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Von Freunden ausgenutzt

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Gast

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Ich bin momentan in keiner schönen Lage. Vor etwa einem Jahr bin ich neu in eine Stadt gezogen zusammen mit einer Freundin. Seitdem ist einfach nichts gutes passiert, ich verbinde mit dieser Stadt nur Probleme und bin am liebsten zuhause bei meinen Eltern, wofür ich von Studifreunden, die hier super angekommen sind nur Verachtung zu spüren bekomme. Ich habe schon oft versucht mich hier zuhause zu fühlen aber es geht einfach nicht, dazu kommt dass ich innerhalb eines Jahres schon drei Mal umgezogen bin. Mit besagter Freundin ist es dermaßen eskaliert dass wir inzwischen keinen Kontakt mehr haben und beschlossen haben die Freundschaft zu beenden. Ich fühlte mich von ihr verraten, belogen und ausgenutzt, während ich von Anfang wirklich alles für sie getan habe, beinahe aufgeopfert, nie an mich selbst gedacht. Jetzt hasst sie mich. Dabei ging es auch um Geld, das sie mir bis heute schuldet. Freunde von mir sagen mir dass sie beide Seiten verstehen, was mich nicht gerade aufmuntert. Da fehlt mir einfach ein Rückhalt, jemand der bedingungslos zu mir hält. Ich zweifle so oft an allem und bin oft so wütend. Wirklich glücklich bin ich nur noch an den Wochenenden zuhause. Ich habe Geldprobleme und bin trotzdem immer wieder in der Situation, dass ich etwas für andere bezahle und das Geld dann nicht zurück bekomme. Ich sage dann meist nichts weil andere mich nicht für einen Erbsenzähler oder geizig halten sollen. Ich habe das Gefühl jeden Tag kommt eine neue Hiobs-Botschaft, die mit einer fetten Rechnung zu tun hat. Ich kann mit dem Ganzen einfach nicht abschließen. Sich noch einmal auszusprechen hat trotzdem denke ich keinen Sinn, da die Fronten sehr verhärtet sind.. Ich bin gezwungen noch über ein Jahr in dieser Stadt zu bleiben bis ich meinen Abschluss habe und ich habe das Gefühl ich halte es nicht aus. Was soll ich tun? Abbrechen ist auch keine Option, da ich den Abschluss wirklich brauche und mir die Uni eigentlich leicht fällt. Zuhause habe ich eine beste Freundin, bei der ich allerdings denke, dass sie meine Situation nie richtig nachvollziehen kann, weil sie einen sehr guten Job, einen Freund und noch zuhause wohnt. Sie musste also nie mit diesen Problemen klar kommen und sagt dann oft Sachen, die mich verletzen. Eben sowas wie: Dann geh doch einfach arbeiten. Nicht dass ich das nicht schon versucht hätte, aber ich halte es einfach nicht aus am Wochenende hier zu bleiben, weil es mich so unglücklich macht. In den Semesterferien habe ich einen Job zuhause, der mir sehr viel Spaß macht und Erfahrung bringt aber eben nicht besonders viel Geld. Zudem denken glaub ich alle dass meine Eltern reich sind oder so, weil sie mich finanziell unterstützen. Das ist aber nicht viel, es reicht gerade so für Lebensmittel etc, Klamotten oder Essen gehen ist nicht drin. Mehr würde ich aber auch nie von ihnen verlangen. Allein für die Tatsache dass sie mir Geld geben werde ich von all meinen Freundinnen die arbeiten gehen auch nur verachtet. Das sagen sie sehr oft "im Spaß" aber es tut sehr weh. Wie halte ich dieses Jahr am Besten noch aus und wie schließe ich endlich mit diesem Streit ab? Es macht mich kaputt mir immer wieder den Kopf darüber zu zerbrechen und immer wieder erklären zu müssen warum ich mit dieser Freundin nicht mehr befreundet bin, warum ich nicht arbeiten gehe und mein Leben sowieso so furchtbar sinnlos ist. Ich weiß nicht ob ich mir einfach immer die falschen Freunde aussuche oder es schlicht an mir liegt. Ich glaube ich bin ein Mensch der es immer jedem Recht machen möchte und sich darum auch immer ausnutzen lässt. Ich gebe und gebe und kriege doch nichts zurück. Im Gegenteil, ich werde noch bestraft dafür.
 
Liebe Gast-Schreiberin,

es tut mir für Dich leid, dass Du unglücklich bist. Auf der anderen Seite freue ich mich für Dich, denn ich habe den Eindruck, dass der Schlüssel zum Glück unter Deiner Fußmatte liegt.

