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unser sohn belästigt und stalkt junge mädchen, was tun?!

G

Gast

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hallo, wir haben ein schwerwiegendes problem.

unser sohn ist jetzt 23 jahre alt, lebt noch bei uns zu hause und arbeitet als elektriker. er war schon immer ein sehr verschlossenes und ernstes kind. er hatte selten wirklich freude an etwas und so weit wir das erkennen können, hat er auch keine hobbies, außer seinem pc. richtige freunde hat er offensichtlich auch nicht wirklich. mit 14 hatte er seine erste freundin, ein sehr liebes mädchen. die beiden waren 1 1/2 jahre zusammen, dann trennten sie sich. er behauptete zwar, er habe schluss gemacht, aber im nachhinein habe ich von ihr erfahren, dass sie wohl schluss gemacht hat, weil er sie ständig sexuell bedrängt habe. in diesem alter ist das wohl halbwegs normal, und wir haben uns keine weiteren gedanken drarüber gemacht. seine zweite freundin, die er mit 18 mitbrachte, war uns unsympathisch, sie trank und rauchte und hatte seltsam launisch bis zickige charakterzüge. dennoch waren die beiden knapp ein jahr zusammen, und wir bemühten uns, sie zu akzeptieren. irgendwann jedoch kam sie nicht mehr bei uns vorbei. er sagte uns aber auch nie offiziell dass er und sie getrennt waren.

seitdem hat er keine freundin mehr gehabt. zu der zeit, als er und seine zweite freundin offensichtlich gerade getrennt waren, fing er mit seinem problematischen verhalten an. er verlor seine erste ausbildung aufgrund der tatsache, dass er sich wohl an die 13jährige tochter des chefs heranmachte, und sie schließlich halb gegen ihren willen "befummelte". das erzählte mir einer seiner kollegen hinter vorgehaltener hand. außerdem nahm er seine pflichten auf arbeit nicht mehr allzu ernst und kam fast jeden morgen mit einer ein- bis zweistündigen verspätung zur arbeit.
wir schoben das auf einen einmaligen ausrutscher wegen der trennung, und legten ihm nahe, sich mehr anzustrengen und sich zusammenzureißen. es sah auch eine weile ganz gut aus auf seiner neuen arbeitsstelle, doch eines tages flatterte ein schreiben der polizei ins haus, zur klärung eines sachverhaltes. auf einem spielplatz hatte er sich wohl angetrunken an einer 14jährigen vergriffen, und sie sexuell bedrängt. sie einigten sich außergerichtlich, und er musste ihr schließlich schmerzensgeld zahlen. uns gegenüber behauptete er, sie habe ihn bedrängt, und nicht andersherum. wir waren skeptisch, aber nach einem gespräch, in dem wir ihm klarmachten, dass seine zukunft auf dem spiel stand, ging es zunächst wieder eine weile gut.
eines tages jedoch ließ er ein nachrichtenfenster eines sozialen netzwerkes am familien-pc offen, und ich las mir mit wachsendem entsetzen durch, was er dort vor allem jungen mädchen (12-15) geschrieben hatte. die konversationen waren teilweise sehr sexuell explizit, und viele mädchen antworteten nach einer zeit auch nicht mehr darauf.
ich hatte gewissenbisse, dass ich seine privaten nachrichten durchstöbert hatte, aber es ließ mir keine ruhe. ich sprach mit meinem mann darüber, und wir beschlossen, unseren sohn zur rede zu stellen. er reagierte zunächst sehr aggressiv, aber als wir ihn erinnerten, dass er sich bereits mehrmals ärger eingehandelt hatte, redete er zumindest mit uns. er erzählte uns, dass das heute unter jugendlichen "ganz normal" sei so etwas zu schreiben. wir glaubten ihm nicht, wussten aber auch nicht, was wir machen sollten.
schließlich kam er eines abends nach hause und hatte ziemlich üble verletzungen, wohl von einem kampf. er wollte nicht darüber reden, und auch nicht zum arzt. mit einigem nachforschen, auch bei freunden und kollegen, kam heraus, dass er von einem älteren bruder eines mädchens, dem er geschrieben hatte, verprügelt worden war. offensichtlich hatte sie sich bedrängt gefühlt, und er war ihr sogar des öfteren nach der schule bis nach hause gefolgt, beziehungsweise hatte sie in der stadt abgepasst.
einer seiner arbeitskollegen sagte mal über ihn, dass er das wort "nein" von einem mädchen nicht akzeptieren würde, und auch nicht verstünde, warum er immer zurückgewiesen würde.
letzte woche nun, kam wieder ein schreiben von der polizei zur "klärung eines sachverhaltes". unser sohn hat sich seitdem in seinem zimmer eingeschlossen und kommt nur noch zum essen heraus. nach eigenen aussagen hat er angeblich keine ahnung
weswegen er zur polizei muss, aber ich ahne nichts gutes.
ich bin mir auch nicht sicher, ob wir überhaupt nur bruchteile von dem mitbekommen haben, was er diesen jungen mädchen antut. obwohl er ja eigentlich volljährig ist, und wissen sollte, wo die grenzen sind. er blockt gespräche ständig ab. was sollen wir tun, um ihm begreiflich zu machen, das man so nicht mit mädchen umgeht und auf die art auch keine freundin bekommt?
 
