• Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Tod - Höhepunkt des Lebens

Vandan

Aktives Mitglied
...hallo,

ich möchte euch einen Text zum Thema Tod vorstellen,
der uns vielleicht helfen kann mit diesem Lebensphänomen
ein bischen besser zurecht zu kommen...

alles Liebe

Vandan


Der Höhepunkt des Lebens

Alles im Leben ist unsicher, ob wir reich sind oder arm,
gesund oder krank, ob wir glücklich werden, den richtigen Partner finden ....
all das ist vollkommen unsicher.

Das einzig Sichere ist unser Sterben, das Verlassen unseres Körpers,
darauf können wir uns verlassen, darauf können wir bauen.
Doch unser Körper hat verständlicherweise eine solch panische Angst vor dem Sterben,
dass wir dahin tendieren
das Sterben, den Tod und die Vergänglichkeit im Allgemeinen
aus unserem Leben zu verdrängen.

Tragischerweise verlieren wir dadurch den Kontakt zu der einzig sicheren Konstante
und suchen nun Orientierung und Halt in vergänglichen Bereichen.
Arbeit, Geld und Macht bringen uns keinen Seelenfrieden,
das ist klar.

Aber auch Freundschaften und Beziehungen, Ehe und Familie
können uns diesen Frieden nicht geben,
wenn die Tatsache unserer Sterblichkeit, der Vergänglichkeit aller Form,
in ihnen keinen Raum bekommt.

Wir werden sterben - das ist sicher,
und wenn wir darauf bauen, ist unser Haus stabil !
Wenn wir unsere Sterblichkeit wirklich in unser all-tägliches Leben integrieren,
wird sich im Laufe der Zeit eine Entspannung einstellen,
die eine völlig neue Tiefe und Qualität entstehen lässt.
In der Tiefe unseres Seins wissen wir,
dass das Sterben kein Problem ist,
und je tiefer der Kontakt zu uns selber ist
je besser sind wir in der Lage
uns liebevoll um die Ängste unseres Körpers zu kümmern
und uns auf diese Weise selber zu beruhigen.

Alle Lebenssituationen, in denen wir aufgefordert sind loszulassen
und die Vergänglichkeit wahrzunehmen,
können uns dazu dienen
das Sterben zu lernen,
und das Leben zu lernen,
denn wenn wir loslassen können, was gehen will
können wir empfangen, was kommen will.

Und wenn wir im Leben lernen das Sterben zu üben
können wir, wenn unsere Zeit gekommen ist,
vielleicht völlig entspannt und voller Vertrauen
auch unseren Körper gehen lassen.

Vandan
 
wow...endlich mal jemand, der im sterben auch etwas zum leben gehörendes, ja sogar gutes sehen kann.
ich kann immer nicht verstehen, wieso die meisten menschen so eine angst vor dem sterben haben oder einfach garnicht darüber nachdenken wollen oder sogar am liebsten unsterblich wären...
ich finde es einen befreienden gedanken dass wir alle sterben müssen...alle, ohne ausnahme.
ich habe angst zu leiden bevor ich sterbe. das ist meine angst. nicht das sterben selbst. ich habe angst krank zu werden und den ärzten etc. ausgeliefert zu sein. ich würde mich (so denke ich zumindest jetzt darüber) im falle z.b. einer krebserkrankung nicht allen möglichen therapien unterziehen. ich würde versuchen wollen dem leben noch so viel freude und lust abzugewinnen als möglich. bis zum letzten tag. wie das wäre wenn meine kinder in so einer situation wären? keine ahnung. aber auch sie würde ich nicht jeder nur möglichen therapie aussetzen nur um ihr leben (und ihr leiden) zu verlängern. viele werden das feige nennen oder unverantwortlich...ich aber bin der meinung dass nicht alles was machbar ist auch gut ist.
ich bin mit dem tod großgeworden. mein vater war totengräber (ja, das gabs damals noch) er hat x gräber von hand geschaufelt...und ich durfte zugucken. manchmal hat er knochen oder gar einen schädel beim schaufeln ausgebuddelt. war sehr interessant für mich als kind...und ich war auf x beerdigungen.
das sind meine gedanken zum thema tod und sterben. und ich bin froh, dass jmd. das thema mal angesprochen hat.
 
Sich des eigenen, unverhinderlichen Todes bewusst zu sein kann helfen, dass man sein Leben zu schätzen weiß und jede Sekunde als wertvoll betrachtet. Dann weiß man die kleinen Dinge des Alltags sowie auch die großen, persönlichen Errungenschaften und Leistungen auch mehr zu würdigen, denke ich. Man lebt jeden Moment nur ein Mal, also sollte man ihn nutzen, soweit es nur geht und sich nicht von Banalitäten negativ beeinflussen lassen. Carpe diem & carpe noctem.

Mhmmm, mehr fällt mir spontan nicht zu diesem Tema ein. 🙂

Grüße von
Dr. Rock
 
Ich persönlich würde diesen Zeitpunkt des Todes nach ca. durchschnittlich 80 Jahren hier in Deutschland nicht überbewerten.

Nein. Es geht um das Hier und Jetzt. Und dieses Hier und Jetzt gewinnt seine Wichtigkeit gerade vom Gedanken an die Unsterblichkeit. Wäre mit dem Tod alles vorbei, würde sich der Wert des Lebens relativieren. Dann würden viele sagen: "Hoffentlich ist dieser Spuk bald vorbei!".

Wer die Unsterblichkeit ernst nimmt, sagt: ich habe keine andere Wahl, als meine Gegenwart so gut wie möglich zu erfüllen, weil ich ewig in ihr leben muss. Diese Sichtweise schafft Verantwortung für sich und für andere.

Insofern ist der sogenannte Tod nach 80 Jahren kein Höhepunkt, sondern lediglich der Abschluss eines partiellen Teils meiner ewig andauerenden Individualität.

Zur Verteidigung des Threaderstellers möchte ich dennoch sagen, dass er auch nicht unrecht hat. Aber dies zu begründen würde jetzt zu weit gehen. In meiner Signatur hatte ich ja auch mal den Spruch aus Psalm 90 glaube ich: Bedenke, dass Du sterben mußt, auf dass Du klug wirst (oder so ähnlich).

Vielleicht sollte man es so sagen: Die Gegenwart und der Augenblick sind eingebettet in einen bedeutungsvollen Zusammenhang(, der die Zeit überschreitet).

 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
K Depressionen nach dem Tod meines Mannes Trauer 4
B Komme nicht mit dem Tod meines Katers klar Trauer 11
M Tod meiner Mutter Trauer 6

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.
      Oben