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Trauer,keine Energie, Einsamkeit, Leere... sind das Depressionen?

T

Tristesse

Gast
Wie oft dachte ich schon, daß ich am Ende meiner Kraft bin?

Ich fühle mich einfach ganz unten. Ich bin völlig ohne Energie und ohne Kraft. Mag nicht reden, kann nichts mit mir anfangen. Ich schaffe es nichtmal die alltäglichen Dinge auf die Reihe zu bekommen.

Bei der Arbeit funktioniere ich gut: ich arbeite schnell und konzentriert. Bin alleine in meinem Büro. Manchmal gehe ich rauchen, dann rede ich kurz mit meinen Kollegen über geschäftliche Dinge. Über privates mag ich nicht mehr reden, dann dann würde ich ja eh wieder nur jammern anfangen. Sobald ich nach Hause komme falle ich in mein Loch. Am liebsten würde ich schon direkt abends um 19h ins Bett gehen.

Ich fühle mich so einsam. Mir fehlt menschliche Wärme und Nähe, wenn ich sie aber habe, dann kann ich sie nicht zulassen. Seit ein-einhalb Jahren bin ich nun wieder alleine. Ich verliebe mich nicht, keiner gefällt mir. Selbst wenn ich jemanden sehen würde, meine Kontaktfreudigkeit ist schon viel zu verkümmter, als dass ich noch small-talk führen könnte.
Die meiste Zeit nach der Arbeit verbringe ich alleine in meiner Wohnung. Manchmal geh ich auch weg, aber selbst da merke ich, dass ich nicht so locker und unbeschwert bin wie all die anderen Menschen um mich herum, und fühle mich noch einsamer. Meistens ist weggehen mit meinen Mädels dann auch mit Trinken verbunden, da mach ich dann fleissig mit, dann ist alles nicht so schlimm und ich bin kurzeitig wieder der lustige Mensch der ich irgendwann mal war.

Mein Leben dreht sich nur noch um diese Traurigkeit und Leere. Ich versuche mich oft zu zwingen, was zu lesen, was interessantes im TV zu schauen, aber dazu fehlt mir die Konzentration. Wirklich mal abschalten kann ich nur bei der Arbeit. Dummerweise hab ich ab nächster Woche zwei-einhalb Wochen Urlaub und fahre nicht weg, das kann ja heiter werden.

Ich krieg die Kurve einfach nicht, etwas an meiner Lebenssituation zu ändern. Dazu fühle ich mich schon viel zu schwach und kraftlos.

Zudem kommt morgen mein Ex nach 5 Wochen Urlaub mit seiner Neuen zurück ( lange Geschichte, schlimme Trennung, sie war jetzt ein Jahr in USA und beide haben dort jetzt noch gemeinsam Urlaub gemacht). Das macht mir total Angst. Ich will keinen Kontakt zu ihm, aber ich traue mir nicht über den Weg… ich habe Angst mich doch wieder auf diese Freundschaftsschiene einzulassen. Ich will nicht hören, wie toll der Urlaub war und ich will auch nicht wissen, wie es bei ihm weitergeht. Ich will stark sein und ihm das klarmachen können. Und ich hoffe ohne Kontakt wieder Licht zu sehen, wobei das ja die letzten Wochen ohne Kontakt mal überhaupt nicht funktioniert hat…..

Wie komme ich nur hieraus? Wie kann ich wieder glücklich werden?
 
Hallo Puma,

Danke für Deine Antwort.
Was ich mir wünsche? Im Moment einfach nur, daß ich wieder eine positivere Einstellung zu Leben bekomme, mehr Selbstvertrauen, Willen, Energie und Kraft, Durchhaltevermögen, daß ich weder zu sehr in die Vergangenheit noch zu weit in die Zukunft denke, sondern einfach mein Leben hier und jetzt genieße. Daß mein Herz auch mal ein wenig mehr auf meinen Verstand hört.
Ich will einfach nur genießen können und zufrieden sein.
Ich bin jetzt seit eineinhalb Jahren wieder alleine, die Beziehung davor ging 5 Jahre und war auch nicht immer zum Besten für mich. Eigentlich war sie sogar sehr schmerzlich oftmals und anstrengend. Ich habe seit also fast 7 Jahren nicht mehr völlig frei durchatmen können. Wenn ich mich nun von meinen ganzen negativen Gedanken lösen könnte, dann könnte ich jetzt endlich mal zur Ruhe kommen. Aber der restliche Liebeskummer, der Neid , die Eifersucht und Verbitterung machen mir zusammen mit meiner Einsamkeit und Leere das Leben schwer. Ich fühle mich selbstmitleidig und verachte mich..

Zudem fange ich langsam an mir sehnlichst einen Menschen zu wünschen, der mich lieb hat, mich in den Arm nimmt und mir Zärtlichkeiten geben kann. Neben dem ich einschlafen kann, für den ich was Besonderes bin...

