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Verzweifelt...Traurig...Wütend...Will nur noch weg...

Hallo…

Ich hoffe, dass es hier reinpasst. Und wahrscheinlich hat man das hier oder auch in anderen Foren schon zum x-ten Mal gelesen. Aber ich weiß einfach nicht mehr weiter….

Ich bin ein 22 jähriges muslimisches Mädchen (volljährig, was mein folgendes Problem doch eigentlich lösen sollte) und wohne noch bei meinen Eltern. Ich bin ausgebildete Technische Zeichnerin und habe seit dem 15.07.2013 auch einen festen Job (trotz Probezeit will mich mein jetziger Chef definitiv behalten).

Meine Familie ist ziemlich streng. Besonders mein Vater. Meine Mutter steht zwischen mir und ihm und mein jüngerer Bruder (18) weiß nicht, was richtig oder falsch ist, da er meistens die Schuld für meine „Aktionen“ bekommt.

Mir dürften doch als 22 jährige junge Frau alle Möglichkeiten und Freiheiten zu Füßen liegen. Das ist jedoch nicht der Fall… Ich werde neuerdings wieder kontrolliert und eingesperrt.

Ich habe mich bis jetzt zwei Mal nachts aus dem Haus geschlichen, um mich mit Freunden zu treffen, da es leider sonst nicht über normalem Wege möglich ist. Ich muss leider spätestens 18.00/19.00 Uhr zu Hause sein und wehe es ich bin 5 min später da, dann herrscht eine Art Weltuntergang (das ist sogar noch untertrieben)....
Nun es war wieder eine Zeit um die 22.30 Uhr am letzten Samstag. Da hat man mich diesmal erwischt. Meine Mutter rief mich mehrmals an, sie würde mir 10 min Zeit geben, sonst würde man meine Leiche aus dem Haus bringen. Ich schrie sie vor Wut an und meinte nach der kurzen Diskussion doch nach Hause zu kommen.

Das hätte ich mir wohl sparen können…… Auf dem Weg zurück nach Hause bin ich meinem Vater begegnet, der mich erst nicht erkannt hat. Und als er doch gesehen hat, dass ich es war, bin ich weggerannt und er schrie mich an, er würde mir nichts tun, aber ich sollte doch gefälligst zu ihm kommen. Mein Freund (in dem Sinne nicht fester Partner, also einfach ein normaler Freund) meinte noch vorher, er würde trotzdem vorsichtshalber bis 23 Uhr warten.

Kaum war ich Zuhause mit meinem Vater, brach das reinste Chaos aus, meine Mutter schrie und weinte vor sich hin, mein Vater schrie mich an, schnappte sich mein Handy damit ich bloß niemanden erreichen konnte und so blieb ich erst mal reglos im Zimmer stehen und wusste nicht was jetzt passieren würde.

Mein Vater kam mehrmals ins Zimmer und fragte, wer der Typ ist und notierte sich sogar das Auto-Kennzeichen und meldete es der Polizei mit der Lüge, es sei hier ein Typ, der jeden Tag an der Firma durchfährt und scheinbar ein Einbrecher sei.

Ich hab natürlich keine Namen genannt, um niemanden in Schwierigkeiten zu bringen.
Und leider fuhr mein Freund an unserem Haus mehrmals vorbei, da er sich (wie ich später erfahren habe, Sorgen machte, ob wirklich alles ok ist und auch die Polizei fuhr an seinem Wagen vorbei, hat aber nichts gemacht). Irgendwann war er zum Glück weg und ich musste meinem Vater Rechenschaft ablegen. Ich habe trotzdem geschwiegen. Mehrmals drohte er, dass er rausfinden würde, wer der Typ ist und das er mich kleine Schlampe/Miststück und dieses „A*******“ abstechen, verbrennen würde.
Dann fingen die Verbote an, er sagte, er bringt uns aus dem Taekwondo-Verein raus, ins Fitnessstudio darf ich nur noch mit Begleitung und auch zur Stadt nur noch mit meiner Mutter. Und sie würde auch ca. drei Monate bei mir im Zimmer schlafen, um sicher zu gehen, dass ich nicht wieder abhaue. Und das Studium für folgende Jahr wurde mir endgültig gestrichen.

