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Vater gönnt mir keinen Erfolg

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Hallo zusammen!

Ich möchte mir gern etwas von der Seele reden.
Ich bin 24 Jahre alt, weiblich und habe eine sehr gute Ausbildung absolviert.
Ich arbeite wirklich gern und habe alle meine Prüfungen & Abschlüsse mit Auszeichnung bestanden.

Nur leider kann ich nichts davon zu Hause bei meinen Eltern erzählen.
Dabei betrifft das hauptsächlich meinen Vater.

Wenn ich mich freue, weil mir etwas gut gelungen ist, und das erzähle, bekomme ich immer ganz genau dieselbe Reaktion.
"Najaaa, so toll ist das ja nicht."
"Wie haben die Anderen abgeschnitten?"
"Bloß nicht übermütig werden."

Ich wurde von ihm noch nie aufgrund meiner Persönlichkeit geschätzt (oder gar geliebt). Es musste immer eine besondere Leistung Erbracht werden, damit er mich überhaupt wahrgenommen hat.

Er selbst hat nie das Abitur gemacht & sitzt seit über 20 Jahren in demselben Hilfsjob. In seiner Jugend hat er lieber alle Zeit mit seinen Freunden beim feiern & Drogen konsumieren verbracht, anstatt fleißig zu lernen und aufzusteigen. Hat ihn laut eigener Aussage nie interessiert. Stattdessen versucht er jetzt allerdings alles auf mich zu projizieren.


Ich bin mittlerweile wirklich extrem genervt von seinem Verhalten. Was ich tue ist sehr anspruchsvoll und verlangt großen Fleiß und Leistung. Das lasse ich mir nicht schlecht reden!

Allerdings will ich meinen Vater auch nicht komplett ausschließen. Ich möchte, dass er sich aufrichtig für mich freut und so auch Anteil an dem Erfolg haben kann. Allerdings macht er es einem mit seiner ewigen Kritik und seinem dauernden Gemäkel verdammt schwer, ihn weiterhin in das eigene Leben einbeziehen zu wollen.

Meine Mutter ist übrigens mein größter Fan. Ich könnte sofort alles hinschmeißen und Rauchfangkehrerin werden, und sie wäre trotzdem von mir begeistert und würde mich lieben.

Hat jemand einen Rat / Erfahrungswerte, die mir helfen könnten?

Danke schon einmal!
 
Lach, da hast du ja immerhin schon Glück mit deiner Mutter! 😉

Das mit deinem Vater ist eine verzwickte Situation:
nach deiner Beschreibung kann er vermutlich deine Leistung nicht nachvollziehen, wenn er im Berufsleben keine großen Anforderungen kennt (das impliziert zumindest "Hilfsjob"). Zum anderen klingt es nach Neid, weil du dich beruflich selbstverwirklichen kannst und er nunmal nicht.

Ehm ja....das ist nunmal so, wenn er daran nichts ändern möchte. Aaaaber ich denke, es hängt davon ab, ob du die Geschenke "Neid" und "Wut" annimmst oder sie nett ablehnst und deinem Vater ein kleines Paket mit "Liebe" gibst 😉
Auf Gemäkel kannst du zB antworten "Auch wenn du immer meckerst, ich hab dich trotzdem gern!" oder lob ihn mal für irgendwas....gib ihm was Nettes auf sein doofes Geschenk zurück.
Auf der einen Seite kannst du ihm dadurch ein Vorbild sein und vielleicht merkt er dadurch was, auf der anderen Seite kannst du dich selbst dadurch schützen.
Der Klassiker ist natürlich "Dein Kommentar verletzt mich.", als bloßen Ausdruck deiner Gefühle, die ihm ggf. nicht bewusst sind.
 
Oje, das kenne ich nur zu gut von meiner Mutter...
10. Klasse, 1- in der Mathearbeit. Ich freu mich riesig. Sie: "Warum nur eine 1-?"
Ich bringe meine neue Freundin mit nach Hause und darf mir nachher anhören, sie sei fett, faul und dumm. Und es gehe gar nicht, dass ich ne Freundin mit Piercing habe.
Ich will Sozialarbeiter werden, meine Mutter fängt an zu heulen, weil ich nie einen Doktortitel bekomme...

Das einzige, was ich dir raten kann, ist Distanz, Konfrontation und klare Grenzen.
Distanz, weil du dich nicht von den absurden Vorstellungen deines Vaters abhängig machen darfst. Lass dich nicht verletzen und pass auf, dass du seine Ansichten nicht übernimmst. Das könnte bis in den Suizid führen.
Konfrontation: Was dein Vater sagt, sind sehr verletzende Dinge. Sag ihm das! Immer und immer wieder! Ihm ist glaub ich gar nicht bewusst, was er damit anrichtet.
Klare Grenzen: Lass dir nicht alles sagen! Das Mindeste, was du verlangen kannst, ist Respekt. Sprich ihn drauf an, was das soll, wenn er dir respektlos gegenüber tritt. Vielleicht provozierst du einen Streit. Das sollte dich aber nicht abhalten, zumal deine Mutter offensichtlich auf deiner Seite steht.

Das ist schlimm, wenn Eltern die Verantwortung für ihr eigenes Versagen auf die Kinder projizieren. Ich glaube, da spielt oft auch verletzter Stolz eine Rolle. Als Kinder haben wir alle zu unseren Eltern aufgeblickt, auch wenn es die größten Versager sind. Jetzt sind wir erwachsen und manche haben eben schon mit Anfang 20 mehr erreicht als die Eltern im gesamten Leben. Jetzt blicken die Kinder nicht mehr zu einem auf. Das tut sicherlich weh. Aber dafür gibt es andere Lösungen.
Ich habe den Kontakt zu meiner Mutter vor 4 Jahren abgebrochen. Nicht weil sie mich nicht mag, mich nicht liebt und ich nur gut genug bin, wenn ich Prestige bringe. Sondern weil sie zudem auch massiv grenzüberschreitend ist und alles boykottiert, was nicht in ihr Weltbild passt. Dadurch habe ich mich zwar in die Obdachlosigkeit gebracht, aber das war es wert! Ich bin frei!
 
Liebe Gast-Schreiberin,

wir können diskutieren, warum Dein Vater ist wie er ist. Aber dadurch werden wir ihn nicht verändern.

Vielleicht würde es helfen, wenn Du in aller Ruhe mit Deinem Vater darüber sprichst, wie sehr Dich seine Bemerkungen stören. Ich würde ihm sagen: "Du erkennst mich nicht an - Du setzt mich herab. Und wenn Du keine anerkennenden Bemerkungen machen kannst, dann ist es mir lieber, dass Du keine Bemerkung machst."

Wichtig erscheint mir, dass Du gegenüber Deinem Vater Deine Empfindlichkeit runterschraubst.
Das ist das Einzige, was Du vorerst tun kannst.

Und dann kannst Du Dir überlegen, wie und wann Du am besten ausziehst, falls Dein Vater sein Verhalten nicht ändert.

LG, Nordrheiner
 
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