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Vollkommen verunsichert...

G

Gastus

Gast
Oh man, ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll. Komm mir vor wie der x-hundertste, der dieses Problem hat, aber irgendwie hilft mir alles was ich dazu lese nicht weiter.
Um das alles irgendwie verständlich zu machen, muss ich glaub ich ein bisschen ausholen. Also ich bin jetzt 23 und studier im vierten Semester Publizistik und Filmwissenschaft auf Magister. Wenn alles so weiterläuft wie bisher, dann bin ich mit 25 fertig. Jetzt ließt man überall "Publizistik studieren ist totaler Quatsch, das braucht kein Mensch, bla bla" man kennt das ja - eigentlich wars mir immer egal, aber langsam frage ich mich, ob das nich wirklich stimmt.
Ich hab mir immer eingebildet, dass ich mit einem Magister am Ende ja eigentlich ganz gut dastehe und weil ich schon ein Jahr beim Radio gearbeitet habe auch schon in der Praxis war. Damals hab ich mich dann dafür entschieden zu studieren, weil es überall hieß "wenn man bei großen Sendern arbeiten will, braucht man ein Studium" und bin nur deshalb eigentlich fast 500 Kilometer von zu Hause weggezogen, obwohl ich fast um die Ecke hätte BWL studieren können.

Jetzt steh ich zwischen dem Gedanken, das mein Studium totaler Quatsch is und dem, dass ich ja immerhin am Ende n guten Abschluss hab und ja auch nich festgelegt bin auf Journalist sondern einfach Spaß am Schreiben und Sprechen habe. Dabei denk ich dann immer, dass ich, wenn das Studium wirklich so blödsinnig is auch genau so gut wieder zurückgehen könnte...nur was sollte dann die Alternative sein. Das wächst mir echt alles über den Kopf und ich bin in allem was ich mache total unmotiviert, weil ich den Sinn nicht mehr sehe und verunsichert bin weil ich fürchte, die ganze Arbeit der letzten Jahre war dan im Endeffekt umsonst und mit nem BWL Studium hätte ich dann selbst in der Branche in die ich will, mehr erreicht.

Gibts nich doch Leute, die mit so einem Studium was geworden sind oder ist die Zahl derer die im Endeffekt dann damit wirklich auf der Straße gelandet sind so viel größer?

...vielleicht alles Quatsch, aber ich musste es einfach mal loswerden. Vielleicht kann mir ja jemand eine objektive Meinung geben, das würde mir schon sehr helfen
 
Das wächst mir echt alles über den Kopf und ich bin in allem was ich mache total unmotiviert, weil ich den Sinn nicht mehr sehe und verunsichert bin (...)

Vielleicht kann mir ja jemand eine objektive Meinung geben, das würde mir schon sehr helfen

Salve Gastus,
wenn ich bei etwas unmotiviert bin und keinen Sinn mehr
sehe, versuche ich, mich an den Anfang des Projekts zu
erinnern und was damals meine Motivation und mein
Sinn war - und daran anzuknüpfen. Manchmal hilft da ein
Tagebuch oder ein alter Freund, der sich noch erinnert,
was der Antrieb war.
Und was ich von Kindern gelernt habe: Wenn etwas keinen
Spaß macht, das man machen muss, dann variiert man
die Aufgabe so lange, bis sie doch Spaß macht.

Zu deinem Thema selbst, ob dieses Studium dir später
nützlich sein wird ... das kann dir vermutlich nicht mal
ein Wahrsager garantieren, der die Zukunft kennt. Klar
ist, dass unsere Zukunft zu großen Teilen von uns selbst
gemacht wird. Stell dir mal vor, du bewirbst dich z.B.
mit einer deiner Lieblingsideen für ein publizistisches
Projekt bei der Axel-Springer-Akademie und gewinnst
den "Scoop-Preis", der da immer ausgeschrieben ist -
die Medien berichten über dich, du bekommst neue
Kontakte usw.

Ich würde dir raten, den Bogen weiter zu spannen und
nicht so kurzfristig zu denken - wo könntest du in z.B.
10 Jahren stehen, wenn alles gut läuft? Was ist deine
Leidenschaft, was dein Lieblingsthema? Und dann da-
rauf deine Konzentration richten und dich nicht von
einzelnen Pressemeldungen verunsichern lassen, die
morgen schon wieder überholt sein können.