Ich schlief ziemlich unruhig…man weckte mich auch am frühen Sonntag. Mein Vater wollte mich kleinmachen und ich sollte doch bestätigen, dass ich doch was Falsches getan habe. Ich wäre zudem jeden Tag raus gewesen (was wirklich nicht wahr ist, aber man ließ mich nicht mehr reden) und es war doch von Anfang an klar, dass ich so eine S**** tun würde und die ganze Familie zerstöre. Was sollten die Leute bloß von uns denken….. Ich bin doch eine Schande….

Ich sagte nichts und ging wieder ins Zimmer. Er kam später rein und meinte, pack deine Sachen. Jetzt schmeiße ich dich wirklich raus. Ich packte die nötigsten Sachen, hatte nur mein Handy nicht, um jemanden anzurufen, der mich abholen könnte.
Meine Mutter kam rein, und meinte ich solle wieder auspacken, ich gehe nirgendswo hin. Sie stritt sich mit meinem Vater. Ich kam aus dem Zimmer mit den zwei Taschen und Tüten und bat nur um mein Handy. Und da meinte er zu ihr: „Siehst du, es ist ihrer Ansicht nach richtig, nachts abzuhauen. Lass sie gehen, wir heulen ihr vielleicht 1-2 Wochen nach und dann ist alles ok. Ihretwegen geht unsere Familie kaputt!"
Aber Mama schubste mich mehrmals in mein Zimmer zurück.
In meiner Wut hatte ich meine ganzen Arbeiten, Zeichnungen für das Designstudium zerissen. Tagelang, wochenlang dran gearbeitet, z.T. mehrere Nächte ohne Schlaf durchgemacht.

Nachdem ich unter Druck von meiner Mutter vor meinem Vater zugeben musste, dass ich S**** gebaut habe und auch unter Druck eingewilligt habe, die Verbote hinzunehmen , durfte ich wieder ins Zimmer. Und die Versprechen meiner Mutter, mich hier rauszuholen, wenn ich doch nur vor meinem Vater zugeben würde, dass ich Mist gebaut hab, waren auch schnell wieder verflogen.

Ich war nah dran, die Polizei anzurufen. Hatte leider kein Handy (habe ich erst am Montag wieder bekommen).
Ans Haustelefon konnte ich auch so nicht dran. Ich habe zwar eine Handykarte finden können, die aber leider gesperrt war und ich somit niemanden erreichen konnte…
Somit blieb ich den ganzen Tag im Zimmer und aß und trank nichts (ich hatte wirklich nicht das Bedürfnis danach, war einfach traurig und wütend wie ein Vogel im Käfig eingesperrt zu werden).

Meine Mutter schläft seit drei Tagen in meinem Zimmer. Ich lasse sie in meinem Bett schlafen, aber schlafe selber auf dem Sofa, weil ich nicht neben ihr schlafen will. Damit kommt sie nicht klar und ich bin mir sicher, dass sie nachts leise deshalb weint.

Ich konnte die letzten Tage die Bankdaten für meine Handyrechnung ändern (es läuft über meinen Namen, nur wurde der Betrag von Papas Konto abgezogen). Naja jedenfalls hat sich mein Mobilfunkanbieter bereit erklärt, mir entgegenzukommen und da der Vertrag eh über meinen Namen läuft, war es kein Problem.

Mein bis jetzt angespartes Geld kam immer auf mein Sparbuch, doch im Mai wurde es auf das Sparbuch von meinem Vater verlegt, damit ich später für das Studium Bafög bekommen hätte (was ja leider nicht mehr der Fall ist, da das Studium gestrichen wurde). Das Sparbuch befand sich im Schlafzimmer meiner Eltern, ich konnte es schnell finden, nur leider war es ja leer. Ich konnte auch das Sparbuch meines Vaters finden, wo mein Geld drauf lag. Ich wollte das Geld wieder zurück gebucht haben. Leider ist das so nicht möglich. Mein Bankberater bat mich, die Sparbücher wieder zurück zu legen und er würde mit meiner Mutter reden, mein gespartes Geld wieder auf mein Konto zu packen. Es ist schließlich mein Geld und das weiß mein Bankberater auch. Nur so könnte er nichts machen und wir beide hätten uns sonst strafbar gemacht. Also kann erst heute was gemacht werden...

