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Und so zerbröselt der Keks nunmal...

Sad Cookie

Neues Mitglied
Hier mal ein kleiner zusammengefasster und extremst gekürzter Beitrag, wie schnell sich das Leben doch ändern kann:



Bis Anfang März war ich noch beim Bundesheer, seit September hatte ich furchtbare Schmerzen im Kreuz und Bein. Der Arzt beim Bundesheer meinte, das wird wieder, nur ein bisschen schonen. Naja, es wurde nicht, aber dazu später mehr. Nach dem Heer fing ich wieder an zu arbeiten, als Koch/Kellner. Ich hatte einen Job, wunderbar, nicht gerade mein Traumjob, aber ich hatte einen und verdiente mehr Geld als beim Heer und bei meiner Lehre.


Im Sommer lernte ich ein Mädchen kennen, ein wunderbares Wesen. Ich traf mich mit Freunden am See, traf mich mit ihr, küssten uns, kuschelten, mein Leben konnte perfekter nicht mehr sein. Es war ein Traum, es war wie im Film.


Und dann, zerbrach alles auf einmal. Sie meldete sich von einem Tag auf den anderen nicht mehr. Ich verlor meinen Job. Ich wurde arbeitsunfähig durch meine Schmerzen, da ich nichtmehr stehen oder gehen konnte, max. eine Stunde, mehr hielt und halte ich nicht aus. Einige Freunde verließen mich. Ich konnte nichtmehr arbeiten gehen. Es war alles auf einmal.


Als wäre der Himmel auf mich eingestürzt. Ich versuchte meine Schmerzen zu lindern, Massagen, physikalische Therapie, Schmerzmittel, nichts nützte, der eine Arzt meinte dies, der andere das und der andere wiederum meinte etwas völlig anderes dazu. Ich war am verzweifeln, soviele Arzttermine, AMS-Termine, Krankenkassentermine. Niemand schien mir meine Schmerzen zu glauben, ständig wurde ich da hingeschickt, hier hingeschickt, erzählte meine Geschichte wieder und wieder. Ich war am Boden zerstört, weinte mich in den Schlaf... Therapeuten wollte ich mir keinen nehmen, konnte ich mir nicht leisten und mit der Krankenkasse hatte ich schon Probleme genung..


Nun, ich bekam Termine für Orthopäden, Magnetresonanz (die ich von der Krankenkasse nach langer Zeit ENDLICH bewilligt bekommen habe). Die Termine habe ich gottseidank in nächster Zeit, auch wenn ich schon seit Ewigkeiten darauf warte, besonders auf den Magnetresonanztermin. Ich hoffe, dass da etwas dabei rauskommt, damit ich 1) beweisen kann dass ich Schmerzen habe und mir endlich mal jemand glaubt, 2) ich endlich mal weiß, was genau ich denn habe und 3) ich hoffentlich endlich dementsprechend behandelt werden kann um wieder gesund zu werden.


Die Hoffnung habe ich nicht aufgegeben, aber ich bin einfach nur noch demotiviert und lustlos, habe wirklich zu nichts Lust. Arbeit kann ich mir nicht suchen, da ich durch die Schmerzen nichtmal länger sitzen kann, es ist furchtbar.. seit September liege ich nun schon zu Hause rum, ich will aber arbeiten gehn, kann nur nicht 🙁
Ich könnte besseres tun, beispielsweise Gitarre lernen, eine Sprache lernen oder bei meiner Nachbarin Klavier lernen, ich hätte die Möglichkeiten dazu, aber ich nehme sie nicht wahr, so lustlos und demotiviert bin ich...


Ich war mal so ein fröhlicher Mensch, habe so einiges erlebt, war zwar hier und da etwas faul, aber ich war im Sommer soo glücklich, und dann das. Und das mit 20 Jahren...


