• Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Und dann ist Mama für immer gegangen

realität

Mitglied
Hallo ihr Lieben,

viele von euch wissen warscheinlich schon garnicht mehr,
dass es mich noch gibt.
Tja hier bin ich wieder. Lange Zeit hab ich mich aus dem Forum zurück gezogen, bis heute.

Ich bin 14 Jahre und gestern wurde mir das Liebste genommen.
Meine Mutter ist nach drei Jahren Kampf gegen den Krebs gestorben.
Ihr ging es seit Monaten immer schlechter und es war klar, dass sie gehen muss.
Donnerstag war sie noch bei ihrem Arzt und der sagte das sie nur noch ein paar Wochen hat.
Doch sie ist gleich am nächsten Tag gestorben :wein: :wein: :wein:

Gestern morgen um sechs Uhr kam mein Vater zu mir hoch in mein Zimmer und sagte mir, dass es Mama sehr schlecht gehen würde.
Eigentlich wollte ich zur Schule gehen und mittags dann mit meiner Schwester und ihrer Familie an die Nordsee fahren.
Ein bisschen entspannen von den letzte Wochen, die für uns alle alles andere als leicht waren.
Doch daraus ist nichts geworden.
Mein Vater war seit halb vier morgens bei ihr und hat über sie gewacht und ihr geholfen so weit er konnte.
Ich hab nur daneben gestanden und zu geschaut.
Um neun Uhr kam auch meine Schwester, wir wussten, dass es jetzt so weit ist.
Meine Mutter wurde immer schwächer, sie konnte schon seit Wochen nicht mehr laufen und kaum reden, doch gestern, da hat sie fast geschrien. Immer wieder wollte sie wissen wo sie ist und sie wollte das es meinem Vater gut geht. Sie hat fantasiert, da ihr Gehirn zu wenig Sauerstoff bekomme hat, hat mir die Ärztin nachher erklärt.
Es wurde von Stunde zu Stunde immer schlimmer. Sie hatte Schmerzen und wollte nicht ohne meinen Vater sein. Er konnte nirgends hingehn, ohne das sie gleich nach ihm gerufen hat.
Wenn ich gestern unter all der Trauer und all dem Schmerz eins gesehn und verstanden habe, dann die wahre Liebe.
Meine Eltern haben sich oft gestritten und waren selten glücklich mit einander.
Doch gestern, das war wahre Liebe. Mein Vater ist kein Mensch mit viel Gefühl, zumindestens zeigt er sie nicht oder eher selten.
Er hielt die ganze Zeit ihre Hand und hat alles getan was in seiner Macht stand.
Dann sind ihre Beine dunkel lila geworden und ihre Füße eiskalt, weil sie nicht mehr richtig durchblutet werden konnten.
Irgendwann hat man ihr Morphium gespritzt damit sie keine Schmerzen hat. Erst beim zweiten Mal spritzen hat es geholfen.
Dann lag sie da auf ihrem Krankenbett, hat meinen Vater angesehn und gesagt: Hilf mir ! Hilf Mir !!
Immer wieder hat sie das gesagt. Und das sie schmerzen hat.
Sie hat gelitten, dann so ab zwölf uhr konnte sie nicht mehr richtig sprechen, da halt zu wenig Sauerstoff da war.
Ich habe noch nie so etwas grausames gesehn. Ich glaube, wenn man einem geliebten Menschen bei so einem sterben zu sehen muss, ist es das Schlimmste was passieren kann.
Ich habe im Fernsehn oft in irgendwelchen Filmen gesehen wie ein Mensch stirbt. Wenn ich sterbe, dann will ich so sterben wie die Menschen in Filmen. So wie es immer dargestellt ist, ist es um einiges leichter und ''schöner'' , als wie es bei meiner Mutter war.

Ich hatte angst, angst ihr beim sterben zu schaun zu müssen, deshalb habe ich mich auch so zurück gehalten. Meine größte Angst in den letzten Wochen, ist gestern wahr geworden.
Um 12:30 kam der Pastor vorbei, er hat mir Mut zu gesprochen und auf meine Mutter eingeredet.
Irgendwann konnte ich mir das Ganze nicht mehr angucken.
Ich bin raus an die frische Luft und hab Musik gehört.
Meine Schwester und der Pastor kamen zu mir.
Mama ist eben friedlich eingeschlafen.
Sie hats geschaft, sie ist erlöst.