Ich will dieses Geld einfach als Sicherheit haben… Ich plane wirklich abzuhauen… Es ist keine gute Idee, ich weiß…Aber ich kann einfach nicht mehr….ich will doch auch etwas frei leben und entscheiden können und ohne Kontrolle und Einsperrung und ohne, dass für mich jemand Entscheidungen trifft. Ich will auch wirklich studieren, es ist mein größter Wunsch.

Ich wäre erst wirklich „frei“, wenn ich verheiratet bin. Aber es darf kein Deutscher oder Russe oder sonst wer sein. Nur Türke, Araber. Mein Vater ist da nicht so weltoffen, was schon wieder rassistisch ist.
Ich suche auch jemanden, der eine Art, Scheinehe oder wie man es auch nennen mag, mit mir eingehen würde.
Ich packe schon zu Hause wichtige Dokumente zusammen, falls nichts klappt und ich wirklich nur abhauen muss…. Auch wenn es kurzfristig sein wird. Freunde wissen, wo sie mich hinbringen können. Und im Norden Deutschlands wäre ich sogar direkt neben einem Polizisten untergebracht.

Mit meinen Eltern aussprechen kann ich wirklich nicht….Ich will nur noch weg… Kontakt zu meinem Bruder und meiner Mutter würde ich gerne zwischendurch halten…Aber ich will nur noch weg….
Man droht mir, mich bei einer nächsten Aktion zu töten oder wenn man noch so nett ist, gibt man mir die Möglichkeit, das Haus zu verlassen und nie wieder aufzutauchen.
Aber sie meinten auch, ich sollte es mir gut überlegen, SCHLIEßLICH WÜRDEN DIE LEUTE MEINETWEGEN ÜBER UNSERE FAMILIE REDEN UND WESHALB ICH DENN ABGEHAUEN BIN USW USW….

Ich bin wirklich verzweifelt und kann mich auch nicht mehr auf meine Arbeit konzentrieren und habe meine Lebensfreude erneut verloren, da ich vor einigen schon einmal psychisch ziemlich krank wurde wegen der Kontrolle und Einsperrung meiner Eltern…..Bekam auch einige Therapien, von denen mich mein Vater schnell wieder rausholte, da die Leute doch über uns reden würden und er erzählte allen, dass ich nichts habe und zwang mich vor allen Leuten schön zu lächeln.

Bitte helft mir.... Ich weiß wirklich nicht, welchen Weg ich eingehen soll…Polizei.. .Flüchten……
Möchte niemandem schaden oder wegen mir leiden sehen, aber ich will auch mein eigenes Leben haben…
 
Das ist ja eine böse Situation in der Du da steckst. Aber einfach abzuhauen ist keine Lösung. Zwei Dinge fallen mir ein die Du machen könntest. Geh in ein Frauenhaus oder wende dich an den Notruf für muslimische Frauen. Ich wünsch dir viel Glück.
 
Danke für deine Lösungen... Aber von den Frauenhäusern halte ich nicht wirklich was (was ich bis jetzt von anderen Freundinnen gehört hab, so sicher sind sie gar nicht, heutzutage ist man immer auffindbar). Und mit der Notrufnummer für muslimische Frauen, da hat man mir auch schon einen Link gegeben. Nur so wirklich trauen kann ich der Sache auch nicht, schon gar nicht wenn ich am anderen Ende der Leitung irgendeine Pädagogin hab, die auch Muslime ist. Ich durfte mir schon von einer anhören, dass ich doch einfach meinen Eltern gehorchen und keinen Scheiß bauen soll. Aber ich denke mit 22 Jahren ist es gut gewesen und ich bin wohl reif genug, selbst über mein Leben zu bestimmen...
 