Ich denke und denke, lese viele Bücher... aber die Kurve kriege ich einfach nicht!!!
 
In meinem Kopf herrscht ein Chaos der Gedanken und Gefühle. Ich habe nichtmal die Kraft im Moment mich hinzusetzen und alles aufzuschreiben, um es dann vielleicht klarer zu sehen.

In meinem Alpträumen knüpfe ich schon Verbindungen zu Vergangenheit.:
Ich bin als Kind sehr behütet aufgewachsen. Bin Einzelkind und war immer der Mittelpunkt meiner Familie und unter meinen Cousins und Cousinen mit Abstand das Jüngste und hatte einen sehr engen Draht zu meiner Oma. Ich war nicht materiell verwöhnt, aber mit Liebe war ich sehr verwöhnt von meiner Oma.
Dann mit 8 Jahren mussten wir von Norddeutschland hier in den Süden ziehen wegen der Arbeit. Ich habe meine Oma schrecklich vermisst. Immer in den Sommerferien war ich bei ihr und auch sonst zu Weihnachten und Ostern kurz. Das hat mich schon damals schwer erschüttert. Mein Urvertrauen und die Unbeschwertheit waren dahin. Ich hatte auch grosse Schwierigkeiten über Jahre mich hier einzuleben. Man hat sich über mich und meinen Dialekt lustig gemacht, mich viele Jahre nicht ernst genommen. Zu meinem Vater herrschte immer grosse Distanz, wir waren uns sehr ähnlich. Heute, nach der Trennung meiner Eltern, sind wir uns sehr nah. Aber damals hab ich von ihm auch meist nur Kritik erfahren.. die Momente in denen wir gekuschelt oder getobt haben waren selten. Mit meiner Mutter war es auch schwierig. Sie hat mir schon viel Liebe und Zuwendung gegeben, aber irgendwie war sie nicht so lieb, wie meine Oma.. Sie war ja auch berufstätig und nicht so immer für mich da wie die Oma.

Naja, irgendwann wurde es etwas angenehmer für mich, ich fand eine beste Freundin. Ich war nie der Männertyp ( meine Mädels schon) , sondern immer mehr der Kumpel.

Wie auch immer: im Jahr 1996 starb meine Oma und es war schrecklich für mich. Das in Worte zu fassen würde schon eine halbe Seite fordern. Ich hatte lange Zeit Alpträume, sie war doch der einzige Mensch in meinem Leben der mich richtig liebte und mir nahe stand wie sonst keiner.

Mein Ex Freund hat nun auch meine Seele so tief berührt. Allerdings war es von Anfang an eine schlechte Beziehung. Er liebte mich nicht so wie ich war. Ich wäre zu dick und nicht sein Typ. Auch wieder eine seitenfüllende Geschichte. Irgendwann aber stand er dann zu mir und wir zogen zusammen. Es funktionierte nicht, er schloss damit ab ohne mit mir zu reden. Dann lernte er eine Frau kennen, die ihn verstand und in einer ähnlichen Situation war. Sie redeten viel, ich war eifersüchtig, er trennte sich von mir und kam gleich darauf mit ihr zusammen.
Das ist eineinhalb Jahre her. Sie war bis gestern ein Jahr in USA, er jetzt 5 Wochen zum Urlaub machen bei ihr. In diesem Jahr hatten er und ich viel Kontakt, er hat sie auch mehrmals betrogen mit mir.

Nun ist alle meine Hoffnung dahin. Ich hatte mir gewünscht in diesem Jahr über ihn hinweg zu kommen. Hätte ich keinen Kontakt gehalten, dann hätte das vielleicht klappen können.

In meinen Träumen nun vermische ich diese Geschichte mit dem Verlust meiner Oma !!!
Die neue Freundin von ihm nimmt mir meine Oma weg und so Dinger. Das ist total chaotisch. Daran sieht man mal, wie wirr ich in meinem Kopf bin.
Ich komme nicht über diese Geschichten hinweg.
Und ich fühle mich einsam und kraftlos.
Hatte immer schon eine leicht depressive Ader ( liegt in der Familie) und war noch nie ein Energiebündel.

Und nun sitze ich hier wie blockiert, mein Verstand ist klar und gut, doch mein Herz, meine Seele, meine Gedanken fahren Karussel und wollen nicht auf den Verstand hören…

Sorry, dass ich soviel geschrieben habe. Hab versucht mich knapp zu halten 🙂)
 
Mmh, wenn ich an die Vergangenheit denke, dann kommen mir die Tränen. Naja, das schadet ja vielleicht auch nix.

Wenn ich mich mit mir konfrontiere im Moment, scheinen nur negative Eigenschaften zu Tage zu kommen. Man hat mir ein kostbares Leben geschenkt, aber nicht die Kraft und die Freude es auch zu genießen und zu schätzen. Ich ärgere mich, weil ich so faul und selbstmitleidig bin. Ich bin wütend mit mir, weil ich es doch trotz allem so gut habe eigentlich und scheinbar so undankbar bin, und nicht das Beste daraus machen kann.