Ich weiß, dass es so besser für sie ist.
Trotzdem ist es das ungerechteste was mir je widerfahren ist.
Ich bin erst 14 und man hat mir meine Mutter weggenommen.
Jetzt bin ich Halb Weise.
Was für ein grausamer Gedanke.
Und doch, auch wenn es sooo unfassbar schlimm ist. Mir gehts okay.
Vielleicht habe ich es einfach noch nicht begriffen, aber ich würde im Moment behaupten, dass ich damit besser klar komme als gedacht, vielleicht sogar besser, als alle andern damit klar kommen.

Ich weiß ich habe eine Menge geschrieben,
und die jenigen die es sich durch lesen, denen möchte ich danke sagen.
Denn ich musste das Ganze gerade einfach los werden.


Liebe grüße,
die Realität
 
Ich kann dich nur hilflos und stumm in den Arm nehmen und mit dir weinen......Es ist so schlimm...:wein::wein::wein:
 
Ich möchte dich ganz still einfach nur mal in den Arm nehmen und festhalten.Es klang als hätte ich über das sterben meiner Mutter geschrieben.Und mein Pa hat auch die Treue gehalten,bis das Herz meiner Ma nicht mehr wollte.Sie lag aber vorher noch kurz im Koma und die Organe fingen schon an zu versagen.Nur ihr Herz nicht.Mein Pa wollte die Maschinen abstellen lassen da auch Arme und Beine schon dunkel wurden.Da aber keine notarielle Verfügung bestand,durften die Ärzte das nicht.
Ich begreife ihren Tod aber bis heute nicht.Bin ich bei meinem Vater,so warte ich immer noch,ob sie denn doch nicht kommt.Mein Beileid möchte ich dir gerne ausdrücken.Glg Lufifee:wein:
 
Hallo, mein Papa ist auch vor 3 Tagen gegangen. Er war auch das liebste und schönste was ich hatte! Ich fühle mit dir mit und drücke dich ganz lieb das du all die Kraft die du jetzt brauchst sammelst in dir. In deinen Herzen wird sie immer weiterleben.
Alles gute für dich wünscht dir Sven
 
Hallo,
ich weis das Du zur Zeit super viel mit machst und auch so manchen Rat Dir anhören mußtest.Ich wünsche Dir trotzdem viel Kraft für die nächsten Tage, Wochen, Monate und manchmal Jahre. Meine Mutter ist heute vor 10 Monaten gestorben, und natürlich ist das nicht das gleiche wie bei Dir , ich bin 32Jahre alt und das verändert so manches. Aber es ist normal das Du zur Zeit eine Art Starre erlebst, das habe ich auch die ersten Wochen erlebt. Es ist auch normal wenn Du manchmal das totale Gefühlschaos erlebst. Aber ich finde es gut das Du (wie hier)
über Deine Mama, ihren Tod und Deine Gefühle redest, tue das auch in Zukunft. Ich denke an Dich und umarme Dich und sende Dir ganz viel Liebe.
Anita
 
Es tut mir sehr leid.
Deine Zeilen sind hart, aber so ist das Leben manchmal.
Möchte dich auch einfach nur umarmen.

Auch ich habe meine Ma in den Tod begleitet und fühle sehr mit dir.
 
Der Tod ist für viele Menschen das Schlimmste-das passieren kann.
Gerade mit 14, grad wo man anfängt erwachsen zu werden, wo man auch die Streitigkeiten mit der Mutter teilen "möchte", die Erfahrungen mit "Jungs", der Schule usw. .
Ich finds schlimm, dass ein 14 jähriges Mädchen schon so "erwachsen" schreiben kann/muss und nicht so sein kann wie halt jemand in diesem Alter...