Ich als Deutscher kann mich in Deine Lage nur sehr schwer hineinversetzten. Ich finde es einfach nur grausam was du erleiden musst. Und seinen Eltern gegenüber ist man irgendwie ausgeliefert, zumal man mit 22 Jahren auf dem Papier erwachsen ist, aber doch noch was jugendliches hat.

Ich bin bei meinen Großeltern aufgewachsen und hatte sehr viele Freiheiten. Mit der Zeit habe ich diese sehr zu schätzen gelernt und erachte Freiheit als wichtigstes Gut neben Gesundheit.

Bedenke, dass es viele Menschen, vor allem Frauen, in Deinem Kulturkreis gibt, die sich unterdrücken lassen. Manche gewöhnen sich daran und akzeptieren diesen Zustand. Frauen, die mit dieser Wertvorstellung erwachsen werden, erziehen ihre Kinder oft genauso egal wie sehr sie es selbst als Kind gehasst haben. Und so geht der Teufelskreis weiter.

Rechtlich gesehen kannst Du deine Koffer packen, abhauen und möglichst weit weg ein neues Leben starten. Für solche Zwecke kannst du bei dem Einwohnermeldeamt Deiner neuen Stadt auch eine Auskunftssperre beantragen, damit Dich Deine Familie nicht findet. Aber glaube mir, diese Entscheidung wird hart, das weißt du selbst.

Aus meiner persönlichen kulturellen westlich geprägten Ansicht würde ich das an Deiner Stelle tun, ich möchte Dich aber nicht dazu ermutigen, weil ich dich nicht kenne und ich schon garkein Recht habe über deine Familie zu urteilen.

Muslime in Deutschland haben es teilweise schwer weil ihre traditionelle werteorientierte Welt auf eine konsumorientierte westliche Welt trifft. Wir Christen finden es komisch Kopftücher zu sehen und Muslime finden knappe Kleidung komisch. Wir sind immer noch voller Vorurteile, ja auch ich, selbst wenn ich es nicht will. Aber ich glaube: Nicht der Islam, sondern einige muslimische Männer unterdrücken heutzutage ihre Frauen und Töchter. Dies geschieht aufgrund ihrer kulturellen Angewohnheiten oder aus Unkenntnis über ihre eigene Religion. Als Frau, insbesondere als Tochter, ist es fast unmöglich sich zu wehren.

Wenn Du gehst, pass auf dich auf! Man kann mit 22 auf eigenen Beinen stehen, aber die erste eigene Wohnung, der erste Job, die erste ernsthafte Beziehung und alles ohne familiären Rückhalt ist schwer. Es kann dich aber auch zu einem starken und selbstständigen Menschen machen. Als ich durch einen Todesfall "gezwungen" wurde auf einen Beinen zu stehen, hat mir dies am Ende viel Selbstvertrauen und Kraft gegeben. Du kannst viel mehr als Du jetzt vielleicht denkst. Lass Dir von niemandem DEIN LEBEN kaputt machen!
 
Das ist häusliche Gewalt! Dein Vater tut euch Unrecht. Wende dich bitte an ein Frauenhaus und bespreche dort die Situation, die haben zig-ähnliche Fälle erlebt und geholfen!

Außerdem würde ich heimlich zu einem Rechtsanwalt gehen und mit ihm einen möglichen Prozess besprechen, v.a. solltest du Beweise sammeln. Vielleicht kannst du damit eine Art Ausweisung deines Vater aus dem Land bewirken. Alles ist nützlich! Kaputte Sachen, blaue Flecken, ärztliche Gutachten, Tonbandaufzeichnungen, heimliche Videos, etc.

Es gibt nur zwei Optionen: Du lässt dir das weiter gefallen, oder du handelst und zerstörst evtl. damit deine Familie. Dein Vater wird es nicht einsehen, möglicherweise euch mit Gewalt drohen oder anwenden. Deshalb ist es wichtig einen Plan aufzustellen, Optionen durchzugehen und im schlimmsten Fall unterzutauchen. Ich würde deine Mutter auch miteinbeziehen, da mir es scheint, dass nur dein Vater so extrem ist und je nach Gesinnung deinen Bruder.

