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Unentschieden bzgl. Berufsperspektive

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Hallo zusammen,

zurzeit bin ich leider unentschlossen wie es mit mir beruflich weitergehen soll. Ich habe drei Möglichkeiten und muss mich zeitnah entscheiden:

1. Zurzeit arbeite ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin auf 75% Basis. Das Geld ist für mich in Ordnung, Aufgaben geht eher so. Das Umfeld ist aber sehr gut, ich fühle mich sehr wohl. Als ich den Job annahm, wusste ich es ist eine temporäre Lösung (in der Wissenschaft sind viele Stelle befristet). Nun habe ich die Möglichkeit eine neue Stelle in Aussicht zu haben. Prompt kommuniziert, war meine Vorgesetzte überrascht. Bot sofort an, ob Sie was machen könnte, um mich zu halten. Aber in dem Bereich sah und sehe ich mich nicht, daher zögerte ich nicht mich umzuschauen. Aber jetzt wird mir das Bleiben sehr schmackhaft gemacht. Das Projekt endet im Jahr 2025.

2. Die zweite Stelle ist unbefristet und da springt mehr Geld für mich heraus. Die Aufgaben sind interessant, aber auch administrativ. Auch das sehe ich als temporäre Lösung. Möchte unsere Schulden schnell abbezahlen und eine gewisse Rücklage aufbauen. Danach erneut mich umschauen.

3. Die dritte Option lässt mein Herz ein wenig höher schlagen. Es wäre eine Promotionstelle in meinem Fachgebiet und in einem Bereich, den ich davor bereits kennengelernt habe. Eigentlich würde ich gern in die Infektionsepidemiologie, aber Krebsprävention ist auch spannend. Mit einem Dr. Titel könnte ich z.B. für Pharmakonzern arbeiten, aber mein Herz schlägt mehr für Organisationen wie die WHO. Allerdings ist es in einem anderen Bundesland und das heißt umziehen. Und eine Promotion ist schon harte Arbeit...

Ich habe keine Ahnung, was ich machen soll. Ich habe schon schlechtes Gewissen gegenüber meiner jetzigen Chefin, die wirklich sehr nett und offen ist. Die Chefin aus Stelle 2 habe ich schon kennengelernt, ebenfalls sehr angenehme Persönlichkeit. Zudem kann ich eher das tun, was ich auch liebe: sich überwiegend mit Auswertungen beschäftigen! Stelle 3 wäre auch schön, aber bedeutet zunächst viel Geld in die Hand nehmen. Dabei fühlen wir uns in unserem Wohnort sehr wohl. Schwiegereltern sind in der Nähe, ein Umzug würden sie und meine Tochter traurig machen. Sie hängt sehr an ihren Großeltern. Vielleicht wart ihr schon mal in ähnlicher Situation und könnt mir gute Ratschläge geben?
 
Nr. 3 ist kurzfristig mit viel Aufwand verbunden, aber langfristig das Beste für Dich! Ich würde Nr.3 wählen. Viel Erfolg bei Deiner Entscheidung!
 
Klären, ob ein Umzug bei dir möglich ist. Wenn du alleine wärst, wäre das sicher möglich. Willst du nur Vollzeitstellen?

Wo siehst du dich in 5 Jahren?
 
Wenn Nr. 3 dein Herz höher schlagen lässt, hat du dich doch eigentlich schon entschieden.
Ist es denn finanziell machbar?
 
Wenn ich frei entscheiden würde, wäre Nr. 3 meine absolute Lieblingsstelle. Hier kann ich mich als Forscherin weiterbilden. Es geht mir auch nicht um den Titel, ich finde die Aufgaben einfach super spannend. Ich habe die Möglichkeit mit einer topausgebildeten Wissenschaftlerin auf dem Gebiet zu arbeiten. Dummerweise ist ein Umzug finanziell nicht drin, da ich vor kurzem knapp 10.000€ für eine dringende Op meiner Mutter bezahlt habe (hat keine Versicherung hier). Stelle 2 ist finanziell am attraktivsten für mich, zudem sind die Aufgaben durchaus auch interessant. Aber das wäre jetzt nicht meine Passion.

Wenn ich allein wäre, dann würde ich sofort Stelle 3 zusagen. Aber ich bin nicht allein, mein Mann und Kind müssten auch mit. Und eine Doktorarbeit neben der Familie ist eher schwierig. Mein Mann meckert gern mal, wenn ich im Job Überstunden mache (Aber er macht sich eher Sorgen, dass ich wieder mich überarbeite). Für ihn ist es eher schwer zu verstehen, dass man die Zeit vollkommen vergessen kann, wenn man das macht, was einem einfach zusagt.

