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Totale Leere nichts macht Sinn

  • Starter*in Starter*in Moby Nullhirn
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M

Moby Nullhirn

Gast
Es ist mir öffentlich unangenehm über mich zu sprechen. Ich bin nicht so wichtig und hinter der Kulisse stehe ich kurz vor dem Abgrund. Ich habe 2 Kinder ein hübsche Frau und ein Eigenheim, das in wenigen Jahren bezahlt ist.
Nach aussen ist vieles Perfekt, da ich in der Vergangenheit immer bemüht war diesen Anschein zu erwecken. Doch selbst das ist mir nicht mehr wichtig, denn ich habe keine Lust, keinen Antrieb, keine Motivation irgendwas zu machen. Am liebsten würde ich morgens liegen bleiben. Ich bin genervt von meiner Frau, von meinen Kindern, von Verwandten, von Bekannten, von der Politik, von den Medien, vom Wetter, eigentlich von allem und eigentlich will ich nur meine Ruhe haben. Ich war noch nie beim Seelenklempner oder sonstigem weil ich natürlich viel zu stolz bin und an den Quatsch nicht glaube, da ein Seelenklempner mir nur noch mehr Mist erzählt/einredet und diese ganze Branche nahezu arbeitslos wäre, wenn sie gut arbeiten würde. Diese Welt macht mich krank, jeder haut jeden in die Pfanne, man braucht für alles Verträge, seitenlange ABG die niemand wirklich versteht, Verordnungen ohne Ende, Steuerrecht, Meinungsmache und Verunsicherung in Politik und Wirtschaft usw. Ich bin einfach Lebensmüde, ich habe keinen Bock mehr und eigentlich ist es mir unangenehm das wirklich zu schreiben, aber mir ist egal was passiert nach mir.
Ich weiss jeder kann sagen denke an deine Kinder, denke an deine Frau, an alle, aber vielleicht gehts denen ja sogar besser ohne mich. Aber es ist mir egal. Ich glaube ich bin total bescheuert. Ich bin Nichtraucher, habe noch nie Drogen genommen und trinke nur gelegentlich und bin absolut Herr meiner Sinne, aber wenn ich wirklich ehrlich bin, bin ich wahrscheinlich das, was ich nie sein wollte, ein Egoist. Für mich steht eigentlich nur zur Debatte bringe ich mich direkt um oder wandere ich aus in den Süden und wenn ich dort nicht klar komme, mache ich halt dort ein Ende. Ich will Euch nicht langweilen und eigentlich, ja, irgendwie ist dies ein Hilferuf, sonst würde ich hier nicht schreiben, oder? Ich weiss es nicht. Mein Akku ist leer und ich denke mein Leben ist total leer und irgendwie sehe ich in nichts einen Sinn, obwohl ich immer sehr bemüht war die Dingen von mehreren Seiten zu betrachten.
Vielleicht hat einer von Euch da draussen ja noch ne Idee? Würde mich freuen auf die eine oder andere Antwort, so habe ich morgen wenigstens einen Grund aufzustehen.
 
