Hallo ihr,
ich bin momentan mit meinem Leben komplett überfordert und brauche einfach einmal ein Ventil um das alles rauszulassen weil ich momentan nicht weiß wen ich mich anvertrauen kann, dafür schon einmal vielen Dank dass ihr euch hier die Zeit nimmt und mir die Möglichkeit gebt micht jemanden, wenn auch anonym anzuvertrauen.
Zu meiner Person, ich bin 23 Jahre alt, mache im Moment meinen Master Abschluss als Ingenieur. Nach außen betrachtet schaut mein Leben gar nicht schlecht aus, aber nach innen hin habe ich gerade ziemliche Probleme, was vor allem mit meiner Arbeit zusammenhängt. Ich schreib momentan meine Abschlussarbeit in einer Firma und komme dort überhaupt nicht mehr der Situation zurecht. Ich fühle mich mit den Aufgaben überfordert, bekomme dort kaum Feedback, sehe aber gleichzeitig dass es bei den anderen in der Firma, die in einer ähnlichen Situation wie ich sind deutlich besser läuft. Wirklich Spaß macht mir die Arbeit auch nicht, im Gegenteil, im Moment hab ich ziemliche Angst dort hinzugehen und habe wahnsinnige Versagensängste, dass mein Studium vielleicht doch das falsche war, aber finanziell und zeitlich betrachtet wäre ein Neuanfang mit einem anderem Studium auch sehr schwer wobei ich auch gar nicht wüsste was ich denn alternativ machen soll.
Ein weiterer Punkt der mich sehr belastet ist meine Beziehung zu meinem Glauben. Früher war ich gläubig, habe aber nach langer Überlegung für mich festgestellt, dass ich, obwohl ich es gerne wollen würde, nicht an Gott oder an eine höhere Macht glauben kann. Früher gab mir das wirklich noch zusätzliche Sicherheit, aber der Glaube ist auch nichts was man erzwingen kann, wenn man in seinem Inneren nicht davon überzeugt ist. Ich stelle mir oft die Frage, warum ich denn dann überhaupt leben soll, wenn danach sowieso alles vorbei ist. Klar, man kann versuchen aus seinem Leben das Beste zu machen und die wenige Zeit die man hier hat glücklich zu verbringen, aber man kann ja nicht einfach einen Schalter umlegen und dann glücklich sein.. Und im Moment bin ich es nicht. Was diesen Punkt zusätzlich schwer für mich macht ist die Situation mit meiner Familie, die sehr gläubig ist. Meine Familie ist mein einziger Halt den ich im Moment habe und ich habe wahnsinnige Angst sie dadurch zu verlieren.. Ich glaube nicht dass meine Familie mich verstoßen würde, aber das Verhältnis wäre irreperabel zerstört und das will ich nicht.
Ein weiterer Punkt der mein Leben nicht gerade erleichtert ist, dass ich mich extrem schwer tue, neue Leute kennen zu lernen, was dazu führt, dass ich jetzt nicht gerade viele Möglichkeiten habe eine potenzielle Freundin kennzulernen. Ich hatte mit 18 für kurze Zeit eine Freundin und seitdem 2 Frauen bei denen sich eine Beziehung angebahnt hat, aber schlussendlich nichts daraus geworden ist. Eine Person, der ich mich anvertrauen könnte und mich so liebt wie ich bin würde mir glaube ich Rückhalt geben und auch dafür sorgen dass ich etwas stabiler auf schwierige Situationen reagiere.
Zudem hab ich eine pyschische Störung, die sich Paruresis, eine sogenannte Blasenentleerungsstörung, nennt. Bedeutet, ich kann in der Öffentlichkeit nicht urinieren. Bei mir ist die Störung soweit ausgeprägt, dass ich zwar in Kabinen urinieren kann, aber nicht am Pissoir. Hört sich im ersten Moment zwar erstmal trivial an, ist aber eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität. Nur als Beispiel, wenn man mit Freunden zum grillen an einen See geht, oder zum wandern in die Berge oder auch ins Fußballstadion, dann schaue ich extra dass ich davor extrem wenig und auch währenddessen kaum etwas trinke, damit ich Zeit zwischen von zu Hause weggehen und wieder ankommen schaffe, ohne dass der "Druck" zu extrem wird. Schränkt auf jeden Fall die Lebensqualität extrem ein, vor allem als Mann, bei dem man erwartet, dass er einfach auf Knopfdruck überall pinkeln kann.
Bis jetzt konnte ich mit den oben genannten Punkte umgehen bzw. habe sie gut verdrängt. Durch die neu aufgekommene Situation ein meiner Arbeit aber stürzt das gerade alles auf mich ein und ich kann mir im Moment nicht vorstellen wie meine weitere Zukunft aussieht. Ich will nicht später mit 40 komplett alleine, ohne Beziehung dazustehen, ohne Freunde, weil ich es nicht mehr schaffe aus dem Haus zu gehen, weil meine Blasenentleerungsstörung schlimmer wird (was sie auch wird, zwar langsam, aber sie wird schlimmer), und in einem Job in dem ich unglücklich bin. Ich bin nicht depressiv und ich will mein Leben genießen, aber im Moment steuere ich in eine extreme Sackgasse und ich habe Angst dor nicht mehr rauskommen. Ich will etwas ändern, aber ich weiß auch nicht wie ich das angehen soll.
