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Vater

Kolya

Aktives Mitglied
Mein Vater ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Er ist an den Folgen eines metastasiertem Rektumkarzinom (letztendlich die Tumorkachexie) gestorben. Er wog nicht mal 50 Kilo. Mit Atemnot (COPD) rief ich 112 an. Ich wusste er kommt nicht mehr zurück. Am 13.4. rief mich vormittags die Sozialarbeiterin an, um die Entlassung zu besprechen. Abends um 22 Uhr ein Anruf, dass er tot aufgefunden worden ist.

Mein Vater war immer freiheitsliebend und hat letzendlich den richtigen Zeitpunkt gewählt.

Ich habe viel zu tun im Moment. Die Beisetzung soll in seinem Sinne stattfinden. Mit seinen 87 Jahren hat er noch einen großen Freundeskreis, so dass ich einen größeren Raum mieten musste.

Ich wollte Euch fragen, ob ihr Euch auch immer fragt, wo jetzt die Verstorbenen sind. Im Himmel? Können die uns sehen?

Meine Schwester hat sich aus der Wohnung einiges genommen (ich später) und da dachte ich noch dass er sich gefreut hat, dass wir noch einige Sachen gebrauchen können. Dann denke ich wieder, dass das Band mit dem Tod zerschnitten ist. Das Leben ist hiermit beendet, die Beziehung Vater / Kind damit annulliert. Der Tod ist schon komisch.

Mein Vater hat an nichts geglaubt, eher, dass dann alles vorbei ist. Ich weiß es nicht.

Kolya
 

Hallo Kolya,

schau mal hier: Vater. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Mein herzliches Beileid.

Das ist ein Schock, egal in welchem Alter und am Anfang ist man noch so im Stress mit Beerdigung und alles zu organisieren, so dass man es gar nicht so realisieren kann.

Ich bin mir sicher, dass wir die Toten wiedersehen. Meine Familie und ich waren schon ein paar Mal bei einem Medium und haben Dinge dort erfahren, die das Medium niemals hätte wissen oder googeln können. Und auch von Freunden, die sich mit solchen Themen beschäftigen habe ich Rückmeldungen, dass sie auch daran glauben und mit dem Thema Erfahrungen haben.

Wissen werden wir sowas natürlich erst, wenn wir selbst verstorben sind. Aber mir macht dieser Gedanke, dass mit dem Tod nicht alles endet, Hoffnung. Aber das muss jeder für sich klären.

Und so ein Band zwischen Vater und Kind endet nicht mit dem Tod. Wenn die Beziehung schön war, trägt man ja noch liebe Erinnerungen in sich und irgendwie in Teilen lebt die Person in einem weiter.

Ich wünsche Dir, dass Du für Dich eine Einstellung finden kannst, die Dich tröstet und Dir Kraft gibt und Zuversicht. Und alles Gute für die Beerdigung.

Lg, Binchy
 
Hallo Kolya,

mein Beileid.
Es ist immer so schwer, Abschied zu nehmen und zu begreifen, dass jemand nun nicht mehr da ist.
Ich hoffe, du hast liebe Menschen an deiner Seite, die für dich da sind und dich jetzt unterstützen.
Ich wollte Euch fragen, ob ihr Euch auch immer fragt, wo jetzt die Verstorbenen sind. Im Himmel? Können die uns sehen?
Ich weiß es nicht, aber habe mir diese Frage oft gestellt und stelle mir vor, die Verstorbenen in meinem Herzen mitzunehmen. Es bleibt so viel zurück und bei mir. So viele Erinnerungen, Gefühle, Momente ... die mir niemand nehmen kann.
Ob sie uns sehen können? Vielleicht. Ich hoffe aber, dass es ein Wiedersehen gibt, wenn ich ihnen irgendwann einmal folge.

Meine Schwester hat sich aus der Wohnung einiges genommen (ich später) und da dachte ich noch dass er sich gefreut hat, dass wir noch einige Sachen gebrauchen können.
So dachte ich bei meiner Oma auch - sie freute sich schon zu Lebzeiten, wenn man etwas von ihr übernommen hat, was sie nicht mehr verwenden konnte. Sie gab immer gut auf ihre Sachen acht und fand es schade, wenn es dann niemand mehr brauchen konnte.

Dann denke ich wieder, dass das Band mit dem Tod zerschnitten ist. Das Leben ist hiermit beendet, die Beziehung Vater / Kind damit annulliert.
Das Leben ist beendet, aber all das, was ihr gemeinsam erlebt habt, die gemeinsamen Erfahrungen usw. bleibt. Wie er dich zum Beispiel als Baby im Arm hielt, damit du dich sicher fühlen konntest, was er dir als Kind beibrachte, wie er dich erzog, wie er dir als junger Erwachsener vielleicht bei Entscheidungen zur Seite stand, dir vielleicht Dinge vorlebte und dich als Erwachsener losließ, damit du deine eigenen Erfahrungen machen konntest (das sind nur ein paar Beispiele) ... das alles hat dich mit zu dem Mensch gemacht, der du heute bist. Durch all das und noch viel mehr bleibt das Band zwischen Eltern und Kindern auch über den Tod hinaus bestehen.

