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Total unglücklich seit Auszug bei den Eltern

G

Gast

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Hallo Zusammen

Ich bin 25 Jahre alt, weiblich und wohne in der Schweiz. Ich arbeite zu 90% und schliesse nebenbei im Januar das berufsbegleitende Studium ab. Letzten Wochenende war es nun soweit, ich, das Nesthäkchenen, bin von Zuhause in eine zweier WG gezogen mit einem guten Freund. Ich habe mich seit Juli, als wir den Mietvertrag unterschrieben haben, riesig auf die Wohnung gefreut. Die Wohnung ist 10km (15min Autofahrt) von meinem Elternhaus entfernt. Doch seit ich nun hier Wohne vermisse ich mein zuhause so fest. Ich vermisse mein Zimmer, meine damalige "Wohlfühloase", unsere zwei Katzen.. Ich habe seit letzten Samstag Abends täglich geweint und wünschte mir einfach ich könnte zurück. Ich fahre mit dem Auto täglich wenn ich zur Arbeit oder Nachhause fahre an der Autobahnausfahrt, welche zu meinen Eltern führt, vorbei. Gestern Abend wäre ich am liebsten einfach dort raus und dann zu meinen Eltern gefahren. Ich weiss zur Zeit nicht was los ist mit mir, ich bin total unglücklich und fühle mich in der neuen Wohnung überhaupt nicht wohl und zuhause, obwohl alles schon sehr gut und schön eingerichtet ist. Irgendwie habe ich gerade total mühe, meine Jugend- und Kindzeit loszulassen. Ich weiss nun, dass es kein zurück mehr gibt und bin gerade echt total am Ende.

Ich habe mich so gefreut und jetzt dieses böse Erwachen. Habt ihr irgendwelche Tipps für mich? Die letzten Tage bei der Arbeit waren total schlimm, ich hatte keine Lust mehr und dachte die ganze Zeit an meine Eltern und an das Haus mit meinem Zimmer und den Katzen.

Was ist nur los mit mir?


Danke euch schonmal für die Antworten und Tipps.

Gruss
Alina
 
Liebe Alina,

viele Menschen verstehen unter Glück,
- dass sie im Lotto den Hauptgewinn erhalten
- dass sie sich bei Freunden oder in der Familie wohlfühlen
- dass sie ihren Wunschberuf erreichen
- dass sie den Partner für ihr Leben finden
- dass sie gesund sind und keine finanziellen Sorgen haben.

Alle diese Glücksdefinitionen sind richtig - haben aber den Nachteil, dass sie von anderen Menschen oder von äusseren Umständen abhängig sind. Und damit ist eine zeitliche Begrenzung immer gegeben. Alles endet...früher oder später.

Für mich ist Glück insbesondere das Verstehen von Zusammenhängen, damit ich meine Vergangenheit mit meiner Gegenwart und beides mit meiner Zukunft harmonisch verbinden kann.

Damit meine ich: Verstehen führt zur Erkenntnis. Habe ich Erkenntnis, kann ich auch klare Entscheidungen treffen. Und darum geht es: Entscheidungsfähigkeit auf der Basis von Verstehen und Erkenntnis.

Wenn Du meine Definition übernimmst, dann wirst Du Glück erleben, sobald Du zum Beispiel verstehst, warum der Auszug gut für Dich ist. Du kannst auf dem in Deiner Vergangenheit Gelernten aufbauen und an Deiner Zukunft arbeiten.

Nur sehe ich kein Muss. Musstest Du ausziehen? Und wenn es nur war um die Erfahrung zu machen, wie es ist, wenn Du ausziehst, dann war der Auszug doch gut. Aber der Auszug führt doch zu keinem neuen MUSS. Du kannst evt. jederzeit wieder zurück zu Deinen Eltern ziehen. Du kannst auch von der Arbeit mal kurz bei Deinen Eltern reinschauen .... Ich sehe viele Kann-Möglichkeiten - aber kein MUSS.

Das Unterscheiden von Kann und von MUSS hilft Dir zu verstehen, wo Deine Möglichkeiten liegen so zu leben, dass Du Dich wohl fühlst. Es liegt an Dir herauszufinden, wie Du Deine Gegenwart gut gestaltest und mit der Vergangenheit wie mit Deiner Zukunft am besten verbindest. Durch Verstehen erarbeitest Du Dir Glück.

