). Gerade jetzt zur Weihnachtszeit wird man sentimental und will das einfach alles nicht wahr haben. Weihnachten ist für mich eine Zeit des Friedens, der Familie und der Ruhe.

Ich bin 40 Jahre alt, mit meinem jetzigen Mann glücklich verheiratet,habe eine süsse Tochter von 6 Jahren und eine liebe Berner Sennen Hündin (4 Monate).
Kurz zu meiner Geschichte:
Mein Erzeuger (Vater) war Alkoholiker (ist dieses Jahr gestorben),
mein Erzieher (Stiefvater) war Alkoholiker (ist letztes Jahr gestorben),
meine Mutter war Alkoholikerin und Tablettenabhänging (ist vor 5 Jahren wieder rückfällig geworden) und
mein Ex-Mann war Alkoholiker (bin seit 9 Jahren geschieden).
Dann habe ich noch einen Bruder und eine Halbschwester (aus 2.Ehe von meiner Mutter).

Die beiden Todesfälle haben mich nicht aus den Socken gehauen. Mein Vater war froh als er mich mit 1 1/2 Jahren los wurde und mein Stiefvater wollte mich nie haben. Dieses nur kurz erklärt.
Zu meinem Ex-Mann kann ich nur sagen, eigentlich schade das ich ihn je kennengelernt habe.
Mein Bruder ist schrecklich sauer auf mich weil ich die Hälfte der Beerdigungskosten nicht bezahlen will.
Meine Halbschwester? Ich weiss nicht. Habe den Kontakt abbrechen müssen. Diese Geschichte zu erzählen das wäre einfach zu lang.

Jetzt eigentlich zu meinem Problem:
Ich habe den Kontakt zu meiner Mutter vor 5 1/2 Jahren aufgrund ihres Rückfalls abgebrochen. Auch diese Geschichte wäre einfach zu lang und ich würde morgen früh noch hier sitzen und schreiben. Ich weiss nur, das es kein zurück mehr gibt und dennoch tut es schrecklich weh. Manchmal kann ich sehr gut mit dieser Situation umgehen und ein anderes Mal kann ich es wieder nicht. Mein Mann und unsere Tochter geben mir viel und ich habe mit den beiden meine kleine Familie. Aber gerade jetzt zur Weihnachtszeit vermisse ich meine Mutter. Sie schreibt der Kleinen zum Geburtstag und auch zu Weihnachten, dabei weiss sie nicht wer ihre Oma ist. Sie hat sie vergessen und sie soll auch nicht wissen das sie noch eine Oma hat. Vielleicht baue ich einen Schutzmantel um sie herum auf denn ihr soll es nicht so gehen wie mir in meiner Kindheit. Eigentlich habe ich nie eine Mutter gehabt und auch unsere Tochter wird eigentlich, auch wenn sie meine Mutter kennen würde, keine Oma haben.

In meinen 40 Lebensjahren bin ich die letzten 9 Jahre glücklich. Ich habe erfahren, was Wärme, Nähe und Liebe bedeutet. Aber warum hört es nicht auf, weh zu tun?

Liebe Grüße
Kleines
 
Hallo!
Zunächst möchte ich dich zu deinem jetzigen Leben beglückwünschen!!!!So wie du geschrieben hast,bist du seit 9 jahren endlich glücklich!Und das ist auch gut so,weil du es verdient hast!!!!!!!!
Lass die Vergangenheit ruhen und lass los.....klar ist das eine schwierige Situation,schliesslich ist es deine Mutter und Oma deiner Tochter.Doch glaube ich,du würdest weder dir,noch deiner kleinen Maus einen Gefallen damit tun,wenn du den Kontakt wieder aufleben lassen würdest.Glaube mir,ich spreche aus Erfahrung,nicht was meine Mutter anbelangt,aber so ein ähnliche Situation mit dem Erzeuger meiner Tochter und seiner Eltern!Klar tut das weh,das kann ich sehr gut verstehen!
Meine Therapeutin rät mir in Fällen,wo einem die Gefühle von der Heftigkeit fertig machen,sie gedanklich in einen Tresor zu packen!Versuch es mal,und konzentriere dich auf deine eigenes Glück!!!
Viel Kraft und Mut,liebe Grüsse,gomera!
 
