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Verzweifelt in Krankenpflegeausbildung

anji77

Neues Mitglied
Hallo, ich befinde mich im 2.Ausbildungsjahr
Mein erstes Praktikum hatte ich in einem Wohn und Pflegeheim, das zweite auf einer Chirurgischen Station. Dort hat es mir nicht besonders gefallen, zwar waren die Mitarbeiter mehr oder weniger nett zu mir und auch meine Fragen wurden beantwortet aber trotzdem ging es mir schlecht dabei. Ich hatte nur 12 Stunden Dienste, welche ich als äußerst anstrengend empfunden habe. Das wird auch daran gelegen haben, dass ich jedes mal als ich frei hatte nach Hause gefahren bin. Das kostete mich viel Zeit. Ich hänge sehr an zu Hause und habe dort auch meinen Freund. Nun bin ich im Praktikum auf einer Pulmologischen Station, heute war mein zweiter Tag aber schon jetzt fühle ich mich wieder nicht so gut. Meine Noten sind zwar gut und ich hatte noch nie eine Wiederholungsprüfung aber irgendetwas fehlt.
Nun spiele ich seit längerer Zeit mit dem Gedanken die Ausbildung abzubrechen und im Oktober mit einem Psychologie Studium zu beginnen. Mein Vater der mir dies alles finanziert, wäre sehr enttäuscht von mir. Ich habe mit einigen leuten gesprochen die sagten, ich solle es durchziehen und später was anderes machen. Falls ich es duchziehen würde, wäre für mich klar dass ich danach noch eine psychologische Ausbildung dazumachen würde... Es gibt auch Tage an denen mir die Arbeit Spaß bereitet. Aber die Tage an denen es micht nervt überwiegen. Ich bin in einer Zwickmühle... Wenn ich die Ausbildung abbrechen würde wäre ich von mir selbst enttäuscht... Ich habe noch bis Oktober Zeit, das ist lange und ich denke auch dass ich mir nicht so viele Gedanken machen sollte und es einfach auf mich zukommen lassen sollte. Ich wollte nur einige Meinungen einholen und wäre darüber sehr dankebar.
Liebe Grüße
 
Mein Rat wäre: Mach die Ausbildung auf jeden Fall zuende!
Auch wenn du noch ein Psychologie Studium oder irgendetwas in diese Richtung machen möchtest kann eine abgeschlossene Ausbildung in der Krankenpflege nur von Vorteil sein.
Hast du auf die art der Praktika keinen Einfluss? Sonst könntest du Versuchen, dein Nächstes Praktikum auf einer psychiatrischen oder neurologischen Station zu bekommen. Dann siehst du, ob Psychologie dir auch tatsächlich liegen würde und könntest schon Erfahrungen in dem Bereich sammeln.
Wie alt bist du denn?
 
Die Sache ist die: Ein Psychologiestudium ist normalerweise sehr lang (mind. 10 Semester) und sollte man eine eigene Praxis anstreben, folgen darauf fünf Jahre Hospitation in unterschiedlichen Bereichen. In dieser Zeit verdient man so gut wie kein Geld. Da wäre es natürlich gut, wenn man schon eine Berufsausbildung besäße, mit der man sich seinen Lebensunterhalt finanzieren kann, ohne irgendwelche miesen Aushilfsjobs machen zu müssen.

Sollte man im Angestelltenverhältnis arbeiten wollen, ist die Auswahl nicht wirklich groß. Klinik, Reha oder Pädagogik, Berufsfeld Arbeitspsychologie, Fortbildungsbereich und Wissenschaft.

Für Klinik und Reha wäre eine vorausgehende Ausbildung natürlich Gold wert, da man über den akademischen Tellerrand hinaussehen kann, was sich sicherlich sehr positiv auf das Betriebsklima auswirken kann. Die Arbeitsbedingungen sind allerdings dem einer Krankenpflegerin sehr ähnlich.

Der pädagogische Bereich ist nur etwas für Leute mit sehr dickem Fell und ohne Anspruch, die Jobchance für Masochisten (meine Meinung), aber jeder nach seinem Gusto.

