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Unsicher, ob ich die neue Arbeitsstelle psychisch durchhalte.

HulaHoop

Mitglied
Hallo!

Ich war bisher nur stille Mitleserin von diesem Forum und brauche jetzt mal selber einen guten Rat.

Ich habe ab kommender Woche eine neue Arbeitsstelle, habe morgen den Termin zum Vertrag unterschreiben und sollte ja eigentlich froh sein, da ich bei meiner derzeitigen Stelle nur noch bis März bleiben kann (betriebsbedingte Kündigung) und ich so die Möglichkeit habe, nahtlos in ein neues Arbeitsverhältnis zu wechseln. Leider gibt es da ein paar Punkte, die mich dann doch zweifeln lassen, ob es die richtige Entscheidung wäre, dort anzufangen.

Erstens habe ich in den letzten 1,5 Jahren drei Familienmitglieder an den Krebs verloren, darunter auch meinen geliebten Vater, der Anfang 2018 verstorben ist, weshalb ich immer noch täglich willkürliche Heulkrämpfe habe und mich oft frage, was für einen Sinn das Leben überhaupt hat, wenn man doch ständig nur Menschen verliert, die man liebt.

Ich bin auch in Therapie deshalb (alle 2 Wochen eine Sitzung) aber habe irgendwie das Gefühl, dass es mir nicht wirklich hilft, weil es entweder zu wenig ist oder der Therapeut vielleicht einfach nicht der richtige ist für mich.

Dementsprechend hatte ich mich kurz nach dem Tod meines Vaters entschieden, nur noch Teilzeit zu arbeiten, weil ich einfach mehr Zeit für mich, meinen Partner und meinen Hund wollte. Arbeit war für mich leider immer mehr eine Belastung als alles andere, ich fühlte mich oft eingesperrt, wenn ich wusste, dass ich jetzt wieder 8 Stunden meine Zeit im Büro absitzen muss.

Die neue Stelle ist eine Vollzeitstelle, jeden Tag von 8 bis 5, und ich weiß ehrlichgesagt nicht, ob ich das packe. Die Option auf TZ gab es leider nicht und da ich sehr lange am Suchen war und das Ende meiner aktuellen Stelle immer näher rückte, sagte ich eben zu, um nicht arbeitslos zu sein.

Der zweite Punkt, der mir Magenschmerzen bereitet, ist der Grund, warum meine Vorgängerin gekündigt hat. Nach dem Vorstellungsgespräch damals hatte sie gerade Feierabend und wir hatten dann noch die Gelegenheit, ein paar Worte zu wechseln.

Auf meine Frage, warum sie das Unternehmen verlässt, antwortete sie, dass es hier einige Damen gibt, die
gerne mal die Mobbingkeule auspacken und zudem wären die Konditionen ohnehin nicht toll (27 Tage Urlaub bei einer Vollzeitstelle, Arbeitszeit 8-17 Uhr, auch freitags und Vergütung 14 Euro brutto die Stunde). Gut, für mich würde es von der Vergütung her mehr als ausreichen, aber das mit dem Mobbing bereitet mir eben auch Sorgen, da ich in der Vergangenheit auch schon mal aus einem Unternehmen gemobbt wurde und ich sowas auf keinen Fall wieder erleben will.

Des Weiteren erzählte sie mir, dass sie selbst erst ein Jahr hier wäre, es aber nicht mehr aushalte und sie auch schon die dritte oder vierte Besetzung fü diese Stelle sei, da alle anderen auch schon nach kurzer Zeit geflüchtet wären.

Ich bin mir wirklich absolut unsicher. Habe mich auch schon im Familien- und Freundeskreis umgehört, was man mir in meiner Situation denn raten würde. Die einen sagen, ich solle erstmal nach mir schauen und den Tod meines Vaters verarbeiten, mir dementsprechend eine Teilzeitstelle suchen und die aktuelle nicht annehmen, wenn ich nicht 100 prozentig überzeugt bin. Andere sind der Meinung, das Leben müsse ja weitergehen, daher Zähne zusammenbeißen und durch, denn arbeitslos sein ist keine Option.

Das sehe ich ja genauso, ich möchte mir auch definitiv nicht auf Staatskosten einen faulen Lenz machen, nur bin ich mir halt nicht sicher, ob ich wirklich DIESE Stelle annehmen oder einfach mal weitersuchen soll, evtl. nach einem Job mit etwas weniger Stunden (ideal wären für mich 25-30). Nur habe ich eben Angst, dass ich nichts finde und dann ab März ohne Job dastehe.

Ich hoffe, jemand kann mir einen Rat geben.

