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Umschulung abbrechen?

Angelina82

Aktives Mitglied
Hallo,

ich bin normalerweise ein sehr motivierter Mensch und sehr darauf bedacht gute Leistungen zu vollbringen, aber meine Motivation ist in der letzten Zeit sehr geschrumpft. Ich weiss auf jedenfall nicht weiter. Ich sehe keine Lösung für meine Probleme. Ich habe das Gefühl mein ganzes Leben gerät aus den Fugen und ich kann nichts dagegen machen. Ich hoffe, dass Ihr mir helfen könnt.

Es geht um folgendes, ich mache seit August 2006 eine Umschulung zur Rechtsanwaltsfachangestellte. Ich bin gelernte Friseurin, habe nach meiner Ausbildung noch 2 weitere Jahre als Gesellin gearbeitet, musste aber aufgrund meiner Allergie, meine Arbeit als Friseurin niederlegen. Was mir Anfangs sehr zu schaffen machte. Und wahrscheinlich auch immer noch...

Ihr glaubt nicht wie glücklich ich damals war, als ich die Zusage für meine Umschulung bekommen habe....

Mein Beruf macht mir kein Spaß mehr. Wenn morgens mein Wecker klingelt, denk ich schon mit Schrecken an die Arbeit! Sie wird immer mehr zu Qual.

Aber ich weiß auch nicht was ich sonst machen soll, weil ich nicht weiß wie es mit mir weiter geht. Nur mir ist schon seit längerem aufgefallen, das das nichts für mich ist! Es macht mir einfach keinen Spaß. Aber ich weiß das es auch nichts für mich ist den ganzen Tag nur am Bürostuhl gefesselt zu sein ist. In dem Betrieb ist soweit alles super, verstehe mich gut mit den Mitarbeitern und mit meinen Chefs.

Dazu kommt noch es ist wirklich eine anspruchsvolle Ausbildung und ich komme mit dem Lernstoff überhaupt nicht klar. Der Druck der von der Berufsschule kommt bin ich wohl nicht gewachsen. Ich hab mir auch schon Nachhilfe besorgt, aber irgendwie geht es nicht in mein Kopf. Hinzu kommt noch das mir ein halbes Jahr fehlt.

Andererseits ist es im Betrieb nun mal recht schön und ich weiß wie viel ein Arbeitsplatz wert ist. Aber wenn es mir nun mal überhaupt nicht gefällt? Über 2 Jahre lang unglücklich sein? Ein weiteres Problem ist, dass mir momentan keine gängigen Alternativen einfallen. Ich habe bis jetzt all meine Freunde und Bekannte nicht mit diesem Thema konfroniert. Aber ich musste es mir mal von der Seele schreiben.

Tut mir leid, ich habe wie wild durcheinander geschrieben! Aber ich habe alle meine Gedanken sofort hingeschrieben...

Gruß
 
Ich kann Dich sehr gut verstehen aber bitte bedenke das sowas für Dich immer ein Positiver vorteil in alle richtungen ist!!!
Mach auf alle fälle die Umschulung zu ende und vielleicht ändert sich dein unglücklich sein ja noch!!!
Ich kenne viele die in so einer Zeit genauso dachten und im nachinein waren die alle heilfroh es doch durchgezogen zu haben!!
Rede mit Deinen Freunden und Deiner Familie das kann Dir auch in der Zeit viel Hilfe und halt geben!!
Gruß Tanja
 
ich kann dich auch sehr gut verstehen. ich habe eine ausbildung gemacht, wo ich eigentlich nie machen wollte, aber es ist ein solider beruf mit guten weiterbildungschancen u guten arbeitsmarkt. die berufsschule war für mich kein prob, da ich abi hatte u das ganze eigentlich auf einer arschbacke hätte absitzen können. für mich wars aber ein graus u ich hab mich nur noch reingequält. jetzt sind die 2 jahre vorbei, ich mache in 2 wochen meine abschlussprüfung u denke mir, hm es war doch nicht soo schlimm, bald ist es vorbei..

du hast natürlich die möglichkeit das ganze abzubrechen. wie wirst du dich danach fühlen? was willst du danach machen?

die andere möglichkeit ist, du machst weiter, beisst die zähne zusammen. wie sieht das verhältnis zu deinen mitschülern aus? kannst du da nicht mit jmd zusammen lernen? die ihk bietet zumindes bei uns sonderkurse an, wo sich etwas "lernschwacherer" schüler melden können u kostenlos sonderunterricht bekommen. erkundige dich doch da mal einfach.

ich drück dir auf jeden fall die daumen!!

LG
 
Hi!

Durchhalten könnte sich auszahlen!
Mach dir bewusst wer und wie du bist! Und was du kannst! (Ich weiß dass das beträchtlich ist!)