Pass auf dich auf, und verhalte dich in den nächsten Tagen ruhiger. Mit klarem Kopf kann man Sachen besser planen und ausführen!

Schau dir diese Seite mal an:
Wofür | Häusliche Gewalt: Wie sich Betroffene schützen
 
Zuletzt bearbeitet:
Was sagt denn Dein Gefuehl, ganz tief drinnen?

Du wurdest ja nun seitens Deiner Familie schon öfter damit bedroht, dass sie Dich töten wollen, wenn Du nicht bedingungslos gehorchst. Vielleicht wird man Dich also eines Tages zur Invalidin oder tot schlagen, in einem Anfall von Jähzorn und Glaubenswahn.

Alternative: Das von Deinen Eltern für Dich vorgegebene Leben "leben". Ansonsten stuendest Du ja frueher oder spaeter erneut in der Rolle der die Familien"ehre" Schändenden.
 
Andreas900 ich finde es einfach traurig, dass man mir nicht mehrzutraut. Das man mich nicht frei entscheiden und handeln lässt. Ich hab bisjetzt genug geleistet, worauf sie stolz sein können, was viele muslimischeMädchen/junge Frauen in meinem Umfeld kaum bis gar nicht geschafft haben.
Natürlich hatten wir öfters Stress in der Familie, aber diehat auch jede andere nicht muslimische Familie. Nur manche Sachen gehendefinitiv zu weit. Ich muss nicht wie eine Marionette funktionieren. Ich werdenach jeder Kleinigkeit von meinem Vater verflucht, dass ich das Ganze, „was ichihnen antue“ hoffentlich auch durchleben werde und sie dann verstehen werde. Tutmir leid, aber ich verstehe nichts. Habe schon oft genug versucht, mich in ihreLage zu versetzen, aber ich kam zu keinem Ergebnis. So werde ich meine Kinderspäter nicht erziehen. Natürlich wird es einige Regeln geben, aber nicht solcheVerbote und so eine rassistische Denkweise.
Ich weiß, dass die Entscheidung sehr hart wird. Aber ichmuss mich so langsam entscheiden. Da ich auf die Schnelle eh niemanden findenwerde, der eine Art Scheinehe eingeht, bleibt mir nichts anderes mehr übrig.
Ich kann auf jeden Fall zu meiner besten Freundin in denSüden Deutschlands ziehen. Ich kenne sie seit ca. 17 Jahren. Und ihre Mutterkennt unsere Familie auch sehr gut und weiß, wie ich zu Hause eingeengt werde.Sie hat gesagt, dass ich jederzeit hier willkommen bin und mir keinen Stresswegen der Wohnungssuche machen soll. Selbst nach einer neuen Stelle schauen sie sich um undwenn ich eine neue Ausbildung machen möchte, auch da stehen die Chancen sehrgut.
Zum Glück ist es bei uns in der Familie nicht so mit demKopftuchtragen, das bleibt uns erspart, aber selbst dagegen würde ich michwehren. Ich habe mich oft gegen meinen Vater gestellt und ihm hat es nichtgepasst, dass ich meine eigene Meinung hatte und vor einigen Jahren wurde ersogar mehrmals handgreiflich. Ich hab vieles über mich ergehen lassen, Mama zurLiebe. Aber sie unterstützt mich auch nicht mehr und deshalb glaube icheinfach, dass ich hier nichts mehr zu suchen habe und es für beide Seiten dasBeste ist, wenn ich nicht mehr in der Familie bin.
Dennoch bin ich verunsichert, was dann mit ihr und meinemBruder passiert, wenn ich weg gehe. Da meine Mutter schon Samstag so weit war,sich das Leben zu nehmen… Und mein Bruder hat zwei Tage lang geweint. Undmeinem Vater hat es gefallen, mich so richtig nieder zu trampeln, mireinzureden, dass es ein schlampiges Verhalten ist und es nicht richtig ist, wasich getan habe. Das zieht mich alles so runter….
 