Hallo,Moby!
Du mußt Dich ja nicht entschuldigen,wenn es Dir mies geht..das ist ja schon allein mal hart genug.Dazu noch schlechtes Gewissen...naja...
Vom Verstand weißt Du ja selbst,daß Du Dir auch konkrete Hilfe holen könntest...muß ja nicht der "Seelenklempner" aus der Nähe sein..ginge ja auch z.B.ein Selbsthilfeverein(Burn-out) aus einer anderen Stadt..wenn's Dir verständlicherweise peinlich ist bzw.Du Mißtrauen hast.
Sollte man zwar den Kindern zuliebe noch Kraft finden..aber:wem sagste das...
Konkrete Vorschläge?
Im Forum bleiben natürlich (-: ---das rettet einige vorm Durchdrehen...
An Deiner Stelle würde ich vorsorglich den "Komplettausstieg" (Auswandern?)dann aber richtig vorbereiten...(schnell noch eine Risiko-LV---aber:da darfst Du dann 3Jahre auch nicht an Blödsinn...denken,OKAY?!)damit haste Dein Ziel für morgen(*grins*)...
Ordne Eure Sachen...Finanzen...schlag Deiner Frau z.B.Scheidung/Trennung vor(das ist ehrlich)...
"nach mir die Sintflut" finde ich persönlich echt fies...auch solche "erweiterten Pseudolösungen"...was können die Zwerge für Deine Krankheit/Erschöpfung...
Sich durch das Zusammenleben zu quälen...bringt ja allen nichts..ist ja unaufrichtig..Aber: Du hast nun mal Kinder...und die werden sich um Dich kümmern---wenn Du dann am Ende der "Weltreise" wieder eingeflogen bist...und Deinen Enkeln davon erzählst...
Vielleicht ist Deine Frau aber auch der gleichen Meinung--und Ihr plant zusammen ein neues Leben?Oder jeder für sich?
Der jetzige Frust gegenseitig könnte aus GLEICH EMPFUNDENER Unzufriedenheit stammen...
Stimme Dir zu bezüglich der Bürokratie/Politik etc.---von "small-talk-Bekannten" hab ich mich aber schon ewig getrennt...lieber nur paar echte Leute--als diese ganzen Heuchler...(wobei ich konkret auch grade EXTREM verzweifle wegen Ungleichgewicht Lasten/Erholung bzw. gegebener/empfangener Hilfe....).
Leider gibt es (noch) keine Aufladestation bei Kraftlosigkeit...und Selbstmotivation über JAHRZEHNTE ist eher ein sturer Vorsatz... (-:

Mal sehen,was Du hier für schlaue Tips bekommst...da lese ich auch gespannt...
Erzählen kannst Du mehr...vielleicht werden Dir die tieferen Ursachen so selbst klar!!!

Herzlicher Gruß von der
Micky
 
Hallo Moby,

was Du über Dich und Dein Leben schreibst ist (ohne es damit abwerten zu wollen) kein seltenes Problem. Du suchst nach Lösungen? Da sage ich Dir: Suche die Ursachen. Nur wenn Du die Ursachen erkennst, wirst Du auch die richtige anstatt einer Scheinlösung finden, die wieder nur eine Zeit lang befriedigt.
Du bist Egoist, obwohl Du nie einer sein wolltest... warum bist Du denn einer geworden? Das ist kein Vorwurf, ich meine auch damit: suche die Ursachen.
In diesem Gesellschaftssystem, das Dich mitprägte und erzog werden ganz elementare Dinge nie gelehrt. Dinge, die Gesellschaft, deren Entwicklung und deren Auswirkungen auf den Einzelnen und das Ganze betreffen.
Beginne mit der Frage danach, wann und warum der Mensch begann "Familien" zu gründen - das war ja nicht immer so und ende mit der heutigen Gesellschaft. Die Leere in Dir wirst Du mit Verstehen füllen können. Und wer versteht, kann Entscheidungen besser als nur "aus dem Bauch raus" treffen. Du wirst wissen, was Dich warum ankotzt und was Du eigentlich sein möchtest und was garantiert nicht. Du bist nicht nur ein Mensch mit Job, Haus, Frau und Kindern, der sich irgendwann ganz selbstbewusst und selbstbestimmt und frei dazu entschlossen hat so zu leben... die Frage ist: hattest Du wirklich eine andere Chance? Oder war es nicht immer so, dass es Dir einfach klar war, dass das die Ziele Deines Lebens sind? Warum war das irgendwie immer schon klar? War das wirklich Deine eigene Meinung?

Gel06
 
Doch selbst das ist mir nicht mehr wichtig, denn ich habe keine Lust, keinen Antrieb, keine Motivation irgendwas zu machen. Am liebsten würde ich morgens liegen bleiben. Ich bin genervt von meiner Frau, von meinen Kindern, von Verwandten, von Bekannten, von der Politik, von den Medien, vom Wetter, eigentlich von allem und eigentlich will ich nur meine Ruhe haben.