Es ist wie mit der Mathe-Aufgabe in der Schule. Der Schüler sitzt unglücklich davor und weiß nicht, wie er mit dem Mathe-Problem umgehen soll. Da kommt der Lehrer und zeigt ihm den Lösungsweg. Jetzt versteht der Schüler... und ist schon glücklich, obwohl er die Lösung der Aufgabe noch nicht errechnet hat. Aber er weiß jetzt, wie es geht.

Zwänge Dich nicht in ein künstliches Muss, wenn es doch mehrere Kann-Möglichkeiten gibt. Glück hat mit Verstehen und Erkennen von Lösungsmöglichkeiten zu tun. Solange Du die Wahl hast, suche Dir die schönste Möglichkeit aus.

LG, Nordrheiner
 
Ich denke, dass einfach jede Umstellung damit verbunden ist, dass man sich Zeit geben muss sich daran zu gewöhnen.

Gib Dir diese Zeit und achte auch auf die Vorteile, die das alleine Leben mit sich bringt.

Richte Dir dein neues Zuhause gemütlich ein und nimm vielleicht auch ein paar Sache dazu, die Du von zuhause kanntest oder kennst, dann ist alles schon nicht mehr so fremd.
 
Könnte es sein, dass Du schlicht Heimweh hast? ;-)

Mir ging es ähnlich als ich auszog: ich habe mich total auf mein Zimmer / Wohnung (WG mit Arbeitskollegen) gefreut. Als mein Vater dann nach dem Einrichten etc. weg fuhr habe ich total losgeheult. Es war klar: es hat ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Ich muss das alte loslassen, um Freude im Jetzt zu erlangen.

War nicht einfach. Und ich wohnte leider nicht 10 Minuten von meinen Eltern weg, sondern 2 Stunden. Meine Telefon-Rechnungen waren damals immens. Ich habe stundenlang telefoniert, mit Eltern, Bruder, Freunden. Und bin jedes 2. Wochenende heimgefahren.

Es dauert seine Zeit bis man den Prozess abschließen kann. Du darfst ruhig weinen, es ist Trauerarbeit, die man da leistet. Irgendwann wird es besser.

Und wie Nordrheiner vorne schon geschrieben hat: Du kannst doch sicher jederzeit bei Deinen Eltern vorbei schauen. Ich persönlich würde nicht zu oft vorbeifahren, aber warum nicht auf einen Espresso vorbei schauen? Oder zum Abendessen? Oder mache es umgekehrt: lade Deine Eltern oder Geschwister zu Dir nach Hause ein. Das ist natürlich nicht das Gleiche wie Dein Kinderzimmer bei den Eltern, hat aber den Vorteil, dass Du Deine Wohnung so langsam zum Mittelpunkt machst und zu einem zu Hause. Ein Zuhause wird es nur, wenn man dort schöne Erlebnisse hat und über die Zeit.

Alle Gute.

 
Nein es war kein muss, doch ich dachte mir, dass es jetzt doch langsam Zeit wird auszuziehen. Und ja ich denke es ist ganz klar Heimweh, aber mich verreisst es innerlich total.

Ich war vor 3 Jahren auch 6 Monate in Neuseeland in einer Sprachschule. Als ich dort am ersten Tag in die fremde Familie kam ging es mir auch total schlecht. Ich hab am ersten Abend total geweint. Als dan zwei Tage später die Schule losging waren alle Sorgen verflogen. Nach dem halben Jahr wollte ich kaum noch nachhause. Es war die beste Zeit die ich hatte.

Nun frage ich mich einfach wieso es mir jetzt so schwer fällt? Ich denke ununterbrochen an mein altes Zuhause und wie schön ich es doch hatte.
 
Nein es war kein muss, doch ich dachte mir, dass es jetzt doch langsam Zeit wird auszuziehen. Und ja ich denke es ist ganz klar Heimweh, aber mich verreisst es innerlich total.

Ich war vor 3 Jahren auch 6 Monate in Neuseeland in einer Sprachschule. Als ich dort am ersten Tag in die fremde Familie kam ging es mir auch total schlecht. Ich hab am ersten Abend total geweint. Als dan zwei Tage später die Schule losging waren alle Sorgen verflogen. Nach dem halben Jahr wollte ich kaum noch nachhause. Es war die beste Zeit die ich hatte.