Hallo Gomera,

erst einmal vielen lieben Dank für deine schnelle Antwort.

Als meine Mutter wieder rückfällig geworden ist, hatten wir einen Termin bei einer Psychotherapeutin. Mein Mann, meine Mutter und ich. Es ging da schon richtig zur Sache obwohl ich mich sehr zurück gehalten habe. Die Therapeutin war der Meinung, das ich meine ganze Kindheit ganz tief hinten in eine Schublade gepackt habe und das sich diese Schublade jederzeit und immer wieder öffnen wird. Sie hat mir geraten hier vor Ort einen Kollegen aufzusuchen und meine Kindheit mit ihm zu verarbeiten.

Alles in die Schublade packen da bin ich eine wahre Meisterin drin. Aber sie öffnet sich doch manchmal und dann steck ich drin in dem Sch...!


Liebe Grüße
Kleines
 
Ich meinte mit dem Tresor nicht,das es dort für immer eingeschlossen werden sollte.Nur wenn die Gefühle manchmal zu stark werden,ist es manchmal sinnvoller,bis man bereit dazu ist,sich der sache ernsthaft zu stellen!Machst du eigentlich eine Therapie?Könnte mir vorstellen,bei dieser Familienvorgeschichte(Suchtfamilie),das du einiges aufzuarbeiten hast.Wie ist das mit Coabhängigkeit?
 
Hallo Gomera,

ich kann mich der Sache nicht stellen weil ich immer versuche sie zu verdrängen. Mit meinem Mann kann ich sehr gut über all dieses reden aber manchmal schliesse ich ihn einfach aus. Ich weiss nicht warum!

Wegen der Therapie habe ich lange überlegt und ich würde auch von Seiten meines Mannes jegliche Unterstützung diesbezüglich bekommen. In der Schublade ist es aber alles sicher aufbewahrt und es kommt nur dann und wann zum Vorschein d.h. wenn ich es zulasse. Was ist, wenn ich alles aufarbeite, es kommt alles wieder hoch, ich weiss nicht ob das gut ist. Wie kann ich damit umgehen wenn ich die ganze Kindheit wieder vor den Augen habe? Davor graut es mir am meisten.

Wie meinst du das mit der Coabhängigkeit?

Liebe Grüße
Kleines
 
Hallo Kleines,
ich bin ehrlich gesagt keine Freundin der Verdrängungstaktik, ich lege Probleme lieber auf den Tisch, damit sie bearbeitet werden können, so es möglich ist.
Im Tresor eingeschlossen sind sie vorerst verwahrt, auch nicht offensichtlich, aber sie sind noch existent.

Ich stecke momentan auch in einer Situation, in der ich über meine weitere Vorgehensweise nicht schlüssig bin. Es handelt sich um meinen Sohn. Wenn du mal lust hast zu lesen, fänd ich toll, muss aber nicht so bald sein. Erstmal gucken, was wir für dich tun können.
Vor einigen Tagen habe ich begonnen, meinem Sohn Briefe zu schreiben. Immer, wenn mir was einfällt, was ich ihm gern sagen würde, schreibe ich's auf. Ich lese mir das Geschriebene jeden Tag auf's Neue durch, ändere, verbessere, oder werfe mal einen weg. Ich schreibe die Briefe und Zettelchen für meinen Sohn, aber er erhält sie nicht (weiß auch gar nicht, wo er zZ ist),, oder vielleicht eines Tages, wenn dann noch welche übrig sind.

Könnte das auch für dich eine Möglichkeit sein? Dass du deiner "visuellen" Mutter schreibst?
Oder wie wäre überhaupt die Idee, du könntest doch auch einen Briefwechsel anstreben. Das gibt dir die nötige Distanz und du hast die Möglichkeit, dich mit deiner Mutter auszutauschen, vielleicht was zu bereinigen. Briefe haben auch noch einen grossen Vorteil: man kann seine Gedanken in aller Ruhe ausbrüten, es fällt einem keiner ins Wort ind man kann nicht angeschrien werden*g*

Lieben Gruß, Melia.
 