Ich bin übrigens weiblich und 31.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo hulaHop,

tja, es ist schwer, hier richtig zu raten.

Wenn dir eigentlich 8 Stunden pro Tag zu viel sind, warum bewirbst du dich dann auf so einen Job? Ja, du willst nicht arbeitslos sein, das ist verständlich.

Aber es bringt doch nix, wenn du von Vornherein das Gefühl hast, du könntest das nicht schaffen.

Die Aussagen der Vorgängerin können stimmen oder auch nicht. Vielleicht ist sie ja auch gegangen worden und ist sauer, und macht deswegen ihrer Nachfolgerin die Stelle schlecht. Jeden Tag von 8 bist 17 Uhr ist normal, wenn eine Stunde Pause dabei ist. Auch Freitags, das ist ja wahrscheinlich kein Amt, wo nach 1 jeder seins macht.

Du musst diesen Job nicht annehmen, wenn du so viele Zweifel hast. Du kannst doch auch einen 450 Euro-Job erstmal suchen bis du einen geeigneten Teilzeitjob hast.

ALG I hast du dir auch selbst erarbeitet, du hast in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt. Während der Arbeitsoligkeit hast du viel Zeit, nach Teilzeitstellen zu gucken und dich zu bewerben. Natürlich kann es dir passieren, dass dir das Arbeitsamt eine Vollzeitstelle anbietet, wenn du gesundheitlich nicht so eingeschränkt bist, dass du nachweisen kannst, z. B. nur 30 Stunden arbeiten zu können. dafür bedarf es Gesundheitsatteste und Untersuchungen vom Amtsarzt oder Gutachter. Da könntest du dich beim Arbeitsamt erkundigen.

Du musst selbst einschätzen können, inwieweit du belastbar bist und ob du es ausprobieren willst, 40 Stunden zu arbeiten.

Liebe Grüße
saminabi
 
Hallo,

manchmal habe ich das Gefühl, dass ich hier immer gute Ratschläge gebe, obwohl ich selbst beruflich nicht weit gekommen bin und schon längere Zeit auf Rente bin.

Damals war die Situation auch eine andere, Arbeitslosigkeit war größer usw. Allerdings hatte ich auch keine guten Ratgeber. Wenn ich rechtzeitig darauf geachtet hätte, mich und meine Situation genau einzuschätzen usw., wer weiß, vielleicht hätte ich mich auf die richtigen Stellen beworben usw.

Ich weiß es nicht, das Theam Beruf interessiert mich schon sehr, und ich muss auch oft meinen Senf dazu geben.
 
Du solltest zunächst darüber nachdenken, ob du den Therapeuten wechseln kannst. Es ist wichtig, dass du das verarbeitrest und wenn es jetzt ein Jahr her ist und du noch immer keine Fortschritte erkennst, dann ist er definitiv nicht der Richtige, um dir zu helfen.

Dann solltest du dir trotz alldem Gedanken machen, wie du dein Leben in Zukunft sortieren möchtest. Die Arbeit und der Verlust sind nach wie vor zwei verschiedene Dinge. Man könnte z.B. auch sagen, dass dein Vater sicher nicht gewollt hätte, dass du nichts aus deinem Leben machst, bzw. dass ein möglicher Tod nicht heißt, dass man sein Leben nicht selbst in die Hand nehmen sollte, das ist immer eine Frage der Sichtweise.

Überlege dir zuerst, was genau du dir für deine Zukunft vorstellst. ist es ein Teilzeit-Job, so dass du dein Mehr an Freizeit sinnvoll gestalten möchtest, dann mache es so. Ist es ein Vollzeit-Job, der dir finanzielle Unabhängigkeit garantiert, damit du dann wieder andere Wünsche realisieren kannst, dann ist es eben das. Das kann dir hier aber niemand abnehmen, das musst du (mit Unterstützung) für dich selbst definieren.

Auf das Gerede anderer Mitarbeiter würde ich nicht allzu viel geben, man weiß nie, aus welchen Gründen diese das sagen. Viel wichtiger ist, ob das Arbeits- und Lebensmodell zu dir passt.

By the way, du hast später durchaus Anspruch auf eine Teilzeit-Beschäftigung, das kann dir der Arbeitgeber nur schwer verweigern. Du könntest also auch überlegen, die Stelle erst mal anzunehmen, dir einen vernünftigen Therapeuten zu suchen und dann zu schauen, ob du später die Arbeitszeit reduzierst oder nicht. So hast du alle Optionen offen. Von Teilzeit aufzustoclen, ist viel schwieriger, wenn du später feststellst, dass das Geld doch nicht reicht z.B..
 

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