Stelle 2 wäre temporär in Ordnung für mich. Sie bittet auch interessante Weiterbildungen, ich kann auch an Forschungsprojekten mitwirken und die Kernaufgaben sind nicht uninteressant. Immerhin benötigen Sie für die Stelle tatsächlich jemand aus meinem Fachgebiet. Ich überlege vorerst Stelle 2 anzunehmen, Geld sparen und danach erneut eine Doktorstelle im gewünschten Fachgebiet zu suchen. Wir müssten nicht vorerst umziehen, ich lerne neue Dinge und alle sind happy. Ich kann es mir nicht ganz erklären, aber ich bin tatsächlich damit überfordert, wie sehr meine Vorgesetzte mir entgegenkommen will. Daraus resultiert das schlechte Gewissen, als wäre ich eine egoistische Mitarbeiterin, die nur an ihre Ziele denkt. Aber das gesamte Projekt nicht berücksichtigt.
 
Klären, ob ein Umzug bei dir möglich ist. Wenn du alleine wärst, wäre das sicher möglich. Willst du nur Vollzeitstellen?

Wo siehst du dich in 5 Jahren?

Mein Mann und ich wechseln uns ab. Ich habe vorerst meine Stunden aus gesundheitlichen Gründen reduziert. Mit Stellen 2 und 3 wäre ich wieder 100% dabei. Wir wollen so schnell wie möglich die zwei Autos und mein Bafög abbezahlen. Ein wenig Geld für die Elternzeit sparen und dann ggf. eine längere Reise machen. Wo ich genau in 5 Jahren beruflich stehe will, ich habe keine Ahnung.
 
Ich würde Nr 2 wählen, ich finde das passt im Moment am besten zu eurem (!) Lebensplan und ist ja auch nicht deine letzte Station.
Du entscheidest nun mal nicht für dich allein. Als Partner würde ich deswegen nicht umziehen wollen, nachdem Nr. 2 ja auch eine sehr gute Option ist. Und die Kinderbetreuung durch die Schwiegereltern wäre bei Nr 3 auch weg.
Schlechtes Gewissen gegenüber einem Chef braucht man wirklich nicht zu haben.
 
Mein Mann und ich wechseln uns ab. Ich habe vorerst meine Stunden aus gesundheitlichen Gründen reduziert. Mit Stellen 2 und 3 wäre ich wieder 100% dabei. Wir wollen so schnell wie möglich die zwei Autos und mein Bafög abbezahlen. Ein wenig Geld für die Elternzeit sparen und dann ggf. eine längere Reise machen. Wo ich genau in 5 Jahren beruflich stehe will, ich habe keine Ahnung.

Dann ist doch eindeutig Nr 2 die beste Option. Unbefristet, bringt am meisten Geld, kein Umzug nötig, familiäres Umfeld, das Unterstützung bei Kinderbetreuung bieten kann, bleibt.

Nr 3 wäre meiner Meinung nach nur dann zu empfehlen, wenn du sicher eine Position in der Forschung anstrebst (Professur) oder sicher bist, dass dein Marktwert durch eine Promotion deutlich steigt. Aber selbst dann solltest du dir überlegen, ob du die Investition in die Promotion an Zeit und Geld zum jetzigen Zeitpunkt tätigen willst. Du wirst Geld durch den nötigen Umzug verlieren, durch evtl Kindersitten, durch Verzicht auf das Geld, das du in Job 2 mehr verdienen würdest. Ist diese Promotionsstelle wenigstens zu 100% bezahlt oder ist das eine von den Stellen, in denen man zu 60% bezahlt wird, während erwartet wird, dass man 120% arbeitet? Hast du dir mal angesehen, was aus den ehemaligen Doktoranden der Chefin von Option 3 geworden ist?

Es gibt Topwissenschaftler, die bilden Schüler aus, fördern sie und ihre professionelle Karriere und erweitern so ihr professionelles Netzwerk.

Es gibt auch Topwissenschaftler, die nutzen aus, so wie es nur geht und der Doktorand hat Glück, wenn er die Doktorarbeit endlich beendet hat und nicht ständig mehr Daten und mehr Arbeit von ihm verlangt werden. Wenn es besonders dumm geht, steht er nichtmal in prominener Stelle in der Autortenliste der Publikation seiner Daten.

Das Ergebnis dieser Überlegungen / Recherchen würde ich mit in die Entscheidung einfließen lassen.

Und ja, das mit dem schlechten Gewissen gegenüber deiner aktuellen Chefin verstehe ich. Bin auch so gestrickt. Ich versuche mich aber gerade von diesen Gedanken zu lösen.

Deine Chefin vertritt dir gegenüber deinen Arbeitgeber. Das bedeutet, letztendlich bist du für sie eine 'humane Ressource', wie es so schön neuerdings für Arbeitskraft heißt. Und sie kann dir keine langfristige Perspektive bieten.

Also brauchst du dich nicht illoyal fühlen oder ein schlechtes Gewissen haben. In 2 Jahren musst du eh gehen.

Warum dann nicht lieber den Zeitpunkt selbst bestimmen?

Alles Gute für deine berufliche Zukunft!
 
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