Ich schätze du hast dir selber einen riesen Berg an Idealen aufgeladen. Wenn du diese Ideale nicht mehr erfüllst kannst du vor dir selbst nichtmehr bestehen. Werf die ganzen beschissenen Ideale doch einfach über Bord und überleg dir was du eigentlich wirklich willst. Du musst dich ja nicht trennen - aber eine ordentliche Auszeit wäre ja vielleicht mal echt angepracht.
 
Ich danke Euch für Eure ehrlichen Antworten.
Irgendwie hätte ich nicht gedacht, dass es mir durch diese Postings und Eure Kommentare besser geht, aber es scheint ein wenig zu helfen.

Ja, ich habe mir Ideale aufgebaut und eine gewisse Lebenseinstellung zurechtgelegt. Mit Anfang 20 ging es mir sehr gut es machte Spass zu leben, ich war beliebt, wir haben viel Spass gehabt und finanziell ging es mir gut. Natürlich war ich dadurch auch ein wenig Naiv und habe die Welt mit rosa Blümchen gesehen. Ich hatte nie eine längere Beziehung (max. 4 Wochen) und dann hat es mich aus heiterem Himmel wie ein Blitz erwischt.
Ich hatte zufällig "Nr.10 die Traumfrau" kennengelernt, doch sie schien unerreichbar, da sie arabischer Herkunft ist und sie von ihren Eltern an der kurzen Leine gehalten wurde. Eines Tages hat sie mich zum essen eingeladen und dann folgte eine sehr schöne, aber auch gefährliche Zeit. Wir haben uns ineinander verliebt mit Haut und Haaren. Zunächst heimlich, doch dann folgte eine Geschichte, mit der wir einen Bestseller schreiben könnten. Morddrohungen, Flucht, Auskunftssperre, Erpressung, Entführung, Heirat alleine im Ausland, beinahe Abtreibung im 4. Monat und viele andere Dinge
u. a. 2 x 3 Wochen im Heimatland meiner Frau. Nachdem uns die Familie meiner Frau in ihr Land gelockt hatten und ich sie da lassen musste um Geld aus Deutschland zu beschaffen, kann ich mich erinnern wie eines Tages 12 meiner engsten und besten Freunde versucht haben aufgrund der sehr grossen Gefahren in ihrem Heimatland und ihrer Familie auf mich einzureden das Mädchen zu vergessen und nicht in das arabische Land zu fahren. Doch da war nichts zu machen, ich habe ihnen ganz klar gesagt, dass ich dieses Mädchen will egal was kommt und ich gerne mein Leben riskiere dafür.
Kurz bevor ich dieses Mädchen kennengelernt habe, bin ich angefangen die Bibel zu lesen. Nicht wie es vielleicht jeder Macht irgendwo in der Mitte, sondern von vorne tag für tag, seite für seite, von Anfang bis zum Ende. Ich bin nicht streng gläubig, aber ich dachte mir, dass die Bibel das Buch mit der weltweit höchsten Auflage ist und soviele Menschen sich doch nicht irren können. Während dieser Zeit habe ich einen tiefen Glauben zu Gott gefunden, ohne mich nur einmal in der Kirche blicken zu lassen. Dieser tiefe Glaube hat uns sehr geholfen diese ganzen Probleme und Anfeindungen zu überstehen, denn wer soll wider uns sein, wenn Gott mit uns ist. Wir hatten diese 2 Jahre überstanden und haben mit Gottes Hilfe und durch unsere grosse Liebe alles aus dem Weg geräumt. Wir waren uns sicher, dass wenn wir diese Probleme überstehen, kann uns nichts aus dieser Welt auseinander bringen.