Ich selbst habe mir geschworen, wenn das alles vorbei ist und ich endlich wieder ein geregeltes Leben habe, einen Job habe und ich endlich wieder Sport machen kann, dann mache ich ALLES was mir einfällt, dann werde ich zum Ja-Sager. Wie im Film mit Jim Carrey. Ich will wieder fröhlich werden, noch fröhlicher, das Leben genießen und ALLES ausprobieren was mir in den Sinn kommt 🙂



Momentan bin ich ein Nichts... Fühle mich wertlos. Sinnlos für die Menschheit und mir fällt auf, ich trinke immer mehr, nie alleine zu Hause, aber unter Gesellschaft. Ich überlege nicht für mich, ob ich nicht zu den Anonymen Alkoholikern gehen sollte, denn wenn ich etwas trinke, kann ich nichtmehr aufhören und es nimmt allmählich Überhand... Gott, ich bemitleide mich gerade selber, und das sollte ich auch nicht...




Ich bin in einem Loch in dem ich nicht sein will, aber ich schaff es nicht raus, es zieht alles an mir, man sagt immer, wenn man wirklich will, dann schafft man es auch, aber ich schaff es nicht.. Nicht, dass ich Suizidgedanken hätte, das auf keinen Fall.
Aber ich frage mich, wie komme ich wieder zu meiner ursprünglichen Lebensfreude? Wie gelange ich wieder dazu, in allem Neuen etwas faszinierendes zu sehen? Mich über alles freuen zu können? Lachen zu können?

Ich will hier kein Mitleid, ich denke, ich wollte es mir einfach nur von der Seele schreiben, vielleicht bin ich auch auf der Suche nach ein wenig Gesellschaft. Aber vielleicht hat der ein oder andere ja Ratschläge oder Tipps? Dass Antworten mit "Auf zum Therapeuten" folgen werden, dessen bin ich mir bewusst, sollte ich auch tun, aber das weiß ich selbst. Ich bin normalerweise nicht der Typ, der über seine Probleme spricht, aber im Moment musste das einfach sein...

Ich bedanke mich recht herzlichst bei allen, die den langen Text gelesen haben.

Freundlichste Grüße,
Sad Cookie
 
Ich selbst habe mir geschworen, wenn das alles vorbei ist und ich endlich wieder ein geregeltes Leben habe, einen Job habe und ich endlich wieder Sport machen kann, dann mache ich ALLES was mir einfällt, dann werde ich zum Ja-Sager. Wie im Film mit Jim Carrey. Ich will wieder fröhlich werden, noch fröhlicher, das Leben genießen und ALLES ausprobieren was mir in den Sinn kommt 🙂




Hey,das ist doch schon mal ein wunderbarer Ansatz. Es ist
klar,daß Du nach den Dämpfern,die Du gekriegt hast nicht vor
Lebensfreude sprühst,zumal mit Dauerschmerzen.
Aber ich ich drück`Dir fest die Daumen,daß die Ursache dafür
bald gefunden wird und entsprechend behandelt werden kann.
Und dann: siehe oben.

Gruß

LaFamille
 
Liebe LaFamilie,

danke erstmal für deine Antwort.

Du hast recht, es ist schonmal ein Ansatz, aber wer sagt, dass es denn wieder sein wird? Das ist meine größte Sorge. Und im Moment hilft mir mein Vorhaben, danach, falls es denn wieder wird, alles zu unternehmen was mir einfällt, nicht gerade wirklich viel.
Aber danke dir recht herzlichst fürs Daumendrücken : ).

Liebste Grüße,

Sad Cookie
 
Hi cookie, 🙂

niemand weiß wie's für dich weitergeht,
und sich an offnungen zu klammern
ist ein falscher Trost.

Das Einzige was du weißt
ist das was du fühlst.
Und ich würde dir gerne ans Herz legen
dich mit deinen Gefühlen anzufreunden.
Denn es sind wohl einige dabei die du nicht magst.
Aber diese Gefühle sind ein Teil von dir,
sie zeigen dir Teile von dir den du nicht magst
den du ablehnst und loswerden möchtest.