Coabhängige sind Angehörige von Suchtkranken.Es würde nun hier zig Seitenfüllen,dieses komlexe Thema zu beschreiben.Es ist eine Krankheit für sich.Wenn dumehr darüber erfahren möchtest,geb bei der google-Suche einfach Coabhängig ein,da wirst du zum besseren Verständniss alles finden.
Dann möchte ich dir noch sagen,das ich es nicht für gut halte,die Schuble immer wieder zu schliesse.Ich kann gut verstehen,das du Angst hast,dich damit auseinanderzusetzen,aber glaube mir,irgendwann muss es sein,sonst läuft es dir Zeit deines Lebens hinterher.Da ist glaube ich noch vieles zu tun,und es wird hammerhart werden,doch irgendwann platzt der Knoten!!!Nur Mut,es ist nur gut für dich!!!Das sollteste du dir Wert sein,denn du bist es!!!!!
 
Hallo Melia,

auch dir vielen Dank für deine Antwort.

Hier muss ich jetzt allerdings etwas weiter ausholen. Egal.

Es war im Mai 1999 an einem Samstag abend. Ich rief meine Mutter an. Da wir 120 km auseinander wohnen konnten wir uns nicht so oft sehen. Ich merkte gleich da stimmt was nicht. Sie hatte nach 15 Jahren wieder getrunken. Wir fuhren gleich am nächsten Morgen ins Krankenhaus wo sie auf der Intensivstation lag. Ich habe sie gefragt ob sie wieder trinken würde. Dieses hat sie verneint. Am nächsten Tag rief mich meine Halbschwester an und sagt mir sie hätte die Weinbrandflaschen gefunden. Ich setzte mich sofort ans Telefon und rief die AA Gruppe an, bei der meine Mutter immer noch war. Dann ging das ganze Theater los. Wir hätten das merken müssen das sie wieder trinkt usw. Es wurde gelogen wie Alkoholiker das machen und einen Grund gab es ja auch. Sie war ja schließlich so krank.

So, bis hier hin diese Geschichte.

Nach dem Treffen mit der Pyschotherapeutin habe ihr gesagt sie soll ihren Weg gehen und ich würde meinen gehen.
Nach etwa einem halben Jahr bekam ich einen kleinen Brief von ihr. So könnne es nicht weitergehen und wir sollten uns doch wieder vertragen. Früher hätten wir diese Situation auch gemeistert und das könnte doch auch jetzt so gehen. Sie hätte ja auch einige Fehler gemacht.

Toll, wenn ICH Fehler mache, dann stehe ich dazu. Welche Fehler habe ich gemacht? Sie ist wieder angefangen zu trinken und Tabletten zu nehmen.
Früher??????????? Ich bin stolz darauf, unserer Tochter jeden Tag sagen zu können wie lieb ich sie habe. Von meiner Mutter habe ich dieses nie gehört. Sie war viel zu viel mit sich selber beschäftigt und ist dieses auch heute noch.

Jegliche Art von Kontakt wäre einfach sinnlos. Sich mit auszutauschen würde in eine Katastrophe enden. Wenn mein Mann und ich alleine wären, dann vielleicht. Aber was soll ich unserer Tochter erzählen?


Liebe Grüße
Kleines
 
Hallo Gomera,

bei Google werde ich mich auf jeden Fall schlau machen.

Wenn ich mich damit auseinandersetze und eine Therapie mache dann wird es aber auch meine kleine Familie treffen. Ich kann mir nicht vorstellen das man zu so einer Stunde geht und dann alles hinten anstellen kann. Ich liebe meine beiden über alles und ich kann mir vorstellen das auch sie darunter leiden werden.

Liebe nachdenkliche Grüße
Kleines
 
Hallo Kleines,

ich schicke mal gleich voraus, dass ich in der Familie zwar auch einen alkoholabhängigen Onkel habe, mit ihm aber keinen weiteren Kontakt habe - nur durch Erzählungen von meiner Mutter - und das reicht mir auch grade....