Doch dann kam der Alltag, der schlimme Altag. Es ist wie ein kleines Geschwür, das anfängt zu fressen und immer grösser wird. Wir merkten irgendwann, dass unser Humor, unsere Lebenseinstellung, unsere Erziehungsmethoden und selbst unser Musik-/Modegeschmack sehr weit auseinander lagen. Hinzu kam eine krankhafte Eifersucht meiner Frau, denn nach arabischer Sicht gehen eh alle Männer und Frauen fremd und das familiäre Umfeld meiner Frau, dass als Hauptaufgabe immer sieht, wie komme ich an mein Recht, wie nutzte ich den Sozialstaat aus und wie doof doch alle Deutschen sind.
Ich habe meine Frau in den 11 Ehejahren bis zum heutigen Tag niemals betrogen und ich bin mir sicher, dass sie mich auch nicht betrogen hat. Ich war anfang gegenüber Ausländer absolut tolerant eingestellt, aber heute? Ich weiss man kann nicht alles über einen Kamm schreren und eigentlich nimmt sich ihre Familie auch nur das was ihnen vor die Augen gehalten wird, aber das Geschwür wächst.

Ich bin eigentlich ein Mitläufertyp, der nicht alles auf die Goldwaage legt und sich in Gesprächen auch gerne anpasst um Streitigkeiten aus dem Weg zu gehen, aber ich habe meine Grundsätze und die verteildige ich bis aufs Blut wenn es sein muss.
Z.B. hat mich bis heute NIEMAND dazu überreden können eine Zigarette zu rauchen. Selbst unter grösstem Alkohohleinfluss habe ich niemals auch nur einen Zug gemacht.
Ich würde niemals meine Frau betrügen rein körperlich, aber geistig tue ich es immer öfter.

Doch meine Ideale hinter meiner Familie zu stehen und nach aussen perfekt zu wirken brechen immer mehr ein. Ich bin total unglücklich, da mich vieles belastet. Beruflich hatte ich Erfolg, habe viele Überstunden gemacht, Sa + manchmal So gearbeitet, doch wurde ich von meinem Chef mit Versprechungen belogen, die er nie eingehalten hat. Dann habe ich letztes Jahr eine Firma gegründet und ein weltweites Vertriebsteam aufgebaut und dann ist der Boss meiner Partnerfirma nach einer U-Haft mit der Kohle nach Asien abgehauen. Nun wollte ich vor kurzem eine Firma übernehmen, doch das scheiterte an den Banken.

Ich merke in mir einen Typen, der mich immer runterzieht. ICh bin innerlich total gespalten zwischen Aktivität und Lebensfreude und Faulheit und Depressionen. Ich bringe an manchen Tagen nicht einmal die Kraft auf Zähne zu putzen oder mich zu duschen. Ich hänge total faul rum und nichts geht, wirklich nichts. Aber andererseits nervt mich das total das ich so bin.
Da ich auch keine Lust habe mit Menschen zu sprechen meide ich inzwischen auch schon alle Kontakte, denn das ist ja auch einfach und ich muss nichts von mir Preis geben. Natürlich weiss ich dass das falsch ist, aber mir fehlt dieser innerliche Arschtritt. Ich bin einfach Antriebslos und ich weiss nicht warum. Ich weiss es würden mich einige Milliarden Menschen auf diesem Globus um mein Leben ohne Sorge um Essen, Trinken, hübsche Frau, 2 Kinder, ein Auto und Dach überm Kopf beneiden, aber ich komme nicht wieder hoch.

Ich weiss wenn ich will könnte ich nahezu alles schaffen, aber ein Teil von mir zieht mich runter. Selbst mein Verhältnis zu Gott ist heute sehr schlecht, aber ich kann mich einfach nicht aufraffen. Was kann das sein?
Ich beherrsche die Theorie und ich weiss was ich will, aber das Leben hat mich unglücklich und Lebensmüde gemacht.

Es gibt bei mir kein Grau, entweder Schwarz (Faul und Antriebslos) oder Weiss (Vollgas nach Vorne)

Habt Ihr sowas schon mal erlebt?
 
Hallo,Moby...also: ich bin BAFF!!
Deine Schilderung hier...macht nun vieles klar!

Ist wirklich gut,daß Du jetzt anfängst,Dich zu öffnen...an Dich zu denken...vor einem Zusammenbruch Bilanz zu ziehen...und Dir vor allem Schwäche zu erlauben!!!!

