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Trauer

atina

Neues Mitglied
Hallo,
ich habe vor einem Jahr meinen Mann verloren. Wir hatten beide ein sehr enges, vertrautes und bewegtes Leben. Nicht nur im Privat waren wir eng verschweißt, wir haben auch beruflich gemeinsam gearbeitet. Unser Leben war bunt, vielfältig und kein Tag wie der andere. Seit seinem Tod bin ich wie gelähmt. Es fällt mir schwer über meine Trauer mit der Familie und den Freunden zu reden. Nicht nur, weil ich weiss, dass es für diesen Schmerz keinen Trost gibt sondern auch, weil ich andere nicht belasten will. Leider wurde dies im Familienkreis falsch verstanden. Meine Nichte und ihr Sohn, mein Großneffe, waren und sind neben meinem Mann die wichtigsten Personen in meinem Leben. Mein Großneffe ist 8 Jahre alt. Ich liebe ihn sehr. All die Jahre hatten wir eine sehr gute und enge Beziehung. Nun lebt meine Nichte seit zwei Jahren mit einem neuen Partner zusammen - worüber wir uns alle auch sehr gefreut hatten. Nach und nach stellten wir aber fest, dass er sehr viel lügt und meine Nichte wirtschaftlich ausnutzt. Als er merkte, dass mein Mann, ich und ihr Vater etwas intensiver seine Lebensumstände hinterfragten, schaffte er es einen Streit zwischen meiner Nichte und ihrem Vater so zu nutzen, dass sie den Kontakt vollständig zu ihrem Vater abbrach. Als mein Mann dann zu Hause im Sterben lag und ich ihr sagte, er würde nur noch wenige Tage leben, bekam ich die Antwort: es tut mir ja so leid aber mein Freund hat übermorgen Geburtstag und wir fahren zu zweit (ohne ihren Sohn) nach Wien. Sie hat ihren Lieblingsonkel nicht mehr wiedergesehen. Zur Trauerfeier war dann das Gleiche: Nun hatte sie Geburtstag und wieder hat er sie mit einer Reise "überrascht" Ich habe ihr keine Vorwürfe gemacht, nicht nur weil die Trauer so groß war und ist, sondern auch aus Angst, dass es zu einem Streit kommen und ich auch noch sie und meinen Großneffen dadurch verlieren könnte. Vor drei Monaten nun entwickelte sich aber ein Gespräch in dem ich ihr dann doch sagte, wie groß meine Enttäuschung und Trauer über ihr Verhalten war - dass sie in der schwersten Zeit meines Mannes und meines Lebens nicht an unser / meiner Seite war. Ihr Antwort war niederschmetternd: "Du hättest ja was sagen können..." Ich habe noch zweimal nach diesem Gespräch angerufen. Sie mich aber leider nie wieder. Ich wünschte, ich nicht mit ihr darüber gesprochen. Jetzt sind es 11 Wochen in denen ich beide nicht mehr gesprochen oder gesehen habe. Ich würde sie, bzw. meinen Großneffen so gerne anrufen aber er sitzt ja jetzt schon zwischen zwei Stühlen – zwischen seiner Mutter und seinem Opa. Ich weiß nicht, was man ihm erzählt hat, es kann leider nichts Gutes sein sonst hätte er mich schon von sich aus angerufen. Ich vermisse beide so sehr. Bei meinen Freunden und auch bei meinem Bruder (ihrem Vater) finde ich keinen wirklichen Rat. Sie sind alle im Moment nicht gut auf meine Nichte zu sprechen. Aber die Vorstellung nicht nur ohne meinen Mann sondern jetzt auch ohne sie und ganz besonders ohne meinen Großneffen weiterleben zu müssen, zerreist mir immer wieder aufs Neue das Herz. Ich weiß nicht mehr weiter. Vielleicht habt Ihr als Außenstehende einen Rat für mich
Danke!
 

Hallo atina,

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Liebe Atina

Ich kann mit Deiner Situation mitfühlen. Die Trauer über den Tod Deines Mannes und nun die Angst die Nichte zu verlieren, muss sehr gross sein. Wenn ich es richtig lese, dann ist Deine Nichte im Moment in einer (Lebens)phase, die ein Abwenden von der eigenen Familie bedeutet. Ich denke Du kannst nicht mehr machen, als ihr das Gefühl zu geben, dass Du für sie da bist und Dir ein Kontakt zu ihr auch wichtig ist. Aber schlussendlich muss der Antrieb von ihr aus kommen. Das könnte natürlich auch erst in ein paar Jahren sein, wenn sie wieder das Bedürfnis nach den eignen Wurzeln und lieben Verwandten hat. Darf ich einmal fragen, wie alt sie denn ist? Könnte das Alter mit ein Grund für das Abwende zu Dir sein?

Herzliche Grüsse
 
Hallo,
danke für deine lieben Worte.
Meine Nichte ist 41 Jahre alt. Natürlich soll sie ihr Leben so gestalten, wie sie es für richtig hält. Aber da ist mein kleiner Großneffe für den ich eine sehr wichtige Bezugsperson war. Er leidet nun 3-fach. Zum einen durch die Trennung seiner Mutter von seinem Vater, seinen Opa sieht er nicht mehr und nun darf er auch mich nicht mehr sehen. Das zerreißt mir das Herz.
Nochmals vielen Dank für die lieben Worte
Herzliche Grüsse
Atina
 

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