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Verlobte und Finanzen

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 122657
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G

Gelöscht 122657

Gast
Hallo,

bin 31 und meine Verlobte 30. Wir sind seit 6 Jahren zusammen. Seit ungefähr 3-4 Jahren spreche ich sie schon auf ihren Kaufrausch an. Sie gibt jetzt zwar nicht ihr ganzes Geld für Klamotte und Taschen aus, aber regelmäßig fließen beachtlichen Summen in diese Richtung.

Jedes Jahr gibt es zu Winter immer zwei neue Jacken. Schuhe gibt es regelmäßig. Auch andere Sachen wie z. B. ein Kakaospender mit Mustern für Capuccinos usw. Haben wir jetzt seit Sommer in der Küche, benutzt wurde es bis jetzt einmal. Hat sich jetzt auch eine neue Dampfbürste geholt, damit sie im Urlaub ihre Klamotten "bügeln" kann... also sorry, es ist Urlaub und keine Geschäftsreise.

Sie möchte sich seitdem bessern, in meinen Augen hat sie sich absolut nicht gebessert, laut ihr schon. Sie würde nicht immer Schuhe kaufen, wenn sie mal mit ihrer Freundin in die Stadt geht.

Fand es vor über 4 Jahren erschreckend, wie wenig Geld sie zur Seite schafft. Sie bekommt im Monat je nach Schicht zwischen 2000-2400 netto raus. Es würde ihr schwer fallen, wenn sie Geld auf dem Konto hat es nicht auszugeben. Zumindest hat sie sich dann ein zweites Konto angeschafft, auf das sie monatlich glaube ich 400 Euro überweist.

Seit 2,5 Jahren leben wir nun in der alten Wohnung meiner Eltern, die Umlagen usw. trage ich, sie übernimmt das Essen. Bin trotzdem erstaunt, dass sie sich in den Jahren "nur" ca. 5000 Euro ansparen konnte. Zwischendrin haben wir auf ihr Drängen die Wohnung renoviert. Die meisten Kosten habe ich getragen, obwohl ich nicht renovieren wollte. Sie wollte mir zwar die Hälfte wiedergeben, hab es aber abgelehnt.

Sie muss auch in 2 Jahren ihr Auto abbezahlen mit einer Schlussrate von ca. 10.000 Euro. Ich persönlich hätte spätestens nach einem Jahr monatlich nur für diese Rate etwas zur Seite geschafft. Sie nicht, sie macht das dann schon irgendwie...

Nächstes Jahr wollen wir heiraten, Kostenpunkt ca. 10.000 Euro, hinzu kommen noch die Ringe, Brautkleid usw. als sei das nicht genug, ist nun der Gefrierschrank ausgefallen, sofort plant sie schon eine neue Küche. Aktueller Kostenpunkt fast 15.000 Euro.

Urlaub möchten wir natürlich auch zwischendurch machen. Meistens hänge ich an meine Geschäftsreisen im Ausland eine Woche Urlaub dran und zahle es über die Firma. Früher hat sie sich daran gestört, mittlerweile meckert sie nicht darüber, aber weiß es glaube ich nicht ganz zu schätzen, denn wie soll der Urlaub und der ganze Rest finanziert werden?

Hab ihr gesagt, dass eine neue Küche nicht in Frage kommt. Sofort wurde gemeckert, ich kann nicht alles einfach entscheiden und würde immer alles dann verschieben, wie die Renovierung. Die Renovierung war ursprünglich geplant für 2020. Corona kam und ich wusste nicht, wohin es mit meiner Firma ging und habe es verschoben, 2021 haben wir dann renoviert. Nun darf ich mir anhören, dass sie ja Kompromisse eingeht und die neuen Türen nicht mehr möchte. Wer aktuelle Holzpreise kennt weiß vielleicht, warum ich keine Lust auf neue Türen noch hatte.

Ja ich gebe zu, ich bin etwas knauserig und versuche mich auch hier zu bemühen. Liegt aber sicherlich an der Erziehung, als meine Eltern nach Deutschland kamen hatten sie nichts. Nun geht es ihnen gut und habe gelernt, dass es hart ist Geld zu verdienen und lieber wenig, dafür sicheres Geld zu verdienen als irgendwas zu riskieren und viel zu verlieren.

Hab sie gefragt, ob sie die Küche denn alleine bezahlen könnte, denn ich möchte keine neue haben. Jedes mal ihre Antwort, sie würde ja auch arbeiten gehen und kann es sich leisten. Ja arbeiten gehen tut sie, aber ich bin mir sicher, dass sie aktuell weniger als 5000 Euro auf dem Konto hat. Dann eine neue Küche für 15.000? Brautkleid? Ringe? Sicherlich alles möglich mit einem Kredit, aber auch hier bin ich immer einer, der auf solche Beträge hinspart, als ein Kredit zu ziehen.

Ich könnte mir das leisten, sie ist auch immer erstaunt dass ich gutes Geld auf dem Konto habe und glaubt mir nicht, dass ich "nur" 4.500 brutto verdiene. Ich lege mir monatlich immer um die 1000 Euro zur Seite. Ihre Schwester ist genau so, sie verdient sogar über 5000 Euro brutto, hat einen Firmenwagen, zahlt somit keinen Sprit und hat am Monatesende trotzdem so gut wie nie was.

Habe es ihr schon wirklich mehrmals gesagt, dass ich keine Lust habe, bis zu meinem Lebensende ständig über sowas Gedanken zu machen. Immer möchte sie sich bessern und immer denkt sie, wenn sie etwas möchte und es nicht sofort bekommt, ist es ein Kompromiss und somit alles in Ordnung.