Nun frage ich mich einfach wieso es mir jetzt so schwer fällt? Ich denke ununterbrochen an mein altes Zuhause und wie schön ich es doch hatte.

Vermutlich bist Du ein Typ, der durch jede Veränderung schneller beunruhigt ist als andere Menschen.
Fühle Dich in der Welt zuhause, so ist jedes Land und jede Stadt ein Teil Deiner Heimat.
 
Meine Mutter mir soeben den Vorschlag, dass ich doch 1-2mal in Woche (Mittwoch- und Sonntagsabend) bei ihnen zu Abend essen sollte. Ich denke das wäre eine tolle Sache für mich.

Oder denkt ihr das ist übertrieben?
 
Ich könnte mir vorstellen, dass es damals im Ausland deshalb gut ging, weil Du in einer komplett neuen Umgebung warst. Es gab genug und viel Ablenkung. Und Du hattest das Wissen: ich komme wieder nach Hause!

Jetzt fährst Du jeden Tag an der Ausfahrt von Deinen Eltern vorbei etc. Es ist Dein altes Umfeld, mit vermutlich weniger Ablenkung. Und Du hast das Wissen: es gibt kein Zurück mehr (naja, irgendwie schon – Du könntest ja wieder einziehen bei Deinen Eltern – die Frage ist nur, ob es Dich weiterbringt und wann Du dann selbständig werden möchtest).
Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass Dir klar wird: ich bin jetzt erwachsen, ich bin selbst verantwortlich. Ich habe die Nestwärme von meinen Eltern und meinem Zuhause (mein Zimmer) verlassen und muss jetzt allein klar kommen. Dir bzw. Deinem Unterbewußtsein wird klar: jetzt musst Du allein Deine Frau stehen.

Und das ist gut so. Man wird erwachsen – und das beinhaltet die Abnabelung von den Eltern, vom Zuhause etc. Nicht leicht, aber machbar und man muss sich die Zeit geben.

Ich hatte ja schon erzählt, dass es mir in den ersten Tagen auch nicht gut ging … Aber auch ich wollte unbedingt ausziehen – es musste in dem Fall sogar sein, da ich nur weiter weg einen Job bekommen habe. ABER: ich wollte schon immer ausziehen und am liebsten auch etwas weiter weg. Und das nicht deshalb, weil ich Probleme mit meinen Eltern hatte, sondern weil ich an meiner Tante (jüngste Schwester meiner Mutter und das Nesthäkchen) gesehen habe, wie es laufen KANN, wenn man es nicht schafft sich abzunabeln und selbständig zu werden: sie war – obwohl bereits verheiratet – jeden Tag bei meinen Großeltern (also ihren Eltern) zum Mittagessen, hat sich da die Wäsche waschen lassen, hat dort ihre Sorgen und Nöte dagelassen (was für meine Großeltern manchmal wirklich nicht einfach war). Nahm ständig und immer die Hilfe ihrer Eltern in Anspruch, wenn sie mit etwas nicht zurecht kam. Das Ganze war so schlimm, dass sich ihr Mann trennen wollte, weil er es nicht mehr ausgehalten hat, dass seine Frau ständig bei den Eltern war. Natürlich hatten meine Großeltern da auch entsprechend mitgespielt – hätten sie anders gehandelt, wäre es vermutlich anders geworden. Und das war noch die Spitze vom Eisberg. Will da nicht näher drauf eingehen. Jedenfalls wollte ich so niemals sein. Deshalb war es für MICH wichtig, selbständig zu werden, mir was Eigenes aufzubauen.

Insofern: viel Glück bei Deinem eigenen, selbständigen Leben.

 
Meine Mutter mir soeben den Vorschlag, dass ich doch 1-2mal in Woche (Mittwoch- und Sonntagsabend) bei ihnen zu Abend essen sollte. Ich denke das wäre eine tolle Sache für mich.

Oder denkt ihr das ist übertrieben?

Nein, wieso übertrieben? Der Vorschlag Deiner Mutter klingt echt gut! Da hast Du immer etwas, worauf Du Dich freuen kannst.
 
Hallo Alina,
Ich wollte mal fragen wie es dir ergangen ist? Komme auch aus der Schweiz und habe im Moment das gleiche Problem wie du.

Liebe Grüsse
 

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