Ich weiß nicht, ob ihr überhaupt etwas tun könnt. Er ist erwachsen, er müsste selber wissen, dass seine Freiheit dort endet, wo die eines anderen Menschen beginnt. Er hat mehrere gelbe Karten bekommen - in meinen Augen fast zu viele. Schon der erste Übergriff auf eine 13-Jährige (!) hätte in meinen Augen härtere Konsequenzen nach sich ziehen sollen. Das bezieht sich nicht auf euch - er war ja auch schon volljährig, wenn ich es richtig gelesen habe.
Sorry, aber ich finde es im Grunde schlimm, dass Polizei bzw. Gericht es bei solchen Taten bei nem erhobenen Zeigefinger und ein bisschen Schmerzensgeld belassen. Der nächste Schritt ist dann eine Vergewaltigung. Warum sollte er auch davor zurückschrecken - bisher ist ihm doch auch nichts Ernstes passiert...

Ihm fehlt offenbar die Selbsterkenntnis, dass sein Verhalten nicht normal ist. Er braucht Hilfe. Er muss lernen, sich zu kontrollieren, sich fernzuhalten von Teenagern...ohne Therapie sicher nicht machbar (meine Vermutung).

Ich weiß nicht, was ich euch als Eltern raten kann. Zu ihm stehen? Ja, aber ihm auch klar machen, dass das, was er tut, ein enormes Gefährungspotenzial hat. Es ist NICHT normal, Minderjährigen sexuelle Avancen zu machen! Solange er sich selber für normal hält, wird sich nichts ändern. Er wird weitermachen, bis er ins Gefängnis muss.
 
Ich würde eines dieser anonymen Therapieangebote kontaktieren. Erstmal egal ob für Pädophile oder andere Zielgruppen, einfach nur um dort zu fragen ob es Interventionsmöglichkeiten gibt. Es gibt durchaus Fälle wo sich eine ganz üble Spirale durch so ein junges Leben zieht, und keinem fällt es richtig auf.

Ganz ehrlich, auch wenn es hart ist: das beste was Ihr tun könnt, ist, eine solche Interventionsmöglichkeit auf den Weg zu bringen. Dazu gehört höchstwahrscheinlich, dass Ihr aktiv auf dieses Verhaltensmuster Eures Sohnes aufmerksam machen müsst. Es ist aber die einzige Möglichkeit, dass ihm nachdrücklich eine Änderungsmöglichkeit aufgezeigt wird. Wenn er erstmal im Knast sitzt, ist der Ofen meist aus, da macht er dicht.
 
Moin!

Zunächst mal: eine polizeiliche Vorladung zur "Klärung eines Sachverhaltes" ist noch kein Weltuntergang. Je nach beiliegender Rechtsbehelfsbelehrung (wenn denn eine beiliegt) ist er nicht einmal verpflichtet, dort auch zu erscheinen. Hingehen sollte er trotzdem, und es kann nicht schaden wenn einer von euch ihn begleitet. (Zumindest vorschlagen würde ich ihm das - wenn er ablehnt kannst du immer noch einwenden, daß er dann Unterstützung bzw. einen Zeugen hat, falls die Polizei versucht, ihm das Wort im Mund zu verdrehen... vielleicht geht er darauf ja ein).

Pädophil ist er mit großer Sicherheit nicht, verhaltensauffällig definitiv. Mir kommt die Beschreibung vor wie jemand, der in seinem bisherigen Leben kaum soziale Kompetenzen erworben hat und mit Menschen nicht in einer Form umgehen kann, die auf Augenhöhe stattfindet, sondern sie eher als "Gegenstände" oder Spielzeuge wahrnimmt, die sich seinen Vorstellungen anzupassen haben.