Ob wir das erlebt haben?
So ähnlich schon-- schuften ohne Pause,Aufgaben in immenser Zahl,höchste Ideale und Sturheit und Prinzipien...trotz (bei mir:extremster)Häufung von Schicksalsschlägen...und dann hilft KEIN Wille,keine Selbstmotivation( ich hab nicht mal "den Glauben")...kein Plan,kein Tricksen...und der schwächste Punkt killt alle Vorhaben---bei mir kamen zum "Streß" (das Wort triffts nicht so..) die "Ausfälle der einzelnen Körpermodule" oder so...
beim Streiken vom Herz kann man dann auch nicht mehr schummeln und das Immunsystem läßt sich auch nicht bestechen.
Bin RATLOS---sonst wäre ich kaum hier....

Heilung durch LACHEN ?
Ich pendele auch zwischen Realität (nichtänderbaren Tatsachen) und Zielen/Prinzipien..."Die Götter mögen mir die Sturheit erhalten!!!"

Wenn Hilfe von außen nicht kommen wird...sollte man die Schwächen endlich akzeptieren.... (-;

Du bist durch diesen Kampf für Deine Liebe völlig ausgebrannt.

Vielleicht brauchtest Du klare Gespräche mit Deiner Frau?
Ein Wiederannähern?
Neue kleine Ziele...das Genießen kleiner Freuden..löse Dich von den Konventionen...nimm Deine Frau und Kinder und versucht,zu reden...über alle Sorgen,Empfindungen.
Nicht die Bekannten,entfernten Familienangehörigen..sondern: nur Ihr seid wichtig !!!

Ist die Liebe erloschen?
Oder spürst Du sie nur nicht mehr?
Das Begehren anderer Frauen heißt vielleicht nur: JETZT und SO ist es Dir unmöglich,Deine Frau bedingungslos gernzuhaben...
Lösung sind NICHT die anderen Frauen..mach Dich wieder zu ihrem Traummann...und sag ihr,was sie für Dich eigentlich war..und wieder sein wird !
Die Äußerlichkeiten Eures Lebens sind NICHT das Ziel...schafft Euch wieder Freude aneinander...
Ach so...Du solltest DRINGEND zur Kur fahren !
Wenn es geht...und bei fast jedem geht eine Auszeit!!!...mach erst mal PAUSE!!! (ich werde das auch mal irgendwann tun können...)

Die Zeichen--die Du beschreibst--sind ein ALARMSIGNAL...solange man noch die "Minimal-Eigenversorgung" schafft...ist es noch okay---aber: zu gar nichts mehr Lust..kenn ich..und dann sollte man auf "Automatik" umschalten...sich roboterhaft zwingen(spalte Dich gedanklich und gib dem "only-Körper" Befehle...)...und dann mußt Du VERÄNDERUNGEN planen...

Auch Selbsteinweisung in Klinik wegen BURN-OUT geht (außer eben bei multibelasteten alleinstehenden Mutties ohne Ersatzkraft..)

Von mir eine ganz herzliche tröstende Umarmung!!!!

Hochachtung für Deine Leistungen der letzten Jahre!!!
Da kann Deine Frau nur sich des Neides von vielen gewiß sein...wenn der Mann so kämpft um/für sie!!

Gruß von der
Micky
 
Hallo Moby,

diese Schilderung deiner aktuellen Lebenssituation würde gut auf mich passen - genauer gesagt, auf meine Situation vor etwa einem Jahr.
Ich kann dir gleich mal etwas Hoffnung machen: mir geht es heute bedeutend besser als damals, obwohl sich an den "äußeren" Umständen nicht viel geändert hat. Aber ich habe sehr viel dazu gelernt; ich habe jetzt das nötige "Werkzeug", um mit Dingen, die mir früher derartige Sorgen bereitet haben, im Großen und Ganzen fertig zu werden...