Als Arbeits-/Wirtschaftspsychologin untersucht man, grob gesagt, den Menschen in seinem beruflichen Umfeld. Also kein Patientenumgang, aber nur ein eng begrenztes Tätigkeitsfeld und sicherlich der Bereich mit der meisten Konkurrenz.
Möchte man im Bereich Fortbildung arbeiten, ist jede Art praktischer Erfahrung natürlich von Vorteil, sodass dieses Tätigkeit im Allgemeinen erst nach mehrjähriger Berufstätigkeit angestrebt werden kann und man muss sich darauf einstellen, viel Zeit in Hotels, in der Bahn, im Auto oder im Flugzeug zu verbringen.

Der Forschungsbereich ist möglicherweise der Interessanteste, allerdings kann man da noch einmal ein paar Jahre Ausbildung hinzurechnen, da ein Doktorgrad unabdingbar ist, um eine Stelle zu bekommen. Das Hauptproblem der wissenschaftlichen Tätigkeit ist zur Zeit die Tatsache, dass, es sei denn man schafft die Habilitation, so gut wie alle Jobs nur befristet sind. Im Normalfall heißt das, dass man sich mindestens alle vier Jahre einen neuen Job suchen muss. Nicht gerade förderlich für die Familienplanung und je nachdem wo man wohnt, sind längere Fahrwege schon fast ein Dauerzustand und gelegentliche Arbeitslosigkeit durchaus möglich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mein Rat wäre: Mach die Ausbildung auf jeden Fall zuende!
Auch wenn du noch ein Psychologie Studium oder irgendetwas in diese Richtung machen möchtest kann eine abgeschlossene Ausbildung in der Krankenpflege nur von Vorteil sein.
Hast du auf die art der Praktika keinen Einfluss? Sonst könntest du Versuchen, dein Nächstes Praktikum auf einer psychiatrischen oder neurologischen Station zu bekommen. Dann siehst du, ob Psychologie dir auch tatsächlich liegen würde und könntest schon Erfahrungen in dem Bereich sammeln.
Wie alt bist du denn?

Vielen Dank für die Antwort. Ich bin 21 Jahre alt.
 
Das ist der Fachkräftemangel. 12-Stunden-Schichten für Azubis, so etwas geht nicht.
Wende dich an eine Gewerkschaft, werde Mitglied und geh dagegen an.
 
Mit 21 unterliegen Azubis dem gleichen Arbeitszeitgesetz wie alle anderen Arbeitnehmer auch. Heißt: wenn die 12-Stunden-Schichten grundsätzlich zulässig sind, dann darf das auch der volljährige Krankenpflegeschüler machen.

Die Schichtlänge von 12 Stunden hat nichts mit Fachkräftemangel zu tun, denn dadurch werden es ja nicht mehr Fachkräfte (die Zeit wird entsprechend ausgeglichen). Normalerweise sollte eine solche Schichtlänge aber nicht der Regelfall sein und ich wundere mich gerade auch, dass sie auf solchen "normalen" Stationen angefallen sind. Solche langen Schichten kenne ich nur aus OP, Rettungsstelle, Intensiv und bei Heimbeatmung und Co.
 
Mit 21 unterliegen Azubis dem gleichen Arbeitszeitgesetz wie alle anderen Arbeitnehmer auch. Heißt: wenn die 12-Stunden-Schichten grundsätzlich zulässig sind, dann darf das auch der volljährige Krankenpflegeschüler machen.

Die Schichtlänge von 12 Stunden hat nichts mit Fachkräftemangel zu tun, denn dadurch werden es ja nicht mehr Fachkräfte (die Zeit wird entsprechend ausgeglichen). Normalerweise sollte eine solche Schichtlänge aber nicht der Regelfall sein und ich wundere mich gerade auch, dass sie auf solchen "normalen" Stationen angefallen sind. Solche langen Schichten kenne ich nur aus OP, Rettungsstelle, Intensiv und bei Heimbeatmung und Co.

https://jugend.dgb.de/ausbildung/beratung/dr-azubi?fp.l=t&fp.d=87829
 
Danke.

Nun ist Krankenpflege noch einmal ein anderer Schuh, da gelten meist Sonderregelungen. 12-Stunden-Schichten sind ja für keinen Arbeitnehmer "normal" und so erst einmal gegen das Arbeitszeitgesetz.

Auch handelt es sich dabei nicht um Mehrarbeit.
 

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