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Vater redet alles schlecht

  • Starter*in Starter*in jujuna
  • Datum Start Datum Start
J

jujuna

Gast
Hallo meine Lieben,
ich muss meinen Frust einfach mal von der Seele schreiben... mein Vater ist von grund auf ein negativer Mensch (geworden). Alles ist schlecht. Und immer sind die anderen Schuld - vor allem die Äusländer/Asylanten/Politiker usw. Diese Diskussionen versuche ich schon zu vermeiden aber er nervt wirklich jeden mit verschiedenen Verschwörungstheorien. So ist mir zum Beispiel sehr unangenehm, meinen Freund bei mir zuhause zu haben. Er wird nämlich sofort vollgequasselt, ich merke dann richtig wie unangenehm ihm das ist... Diskutieren braucht man mit ihm wirklich nicht, das habe ich aufgegeben und mehrmals gesagt, dass wir unterschiedliche Ansichten haben aber er kann es nicht lassen. Als ob der Fremdenhass einfach der Lebensmittelpunkt geworden ist.
Seitdem ich meinen Freund habe, ist mir aufgefallen wie verbittert mein eigener Vater ist. So hat mein Freund mich gemeinsam mit einem Freund von ihm vom Bahnhof abgeholt, nachdem ich eine lange Arbeitswoche hinter mir hatte. Der Freund musste dann 10km zum Bahnhof, 10km zu mir und dann alles wieder zurück fahren. Anstatt dass mein Vater sich darüber freut meint er vor meinem Freund(!), wie "behindert" es doch sei, so den Sprit zu verfahren. Als wir uns einen schönen Tag machen wollten und meinten, dass wir vielleicht in der Stadt essen gehen kam von ihm ebenfalls die Aussage, wie unnötig das doch ist und wie wir unser Geld verschwenden. Ich versuche schon ihm nicht alles zu sagen aber er fragt oft auch bei meinem Freund nach und der kann ihm das ja schlecht verschweigen.
Das allerschlimmste war aber letzte Woche. Ich habe beim Einkaufen einen riesigen Teddy gesehen und mein Freund hat ihn mir geschenkt - ich habe mich wirklich SEHR darüber gefreut, weil er einfach von sich aus gesehen hat wie schön ich den finde. Dann komme ich damit heim, mein Vater kommt mir entgegen und hält dann meinem Freund allen ernstes einen Vortrag darüber, wie dumm das doch sei. Der Teddy würde früher oder später sowieso verstauben, man freut sich kurz aber am Ende ist es unnötig und dumm blablabla. Ich bin hoch und hab geheult, dann kam mein Freund und war total verwundert und meinte zu mir "Ich verstehe das alles nicht, es hat sich doch alleine dafür schon gelohnt, dass du dich so gefreut hast". Das hat mir gezeigt, dass das Verhalten von meinem Vater ganz und gar nicht normal ist. Er kann sich nie für mich oder meine Schwester freuen. Wenn ich einen neuen Job habe, versucht er es mir schlechtzureden - immer. Nach dem Abitur habe ich ein FSJ gemacht, anschließend ein längeres Praktikum und bin jetzt dabei noch ein bisschen zu jobben um finanziell unabhängig zu werden und ab Oktober zu studieren. Dann meint er doch, als ich trotz Corona einen super Aushilfsjob gefunden habe tatsächlich nur "Willst du jetzt dein Leben lang den Deppen für andere spielen oder studierst du irgendwann auch noch?"
Hat denn jemand von euch was ähnliches erfahren? Ich weiß, dass ich ihn nicht ändern kann aber ich will lernen, besser damit umzugehen. Ich lasse mich wirklich sehr schnell runterziehen. Es ist mir so peinlich wenn sowas vor meinem Freund kommt... nur bei dem können wir uns auch nicht immer aufhalten, da er selbst Probleme mit seinem Vater hat und ich mich dort auch unwohl fühle. Eine eigene Wohnung kommt für uns beide noch nicht in Frage, da einfach das Geld fehlt.
 
Ich kann dir nur raten, bei nächster Gelegenheit auszuziehen. Du änderst deinen Vater nicht. Und die Strategie kann nur sein, auf Durchzug zu schalten und sich sein Gerede nicht zu Herzen zu nehmen. Ich kenne solche Zeitgenossen, die alles schlecht machen. Einmal hat es mich so ziemlich getroffen, wie ich nach längere Zeit ein super Wohnung gefunden habe, die meine Bekannte aber nie betreten hat, weil sie alles in Grund und Boden schlecht geredet hat.
 
Ich würde Dir auch raten, dringend auszuziehen. Sehr dringend.
Denn dann wärst Du mal in der Situation, zu erfahren, was das Leben so kostet. Und daß vieles, was Dein Vater so schlecht redet, tatsächlich unnötiges Geld kostet. Bisher hast Du es Dir sehr bequem gemacht. Nach dem Abi ein FSJ, jetzt ein wenig jobben, mal hier mal da und vielleicht studieren. Gut, Du verdienst ein wenig eigenes Geld. Gibst Du daheim etwas davon ab? Nicht?
Ihr könnt leider keine eigene Wohnung beziehen, weil bei Deinem Freund und Dir das Geld nicht reicht? Wen wundert das, wenn es für völlig Unnützes und Hirnverbranntes (die Abholung vom Bahnhof von Freund und Freund war so eine Aktion) hinausgehauen wird? Das werden wohl nicht die einzigen Beispiele gewesen sein.
Und Du verlangst, Dein Vater soll sich darüber freuen, weil sie Dich nach einer harten Arbeitswoche... gemeinsam abgeholt haben?
 
An deiner Stelle würde ich auf jeden Fall ausziehen.
Deinen Vater kannst du nicht verändern.
Solch ein sinnloses Negativgerede ist krank machend.
Lass dich von seinem Gerede nicht beeinflussen und runterziehen.
Vielleicht ist er mit seinem eigenen Leben unzufrieden oder eifersüchtig auf deinen Freund.

Es gibt viele Beratungsstellen (googel mal im Internet )..z.B. Jugendamt, Wohnungsamt oder Caritas welche dir Rat geben können wie man mit wenig Geld ausziehen kann.
 

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