Ich wünsche dir viel Kraft und Trost für die Beisetzung und für die nächste Zeit.
 
Meine aufrichtige Anteilnahme. Auch mein Vater ist in diesem Jahr verstorben; ich kann es dir also sehr gut nachempfinden. Ich fühle mich wie eine Tochter, aber der Elternteil fehlt; als hätte ich einen Arm oder ein Bein verloren.

Die Glaubensfrage ist sehr individuell. Mein Papa hat nicht an ein Wiedersehen geglaubt, auch ich tu es nicht. Seine Gedanken und Redewendungen leben in mir weiter und die vielen Erinnerungen sind in meinem Wesen eingebrannt. Aber es tut alles höllisch weh. Und dazwischen Momente, in denen ich nicht glauben kann, dass das wirklich passiert ist.

Ich frge mich ehr oft, wo mein Papa ist. Ich glaube ja nicht an einen Himmel oder so, aber trotzdem ist es für mich so unbegreiflich, dass er _nicht_ irgendwo ist. Also, dass sein Körper nirgendwo ist, weiß ich, aber sein Bewusstsein. Ich schreibe ihm regelmäßig Briefe und bin ihm dann für eine kurze Zeit nah...

Ich schick dir viel Kraft.
 
Mein herzliches Beileid.

Mein Vater hat an nichts geglaubt, eher, dass dann alles vorbei ist. Ich weiß es nicht.

Mein Vater hat auch an nichts geglaubt und doch habe ich bis heute das Gefühl, dass er mich manchmal besucht. Dass er ab und an "vorbeischaut".

Und selbst wenn es nicht so ist.. ein Teil von ihm ist immer bei dir, denn ohne ihn wärst du nicht.

Ich schicke dir viel Kraft.
 
Mein Vater ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Er ist an den Folgen eines metastasiertem Rektumkarzinom (letztendlich die Tumorkachexie) gestorben. Er wog nicht mal 50 Kilo. Mit Atemnot (COPD) rief ich 112 an. Ich wusste er kommt nicht mehr zurück. Am 13.4. rief mich vormittags die Sozialarbeiterin an, um die Entlassung zu besprechen. Abends um 22 Uhr ein Anruf, dass er tot aufgefunden worden ist.

Mein Vater war immer freiheitsliebend und hat letzendlich den richtigen Zeitpunkt gewählt.

Ich habe viel zu tun im Moment. Die Beisetzung soll in seinem Sinne stattfinden. Mit seinen 87 Jahren hat er noch einen großen Freundeskreis, so dass ich einen größeren Raum mieten musste.

Ich wollte Euch fragen, ob ihr Euch auch immer fragt, wo jetzt die Verstorbenen sind. Im Himmel? Können die uns sehen?

Meine Schwester hat sich aus der Wohnung einiges genommen (ich später) und da dachte ich noch dass er sich gefreut hat, dass wir noch einige Sachen gebrauchen können. Dann denke ich wieder, dass das Band mit dem Tod zerschnitten ist. Das Leben ist hiermit beendet, die Beziehung Vater / Kind damit annulliert. Der Tod ist schon komisch.

Mein Vater hat an nichts geglaubt, eher, dass dann alles vorbei ist. Ich weiß es nicht.

Kolya

Es ist des Menschen Natur zu Glauben , dass es ein Leben (anderes Leben) nach de, irdischen Tod gibt. Jeder soll daran Glauben was er möchte. Wenn es deinem Seelenheil hilft, daran zu Glauben tu das.

Es tut mir natürlich sehr Leid, dass du diesen Schmerz erleben musst. Doch der Tod hat eine wichtige Funktion im Leben. Nicht immer ist er verständlich und auch nicht fair. Doch der Tod eines Menschen erinnert seine Freunde und Hinterblieben daran, dass man immer nur ein Leben auf der Erde hat und es Leben muss.

Die erste Beisetzung die ich erleben musste, war mit 30. Mein Vater ist verstorben....In der Trauerfeier wurde vom Redner immer wieder gesagt: Es ist wie es ist. Es klingt banal....doch mir hat es über die Jahre geholfen.

Was in Deutschland wirklich komisch ist, die Kosten und die Voraussetzung dass die Hinterbliebenen für alles aufkommen müssen...obwohl die nun gerade wirklich andere Sorgen und Nöte haben.
 

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