Schließ Freundschaft mit deiner Traurigkeit
mit deiner Schwäche und Hilflosigkeit,
schließ Freundschaft mit deinem "Zerbröseln"
schließ Freundschaft mit deiner Vergänglichkeit
schließ Freundschaft mit dir selbst!

alles Liebe für dich 🙂

Vandan
 
Lieber Vandan,

dir auch ein großes Danke für deine Antwort.

Du meinst, ich soll mich so nehmen wie ich bin? Mich und meine Gefühle akzeptieren? - Ich werde es versuchen, aber ich weiß nicht, ob ich es kann. Ich will mich nicht selbst bemitleiden, mit meiner Trauer komm ich eigentlich ganz gut zurecht, Schwäche zeigen ist für mich auch nicht weiter schlimm, warum auch? Aber so lange wie ich nun schon Schwäche zeige und mich immer und immer mehr selbst bemitleide, damit komm ich eigentlich nicht klar, und ich kann es aber nicht einfach abstellen.
Aber mir wird nichts anderes übrig bleiben als es zu versuchen, oder?
Ich weiß nicht warum, aber du hast mir, trotz meiner Sturheit gegenüber meines Selbstmitleides, doch etwas die Augen geöffnet und mir geholfen. Aber werde ich mich dadurch besser fühlen, wenn ich das alles akzeptiere?
Morgen wurde ich zum Bowlen eingeladen, am Samstag zu einem Ball... Zu beidem kann ich nicht wirklich hin 🙁 Vielleicht werde ich morgen einfach nur zusehen, mich auf die Bank setzen, bei größeren Schmerzen hinlegen oder heimfahren.. Am Samstag werde ich es versuchen zum Ball zu gehen, aber mit Krücken... Ich weiß nicht ob ich es schaffe...

Liebste Grüße,

Sad Cookie
 

Hi Cookie, 🙂

es geht nicht darum dich selbst zu bemitleiden,
es geht darum dich selbst zu versorgen,
dich selber zu lieben.

Ändern kannst du momentan eh nix, oder ?
Was getan werden kann ist getan,
nun gehts ums Warten.

Dieses Warten kannst du jetzt mehr
oder auch weniger angenehm gestalten.

Wenn du gegen deine Verfassung und Gefühle kämpfst,
wenn du es anders willst
als es nunmal ist
bist du zusätzlich zu den schon vorhandenen Dingen
auch noch im Unfrieden.

Wenn du es in Liebe annimmst
wenn du dich dir in Liebe zuwendest
bist du im Frieden und in Liebe mit dir
deiner Verfassung und deinen Gefühlen,
und ja, natürlich geht es dir dann besser.

Lass es dir so gut wie möglich gehen.

Was passiert, passiert nicht ohne Grund und ohne Sinn.

Und dieser Sinn erschließt sich uns schneller und auch leichter
wenn wir die Dinge so annehmen wie sie kommen.

Achte gut auf dich,
auch wenn du "unter Menschen" gehst
fühl genau hin, was du magst und kannst und was nicht
und achte liebevoll deine eigenen Grenzen.

Aus meiner Sicht
ist alles in Ordnung !

von Herzen, alles Liebe für dich 🙂

Vandan



Schwach und traurig sein ist etwas Gutes


Eine vielleicht überraschende Aussage,
sind wir doch immer bestrebt nicht schwach und traurig zu sein,
sondern fröhlich und stark.
Wann immer wir schwächeln
spüren wir diesen automatischen Impuls etwas dagegen zu unternehmen.
Es beginnt diese innere Suche nach dem was falsch ist ,
wir zweifeln und analysieren, unser Verstand wird gewaltig aktiv,
um irgendwie diese unangenehmen, bedrohlichen Gefühle im Zaum zu halten
und wieder zu verdrängen.

Aber sich traurig fühlen ist gut,
denn es bedeutet sich unserem bedürftigen inneren Kind zu nähern.