XDF, Frauenhäuser will ich eigentlich direkt vermeiden (habeinfach nicht so gutes gehört, es ist heutzutage auch nicht mehr so sicher).
Ich will nicht mal, dass es soweit kommt, alles gerichtlichzu regeln. Nur würde ich schon gerne meinen Namen komplett verändern, raus und neu anfangen.
Ich verhalte mich schon ruhig, sogar extrem ruhig, nur kannich wirklich nicht mehr und muss mir täglich dumme Sprüche von meiner Mutteranhören, dass ich nicht das Recht hätte, so ernst zu gucken und so ruhig zusein. Ich könnte laut ihrer Aussage froh sein, dass mein Vater von sich ausalles vergisst und mich vielleicht wieder studieren lässt. Und da bin ichleider gestern etwas geplatzt und habe ihr gesagt, dass sie nicht zu bestimmenhat, wie ich mich verhalte und das Studium eh gestrichen ist und sie einfachruhig sein soll. Sie meinte nur noch: Das ich doch selber schuld sei und daschrie ich sie an und sie sagte nichts mehr…… Ich plane schon und einigeFreunde helfen mir auch, wie ich vorgehen soll, so dass es erstmal niemandemzuhause auffällt….
 
Pierre-Adrian – mein Gefühl ganz tief drinnen sagt mir, dassich einfach weg muss, egal ob es in diesem Moment falsch oder richtig ist, aberdann gibt’s da noch etwas, was mich etwas aufhält. Meine Mutter und meinBruder. Beide hatten bis jetzt kein einfaches Leben (meine Mutter hat ihreEltern und einen ihrer Brüder verloren wo ich noch sehr klein war und meinBruder ist in dieser schlechten Zeit aufgewachsen…und dann noch der Stress bis jetzt in der Familie).
Ja das stimmt und ich werde halt tag täglich verflucht, wennich in ihren Augen irgendwas „Falsch“ mache. Und sie reimen sich selberGeschichten zusammen, was ich angeblich schon alles getan hätte, wovon sienichts wüssten. Ich kann mich zu nichts mehr äußern, man gibt mir nicht dieMöglichkeit und wenn man mich sprechen lässt, werde ich alle 2 Sek. Unterbrochen.
Ich war schon überrascht, dass er mich Samstagnacht nichtumgebracht hat, weil ich das eigentlich erwartet habe…
 
Wenn ich eines gelernt habe im Leben, ist es dass einer Mutter das ein Kind wichtiger ist als das eigene Leben.

Mich hat meine Großmutter aufgezogen, sie war sozusagen meine Mutter. Und egal was passiert war, ich konnte immer zu ihr kommen. In meiner Kindheit waren wir recht arm und ich erinnere mich, dass wir in einem Lokal eine Rindersuppe bestellt haben und meine Oma vor dem Essen das Fleisch von ihrer Suppe mir in die Schüssel gelöffelt hat.

Von dem was Du erzählst, scheint Dich Deine Mutter auch zu lieben und glaube mir, sie möchte dass Du glücklich wirst! Wenn Du weggehst wirst du Deine Mutter vielleicht erst in 10 oder 20 Jahren wiedersehen. Sie wird vermutlich weinen aber eine ihrer ersten Fragen wird sein: Bist du glücklich? Wenn du dann diese Frage mit "ja" beantworten kannst, dann hast du alles richtig gemacht und auch Deine Mutter wird glücklich sein.

Aber bitte bitte, pass wirklich auf Dich auf. Wenn Du Kontakte zu Freunden hälst, findet Dich vielleicht auch Dein Vater über sie. Und noch was: geh keine Scheinehe ein. Abgesehen davon, dass das rechtswidrig ist, wirst Du sich selber irgendwann dafür hassen. Wenn du soweit bist, dann such Dir Deinen Prinz auf dem weißen Ross. Ich ich wünsche Dir, dass die entscheidende Frage nicht Religion oder Nationalität sondern Vertrauen und Liebe ist. Und ich wünsche Dir ein wunderschönes Leben. So wie du schreibst, bin ich überzeugt, dass in Dir viel Kraft steckt!
 

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