Alles Gute!
Werner
 
Nun, lieber Fragesteller - ich darf dir mal vehement widersprechen!

es gibt massenhaft Studiengänge von denen gesagt wird - "ach das braucht doch keine".
Auch Studiengänge die dir sinnvoll erscheinen.
BWL studieren doch tausende - du kennst den Spruch "Wer nichts wird wirt Betriebswirt."?
Jura - da erzählen einem die Leute ebenso: "Ach, es gibt tausende Juristen, da wirst du nicht smit dem studienabschluss"
Das selbe dann bei den politilogen, philisophen, soziologen....

bei fast allen Studiengängen wird so ein quatsch erzählt!

lass dich davon nicht ins bockshorn jagen - dein studiengang hast du konsequent und richtig begonnen. Du hast Praxiserfahrung - ein Studium sinnvll darauf aufgebaut, du wirst dieses Studium in SEHR jungen jahren abschließen (25 ist ein top alter für einen studienabschluss - der normale Uniabgänger ist eher am ende seiner 20er).
du hast dann einen der "alten" "hochwertigen" abschlüsse - Magister artium.

Was willst du mehr haben? - bzw. was will der Arbeitgeber mehr verlangen? Praxiserfahrung, studium, passable noten (oder?), freude an der arbeit, ehrgeiz (du willst "nach oben - zu den großen sendern").
Du bist wunderbar aufs berufsleben vorbereitet - halte dir diese positiven aspekte vors auge - und dann sag nochmal, daß du ins grübeln kommst...

an deiner stelle würde ich nichtmal im traum daran denken, daß du etwas falsch machst! - deine unsicherheit ist die generelle unsicherheit die die meisten studenten befällt. grundlegende zukunftsangst - die bricht sich bahn, das passiert sehr vielen.

lass mich nochmal wiederholen: du machst momentan alles perfekt richtig! weiter so wie bisher!
 
Hi Gastus!

Jetzt steh ich zwischen dem Gedanken, das mein Studium totaler Quatsch is (...)

Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen: LASS DICH NICHT VON DEN TÄGLICHEN ARBEITSPROGNOSEN VERUNSICHERN!!! Wie gesagt man weiß nie was die Zukunft bringt bzw. was berufsmäßig gefragt sein wird. Geh die Sache entspannter an...Du hast in naher Zukunft dein Studium in der Tasche und dann steht dir die Welt ja sozusagen offen. Damit meine ich, dass man heutzutage ja auch als Quereinsteiger in verschiedenen Berufsbranchen Fuß fassen kann. Auch wenn du etwas bestimmtes studiert hast, heißt das ja noch lange nicht, dass du auch in dem Bereich später arbeiten musst. Wie du schon selbst gesagt hast, bist du ja nicht auf Journalist festgelegt.

(...)einfach Spaß am Schreiben und Sprechen habe.

Und diesen Punkt hier finde ich persönlich sehr wichtig: Spaß an dem haben was man tut, in deinem Fall was du studierst. Und Spaß scheinst du an deinem Studium ja zu haben. (?) Meiner Meinung nach ist das der Schlüssel zu allem. Jemand, der mit Leib und Seele bei der Sache ist und von dem überzeugt ist, was er macht wird später auch sein(e) Ziel(e) erreichen.

Also lass dich nicht verunsichern und nicht unterkriegen 😉!

lg, sunshine
 
Vielen Dank für die wirklich aufbauenden Antworten! Wenn ich mir das jetzt so durchlese, sind das so die Gedanken die ich am Anfang des Studiums auch hatte und scheinbar waren die dann ja doch gar nicht so blödsinnig und falsch.
Ihr habt Recht, mir macht das was ich tue wirklich viel Spaß und meine Noten sind auch demenstsprechend bis jetzt durchweg gut gewesen, weil ich einfach mit Spaß gelernt habe.
Vielleicht sollte ich mich einfach wirklich nicht so verunsichern lassen und meinen Weg weitergehen, wer weiss wo er mich hinführt - die Idee mit dem Scoop Preis ist nicht schlecht, wenns irgendwann klappen sollte werd ich mich dankend nochmal melden 😉

Ich danke euch nochmal für die Antworten und wünsche einen schönen Abend
 

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