Ich weiß echt nicht mehr weiter. Durfte mir 2020 anhören, wie unglücklich sie sei, weil ihr die Wohnung so nicht gefällt und sich nicht wohl fühlt, ich bin mir sicher, dass ich das über die Küche auch anhören darf.

Wie geht ihr mit Finanzen in eurer Beziehung um? Kann ein solches Paar auf Dauer bestehen? Ich bin ja froh, dass sie wirklich die 400 € beiseite schafft, ansonsten wäre sie auch immer am Monatsende blank
 
Sie sieht was die Leute auf Instagram alle haben und möchte auch. Sie schaut Werbung und die weckt Begehrlichkeiten.
Das wäre jetzt mein Tipp woher das kommt.
Ich bin notgedrungen der sparsame Typ und meine Freundin eher die welche Geld raus schleudert ohne Sinn und Verstand...Da muss man sich eingehend unterhalten und zusammen klären was man mit gespartem Geld alles machen kann. "Das klappt schon irgendwie" zählt nicht.

Auf Dauer wird das problematisch. Sprich mit ihr darüber, vielleicht sieht sie ja ein das sie ein Konsumproblem hat.
 
Jetzt wo du es schreibst. Ja sie sieht etwas auf Instagram und kauft es. Bereits einige male ist sie auf Fakeseiten reingefallen, die nicht einmal ein Impressum hatten und beschwert sich dann am Ende. Aber angeblich würde sie beim nächsten mal drauf aufpassen und ich kann mich dann wieder mit Chinesen rumschlagen.

Wöchentlich kommen bei uns Pakete an, mir ist es schon mittlerweile unangenehm, da fast alle Pakete erst einmal bei der Nachbarin landen, die aktuell ihre Mutterzeit hat.
 
Mir genau überlegen, ob ich eine gemeinsame (finanzielle) Zukunft mit dieser Person haben will. Es ist nicht deine Aufgabe, deine zukünftige Frau in Sachen Finanzen zu erziehen und letztlich kann sie tatsächlich mit ihrem Geld alles kaufen, was sie will. Wenn du sie heiraten willst, dann so wie sie ist mit ihren Eigenheiten.
 
dann so wie sie ist mit ihren Eigenheiten.
Das sehe ich ganz anders. Beziehung ist ja auch gemeinsame Entwicklung und jeder Mansch sollte sich allgemein im Leben weiter entwickeln.
Also wenn sie negative Eigenschaften hat welche beide angehen (Finanzen) dann sollte sie sich Gedanken machen. Wenn sie das nicht einsieht, ist es ein anderes Thema.
Ein Spielsüchtiger sollte auch nicht einfach los gehen und sein Geld verzocken und alles mögliche an den Finanzen des Partners hängen lassen.
 
Zwischendrin haben wir auf ihr Drängen die Wohnung renoviert. Die meisten Kosten habe ich getragen, obwohl ich nicht renovieren wollte. Sie wollte mir zwar die Hälfte wiedergeben, hab es aber abgelehnt.
Warum hast du das abgelehnt? Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung gewesen.

Es würde ihr schwer fallen, wenn sie Geld auf dem Konto hat es nicht auszugeben.
Sie braucht ja keine Reserve, im Notfall hat sie ja dich. Sie scheint ziemlich verwöhnt zu sein, haben ihre Eltern viel Geld? Irgendwie scheint sie keinen Bezug zu Geld zu haben.

Ich finde dich übrigens nicht knauserig, sondern vernünftig. Dir sollte auch klar sein, dass sie nach der Hochzeit vermutlich davon ausgeht, dass sie über dein Geld mitverfügen kann. Würde mir an deiner Stelle nicht gefallen.
 
Ok. Du willst sie heiraten, willst ein gemeinsames Leben und Zukunft mit ihr.
Hoffst du etwa, sie ändert sich zum Besseren? Wenn erstmal Kinder unterwegs sind, und sie dann keine 2000+ mehr verdient und noch mehr Zeit für Internet und Shopping hat?
Denk mal darüber nach.
Und ja, es ist völliger Unsinn, für Konsum einen Kredit aufzunehmen. Die nimmt man idR für Investitionen, wo er sich auszahlt.
 
Ich hatte abgelehnt, weil ich mir auch davor anhören konnte, dass sie die Wohnung renoviert, wir uns am Ende trennen und ich drin bleiben werde. Deswegen sagte ich, dass sei die Badmödel bezahlt und ich den Rest.

Nein ihre Eltern haben nicht viel Geld, sie sind sogar wie sie. Sind mittlerweile Ende 50, haben zwar ein Haus mit Grundstück, aber das Haus ist mittlerweile eine Bruchbude und müsste renoviert werden. Ersparnisse haben sie kaum, lieber wird ein teurer Grill gekauft.

Bei paar Sachen bin ich echt knauserig oder ich bilde es mir ein. Wenn ich im Restaurant bin und wir demnächst gehen wollen, ich aber Durst habe, überlege ich tatsächlich manchmal, ob ich mir jetzt das überteuerte 200 ml Wasser für 4 € hole oder gleich draußen beim Kiosk hole. Mittlerweile sage ich mir, wenn ich Durst hab, habe ich Durst und hole mir das Wasser für 4€.

Mit dem Gefrierschrank hat es mich wirklich gestört. Ich weiß, dass sie seit über einem Jahr eine neue Küche gerne irgendwann hätte. Aber als der Schrank kaputt war, plante sie sofort am nächsten Tag die Planung. Quasi hat sie sich gefreut.

Ich werde darauf bestehen, falls sie eine Küche möchte, sie diese komplett zu bezahlen hat und zwar ohne Kredit.

Den gesamten Einkauf übernimmt sie finanziell. So war es aber auch abgemacht, da ich die Umlagen an die Eltern überweise mit einem Obolus. Aber es ist am Ende des Monats kein Vergleich.
 

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