Doch nun zu dir...ich fange mal bei deinem ersten Beitrag an:
Nach aussen ist vieles Perfekt, da ich in der Vergangenheit immer bemüht war diesen Anschein zu erwecken.
Oh, böse Falle! Niemand macht keine Fehelr. Oder besser gesagt, es passieren immer Fehler ohne dass man etwas dagegen tun kann. Man kann zwar Fehler beseitigen, aber dazu muss man sie erst mal finden... Es kostet wahnsinnig viel Energie, alles perfekt machen zu wollen und wenn man dann mal keine Kraft mehr hat, passiert das hier:
...ich habe keine Lust, keinen Antrieb, keine Motivation irgendwas zu machen
Leg die Messlatte nicht zu hoch, dann kommst du auch wieder drüber!
Apropos Motivation: Hast du denn überhaupt konkrete Ziele (außer in den Süden auszuwandern - was schon wieder ein sehr hoch gestecktes Ziel ist)?

Ich bin genervt von [...] eigentlich von allem und eigentlich will ich nur meine Ruhe haben.
Kommt mir sehr bekannt vor. Typisches Zeichen für eine Depression...

Ich war noch nie beim Seelenklempner oder sonstigem weil ich natürlich viel zu stolz bin und an den Quatsch nicht glaube, da ein Seelenklempner mir nur noch mehr Mist erzählt/einredet...
Na solange es nur dein Stolz ist, der dich hindert...den wirst du schon noch verlieren wenn dir klar wird, dass du alleine aus diesem Loch nicht mehr raus kommst ;-)
Ich will mich nicht über dich lustig machen, sondern dir zeigen, dass du deine Sorgen ernst nehmen musst, um sie zu lösen. Klar, ist das möglicherweise "besser" wenn man statt 'ner Depri z.B. ein gebrochenes Bein hat - dafür erntet man wenigstens jede Menge Mitleid... Aber mit einem gebrochenen Bein würdest du doch auch lieber mal zum Arzt gehen, oder? Also geht man mit einer gebrochenen Seele zum "Seelenklempner", wie du ihn nennst.
Der redet dir gewiss keinen Quatsch ein, sondern hört sich deine Geschichte an und sagt dir dann, welche deiner Denk- und Verhaltensweisen dazu führen, dass du dich so mies fühlst. Psychotherapie ist wie ein Spiegel - ein Ding, in dem man sich selbst sieht. Und zwar aus einer Perspektive, die man sonst nicht hat, so dass man plötzlich Dinge erkennt, die man ohne diesen Spiegel nicht sehen würde. Oder kannst du ohne (optischen) Spiegel dein eigenes Gesicht sehen??
Übrigens liegen zwischen Psychotherapie und Religion Welten dazwischen. Meine Therapeutin hätte es auch gern gehabt, wenn ich wieder in die Gemeinde gegangen wäre. Aber vom "Glauben" hatte ich da schon gründlich die Nase voll ;-))

...bin ich wahrscheinlich das, was ich nie sein wollte, ein Egoist.
Ich weiß nicht, von wem dieser Spruch stammt, aber ist eigentlich auch egal...jedenfalls gilt er für dich und für viele Menschen (nicht für alle!):

"Wenn jeder an sich selbst denkt, dann ist allen geholfen"

Doch dann kam der Alltag, der schlimme Altag.
Warum 'schlimm'? Zuwenig Abenteuer? Keine Abwechslung, keine wirklichen Herausforderungen? Na gut, die ersten Stufen der Bedürfnispyramide hast du ja schon erklommen, aber da sind noch einige. Und kein Mensch wird je ganz oben ankommen (http://de.wikipedia.org/wiki/Bedürfnispyramide)

Ich weiss wenn ich will könnte ich nahezu alles schaffen, aber ein Teil von mir zieht mich runter.
Darum musst du erst mal das Ding los werden, das dich runterzieht.

Es gibt bei mir kein Grau, entweder Schwarz (Faul und Antriebslos) oder Weiss (Vollgas nach Vorne)
Warum grau? Zwischen weiß (Alles) und schwarz (Nichts) gibt es doch so vieles, und das ist bunt!