Du kennst ja den Spruch-für Deine Mutter ist es in dieser Situation "das Beste"-sie muss nicht mehr leiden, aber es bleibt die Trauer, die Erinnerungen, die Streitereinen-welche irgentwann sogar vermisst werden...
Es ist immer schlimm wenn ein geliebter Mensch geht, ich wünsche Dir/Euch, dass die Zeit nicht zu lang wird, bevor Du wieder lachen, träumen und hoffen kannst!!!

Pass gut auf Dich auf und versuche auch Deinem Dad obwohl du "erst" 14 bist, zur Seite zu stehn-ihm fehlt der Partner trotz aller "normalen" Streits-es gab ja auch schöne Zeiten in der Ehe...

Ein Reisender
 
Hallo

zuerst möchte mein tiefes Mitgefühl aussprechen und dich mal virtuell in den Arm nehmen. Eins sollst du wissen du bist hier nicht allein mit deiner Trauer viele von hier haben es leider schon erlebt. Ich glaube auch nicht dass es viel mit dem Alter zu tun hat, weil wenn man einen Menschen verliert dann fühlt jeder dass selbe wie Leere , Hilflosigkeit und tiefen Schmerz. Als mein Dad vor knapp einen Jahr gestorben ist, da blieb die Zeit für mich stehen. Ich habe ihn geliebt.🙁
Er war alles für mich und obwohl man Monate zuvor wusste dass er gehen muss, hat man es verdrängt und man hatte immer HOffnung dass er doch noch mal gesund wird. Aber die Hoffnung starb zuletzt und mit dem ging ein Teil von mir. Ich bin 31 Jahre alt und ich habe selbst eine Tochter und einen Sohn. Und man ist selbst Eltern. Man geniest selbst dass wie die Kinder gross werden und wie sie heranwachsen. Man ist für sie immer da, Tag und Nacht.
Mein Dad war auch immer da für uns Kinder. Er war ein toller Mensch , er war ein Mensch mit Ecken und Kanten und ja, meine Eltern haben auch viel gestritten und uns Kindern hat dass auch oft angekotzt aber sie waren 55 Jahre ein Paar und wenn es wirklich drauf angekommen ist, haben sie zusammengehalten.
Am 2.07.2009 dass war ein Donnerstag schlief er in den Armen meiner Mama für immer ein :wein:
Wenn ich dass so schreibe , dann laufen bei mir auch die Tränen. Man ist Kind , ob 14 oder 31 egal. Der Mensch , der einen so nahe ist , mit dem man 31 Jahre verbracht hat.. soll jetzt nicht mehr da sein. Er wird nie mehr zurückkommen. Selbst heute noch fühle ich Leere . Diese Hilflosigkeit, Fragen : Warum und wieso gerade er! Man ist todtrauig und wütend !

Egal wie man es wendet, du musst jetzt stark sein ! Behalte deine Mama ganz feste in deinen Herzen. Weine wenn es dir dannach ist, schreie deinen Schmerz raus. Gehe an das Grab deiner Mama und erzähl dir deinen Schmerz , rede mit ihr bevor du einschläfst. Und was ganz wichtig vergiss deinen Dad nicht. Auch wenn sie oft gestritten haben, sie waren ein Paar , er hat neben ihr gelebt. Sie fehlt im genauso wie dir. Vergiss nicht du bist nicht allein.

Wenn meine Tochter oft weint am Abend wegen den Opa, dann nehme ich sie in den Arm und deute auf ihr Herz, ich sag ihr dann
da ist er drin der Opa , in deinen Herzen , in deiner Erinnerung und ich versuche ihr zu erklären dass das leben nicht immer so läuft , wie man es gerne hätte, dass es hart ist und ungerecht und doch gibt es wieder Zeiten die schön sind. Die Erinnerungen was er gemacht hat, was er oft zu ihr gesagt hat.., wenn er Spässe gemacht hat mit ihr- dann lacht sie und für einen Moment (auch wenn ich leide) hab ich es geschafft ihr ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.Und dass macht mich glücklich und es hält meinen Papa in unseren Erinnerungen am Leben.


drück dich mal ganz sanft

alles Gute

glg tine
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.
      Oben