Ich erwarte jetzt nicht, dass hier durch das Forum alle mein Sorgen gelöst werden, aber das herunterschreiben meiner Probleme alleine tat schonmal gut, und ich danke euch, dass ihr euch die Zeit genommen habt, meinen Text hier zu lesen und mir evtl. eine Antwort schreibt 🙂
Liebe Grüße
ms95
ich bin momentan mit meinem Leben komplett überfordert und brauche einfach einmal ein Ventil um das alles rauszulassen weil ich momentan nicht weiß wen ich mich anvertrauen kann, dafür schon einmal vielen Dank dass ihr euch hier die Zeit nimmt und mir die Möglichkeit gebt micht jemanden, wenn auch anonym anzuvertrauen.
Zu meiner Person, ich bin 23 Jahre alt, mache im Moment meinen Master Abschluss als Ingenieur. Nach außen betrachtet schaut mein Leben gar nicht schlecht aus, aber nach innen hin habe ich gerade ziemliche Probleme, was vor allem mit meiner Arbeit zusammenhängt. Ich schreib momentan meine Abschlussarbeit in einer Firma und komme dort überhaupt nicht mehr der Situation zurecht. Ich fühle mich mit den Aufgaben überfordert, bekomme dort kaum Feedback, sehe aber gleichzeitig dass es bei den anderen in der Firma, die in einer ähnlichen Situation wie ich sind deutlich besser läuft. Wirklich Spaß macht mir die Arbeit auch nicht, im Gegenteil, im Moment hab ich ziemliche Angst dort hinzugehen und habe wahnsinnige Versagensängste, dass mein Studium vielleicht doch das falsche war, aber finanziell und zeitlich betrachtet wäre ein Neuanfang mit einem anderem Studium auch sehr schwer wobei ich auch gar nicht wüsste was ich denn alternativ machen soll.
Ein weiterer Punkt der mich sehr belastet ist meine Beziehung zu meinem Glauben. Früher war ich gläubig, habe aber nach langer Überlegung für mich festgestellt, dass ich, obwohl ich es gerne wollen würde, nicht an Gott oder an eine höhere Macht glauben kann. Früher gab mir das wirklich noch zusätzliche Sicherheit, aber der Glaube ist auch nichts was man erzwingen kann, wenn man in seinem Inneren nicht davon überzeugt ist. Ich stelle mir oft die Frage, warum ich denn dann überhaupt leben soll, wenn danach sowieso alles vorbei ist. Klar, man kann versuchen aus seinem Leben das Beste zu machen und die wenige Zeit die man hier hat glücklich zu verbringen, aber man kann ja nicht einfach einen Schalter umlegen und dann glücklich sein.. Und im Moment bin ich es nicht. Was diesen Punkt zusätzlich schwer für mich macht ist die Situation mit meiner Familie, die sehr gläubig ist. Meine Familie ist mein einziger Halt den ich im Moment habe und ich habe wahnsinnige Angst sie dadurch zu verlieren.. Ich glaube nicht dass meine Familie mich verstoßen würde, aber das Verhältnis wäre irreperabel zerstört und das will ich nicht.
Ein weiterer Punkt der mein Leben nicht gerade erleichtert ist, dass ich mich extrem schwer tue, neue Leute kennen zu lernen, was dazu führt, dass ich jetzt nicht gerade viele Möglichkeiten habe eine potenzielle Freundin kennzulernen. Ich hatte mit 18 für kurze Zeit eine Freundin und seitdem 2 Frauen bei denen sich eine Beziehung angebahnt hat, aber schlussendlich nichts daraus geworden ist. Eine Person, der ich mich anvertrauen könnte und mich so liebt wie ich bin würde mir glaube ich Rückhalt geben und auch dafür sorgen dass ich etwas stabiler auf schwierige Situationen reagiere.
Zudem hab ich eine pyschische Störung, die sich Paruresis, eine sogenannte Blasenentleerungsstörung, nennt. Bedeutet, ich kann in der Öffentlichkeit nicht urinieren. Bei mir ist die Störung soweit ausgeprägt, dass ich zwar in Kabinen urinieren kann, aber nicht am Pissoir. Hört sich im ersten Moment zwar erstmal trivial an, ist aber eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität. Nur als Beispiel, wenn man mit Freunden zum grillen an einen See geht, oder zum wandern in die Berge oder auch ins Fußballstadion, dann schaue ich extra dass ich davor extrem wenig und auch währenddessen kaum etwas trinke, damit ich Zeit zwischen von zu Hause weggehen und wieder ankommen schaffe, ohne dass der "Druck" zu extrem wird. Schränkt auf jeden Fall die Lebensqualität extrem ein, vor allem als Mann, bei dem man erwartet, dass er einfach auf Knopfdruck überall pinkeln kann.
Bis jetzt konnte ich mit den oben genannten Punkte umgehen bzw. habe sie gut verdrängt. Durch die neu aufgekommene Situation ein meiner Arbeit aber stürzt das gerade alles auf mich ein und ich kann mir im Moment nicht vorstellen wie meine weitere Zukunft aussieht. Ich will nicht später mit 40 komplett alleine, ohne Beziehung dazustehen, ohne Freunde, weil ich es nicht mehr schaffe aus dem Haus zu gehen, weil meine Blasenentleerungsstörung schlimmer wird (was sie auch wird, zwar langsam, aber sie wird schlimmer), und in einem Job in dem ich unglücklich bin. Ich bin nicht depressiv und ich will mein Leben genießen, aber im Moment steuere ich in eine extreme Sackgasse und ich habe Angst dor nicht mehr rauskommen. Ich will etwas ändern, aber ich weiß auch nicht wie ich das angehen soll.
Ich erwarte jetzt nicht, dass hier durch das Forum alle mein Sorgen gelöst werden, aber das herunterschreiben meiner Probleme alleine tat schonmal gut, und ich danke euch, dass ihr euch die Zeit genommen habt, meinen Text hier zu lesen und mir evtl. eine Antwort schreibt 🙂
Liebe Grüße
ms95