Viele Grüße,
Jens
 
Vor etwa einem Jahr habe ich meinen Kindern eine Gutenachtgeschichte vorgelesen, die mich tief berührt und richtig umgehauen hat. Ich kann gar nicht beschreiben was in mir vorging und bis heute muss ich sehr oft daran denken und mich würde Eure Meinung zu dieser Geschichte interessieren, denn ich denke diese Geschichte ist sicherlich einer der Gründe für meine jetzige Sinnkrise und Lebensmüdigkeit. Ich werde bewusst nicht den Autor und den Namen dieser Geschichte nennen und das ganze etwas abkürzen, indem ich den Anfang der Geschichte kurz mit eigenen Worten erzähle:

Vor vielen Jahren zog ein Prinz in die weite Welt um sich eine Frau zu suchen. Der Prinz suchte viele Jahre und lernte viele Mädchen kennen, aber keine ließ sein Herz wirklich höher schlagen. Nach langer Wanderung und vielen Abenteuern kam er an den Hof eines persischen Fürsten. Da der Prinz viel erlebt hatte und viel zu erzählen hatte war er dort ein gern gesehener Gast. Der Fürst unterhielt sich fast jeden Abend mit ihm, sie speisten zusammen und gemeinsam liessen sie sich von den Tänzerinnen und Lautenspielerinnen des Fürsten bezaubern. Eines Abends betrat eine neue Lautenspielerin das Zelt. Sie setzte sich still an das andere Ende des Zeltes, spielte nur wenige Akkorde und begann zu singen. Es war eine einfache, schlichte Melodie, aber dennoch ging sie dem Prinzen so zu Herzen, dass er zu essen und trinken aufhörte und ihm die Tränen in die Augen stiegen. Als das Lied zu Ende war, verneigte sich das Mädchen und verließ das Zelt. Der Prinz wollte an diesem Abend keine andere Lautenspielerin mehr hören und keine Tänzerin sehen und der Fürst respektierte lächelnd seinen Wunsch.
Am nächsten Abend bat der Prinz den Fürsten, doch wieder die eine Lautenspielerin kommen zu lassen, und wieder kam sie und sang nur das eine Lied. So ging das mehrere Tage und der Prinz konnte nicht mehr schlafen und essen. Er hatte sich endlich verliebt. Da der Prinz immer hohlwangiger und blasser wurde, sagte der Fürst, dass er ihm das Mädchen gerne zur Frau geben würde, doch der Prinz sagte:"Nein, erst will ich wissen ob sie mich auch liebt." Da gestattete ihm der Fürst an dem Nachmittag mit dem Mädchen im Garten zu spazieren.
Viele Stunden verbrachte nun der Prinz mit der Lautenspielerin. Manchmal erzählte er von seinen Reisen und Abenteuern. Manchmal betrachteten sie gemeinsam die wunderbaren Mosailken, mit denen die Plätze und Gänge des Gartens ausgelegt waren. Doch immer öfter saßen sie nur still auf einer Bank, sagten kein Wort und waren doch näher beisamen, als wenn sie sich tausend Geschichten erzählt hätten. So kam es dem Prinzen jedenfalls vor. Das Mädchen hielt dabei immer die Augen geschlossen und hielt sein Gesicht zur Sonne hin. Der Prinz aber saß da und schaute das Mädchen an und vergaß alles andere rund um sich. So ging das einige Wochen, bis der Prinz dem Mädchen seine Liebe erklärte und sie fragte, ob sie ihn heiraten wollte. Da wurde das Mädchen traurig. "Ja", sagte sie,"wenn Du es willst, dann werde ich dich heiraten. Aber du weißt nicht alles von mir. Ich bin nicht als Menschenwesen zur Welt gekommen. Der Fürst, der dich hier als dein Gast beherbergt, ist ein mächtiger Zauberer. Er hat auch, so wie du, unter den Menschen kein Mädchen gefunden, in das er sich hätte verlieben wollen. Da hat er sich aus Blumen einen Harem geschaffen. Aus prächtigen Rosen, aus stolzen Tulpen, aus anmutigen Lilien.... Ich war früher eine Bergnelke. Wenn du mich heiratest, werde ich für immer zum Menschenwesen werden. Aber wenn du mir den Ring hier vom Finger ziehst, dann werde ich erlöst und bin wieder eine Blume." "Ja, willst du denn kein Mensch werden?", fragte der Prinz voller Angst. "Als ich eine Blume war, habe ich nur mein Gesicht der Sonne entgegengestreckt, Wasser aus der Erde getrunken, am Abend meine Blütenblätter zusammengefaltet und am Morgen mich wieder für das Licht geöffnet. Ich habe nichts gewusst. Ich habe nicht einmal gewusst, dass ich eine Blume bin. Ich habe nicht überlegt,warum ich eine Blume bin und nicht etwa ein Stein oder ein Bach oder eine Schlange. Ich habe nicht überlegt, ob ich morgen noch Wasser zu trinken haben werde oder ob ein Tier kommt, das mich fressen will. Ich habe mich um nichts gesorgt und mir nichts gewünscht. Ich war einfach da. Und ich habe auch nicht gewusst das es vor mir eine Welt gegeben hat und nach mir noch immer eine Welt geben wird. Ich habe nicht gewusst, dass ich sterben muss. Vielleicht ist es etwas sehr Hohes ein Mensch zu sein. Aber es ist auch etwas sehr Schweres.
Dann schwieg das Mädchen, dass einmal eine Bergnelke gewesen war. Der Prinz schwieg auch. Lange Zeit. Dann nahm er die Hnd des Mädchens in die seine. Er küsste sie ganz leicht auf die Lippen und das war das erste und letzte Mal. Denn nun zog er ihr den Rind vom Finger. Vor ihm lag eine kleine Bergnelke. Er suchte einen kleinen Erdfleck, bohrte mit dem Finger ein Loch und setzte die Blume ein. Dann holte er eine Hand voll Wasser vom Springbrunnen um sie zu begiessen.
Ich weiss nicht, was weiter mit dem Prinzen geworden ist. Vielleicht ist er weitergewandert und hat doch noch seine Liebste unter den Menschen gefunden. Vielleicht ist er aber auch zurückgekehrt in seine Heimat und hat dort einen Meister gefunden, der ihn das Stillsitzen lehrte. Und als er das Stillsitzen gelernt hatte und das Nichtdenken, das Nichtfürchten und das Nichtwünschen, da wusste er wie es ist eine Blume zu sein. Und da war auch er erlöst.