Ich habe einige sehr liebe Menschen um mich herum. Ich bin sehr offen und teile meistens auch jedem meine Gefühle mit, bin eine sehr ehrliche Haut. Was raus muss, muss raus. Meine besten Freundinnen „lieben“ mich, weil ich bin wie ich bin. Viele Kollegen schätzen mich sehr, weil ich so sensibel und „tiefsinnig“ bin. Es gibt einige Menschen um mich herum, die auch sehr schlimme Sorgen mit sich rumtragen und erst heute hat eine Kollegin mir gesagt, wie sehr sie die „Raucherpausen“ mit mir schätzt und braucht, weil ich sie immer aufbauen kann und so ehrlich über mich bin und meine Gedanken zu jeden Thema so frei äußere.
Folglich bin ich wohl ein sehr liebenswerter Mensch. Warum kann ich das nicht annehmen und mich darüber freuen?

Vor mir steht ein großer Umzug. Im Januar ( ursprünglich war Oktober geplant), werde ich, beruflich bedingt, nach Basel ziehen ( momentan wohne ich in Stuttgart). Viele liebe Kollegen/ Freunde werden mit mir gehen. Darauf freue ich mich sehr, denn ich sehe es als einen Neuanfang. Unter Druck „funktioniere“ ich auch besser, als wie mit soviel freier Zeit und Freiheit. Leider scheint mir die Zeit bis dahin so leer.

Verstandsmäßig weiß ich genau was zu tun ist. Manchmal habe ich auch gute Tage oder sogar Phasen. Aber es haut mich immer wieder um, mehr als davor. So wie im Moment eben.

Finanziell sieht es auch sehr mies aus. Ein Grund, warum ich im Urlaub nicht wegfahren kann. Ich würde gerne Kurse bei der VHS belegen im September. Mal ausprobieren, ob Kunst was für mich wäre, oder auch mal Yoga anfangen. Aber wenn man kein Geld hat, dann ist man doch sehr beschränkt in seinen Möglichkeiten.

Bist Du eigentlich männlich oder weiblich? Ich denke, Du musst eine Frau sein, so einfühlsam wie Du schreibst. Ich danke Dir fürs zuhören. Meine Blockade ist ein wenig gelöst im Moment, ich kann weinen und fühle mich dadurch „lebhafter“ , als ich es vorher war….
 
....und es macht mich so fertig, daß der Mensch, der mir so nahe war und den ich so sehr geliebt hab nun genau in diesem Moment eine Zukunft mit einer anderen Frau aufbaut. All das was ich vermisse, all das was ich mir von ihm wünschen würde, was ich bräuchte um glücklich zu sein, das bekommt sie. Warum nicht ich?? Es quält mich so sehr und ich kann nur noch daran denken grad....
 
Ich habe morgens keine Kraft aufzustehen; am liebsten würde ich den ganzen Tag mit schlafen verbringen. Dann fahre ich zur Arbeit. Ich habe mir angewöhnt, ein lächelendes Gesicht aufzusetzen, damit ich nicht ständig gefragt werde, was mit mir los ist. Dann komme ich irgendwann von der Arbeit heim und ich habe keine Lust auf nichts. An allem habe ich etwas auszusetzen und zu meckern. Ich will immer nur meine Ruhe haben, den ganzen Tag, die ganze Nacht. Ich fühle mich, als ob ein Teil von mir fehlen würde. Ich lebe in ständiger Verzweiflung, aber es gibt keinen Grund dafür. Ich führe ein tolles Leben. Ich habe eine tolle Familie, einen tollen Freund, eine tolle Arbeit und bis vor kurzem noch tolle Freunde. Es gibt keinen Grund für meine schlechte Laune, meine ständigen Ausraste oder meine Lustlosigkeit. Von meinen Freunden will ich nichts mehr wissen; sie haben mir nichts getan, alle sind so wie früher, außer ich. Irgend etwas hat mich verändert. Aber ich weiß nicht was. Vielleicht werde ich nur nicht mit dem Erwachsen-werden oder Erwachsen-sein nicht fertig! Ich weiß es nicht, aber ich wünsche mir, dass alles wieder so unbeschwert, locker und einfach wird, wie es früher einmal war, als ich noch jung war. Ich hasse mich dafür, dass ich nie in meinem Leben das getan habe, was ich unbedingt tun wollte, als ich jung war. Ich wollte die Welt verbessern; ich wollte den Pennern auf der Straße helfen, den Hungerleidenden in der 3. Welt, den Tieren, den Behinderten, den Schwächeren wollte ich helfen. Eigentlich bin ich keine schwache Persönlichkeit. Eigentlich hatte ich immer Feuer unter dem Hintern. Aber vielleicht hat mich das Leben selbst enttäuscht und ich bin zu verbittert. Ich weiß nicht, für was ich kämpfen soll; alles ist sinnlos.
 

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