Allerdings muss ich jetzt mal die andere Seite beleuchten. Ich glaube, wer einer Sucht unterliegt der tut das ja wirklich sein ganzes Leben lang. Es wird immer wieder mal schwache Momente für ihn geben (wir alle kennen unsere "schwachen Momente", wenn wir hier im Forum mal wieder am jammern sind weil es uns schlecht geht!) und ein eher labiler Mensch greift womöglich in solchen Momenten aus lauter Verzweiflung oder Angst oder dem Gefühl der Unzulänglichkeit dann doch wieder zu seinen "Drogen", egal wie lange er es schon geschafft hatte. Siehe viele Raucher, die sogar noch nach Jahren des Nichtrauchens in einer extremen Stresssituation wieder anfangen!

Außerdem ist es bekannt und auch anerkannt, dass bis zu 80 % der Alkoholiker immer wieder in ihrem Leben Rückfälle haben werden. Kein Alkoholiker (oder verschwindend wenige!) bleibt wirklich für den Rest seines Lebens trocken! Die Frage ist, wie lange hat Deine Mum es denn durchgehalten, und WARUM hat sie wieder angefangen?

Kleines, so schwer es für Dich im Moment erscheinen mag, Deine Mutter ist eine sehr labile Persönlichkeit, die wahrscheinlich mit ihrem Problemen und sich selbst nicht zurecht kommt. Da verstärkt natürlich das schlechte Verhältnis zu Dir womöglich noch dieses Gefühl das Leben "nicht geschafft zu haben".

Dass Deine Mutter trotz Abhängigkeit kein völlig gefühlloser Mensch ist, zeigt Dir doch ihr Versuch, wieder Kontakt herzustellen, der Wunsch etwas "wieder gut zu machen", die Hoffnung, aus der Familie die Kraft ziehen zu können um endlich der Sucht Herr zu werden. Sie merkt, dass sie es alleine niemals schaffen wird - sie sendet Dir einen Hilferuf!

Die Frage ist hier wirklich, hast Du genug Kraft, diesen Hilferuf auch anzunehmen und ihr helfen zu können? Dazu wäre es wirklich sehr nötig, dass Du zuerst mal lernst mit Dir selber ins Reine zu kommen und vor allem diese ganze Wut und Angst aus Deiner Kindheit endlich mal aufzuarbeiten, um auch wieder offener auf Deine Mutter zugehen zu können. Mit mehr Verständnis für ihre Lage.

Es hilft im Leben manchmal nicht, immer nur die "Schuld" anderer zu sehen, man ist einfach irgendwann auch alt genug um zu "verzeihen" und mal drüber nachzudenken, dass man selber da absolut nichts für konnte, dass Deine Mutter ganz sicher nie mit wirklich "böser Absicht" ihren Kindern gegenüber gehandelt hat! Es war die SUCHT, die sie beherrscht hat! Sie war und ist in der Zeit der schlimmsten Abhängigkeit nicht mehr Herr ihrer Gefühle, Gedanken und Taten! Aber sie weiß dass sie Hilfe benötigt und sie streckt ihre Hand nach Hilfe aus.

Niemand zwingt Dich etwas zu tun, das Du nicht kannst oder willst Kleines! Niemand kann von Dir verlangen, dass Du Deine Familie zerstörst um ihr zu helfen, die nie für Dich da war! Aber wenn es nur eine klitzekleine Chance gibt, dass Du Deiner Mutter einen Anstoß geben kannst, ihr ein Ziel zeigen kannst, ihr einen Weg vorgeben kannst, auf den sie sich machen kann, auf dem sie wieder zurück kommt ins Leben????

Bitte lade Dir nicht noch auf Deine Schultern, dass Du Dir am Ende irgendwann sagen musst: damals hätte ich ihr helfen können und habe nichts getan. Denn diese Gedanken werden kommen, da bin ich mir sicher.

Kleines, das sollte nur mal ein Denkanstoß für Dich sein und wir können gern noch lange weiter diskutieren und überlegen wie es weiter gehen könnte - und ob Du das auch kannst und möchtest. Aber mir ist es immer wichtig, dass gerade in solchen schwierigen Situationen immer ZWEI Seiten betroffen sind. Und so öffne ich immer mal gern auch die Augen für die "andere" Seite.

Mit ganz lieben Grüßen
Leah
 
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