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Vergangenheit besiegt Zukunft

  • Starter*in Starter*in ohne.Zukunft
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ohne.Zukunft

Gast
Ehrlich gesagt, weiß ich nicht was und wie ich genau beschreiben soll, was mir auf der Seele liegt, weil es einfach zu viel ist.
Ich fühle mich nur noch wie ein totaler Versager.
Ja, und das ohne Selbstmitleid. Alles was ich getan habe, ist Vergangenheit und null und nichtig.
Aber bevor ich bei Adam und Eva anfange.....
Zur Zeit geht es um meinen Sohn (11J.)
Vor rund zwei Jahren habe ich mich von seinem Vater nach 13 Jahren getrennt und bin möglichst weit weg. In diesem Fall rd. 600km.
Wobei ich sagen muß, daß ich in meine Heimatstadt zurückgekehrt bin. Alles was ich damals im Kopf hatte war, daß ich eine Zukunft wollte, alles vergessen und nur noch nach hause.
Mein neuer Arbeitgeber verabschiedete sich relativ schnell vom Markt, was ja im Moment nicht ungewöhnlich ist. Meine Wohnung konnte ich nicht mehr bezahlen, der Vater hielt es für eine gute Idee auch nicht zu zahlen und alles dem Staat zu überlassen. Nur Forderungen stellte er. Wann er den Jungen unter welchen Umständen sehen könne usw. Ich habe meinen persönlichen Frust runtergeschluckt und dem nachgegeben, weil der Junge seinen Vater sehen wollte. Inzwischen habe ich seine Zahlungsmoral dem Jugendamt übergeben.
Seine Mutter machte mich meinem Sohn gegenüber mies und madig und schrieb verleumderische Briefe ans Jugendamt. Nach schön, das habe ich mit Bravour gemeistert, weil die auch erkannten, daß dies blanker Unsinn war.

Der Junge hat jeden Halt unter den Füßen verloren. Er leidet unter der 'halben' Familie und wird in der Schule gemobbt. Statement der Lehrer: Na, da wird er wohl Mitschuld oder Selbstschuld dran haben! Ich bin da massiv aufgetreten, so daß sich die Lage etwas gebessert hat.
Er wird z.Z. zweimal wöchentlich von einem Kinder- und Jugendpsychologen betreut.
Zur Schule geht er, wenn er mal Lust hat. Er schwänzt zwar nicht, aber bleibt eben zu hause.
Ich werde von ihm übelst beschimpft und zweimal mit einem Messer bedroht.
Einen Schulwechsel mit der Wiederholung der Klasse habe ich ins Auge gefaßt oder ein Internat, um ihn wenigstens von dieser Schule zu holen und ihm ein Fundament zu ermöglichen, das ich ihm so nicht geben kann.
Einen neuen Job konnte ich bisher nicht finden, weil ich mehr damit beschäftigt bin mich um meinen Sohn zu kümmern.
Ich weiß, daß er traurig und verzweifelt ist. Ich bin es auch.
Und das macht die Sache so schwierig. Ich bin ihm keine große Hilfe.
Egal wie ich es anfange, der Erfolg bleibt aus.Er wird immer bockiger und sturer, meine finanzielle Lage verschlechtert sich immer weiter. Meine e.V. habe ich bereits abgegeben, das Haus wurde zwangsversteigert. Demnächst werde ich Insolvenz einreichen. Paßt gut zu Hartz IV.
Der Junge versucht auszubrechen. Er braucht Hilfe. Und ich steh daneben und kann ihm nicht so helfen wie ich es gern würde, weil ich selber Hilfe brauche.
 
Hallo!

Nicht alles so schwarz sehen. Du steckts in einer schwierigen Situation und kannst das nicht allein hinbiegen, also suche dir Hilfe und nimm diese an.
Ich rate neben professioneller Schul- und Jugendpsychologin zu Lebens- und Schuldnerberatung (z.B. beim Diakonischen Werk). Ich habe seinerzeit eine alleinerziehende Pädagogin mit ihrem damals gleichfalls 11-jährigen Sohn sonderpädagogisch begleitet. Ich habe damals bei der Mutter angesetzt und nachdem diese bereit war ihre eigenen Probleme nach der Scheidung mittels einer Therapie abzuarbeiten , konnte sie auch unter Anleitung und Mithilfe von mir und Schulpsychologen ihre pädagogische Verantwortung ausfüllen (z.B. Grenzen hinsichtlich Schulschwänzerei setzen und anstatt körperlicher Gewalt und Meckerei eine vernünftige, funktionierende Pädagogik einsetzen).
Wichtig ist daß du deinem Sohn sagst wie wichtig er dir ist und bei Problemen auch für ihn da bist, ihm emotionalen Halt gibst. Jedoch deutliche Grenzen setzen und aktiv eine Pädagogik der Konsequenzen durchführen. D.h. Verhaltensregeln aufstellen. Physische Gewalt selber nicht praktizieren und auch von ihm nicht dulden. Keine Sondergenehmigung und Schonhaltung "weil der Junge es ja so schwer hat". Du hast es ebenfalls nicht leicht und mußt dich ja auch sozial verhalten und im Alltag funktionieren.
Du brauchst in erster Linie zunächst mal selber konkrete Hilfe, d.h. Finanzberatung und eine pädagogische Beratung (Elternkurs machen etc.), dann kannst du auch deinem Sohn besser weiterhelfen.