Dazu paßt zwar einerseits das Adressieren jüngerer Mädchen, viel schwerwiegender (das wird dank der Fixierung auf den "bösen" Altersunterschied aber gerne übersehen) ist aber die Art und Weise des Adressierens, das "Habenwollen" und die Nichtakzeptanz der von den "Objekten" der Begierde ganz subjektiv gesetzten Grenzen - dabei ist es völlig egal, ob es sich um Jüngere, Ältere oder Gleichaltrige handelt. Jüngere erscheinen ihm vermutlich einerseits "einfacher", andererseits auch seinem eigenen geistigen Entwicklungsstand angemessen (letzteres bedeutet nicht "er ist dumm", sondern "er ist ziemlich unreif").
Daß er mit großer Selbstverständlichkeit nach wie vor im Hotel Mama wohnt und auf Arbeit ne ruhige Kugel schiebt paßt ebenfalls zu dem Bild eines Menschen, der die Welt eher als etwas betrachtet, das gefälligst nach seine Pfeife zu hoppeln hat.

Was der junge Mann vermutlich brauchen könnte - zumindest ausgehend von den bisherigen Informationen - ist eine Verhaltenstherapie. Zwingen kann man ihn dazu nicht (bzw. kann das nur ein Richter, aber so weit soll es ja gerade nicht kommen). Die Frage ist jetzt: gibt es Menschen in seinem/eurem Umfeld, zu denen er ein Vertrauensverhältnis hat und die ihm das nahelegen können, ohne daß er gleich abblockt? Die eigenen Eltern sind da meistens leider genau die falschen Personen - besser ist jemand, mit dem er sich auf gleicher Höhe fühlt bzw. bei dem er sich nicht am "falschen" Ende eines Machtgefälles fühlt.

Wenn das nicht der Fall sein sollte, ist es an euch, sowohl offen und konsequent als auch unterstützend mit ihm zu kommunizieren - im Grunde so, als ob er selber erst im Teenageralter wäre: es muß vollkommen klar sein, daß ihr sein Verhalten gegenüber Mädchen und Frauen nicht gutheißt, daß diese das selber nicht gutheißen und daß auch das Gesetz das nicht gutheißt und daß ihr euch vorbehaltet, Interventionen einzuleiten. Gleichzeitig muß aber klar sein, daß ihr zwar das Verhalten strikt ablehnt, nicht aber ihn als Mensch - das klingt zwar selbstverständlich, ist aber eines der häufigsten und gravierendsten Kommunikationsprobleme zwischen Eltern und ihren Kindern - und daß ihr ihn, wenn er sich Hilfe suchen möchte, in jeder Hinsicht unterstützen werdet.

(ja, er WIRD erstmal abblocken. Deswegen nicht aufgeben oder von der Linie abweichen!)


lg =)
 
Das finde ich sehr bedenklich.

Ich würde ihm eine Therapie vorschlagen und auch erwarten, dass er sie antritt.

Ein "Nein!" nicht akzeptieren ist eine ganz üble Richtung.
 
hallo, wir waren heute bei der polizei, und unserem sohn wird vorgeworfen, einer 15jährigen im internet mit gewalt gedroht zu haben, wenn sie sich nicht mit ihm treffen würde. er wolle ihr das "gesicht zerschneiden" und ihr auch noch andere dinge antun. natürlich hat er abgestritten, das geschrieben zu haben, aber die polizei kann ermittlungstechnisch nachweisen, dass es wohl von unserem internetanschluss gesendet wurde.

ja, ich glaube auch, dass er noch nicht verstanden hat, a) warum die menschen in seiner umgebung nicht so "funktionieren" wie er sich das vorstellt und b) dass er mit seinem verhalten immer das gegenteil dessen erreicht, was er anstrebt. eine verhaltenstherapie lehnt er ab, so "psychokram" bräuchte er nicht.

er sieht auch nicht ein, dass sein verhalten überhaupt unnormal ist. ich befürchte auch, dass seine geistige reife nicht besonders hoch ist, denn offensichtlich ist er unfähig seine fehler als solche zu erkennen und daraus zu lernen. ich glaube auch, er hat eine art "überlegenheitsgefühl", vor allem bei den jüngeren mädchen, da sie sich vielleicht leichter von ihm manipulieren lassen.
ich halte euch auf jeden fall auf dem laufenden, danke schonmal für die anteilnahme und die tipps. ich werde versuchen, mit seinen kollegen und freunden auf seiner arbeit zu sprechen, vielleicht ist da jemand darunter, den er respektiert und dem er vertraut.
 