Wir Menschen sind bedürftige Wesen,
unser Körper hat Bedürfnisse nach Nahrung, Wärme und Ruhe
und unsere Psyche hat Bedürfnisse nach Liebe und Zuwendung,
nach Freiheit und Geborgenheit.
Zudem trägt unsere Psyche noch unerfüllte Bedürfnisse aus der Vergangenheit in sich,
die auf Erfüllung und Heilung warten.

All dies ordne ich dem bedürftigen inneren Kind in uns zu, unserem inneren Baby.
Wenn dieses Kind nach Befriedigung verlangt,
wird es sich durch bedürftige Gefühle zeigen.
So wie ein reales Baby anfängt zu weinen und zu schreien wenn es etwas braucht,
nutzt unser inneres Baby bedürftige Gefühle um uns zu erreichen.

Trauer, Angst, Schwäche, Schmerz und Unsicherheit sind einfach Signale
an unsere eigene innere Liebeskraft.
Sie sollen uns aufwecken, uns erwachen lassen,
den liebevollen Erwachsenen in uns aktivieren
und ihn dazu zu bringen sich uns zuzuwenden
und uns auf jede erdenkliche Art zu lieben und zu versorgen.

Unsere Zuwendung wird sich vor allem darin zeigen, dass wir die Gefühlsäußerungen
unseres Babys annehmen, sie sogar als wertvoll anerkennen,
denn nur über diese Brücke kann das Kind uns erreichen.

Wenn ich mich traurig fühle oder ängstlich oder einfach nur verunsichert,
kann ich mich also freuen und dankbar sein,
weil ich jetzt einen tieferen Kontakt zu meinem inneren Kind bekomme
und hierdurch die Möglichkeit, meine Bedürfnisse besser wahrzunehmen und zu erfüllen.

Was ich nun brauche, ist keine Analyse,
sind keine Zweifel und Fragen,
damit kann ein Baby gar nichts anfangen.

Was ich brauche ist die einfache und natürliche Anwesenheit
einer liebenden erwachsenen Person.
Ich brauche es sanft berührt zu werden und zu hören:

"Ich bin da, ich liebe dich und alles ist gut“


Vandan




🙂

 
Lieber Vandan,

danke für deine Worte. Und ich verstehe dich ja, aber ich habe immer diese Schmerzen, ich kann kaum was unternehmen weil ich es einfach kaum aushalte... Ich würde das Leben ja wieder gerne genießen, aber wie? Das raubt mir meine Lust und meine Motivation irgendetwas zu tun. Ich würde gerne, ja, ich würde dieses Warten gerne angenehmer gestalten, wäre da nicht diese Lustlosigkeit. Aber es liegt vermutlich auch nur an mir, da etwas zu ändern oder nicht...

"Was passiert, passiert nicht ohne Grund und ohne Sinn" - Und da liegt auch der Hund begraben, ich glaube nicht daran. Es ist so, dass ich generell an nichts glaube, ich kann es einfach nicht...

Aber danke nochmal für deine Worte.

Liebste Grüße,

Sad Cookie
 
...es geht gar nicht darum "was zu ändern"

es geht darum in Frieden zu sein
mit dem was ist.

Sei doch lustlos und ohne Motivation, na und ?!

Und wenn du keinen Sinn in all dem sehen kannst, ok!

Aber entspannen kannst du dich,
wenn du es willst.

Scheiß drauf...😀

Scheiß doch einfach drauf....😀

...alles Liebe...🙂
 
Hmmm, insofern hast du recht, das muss ich dir lassen : ). Anscheinend hab ich dich vorhin einfach nur zu falsch verstanden.

Ich werd mein Bestes geben, im Frieden mit mir zu sein, auch wenn es schwer ist (oder klingt es nur schwer?), danke.
 
Gerne...!

...ja, es klingt nur schwer !

Wie sollte Frieden schwerer sein als Kampf...??!!

...aber wir sind das Kämfen so gewöhnt,
daß es uns leichter scheint
als nicht zu kämpfen...

bekloppt oder...? 😀
 

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