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Ungewissheit und Haltlosigkeit

G

Gast

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Hallo!
Ich fühle mich nie ausgeglichen, ich lache in letzter Zeit öfter, was sonst nie geschah, aber alles ist wage, nichts festes gibt es in meinem Leben. Wenn ich das Haus verlasse, mache ich mich wie jeder andere Student auf zur Uni, doch ich habe nur das Gefühl, dass die Uni ein Riesenspaß ist, Unterhaltung plus etwas Ernst bietet, doch keine Zukunft. Ich möchte Geld verdienen und manchmal mich einschließen, in meinem Bett verkriechen. Ich mag sehr gerne etwas unternehmen, ich liebe die Menschen um mich, doch ich muss mit mir selbst klarkommen. Ich mag mich sehr, aber andere werden nie mich sehen, wie ich mich sehe, schon allein weil ich mit den mir wichtigen Menschen immer alles versaue. Das macht mir Kummer. Ich bin verknallt, aber diese Verknalltheit ist abwechselnd schön, dann wieder nagend, denn sie ist sinnlos. Er wohnt weit weg von mir, vielleicht hat er mich wahrgenommen oder nicht. In ein paar Monaten werde ich ihm mein Herz ausschütten. Ich gebe mir diese Zeit, weil es mir komisch vorkommen würde, in der Verliebtheitsphase die Flinte ins Korn zu werfen. Da möchte ich lieber wieder ein wenig auf der Erde sein dafür. Er würde sich nie melden, wenn er mich gern haben würde, denn sein Stolz würde es ihm verbieten. Ich kann mich auch einfach nicht mit Männern unterhalten, denn ich kann nicht anders als ehrlich sein. Das hab ich irgendwie im Blut, immer ehrlich zu seinen Gefühlen stehen und sie nicht verstecken wollen. Ist das schlimm in Bezug auf Männer? Ich habe mit direktem Sagen meiner Gefühle nie Erfolg gehabt, irgendwie ist für mich Liebe bittersüß. Sie ist bittersüß, weil ich die Süße klar wahrnehmen kann, aber nur die bittere Seite des Unglücklichverliebtseins abbekomme. Ich kann gar nicht anders als an anderen Menschen zu hängen. Das hört nie auf. Beruflich gibt es die Ungewissheit, weil alle melancholisch um mich rum sind. Schaffen wirs, oder schaffen wirs nicht? Wer soll das wissen, die Dozenten entscheiden. Meine Freunde sind aus diesem Grund auch alle etwas melancholisch, man muss ja mit der Ungewissheit leben. Ich bin so sensibel, fühle mich gut und schlecht zugleich, mchte das Leben schmecken, spüren und verzweifle am Alltag, weil ich die Vorstellung habe, immer in diesen Bahnen der Unsicherheit feststecken zu müssen. Ich sehe Kinderwagen, junge Frauen kaum älter als ich. Sind sie glücklich? Haben sie einen Mann, der sie respektiert und achtet? Haben sie vielleicht schon eine Ehe? Scheinen sie nur so glücklich? Bei ihnen scheint es einen festen Pol im Leben zu geben. Ist das die Ausstrahlung, die nur eine Mutter hat? Oder andere Bekannte haben gerade geheiratet. Wie schafft man das, so lange miteinander zu leben, zu heiraten, sich wirklich dazu zu entscheiden? Wie fühlt sich eine normale Beziehung an? Ich weiß nicht, was noch schreiben...alles offen, mit voller Wucht auf mich prallend, zeitweise unerträglich, zeitweise befreiend
 
Hallo Gast,
es gab mal einen französischen Philosophen der vermutlich in einer ähnlichen Phase war wie du, dem alles aus den Händen glitt, nichts war mehr sicher ... am Ende kam er auf einen Satz, der seitdem fast jedem Menschen bekannt ist: Cogito ergo sum. Ich denke, also bin ich. ... Du stellst dir existenzielle Fragen und zeigst damit, dass du noch lebst, dass du noch neugierig bist auf Antworten und neue Fragen. Diese Fähigkeit alleine sollte dir schon wertvoll sein, unabhängig, wann oder ob überhaupt Antworten kommen. Leben ist (auch) Unsicherheit, Risiko, Mut und Fehler machen. Ohne kalt kein warm und ohne das Gefühl der Ungewissheit und der Haltlosigkeit würdest du auch keine Gewissheit und keinen Halt erleben können. Wenn mir etwas fehlt frage ich mich gerne: Wann hatte ich das zum letzten Mal, wenn auch nur in kleiner Dosis? Und dann versuche ich zu wiederholen, was ich damals getan habe, es zu bekommen. Oder ich schaue, was andere tun oder lassen, es zu bekommen. Tipp vielleicht für dich: Zunächst nur ein Ziel nehmen, nicht 15 und dann versuchen, diesem einen Ziel 1-5% näher zu kommen.
Viel Erfolg!
Werner
 

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