Aus meiner Sicht fehlt es Dir an klarer Sicht und evt. auch an einem klaren Konzept.
Das Konzept, welches Du haben solltest, lautet: Ich bin in Situation A und möchte nach B.

Stelle Dir die Frage, was Deine Prioritäten sind. Aus meiner Sicht steht das Studium an erster Stelle.
Also werden alle Störfaktoren beiseite gewischt und Du konzentrierst Dich auf bestmöglichen Erfolg.

An zweiter Stelle stehen Deine sozialen Kontakte. Hier ist festzustellen, dass zu Dir gewissen Menschen passen, weil sie Dir gut tun und Du ggf. ihnen umgekehrt auch. Diese Kontakte solltest Du pflegen. Dabei solltest Du über die Frage nachdenken, welches Verhalten angemessen und passend ist - und welches nicht. Hier habe ich den Eindruck, dass Dir noch das rechte Maß fehlt. Möglicherweise hast Du bei dem einen Menschen eine hohe Erwartungshaltung - und beim anderen sehr niedrige. Du scheinst alle Menschen gleich zu behandeln. Das finde ich falsch. Du solltest alle Menschen gleichwertig behandeln, aber völlig unterschiedlich, weil Menschen verschieden sind.

Menschen befolgen durchaus andere Regeln des Miteinanderumgehens als Du. Daher solltest Du sensibel sein und herausfinden, wo Eure Regeln und Vorstellungen miteinander harmonieren und wo nicht. Daher solltest Du einerseits lernen, klar zu kommunizieren was Du willst, was Du erwartest sowie Grenzen zu ziehen "das mag ich - das mag ich nicht" und andererseits herausfinden, was der andere von Dir erwartet und wo seine Grenzen sind.

Soziale Kontakte beruhen auf Geben und Nehmen:

Geben:
Gib nicht jedem was Du möchtest, sondern gib jedem was er braucht.
Willst Du 5 € verschenken, weil Dir nach Geschenken zumute ist, dann ist der Bettler hoch erfreut, der Millionär findet das überflüssig und der Freund ist beleidigt.

Gib nicht jedem was er von Dir erwartet - sondern gib jedem was Du möchtest und kannst.
Nein-Sagen-Können ist wichtig: "Nein, dass ist mir im Moment nicht möglich" oder "Nein, das möchte ich nicht" oder "Nein, ich habe heute keine Zeit".

Nehmen:

Ich muß auch Nehmen können. Manchmal erfolgt das Nehmen auf der Basis "eine Hand wäscht die andere". Ich finde das auch sehr gesund. Es signalisiert "wir verstehen uns und wollen das Gleiche, haben gleiche Wertvorstellungen."

Es ist schön, wenn wir anderen ohne Eigennutz helfen, aber der Gedanke der Gleichwertigkeit kommt zu kurz, wenn wir uns ausnutzen lassen. Dem Fremden, den ich nie wieder sehe, helfe ich gerne, soweit ich kann. Da erwarte ich lediglich ein Dankeschön. Dem Freund, mit dem ich in häufigem Kontakt stehe, helfe ich auch gerne. Aber hier erwarte ich Respekt der sich dadurch zeigt, dass mein Freund mir auch seine Hilfe anbietet, die ich auch gerne annehme. Eine Freundschaft ohne Respekt ist wie ein Topf ohne Boden. Ein kleinliches Aufrechnen empfinde ich als unangemessen. Aber einseitige Hilfen ebenfalls. Beziehungen, denen der Respekt fehlt, löse ich auf.

Erwartungshaltung:
Es macht aus meiner Sicht wenig Sinn, wenn ich von einem Mathematiker erwarte, dass er auch ein guter Sportler ist. Das kann sein - muß aber nicht. Und von einer Freundin, die sich in meiner Berufswelt oder in meiner sozialen Welt nicht auskennt, erwarte ich nicht, dass sie die Zusammenhänge versteht. Das kann sein - muß aber nicht. Enttäuschungen entstehen dort, wo ich eine falsche Erwartungshaltung habe.

Ich denke, liebe Gast-Schreiberin, mit festen Werten lassen sich auch Handlungsanweisungen bilden, die Dir wieder helfen, Deine sozialen Beziehungen zu ordnen. Sei froh und dankbar, soweit Du feste Werte hast. Dankbarkeit ist die Basis für Glück. Du solltest lediglich lernen, Deine Werte auch in Handlungsanweisungen umzusetzen. Und schon werden sich auch soziale Konflikte minimieren.

Ich hoffe, meine Gedanken hierzu sind Dir eine Hilfe.

LG; Nordrheiner
 

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