Gruß
Tyra

Nachtrag: das mit deiner Überlegung des Schulwechsels finde ich ganz sinnvoll, sollte mit Schulpsychologen und Lehrer besprochen werden. Das Umfeld einer Hauptschule ist erfahrungsgemäß mehr oder minder "katastrophal". Dort hat man es mit eine Häufung von Problemfällen zu tun und die Lehrer sind oft hoffnungslos überfordert.
 
Ja danke,
er geht noch in die Grundschule, womit jetzt klar ist, daß ich in Berlin wohne. Und das Ganze soll eine sehr gute Europaschule sein, die weiterführende Schule ist das Gymnasium. Und genau da möchte ich meinen Sohn auch hin haben, denn er liegt grenzwertig an der Hochbegabung (ausgetestet). Und genau deswegen möchte ich das er die 5. Klasse wiederholt, denn seine aktuellen Zeugnise sind eine Katastrophe. Damit würde er niemals auf die, von ihm anvisierte Schule gehen können. Die Schulleitung ist ok, da kann man nicht meckern. Aber die direkten Lehrer sind eine Katastrophe.
Den Schulpsychologen kenne ich bereits und komme gut mit dem Herren aus, anders als mit seiner Klassenlehrerin.
An meiner Seite steht auch der Kinder- und Jugendpsychologe mit dem ich morgen einen 'Sondertermin' habe, um Details zwecks Schulwechsel und die Möglichkeiten mit dem Schulpsychologen zu besprechen. Der Schulpsychologe kennt meinen Sohn und die ganze Problematik. Diesbezüglich habe ich mir schon Hilfe 'geholt'.
Die Schuldnerberatungsstellen sind völlig überlastet und kommen seid Hartz IV überhaupt nicht mehr mit der Arbeit nach. Da habe ich zig-mal angerufen wegen einem Termin. Ich habe jetzt angefangen den direkten Weg übers Amtsgericht zu gehen und mir den Berechtigungsschein besorgt. Mal sehen was das bringt.
Was mich nur so wütend macht, ist die Haltung seines Vaters. Der ist selbständig tätig und verschleiert wo er nur kann.
Er meinte nur, daß es doch genug wäre, wenn das Jugendamt den Unterhaltsvorschuß bezahlen würde. Er müsse schließlich noch seine 3-Zimmerwohnung bezahlen, Auto etc. und seine Mutter unterstützen. Da hat er dann leider kein Geld für seinen Sohn. Was ich darüber denke, brauch ich wohl nicht zu sagen.
Ich finde das nur unglaublich verlogen. Und für seinen Sohn ist er der tolle Typ. Ich muß mir manchmal die Zunge fast abbeißen, um nicht etwas
(un)passendes zu sagen.
 
Ja, echt ne schwierige Situation, ich kann das gut nachempfinden, zumal deine Problematiken mit Unterhalt für den Sohn, Trickserei des Vaters etc. leider keine Seltenheit ist. Und auch das mit den total überbelasteten Schuldnerberatungen ist mir bekannt. Aber: am Ball bleiben und dich auf jeden Fall auf die Wartelisten setzen lassen. Auch schon beim Diakonischen Werk od. ä. angefragt?
Hinsichtlich der väterlichen Unterhaltspflichten ist da bereits ein Amt oder Gericht eingeschaltet worden, dem der Vater seine finanzielle Situation und sämtliche Bilanzen offenlegen mußte und geprüft wurde, ob er was berappen muß, oder nicht und wenn ja wieviel? Da muß man manchmal recht fix sein, bevor zuviel Zeit für Verschleierungsaktionen vergeht. Im Selbständigenbereich kann man ja ohnehin am meisten tricksen.
Da nur nicht schüchtern sein und auf Möglichkeiten verzichten! Väter die Kinder in die Welt setzen haben schließlich ebenso wie die Mütter eine lebenslange Verpflichtung, zumindest eine Zahlungsverpflichtung bis dat Kind volljährig ist und eine abgeschlossene Ausbildung hat.
Außerdem ist ein Ex-Ehemann auch seiner Ex-Frau gegenüber unterhaltspflichtig. Ich würde das auf jeden Fall amtlich/gerichtlich feststellen lassen.
Mit dem/den amtsgerichtlichen Berechtigungsschein/scheinen kann man sich ja fachanwaltlich beraten lassen.

Gruß
Tyra
 
Na ja, wegen dem Kindsunterhalt habe ich die Beistandsschaft beantragt und die kümmern sich um die titulierte vollstreckbare Ausfertigung.
Verheiratet waren wir nicht, so daß meine Ansprüche gegen null laufen.
Bei der kirchlichen Schuldnerberatung, die auch von der Stadt unterstützt wird, ohne daß man extra dafür zahlen muß, darf man jeden Donnerstag um 10.00h anrufen und sich einen Termin für den gleichen Tag geben lassen. Eine weitere Terminvergabe erfolgt nicht. Ich habe es zig-mal ohne Erfolg probiert und selbst auf meine Frage wie oft ich denn noch anrufen müsse, erhielt ich nur die Antwort, daß es keinen weiteren Weg gäbe.
 
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