Hallo Gast,

euer Sohn ist 23 Jahre alt. Damit ist euer Erziehungsauftrag schon lange beendet. Ihr könnt nicht mit ihm reden, als wäre er noch im Teenageralter. Also können könnt ihr schon, aber es sind nicht mehr dieselben Bedingungen. Im Teenageralter konntet ihr ihm noch tatsächlich z.B. verbieten irgendwohin zu gehen. Das könnt ihr heute nicht mehr. Das weiß dein Sohn auch.

Mir ist auch nicht so ganz klar, warum ihr immer wieder das Gespräch sucht. So, als wäre er 6 Jahre alt und hätte die Nachbarin nicht gegrüßt. Verstehe mich nicht falsch. Ich kann schon nachvollziehen, dass ihr es am Liebsten hättet, euer Sohn sieht etwas ein und verhält sich dann anders. Klar, das wäre auch am Einfachsten.

Aber er scheint euch ins Gesicht zu lügen. Er stalkt junge Menschen. Ohne schlechtes Gewissen.

wir waren skeptisch, aber nach einem gespräch, in dem wir ihm klarmachten, dass seine zukunft auf dem spiel stand, ging es zunächst wieder eine weile gut.

Das scheint seine Taktik zu sein. Immer, wenn etwas wirklich Übles passiert, dass ihn eindeutig sozusagen 'überführt', dann hält er eine Weile still, du und dein Mann hoffen, dass jetzt endlich alles gut wird, seid wieder sehr nett zu euerm Sohn... . Und er? Er macht ungestört weiter.

unser sohn hat sich seitdem in seinem zimmer eingeschlossen und kommt nur noch zum essen heraus. nach eigenen aussagen hat er angeblich keine ahnung

Sieh mal hier. Das ist ein Beispiel, wie es ihm bei euch geht. Ich meine das nicht böse. Es ist kein Vorwurf. Nur zum Nachdenken gedacht 🙂 Warum kochst du ihm denn noch mit? Wenn er nur noch zum Essen rauskommt, hilft er nicht mal ein bisschen im Haushalt. Und du kochst für ihn? Du wartest aufs Essen, damit ihr wieder reden könnt?

Das ist echt kein Vorwurf. Mir könnte das auch so passieren. Aber überleg doch mal, wie irrsinnig das ist.

Ich meine auch nicht, dass du/ihr euern Sohn durch 'richtige Abgrenzung' ändert. Gar nicht. Er ist an der Reihe. Entweder er ändert sich oder landet eben irgendwann im Knast. Fertig.

Nur müsst ihr nicht mit ihm untergehen. Wenn er ein Loch in sein Boot bohrt, dann müsst ihr Beide nicht da sein, um das Wasser auszuschöpfen.

Nehmt euer eigenes Boot. Dann könnt ihr prima schwimmen 😉

Lieben Gruß
Fragende
 
Zuletzt bearbeitet:
Das klingt tatsächlich Psycho.

Gesicht zerschneiden wenn date nicht gewährt wird....

Du solltest ihn unbedingt einem Psychiater vorstellen. Wenn er sich weigert, verhänge eine Kontaktsperre.
 
Hallo,

ich glaube, er hat zuviel Zeit und ihr nehmt ihm zuviel ab. Wie wärs, wenn Du ihm ein Ultimatum zum Auszug setzt. Mit 23 ist er jedenfalls alt genug. Ich denke, er braucht mal einen echten Schuß vor den Bug. Weniger drastisch wäre: internet abklemmen lassen. Ihr jedenfalls könnt ihm nicht helfen....einen potentiellen Opfern leider, leider auch nicht. Das ist das schlimmste daran.

Ihr habt nicht versagt. Aber er wird sich von euch auch nix mehr sagen lassen.
Ich wünsche Euch viel Kraft für die Zukunft.
 
Hallo Gast,

noch ein Nachtrag von mir.

Selbst wenn ihr Fehler gemacht haben solltet, ist es doch an eurem Sohn sein Leben in die eigenen Hände zu nehmen.

Immerhin 🙂 😉 er weiß, dass er falsch handelt. Sonst würde er seine Fehlhandlungen nicht vor euch verbergen oder versuchen zu verbergen.

Also habt ihr im immerhin ne Menge beigebracht. Es ist nun sein Job, damit gut umzugehen.

Tut er nicht. Sein Problem.

Lieben Gruß
Fragende
 

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