Diese Geschichte hat mich tief beeindruckt, vielleicht könnt Ihr mir Eure Meinung einmal schildern. Natürlich ist das "nur" ein Märchen, aber ich denke es bringt vieles auf den Punkt.

Über eine Antwort/Meinung würde ich mich sehr freuen...
 
das ist eine wunderschöne geschichte! und vor allem erzählt sie von der wahren liebe!!!!!! denn das was der prinz gemacht hat.... DAS war LIEBE!!!!

gerührte grüße
sg
 
Hallo Moby,

ich glaube, Shadowgirl hat Recht damit, dass er es aus Liebe getan hat. Obwohl ich jetzt ganz schön lange daran gezweifelt habe. Aber am Ende blieb nur diese Möglichkeit übrig.

Viel interessanter finde ich aber die Frage, warum das Mädel wieder Blume sein wollte.
Sie zog also ein Leben vor, das ohne Gedanken und ohne Gefühle einfach nur existiert. So eine Art Wachkoma-Zustand. Einfach nur sein. Wie lange, das entscheidet die Natur.

Hm, ziemlich traurig eigentlich, dass wenn man das Leben erkennen, erfühlen und darüber nachdenken kann, man diese Fähigkeit lieber wieder los werden will.
Verstehen kann ich das aber...also wenn ich so eine verzauberte Blume mit Fingerring wär, hätte ich mir diesen Ring schon längst selber abgezogen...

Warum?
Weil das menschliche Dasein zu wenig Anreize bietet, es nicht zu tun...

Warum schreibe ich dann noch hier?
Erstens kann man nicht einfach einen Ring ablegen und zweitens wird man dann nicht zur Blume. Sondern da ist definitiv Endstation. Außerhalb unseres Daseins auf Erden ist nichts, absolut NICHTS...und erst Recht kein "Weiterleben" als Blume. Schön wärs.

Viele Grüße,
Jens
 

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