Wenn du dir nicht vorstellen kannst dass du immer im Büro bist weil es dir jetzt nicht gefällt denk doch mal nach ob es vielleicht daran liegt weil dir die Berufsschule keinen Spass sondern Frust bereitet!
Das spiegelt sich auf dein ganzes Arbeitsempfinden! Aber wenn Dich selbst dein Chef lobt machst du sicherlich gute Arbeit!
Ich denke auch dass es dir wieder Spass macht wenn die negativen Dinge nichtmehr sind! Also wenn du keine Berufsschule mehr hast! Und auch keine Enttäuschungen damit!

Zwei Jahre unglücklich? Aber wenn du abbrichst und nichts hast musst du suchen und wer weiß wie lange! Die Zeit wäre auch nicht schöner oder angenehmer für Dich oder?

Du weißt was ich über Dich denke!
Ich denke auch dass du das schaffst und dann auch mögen wirst!

Letztendlich liegt es bei dir das ist schon klar aber denk drüber nach!

LG
Simes
 
Hi Angelina,

ich hab auch während einer Umschulung gemerkt, dass das nichts für mich ist und ich weiß, sich da immer noch hin zu quälen, ist schrecklich. Aber ich denke, solange Du gar keine Alternative im Kopf hast, die Du angehen könntest, solltest Du auf jeden Fall weiter machen. Schon alleine, weil Du sonst eine verdammt blöde Lücke (mehr) im Lebenslauf erklären oder beschönigen musst. Und wie sieht es mit Geld für Deinen Lebensunterhalt aus, wenn Du abbrechen würdest?

Ich hab damals den A**** zusammengekniffen und nebenbei meine weitere Zukunft geplant, dabei war erst einmal gar keine Idee da, dann überschlugen sie sich, dann waren sie wieder alle doof. Wenn man sich mal wirklich damit auseinandersetzt, was man eigentlich will, wenn einem die Welt theoretisch offen stünde, dann ist das ein ellenlanger Gedankengang, der lange reifen muss.

Erst ein halbes Jahr vor der Prüfung stand für mich fest, dass ich mir den ewigen Kindheits- und Jugendtraum vom Studium erfüllen will - ich hatte nämlich die Nase voll von Alternativen und Kompromissen. Das letzte halbe Jahr habe ich dann aber trotzdem noch durchgezogen, die Prüfungen abgelegt und so finde ich es auch jetzt im Nachhinein wirklich besser. Das hat wenigstens Hand und Fuß. Parallel zu diesem letzten halben Jahr der Umschulung habe ich dann alles andere in die Wege geleitet, wie die Anmeldung am Abendgymnasium, Recherche welche Unis was anbieten etc. Das hat es mir dann erheblich erleichtert den Rest der Umschulung auch noch hinter mich zu bringen.

Wenn Du jetzt schon wüsstest, was Du willst und das auch schon in Angriff genommen hättest, wäre ein Abbruch wohl keine Schande, aber so?.... halt Dir die Umschulung mindestens so lange, wie Du nicht weißt, wie es weitergeht, als Hintertürchen offen. Alles andere wäre ziemlich dumm.

Mücke
 
Erstmal vielen Dank für eure Antworten 🙂

Ich wurde ja quasi in diesen Beruf rein geschoben. Ich hab mich in meinem Anfangsposting auch ziemlich undeutlich ausgedrückt. Sorry, dafür. Als für mich fest stand, dass ich meinen gelernten Beruf an den Nagel hängen musste, dass ich entweder Pferdewirtin oder Fotografin machen wollte. Nur dies wurde von meinem Berufshelfer von der Bgw abgelehnt.

Wie soll´s weitergehen, wenn ich bleibe? Kündigen? Was ist wenn ich dann alles bereue? Krieg schon die Panik wenn ich daran denke! Wie man es macht, macht man es eh verkehrt!
Nun bin ich also seit August berufstätig in einer Anwaltskanzlei, aber ich merke halt mehr und mehr, das ich dort weg muss. Leider habe ich das Problem. Ich werde immer mehr unzufriedener mit meinem Alltag.

Einfach die Umschulung kündigen und schauen was passiert will ich natürlich auch nicht, aber so kann es nicht weitergehen, es muss was passieren. Natürlich sollte man mit Bedacht vorgehen und nichts überstürzen sich die Probleme wegzulügen bringt aber auch nichts!

Meine Ausbildung zur Friseurin war einfach super, weil ich dort das machen und lernen konnte, was mir einfach Spaß macht und liegt!
Meine Gedanken kreisen immer wieder um Fragen wie "Super, in ca. 2 Jahren biste dann Rechtsanwaltsfachangestellte oder wie?" Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll. Jeden Morgen fahre ich mit Gedanken wie "Noch über 2 Jahre...." zur Arbeit.

Ich denke mir gerade: Warum soll ich jetzt noch über 2 Jahre etwas machen, was mir quasi "nichts" bringt...Ohje Fragen über Fragen..
Ich fühle mich als totale Versagerin. Ich habe mittlerweile mit meinen Freunden und Familie geredet. Ziemlich gespaltene Meinungen.
 

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K Verzweifelt - 8 Semester studiert und will abbrechen, weiß nicht mehr weiter Beruf 17

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